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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 31. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 31.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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wohn« bet de« Leichenzug«, de« dt« israelitische Schuljugend mü ihre« Lehrer erösfnete. klus de» .Friedhof« wurde« zwei Grabrede» gehalten, und zwar von Herrn Rabbiner Goldman» aut Birtcnftlb »nb von <errn Raddiner 0r. Blumenstei» au* Luxemburg, welche beide elegraphisch vom Gemeind« Vorstand hierzu deauslragt wäre« Herr Raddmer Goldman», der «in langjähriger perstnlich:r Freund de» verstorbenen gewesen, entrollt« ein autftihrilc-et Charakterbild det verstorbenen und schilderte dessen Sffentl che und private Wirksamkeit, indem er an den Spruch Htlielt, .€« von den Schülern Aronk «. ", de» der Verstört»«« alt Motto unter sein Bild gesetzt hat. ankaüpste. RamerNich hob der Revner besten segenereich« Wirksamkeit auf dem culruellen Gebiet« hervor, wie er immerfort bestrebt war, Oerbesseruugeu und Verschönerungen in den öffentlichen Sottetdienst elnzuführen. Hierauf sprach Herr 0r. Blumen» steur, velcher zunächst der vielen Verluste gedachte, welch« »ich» r ur eluzctue Gemerndrn, sondern dat ganze Judenthum m neuester Zeit erlitten, durch dat Hinscheivrn so vieler großer Männer, die nicht nur durch ihre tiefe Gelehrsamkeit, sondern auch durch ihr« hohen Tugenden alt glänzend« Sterne ihrer Glaubensgenossen auf chrem Lrdentwege vorangeleuchtet. Redner knüpfte au eme sehr paffend« Stell« Sacharmh ft p. 6 V«r«> 13 au uuv deleuchtrte die große» Verdienste de« Berftorbe»:«, wre seiner rastlosen Thättgketl der Bau eine« so schönen Gollethauses in Trier gelungen, wie er überall in fernem Raddinale für die Errichtung würdiger und schöner Gollettiäui« lyättg gewesen, «ad wie sein ganze» Veftredea daraus gerichtet war, oi« uagr der Landgemeinden in soeialrr und sgaagogaler Beziehung zu verdeffern Er rühmte veffen hohe fast au Schwäch« grenzend« Friedensliebe, dir zwilchen rhm u> d setuen Gemeinden geherrscht, und wir der fei. Ob«« rädbiaer seinen ganzen Stolz und seine höchste Befriedigung dar« gefunden, daß oi« Gemeind« Tri« nicht in religiöse Parteien gespalten war, sonder» in schönst« Eintracht um den ho-hverdrenten Lehr« sich grschaarl und mit ihn» sesthielt an der Rrtigion seiner Väter. Lu» einer solchen Gemeind« wollte »er Verewigte, an den verschiedene Mal« die glänzendsten B« rusunge» «gangen waren, nicht scheiden und wirkte daselbst 33 Jahre in der segensreichsten Weise, wodurch er sich eia dte»d«ud«t Ladenkea in sein« Gemeiud« erworben had«. Lm Schluffe sein« Red«, die aus all« Lnwesrudrn den uesstea Eindruck gemachl, «mahnt« der Redner zum Frieden und zu« frommen Zusa «enhalten aller religiösen Parteien, indem n hlnwles aus den Tod de» Hohenpriester», der eine HUt« allgemeine» Frieden» und allgemein« Sühne zur Folge Katt«. Enliprechenoe Gebete der beiden Herren Redner schlosse» bie rn seierlicheu aber traurigen Ler. Möge Gott dir trauernd« Fanül»« tu chrem gerechten Schmerz« ausrtchtea und di, Seele det v«dlenstvoll Eutlchlafenen in den Bund det e«igeu Leben« ausnehmen. (stj»r können nur au« dem Gedächtniß. einig« biographische NoUzen geben. I. ftahn war un Trirr'schen geboren lut» wird eüilge ,ech«zig Jahr alt geworden sein. Er studirl« in Bonn zusammen mn der älttren Geunalion d« Rabbiner, welch« »e dortige Unioerfität besucht haben: S. R. Hirsch, S. Frentdorff V, Geig«, Sob«nh«im XV und de« unlängst in Amerika verstorbenen Mos. Heß. — Er privalisirte dann tlieilt »n Frankfun a. M , lheil» in Bonn und wurde 1842 zam Eonststoriat-Rabbiaer in Tri« erwählt. Er hat einig« '.irediglea und zahlreiche kleine Abhandlungen und Aufsätze in dem .Boiktlehrer", d« A Z d. I. «. s. ». verölfenlicht. Seine Promotiontschrift behandelt« den zweite» Theil det Propheten Secharta, dieselbe ist jedoch, soviel wir wtffen, N<cht gedruckt worden. Red.) Gilstrv», 22. Juli. Daß «eiae im »Jüd. LünatnrblaU" Nr. 12—IS vnöffentltchte Erklärung de« Buchet Jona nt» antnrndttionell und nnorchodox verlästert werden könnt«, hätte Uh mir nicht t» Entfenetrstrn träumen taffen. Allein wm, de, verstand de« verständigen nicht fertig dringt, «er» mochte ei, »rtSrl det .Israelit" Rr. &7, datiri Hamburg, 28 Juni. Daß der Herr «ich mit .Unverschämtheit" miß' ähnlichen Liebentwürdigleiten traktirt, wollen wir ihm zu Oute ballen, dies« Ton ist in jene« Blatte obligat, od«, wie der Mann sich ausdrückt, .für jeden Gebildeten selbstverständlich." Ohne in der Sache selbst «was vorzubringen, schllt «r. daß ich da« Buch angeblich w«nig respektvoll behandle, et für einen Roman oder Novelle autgeb». — Ich kann et getrost dem Unheil der Leser überlaffen, ob die von «tr gegebene Erklärung und Aussaffung der schwerverstäudltchen Schrift eine Herabsetzung derselben tnvotvire, ob nach je»« Aussaffung das Buch Jona wirklich eine bloß« .Novelle" sei. Ich glaube im Segrntheil, jetzt «ft recht erkennen wir et alt »ine wahrhaft prophetische Schrift, dt« nicht die zufälligen Abenten« ein« Einzelperson erzählt, vielmehr eine «ahnungtreich» prophetisch« Schilderung flieht von Gesammt-Jtraelt zukünftige» Wechsel- und verhängnißvollen Geschicken und Schicksale» i» einer ftlarheit und Wahrheit, wie st« unt nicht zu« zweite» Mal in ein« prophetischen Red« begegnet. — viele »ein« wertben College», deren Orthodoxie nicht den Schatte» einet Zweifel« zuläßt, haben mir hinstchtlich dies« Erklärung de»' Buches Jona ihre vollste Zustimmung ausgedrückt; Ein« von ihnen, der mit zu den Führern d« Orthodoxie zählt,und mit dem ich darüber mündlich mich unterhalten, fand dt« Idee so .ächt jüdisch", daß rr rrstärtr, er könne nicht dafür bürgen, ob rr diese Gedanken nicht für «ine Jom-ftippur-Predigt verwertben würde. — Um aber diese, ich darf getrost sage», höhere Aussaffung d« Schrift begreiflich und annehmbar z» machen, mußte ich doch die Schwäche» d« modernen Hypothesen, di« Schwierigkeiten der ältere» Aussaffung schonungslos darlegen. — Ich glaubt« und glaube hier unbedingt die religiösen Wahrheiten und Ideen det Judenthum» zu vertreten. d«en man jedoch nicht durch einen salbungsvollen, sonder» nüchternen wissenschaftlichen Ton dienen kann. Alt Beweis m-i»er .Unverschämtheit" eilt« od« richtig« entstellt jene Corresp folgend« Aenßerung: „Et ist viel Üb« diese» sonderbare Schriftchen gedacht, man hat darüb« gespottet, gelächelt, gewitzelt". .Wahrlich eine schöne Sprache in Bezug auf die heil. Schrift." — Meine Aeußernng lautete ab« auch ganz ander«: .Es ist viel üb« diese» sonderbare Schrtftchen gedacht, noch viel mehr geschrieben und gestritten worden; et hat sehr strenge Beurrheilungen, man kann sage», Berurlhellnngen gefunden; man hat darüber gespottet, grlächelt, gewitzelt, ohne daß man sich über dessen Inhalt wirklich klar war." — Dat ist ja gerad« «in Frontmachen gegen jene Absurditäten. Die adfichtltch« Entstellung richtet stch selbst. Fern« fand d« gut« Mann meine Arußeruna üb« die .Schechina" so sündhaft, daß er sie wiedttzugeben sich nicht getraut«. Offenbar hat « auch kein« Ahnung, um «at et stch hier üb«« Haupt h«ch«lt Man höre und staune! Er ist nämllch d« exegetisch« Missionär Fr. Delttzsch, btr in einem Aufsatz Jona zu einem .Typus det zukünftig«« Christus" «ft aller Gewalt machen will. Au» den.engherzigen Anschauungen" der .jüdischen Dogmatik" od« der .synagogaleu Traditio»", welche die prophetisch« Thätigkeit aus Israel und Palästina begrenze», schwang « sich nachher zur UutversMät d« Sottetnatur und de« Prophetenberuf« empor; Delttzsch beruft sich auf jene Agava! Die letzt«« selbst nannte ich .ein« finnige", protesttrte ad« mit der ganzen EmschtÄeuheit einet jüdische» Bewußtsein» gegen dt« Taktik: ein« einzelnen Agava, d«en eigenartige, begrenzt«, sozusagen momentane vedeutung im Talmud vielfach betont wird, eine .dogmatische" od« traditionelle" Bedeutung — ,« Mtsfiontzwecke« zuzuerkennen! Ich wie» nach, daß die wirtlich Dogmatischen" Anschauungen keinstkwegt so .engherzig" find, alt Delttzsch auf Grund jener »gada fie darstellt. X1MO rvhn pro1? s« sagt ja der Talmud. Auf da» übrige Ratsonnement antworte ich t« Bewußt- " fein, daß ich weder im Leben, noch f» b« Wissenschaft antitraditionell« Anschauungen vertretod« verthetdig«, mit eine»

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