Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 31.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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-impp. — 24» — " hebr: Eoiaramm auf solche Reeeusenten von gleich problemattscher G«hrfamlritr o^vo *NP2V '7«1P ll2vlS - 1 o-D - n Tn pn I. S. «loch. Sfawtnien. F. Srtarrß, 14. Zull. (Dt^Sorr.) Ich «eile fett ei' «iam Lag«» tu der Hauptstadt Rumänien», wohnte mancher Schuug der Kammer bet und wurde mir da» Vergnüge» zu Lhetl, die Häupter der ru»nLnischen Nation kennen zu lernen. Da» Tage«-Thema ist nunmehr hier, wie in der Provinz, die Haudelö-Convention; nach der neuen mü Oesterreich-Ungarn alquschließenden Handelt-Üonoentton nämlich können alle öfter- «eichisch-ungarifchen ÜMerthaner in Rumänien ebenso gut al« die Rtttionalen bewegliche und unbewegliche Güter erwerben, ferner können sie in ben Dörfern mit Spirituosen Handel treiben; die Opposition donnert seit einigen Tagen gewaltig über die dem Laad« anzuthuend« Schmach. „Romanul" nennt den Grasen Andraffy den „allmächtigen Herrn Rumäniens", er sagt: Die Juden erwarteten ihre Rechte von den Rumänen, S erhalten sie st« von den Ungarn, er wehklagt, daß da« millche Bagabundenthum, resp. die Juden Oesterreich-Ungarn«, nnmuehr Rumänien üderströmen wird. „Die eingeborenen Inden, sagt „Romanul", werden gezwungen sein, Oesterreich.- Ungarisch« Ualerihanen zu werden. Oesterreich wird nunmehr Aber ein Herr von 300,000 wohl di-ciplinirter, thätiger und .intelligenter Menschen in Rumänien verfügen." — Wa« kümmert e» di« Juden, seufzt Romanul, ivenn sie nicht osficiel da» Recht haben werden zu vottren, wenn gegenwärtig bei un« anher der Band« und den Grn«d'armen Niemand inehr diese« Recht hat. — Die Juden, sagt er, «erden durch die Gnade kudraffy'« und Boerescu-Caiarg» die absoluten Herren Rumänien» werden. — Sonntag, am 11. Juli c., ging'« heftig tu der Kammer u, die Haist»el«-Conve»tion wurde mit 68 gegen 22 Stimmen angenommen. — Die Opposition öffnete den Lag über die Schleusen ihrer Beredsamkeit, um ge- . gen die Annahme der Convention » tout prl» anzuknüpsen. Herr Logolnicenu sagte: „Juden, die nie Oesterreich gesehen, »erden österreichische Unteridanen werden;" eine ganze Ration (die jüdisch«), «ehrlagt Herr Cogol., steht in unserer Mitte, - «nd keine Maßregel» werden gegen deren Wachrthum ergriffen." Herr vratrnu grberdete fich ebenfalls wie sein College, Herr Epurenu (Ex-Minister), sprach elienfall« gegen die Convention. denn, meinte er, .will man den Juden Rechte geben, soll'« Rumänien selber thün, nicht ein fremder Staat (Oesterreich) sie ihm aufzwtngen. Herr H. Alesandrt (Dichter) sagte, daß er hinsichtlich de« commerctellen Theile» der Convention der Regierung deipsticht«, selbst ivenn Oesterreich der begünstigte wäre, eia« nur ist'«, C* .«a4 y»— CAmm wü Kl» h#JL tn4tiK#ftm seinen Schmerz «achruft, die Gewährung de« mindesten Rocht«» an dt« Juden, denn, fuhr er begeistert in seiner Red« V fort, mären dt« Juden in unserem Lande gleichgestellt, unser Rumänien wäre längst eia Gallzten geworden. Der rumän. A' Dichter schloß mit den Worten: „mau spreche nur nicht von je- Humanität, denn e» ist bester, gegen v Millionen Rumänen ' human zu sein, al» gegen dt« vagabundtrenden Juden, die un» - «ll der Demorallstrung und Cntnationaltsirung bedrohen; unsoro Ahnen haben un» die» heilige Land überlasten, welche» »tr auch uuentweihet und unangetastet' unser» Nachkommen ^'stderlaffen «affen!" — Herr I. Strat erwiderte, daß er sich acht Loge -«plagt hatte, um ekden Freidenker de» englischen Parlamente» von der Rothwendigkril der in Rumänien bestehenden «xmpttonellen Gesetz« gegen die Inden-zu überzeugen, aber «rgtben». denn der Engländer sagt« immer: „wenn diese Maischen immer so verdammungöwürdig wären, wie st« e» find, aber keine Stuben wären, dann hättet Ihr nicht« gegen Sr fr «che fich dentsch «t»a »i» felgt «iebere»»«»: •tm« m»mi %tmn, ihr Ärtti&i, chr nUrtna, Haft »och Mt *ch» zu: sie." — „Die Judenfrage also, sagt Herr Strat, ist eine wi* lötbar«. Bon der Rothwenbigkeit einer Beschränkung der Rechte der Juden, die mir hierzulande znnngrnd erscheint, können mir, wie Biele unter un« persönlich erfahren, h» Amtlande Niemanden überzeugen." — Herr Cogolntcenp ermt»^ dert, daß er s. Z. den Graf« Srammont «nd de» Grafe» Brust hiervon überzeugt habe. (?) Denkwürdig find die warmen Worte, die der Depnttrbr, Herr P. P. Carpp, bezüglich der Judenfrage der Kammer rief, ich will fi« treu wtedergeben, er sagt«: „Die Judensraze wird bei un« nicht durch Gesetze und Reglement» gelöst wei den, ich wL St« die Art und Weis« lehren, wie fi« erledigt werden kann: In einem literarischen Vereine zu „Jassv" dtlcutirten wir in einer Rächt bi« um 3 Uhr n. m. über die Judenfrage, ohne fie lösen zu können; al« «tr de« Ort ver ließen, da sahen wir die Straße pasfirend, einerseits «ine» jüdischen Handwerker bereit« arbeitenb, und andrerseits ln» merktrn wir drei besoffene Runränen, ivelche eben «ine sich erst schließende Schenke patriotisch« Lieder singend verließen. (Lärw) — Arbeitet, plaget euch, wie sie, twim ihr die Judensrag« lösen wollet, schaffet aber keine ungerechten GesetzeI" Ru» ergriff der Minister de» Aeußern, Herr BoereScu, da« Wori:, er erklärte zur Beruhigung der Opposition, daß er bei Al - faffüng der Convention der bestehenden Gesetz« eingedenk bli«i>, und die Convention nur unter Restriktionen annahm, alle auf die Judenfrage bezügliche Gesetz«, al« Art. 8 u. s. «. bleiben wie zuvor aufrecht; wa« die Juden (die üfterr. Unt.) jetzt erzielen. ist einzig der Kauf vor. Häusern in den Städten — diese« konnten wir ihnen nicht verweigern, sagt« der Minister. Der Kanipf also, der am 11. d«. in der rumänischen Kammer au«gefochten wurde, galt einer Nußschale, welch« die Gegmr nicht verschenken wollten. Dt« Taktik be« Grafen Andrasty wurde von den kleinlauten Rumänen abertroffen. Die Coivention besagt förmlich, daß die llnterthanen beider Reich« gegens-itige Rechte wie die Rattonalen haben, nur darf der österreich.-ung. Unterthan blo« ein Hau» kaufen, und welcher Lärm! — Dei „Romanul" vom 12. ds«. erschien schwarz lnrändert, um die zu Grabe gettagene Autonomie be» Lande« trauernd, er ruft wehmüthig au«: „Alle Rumänen christlicher Confessionen, wie selbst dt« autochwnen Juden, wenn fi« «1» rumänische« Gefühl haben, müffen Trauergewänder anlege» und seufzen: „Der Graf Andraffy ist absoluter «nd souveräner Herrscher der geknechteten Rumänen!" Zwölf Deputirt« der Oppositionen haben sofort nach Annahme der Convention ihre Mandate niedergelegt. — Man befürchtet hier den Au«br«th einer Revolution. Vermischte und neueste Nachrichten. Magdeburg. Mit Bezug auf den Leitarttkel de» Herrn Rabbiner Dr. Goidschandt zu Caldera in vor. Rr. habe tö» zu bemerken, daß ich im Hinblick aus die damal« schon vorauszusehende Genehmigung der Einordnung de« jüd. ReligtonSunlericht» in die höheren Unterrichtöanstaiten seiten» unsere» jetzigen Cultu«minister« den Antrag stellt«: Der zweit« deutsch-iSrael. Gemeindetag erklärt (im Anschluß an dt« Cmii Lehmann'schen Thesen, die der erst e Gemeindetcg angenommen), daß, sobald dt« angestredte Einordnung de« i«r. R«ltgion»unterricht» Thatsach« geworden, e« eine Pflicht der Gemeinden sei, für hebräische UnterrichtSanftalte» Sorge zu tragen. Di« Gründe und Gegeagründe «erden au» den stenographischen Berichten erfichtiich sei», deren Erscheinen dte»mal etwa» sehr lange auf sich warten läßt. R. Lteguitz. Die Schuldeputation hat beschloffen, den Unterricht in »er jüdischen Religion, »etcher bei der HS Heren Töchterschule berett« eingeführt ist, nunmehr auch bei de» hiesige« Mittelschule, «inzusühre«. —t.— Schrtmm, d. 1». Juli. (Or^Corr.) Zum fünf-. i