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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 32. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 32.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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da« uitb wozu ba«? E« find sieben Personen, u« welche Trauer angeordnet ist: Vater, Mutter, Hohn, Tochter, Bruder, Schwester, Ehegatte. Da« Her^ ttyx sich solche Regel nicht verschreib«» laf^ejt! -in hochbrtaAteA H^ter Alrbt, er i^ bi« an die äußmstc Hrenz^ gewMnli<dr ^eltz^SdgueQ gelangt) er hat längst sät alle die Seinigen »ätzssMorgt,* n aber war ihnen längst eine, wenn auch nicht ungern, getragene Last, er ihnen längst eine, wenn auch nicht ungern, getragene Last, er HHHWj ‘UteOä reKt-n<M«r ^rbeiuno fiep nach Wiedervereinigung mit längst VorauSgegangenen ge ehnt — dort wird ein Vater, eine Mutter einem Häuflein unversorgter, äußerst hülftoser Linder, dort ein einzige-, Hoffnung«volle« Lind den Ettern enlriffen — wer will diese Fälle einander gleich Kellen, wer gleiche Trauer den Herzen vo, schreiben? Aber äußere Bethäligung ist für alle vorgesehen und den Eltern ist in dieser Beziehung eia Vorzug ei »geräumt. Sicherlich mageine Mutter den Tod ihre« Linde« oder ihre« Galten mit Recht viel schmerzlicher empfinde» alt den eine« hochbetagten Vater-, aber die irraelitische Religio, wahn da« heilige Recht der Eltern und will fie über da« G:ad hinau« geehrt wiffen. Sicherlich giebt e« Fälle, in denen di« Ehrfurcht vor Vater oder Mutter in der moralischen Werthlofigkcit derselben eine traurige Schranke findet, s« daß der Tod der Ellern nicht« weniger al« ein Unglück zu nen ien ist; da« Herz de- Lindewird bei dem Ableben eine« ron Alle» geehrten und geliebten Barer« ganz anderberührt werdrn, al« bei dem eine« von Allen gemiedenen und veracht!ten; aber wie auch die Welt urtheilrn und mit Recht verurtheilen mag, da« Lind darf die Ehrfurcht nicht verletzen, äußere Trauer soll sich bethätigen. Sowie e« in einem solchen Fllle ua« verletzen würde, wenn Sohn oder Tochter zn erkenne, gäben, wie fie sich freuen, de« ihnen Unehre machenden Vater« entledigt zu sein, so wollen wir auch in dem anderen Falle die Zeichen der Trauer nicht vermiffen, wenn nämlich der Tod von langen Leiden befreit bat, und man im Herze» oder auch ausdrücklich Sott dafür dankt. Man könnte vielleicht sagen, daß wir demnach nur verlangen, daß der Ar stand, da« Geziemende nicht verletzt, kein Aergerniß gegeben werde; aber r« ist ohne Zweifel mehr al» diese«, e« handelt sich um die heiligste Pflicht der Pietät, der kindlichen Ehrerbietung, die in keinem Falle außer Acht gelaffen werben soll, di: keine Lu«aahmen und Dispensationen zuläßt. Bleiter kann der Tod eine» Freunde« viel tiefer und schmerzlicher empfunden werden, al« der de« nächsten Verwandte,; dem Herzen kann auch da nicht« befohlen, nicht« Verbote a werden; aber die Vorschrift der Religion gebietrt den Verwairdten ein Vorrecht durch äußere Trauer einzuräumen. Wer aird di« vernünftige Berechtigung dieser Forderung verkennen l Dagegen stehen Brüder und sonstige Verwandte einander m Leben oft so ftemd, so feindlich gegenüber, gleichviel nxr oder wa» die Schuld trügt. E« ist empörend, in solchen Fällen beim Tod« de« einen de« andern jede« Zeichen der Theilnahm« verweigern, ihn ganz gleichgültig zu sehen, a!« ob ein ganz Fremder gestorben wäre. E« braucht nicht Rohh rit de« Betragen« hinzuzutreten, daß etwa der überlebende Verwandte dem Leicheabegäagaiffe de« andern hohn» lachend zusieht; auch wenn er sich nur ganz gleichgültig erweist, so verletzt e« menschliche« Gefühl. Die Religion will von vocnherei« Lieb« unter Verwandten und Verschwägerten hegen und pflege»; gut« Lehre« genüg« nicht; e« soll wenigsten« — »ud wär'« zu spät, so doch für Andere zur Mah« ■- uung — am Ende, nach dem thy MAcn der Trauer bQPKtntM' fputfjgpfc: „HDet ihr lieWr^^eben verwandtsGfKch-GfüL UM-' ' fc " »darum nuj| gerade die autaqMlten sieben Lerwanme, naft fflt mehir, nicht für wtmger? Die Bestimm« ung gründet sich auf 3. Mos. 21, 2, sie wird, bji einigem SäßAGtü.auch" jtzch: Rechtfttljgizng i, sich fiqM laffö Soviel über die Personen, nun über di« Zeichen der Trauer, di« Trauergebr Suche selbst. Traurige Wahrnehmung-«. Die Zeitungen berichten von einer Echwnrgericht-verhandlung in Esten gegen eine Frau, die de« versuchte» Giftmorde« an dem leiblichen Sohn angrklagt und schuldig befunden worden ist. „Lann auch ein Weib ihre« Linde« vergrffen, daß sie sich nicht erbarme de« leiblichen Sohne«?^ spricht der Prophet — aber dennoch I e« ist so! lind M Verbrechen wird durch nicht« gemildert, da« Gefühl de« Abscheu'« durch nicht«, auch nur «in wenig, beschwichtigt, r« ist nicht Leidenschaft, wilder Affekt im Spiel, kein irgendwie tragijchrr Eonflikt, e« ist gemeinste Habgier, reiche Leute wollen de» Sohn de« rechtmäßigen Antheil« berauben, die Mutter mischt aber- und abrrmal« da« ekle Gift, reicht e« immer wieder dem arglosen Sohn«. — Ich la«: der Ort der That war benannt, die Person nur mit dem Anfang»buchftab«u benannt. E« durchzuckte wich zuweilen: »sollte« da»-? e« ist nicht möglich-e» handelt sich nicht um Abraham- Samen — e« kann nicht sein — und doch — bi« Umstände!* Da am Schluffe steht'» ja klar vor mir — kein Zweifel; ja e» ist ein jüdische« Weib, dt« Familie, die Firma im Rieder-Rheinland und Westfalen wohl bekannt. — E« war mir, al« hätte mir Jemand eine mich persönlich betrübende Nachricht zugerufen: eine jüdische Mutter hat Solch;« gethan l In Berlin findet man «ine ganz« FamUie an Lohlendampf erstickt, Selbstmord und Lindermord liegt vor, die Mut- ' ter hat ein Schreiben hinterlaffen, ein harter unnachsichtiger Gläubiger hat durch sein Drängen und Drohen die Leute lu Verzweiflung und Tod und zur Tödtung der armen Llnder getrieben. Wer ist der Herzlose? Ich kenne nicht ihn, nicht seinen Ramen, aber der letztere ist gezeichnet; ein Jude hat. die Menschen auf seinem Gewissen — wenn er 'ein solche« überhaupt hat. , ' Da ist der Raubmörder Freud, da zwei Mörder in Württemberg, all« um de« Geld«« willen zu Verbrechern geworden, . alle Juden, Ist derartige« früher erhört, man möchte fast sagen, denkbar gewesen?! Bne Rachmonim milde, weichherzig haben wir un» genannt, und wir dursten da« ohne Dünkel und eitle üeberhebung. Schlechtigkeiten aller Art find von Jude« oft genug begangen worden, aber der Mord bUdet« eine Schranke, und -rbarmnng--schonung«lo» lhierisch handelte der^ ' Jude nicht, d. h. so selten, daß man sagen konnte: da« kommt bei un« nicht vor. Ehylock ist ein Phantasirgebild«. Gaunernxd Räuberbande», unter denen Juden ein« Hauptrolle spiel», ten, habe» «iazelne Gegenden in früheren Zeiten gesehen aber von Mord hielten anch in düster die Jude» ihre < Hand frei.

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