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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 30. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 30.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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nab Berständniß des Hebräisch«» uud vor Allem friedfertiger Tha:acta nnd Ehrerbietung grge» seinen ia Religionssacheu ihm Vorgesetzte« Rabbiner. Vermischte vud ueueste Nachrichten. Becklll. Nach dem so eben ausgegebenen 42. Jahresberichte der »Varuch Auerbach'schen Waisen-Erziehuvgs-Auftalt für jüdische Knaben" Mite die Anstalt, weiche am 30. April 1833 mit der Aufnahme von 4 Waisen eröffnet wurde, im abgelaufeoen Jahre SO Zögling«. Im «ädchen-Saisenhause befanden sich in demselben Zeiträume -0 Zöglinge, so daß ia beiden Anstalten 70 Waise» erzogen' wurden Die Anstalt besitzt gegenwärtig ein unantastbares Bermögen von 882,803 M. 92 Pf. und für die Wai'en ist, außer den jedem Kinde zugehörigen Sparkassenbüchern, die Summ« von 26,801 M. 68 Pf. als Eigenthum »ird, rgelegt. Olde»b»rg. Herr vr. Rippner, Rabbiner ia Slogan, ist zum Sroßherzogl. Liadesrabbiaer ernannt worden. Strastirg. vr. S. Landauer ist zum Doccnte» der orieiitalischen Sprachen an der llnioerfirät ernannt worden. Derselbe ist ein Schwager des Oberraddiners vr. Dünner in Amsterdam und hat sich einig« Jahre in Holland aufgehalten, um ia dortigen Bibliotheken arabische Handschriften zu trforsäiea. (Jsr. Nieuwsbod«) Sshrn», D./S» im Juli. Heute am 11. Thammu«, «ls l»e« Jahreszeiltage de» ersten hier verstorbenen Radbi- Nea, des R. Abraham Freund dielt unser Rabbiner, Herr vr. Immanuel Deutsch, wie hier üblich im Auftrag« der 'Ätsmrnd-Lnäioodnd auf dem Friedhof« eine der Bedeutimg de« Tage« «ntsprechead« Rede. Am Schluff« gedachte er auch der ia diesem Jahre Heimgegangenen hervorragenden Gelehrten und Rabbiue«: de« sei. Directors vr. Frankel und der Rabbinea Kallscher zu Thorn, Elia Sulmacher zu Srätz und Joseph Saul Rathaasoha zu Lemberg. Dsrvnnnd. Zu dem im vor. Blatte berichteten Borfall ist a Nh ein Weiteres nach der »Franks Zeit." nachzutragen: »Die »Wests. Z." brandmarkt« in richtiger Würdigung der der Preffe gestellten Aufgabe da« flegelhafte verfahren jene« Easnwmitgliedes. Allein — quod licet Jovi, non licet bovi — hätte es sich um Arbeiter gehandelt, dann wäre diese» Blatt keinem Widerstand begegnet, so es sich aber erdreistet«, die Rohheit eine« »Gebildeten" an da« Tageslicht zn ziehen, da regnet« es Proteste und Abounementsküadigungen. Auch der Borgesetzte des edlen Schläger«, der Gymnafialdireclor, gab seinem Mißfalle« durch sofortige Kündigung seiner Abonnements beredten Ausdruck, ja sogar der Borstand des ikasin», dieser Dortmunder ErSme, that da« Gleich«, ohne z« b<!dentrn, daß er damit seine Besugniß überschritt, indem lernt Statut er über die Wahl der Zeitungen für dt« Gesellschnsl nicht eigenmächtig verfügen darf," ' Jnsterdnrg. Auch am hies. Gymnasium ist die Ertheilnng »es Religlonsnuterrichtes an die jüd. Schüler dem Rabdtner H. Weinberg von der Regierung übertragen worden. Trier, 11. Juli. Hier trsjft soeben di« traurige Nachricht von dem Ableben unseres verehrten Oberrabiaer«, Joseph Kahn, ein. Er starb in Amsterdam, wo er zum Besuche' seine: Kinder weilt«. Sein« Leiche wird hierhergebracht. Sein And« uten zn« Segen! Prag. Zu Ehren des jüngst hier verstorbene» ehem. Sster. Kaisi r« Ferdinand fanden in vielen isr. Tempeln Trauerfeierkichkeiten statt, so in Wien, Krakau, Lemberg, Brüx «. a. a O. Zenttzeldnrg. Au« eiuem Nekrolog«, der uns über den sel. Istabbiaer Caro weiter zugega^en - ist, trage« wir noch «ine de» literarische» Nachlaß des Verewigten betreffende Notiz nach. Ban sein« vielen hllUerlaffcnen Schriften, die säst all« druckfenig liegen, will ich hier nur eines erwähnen, bat-.'! de» Titel sühn 12 1»«. Dieses Buch, das Nmwlle« um Schulchau Aruch enthält, hat der Berfaffer schon bet Leb» ■* zellen seines hochverehrten Lehrers SH. Atiba Eger vollendet und diesem zur Begutachtung eingesandl.- Die .1820.1, die er erhielt, hat er stets sorgfältig aufbewahrt, und muß st« fty unter den hinterlaffene» Briefen finden. Fiinftirche». Zu der in vor. Nr. berichteten Gründung eines T ilmad Tora-Bereius ist noch nachzutragen, daß Herr Oder-Rabdiner vr. Alex. Kohut di«! von ihm zu diesem Zweck« gehaltene Ansprache in der am 16 Kai d I. stallgehabte» Generat-Lersammiung dem Druck übergeben hat. * Lvadv». »Bedford Times" berichtet: »Am »orige« Sonn» tagmorge» hielt der Reo. John Brown ein« schöne Predigt üt>er Pi. 127, 1—2 und sprach sich in warme» Ausdrücke« lobend über die Mission des Sir Moses Monlefiore ans. »Da edle Menschenfreund,, sagt« er, hat sich aus di« Reise nach Palästina begeben, um seine dortigen Glaubensgenossen z» ermulhigen. die Lage der Armen zu verbeffern und sie de« Ackerbau oder anderer industrieller Thäligteir zuzusühren." Reo Brown empfahl nun keiner Gemeinde den zu diese« edlen Zwecke zu sammelnden Fonds, er erklärte sich backt Gaben persönlich entgegenzunehmen Es ist «in erfrenllches Zeichen der Z it, wen» Geistliche so öffentlich die von an G«, »offen eine« anderen, ihnen fremden Glaubens vollsührte» guten Thaten anerkennen, nnd es ist sehr zweckmäßig, wen« wir bei diese; Gelegenheit erwähnen, daß vor 14 Tagen a« »Hospital-Sonntag" (d. h. au einem bestimmten Tag«, an dem nach freier Üebereinkunft in allen Gotteshäusern Englands zu Suusten der Hospiläler gesammelt wird) der Echtes Rabbi vr. Adler eine von dem Geiste uadeichränfter Wohl» thä'igkeit glühende Predigt gehalten hat. Wenn sich so so- »er Brüderlichkeit auf allen unsa» Kanzeln zeigen wird, so wird die Zwietracht-bald aus de» Kirchen st ü h l e n fchwtnde»'" (I. Ehr.) Paris Gelegentlich da alle Privatspenden für die Heber,chwemmten überragenden Gabe Tremieux' bringt da »Jsr B." einen ähnlichen generösen Zug au» dem Leben dieses berühmten Israeliten in Erinnerung. Es war. im Jahre 1830, daß die katholische Kirchengkmeinde Lunel bei Monlpellia einen Prozeß gegen einen vielgenannten Seigneur anftrengen wollte, der in da Gegend wohnend, da Kirche ein Weihbecken aus Marmor gescheiK hatte und späta sein Geschenk zurücknahm, angebllch, weil «an ihm in der Kirche nicht mit gebührendem Respekt begegnete. Die Gemeinde vertraute ihren Prozeß dem Pariser Advokat«» Adolph Eremieu, an, der ihr mit folgendem Schreiben antwortete: »Ihre Sache ist ganz gerecht, und ich zweifle nicht, daß Sie Ihren Prozeß gewimen; da diesa Prozeß «da etwa« lange dauern könnte, so mach« ich mir das Ler- < gnügen. Ihnen inzwischen mit diesem zugleich ein silberne« Weihbecken für Ihre Kirche zn übersenden." Der Advokat führte nichts destowenionr den Prozeß durch, gewann ihn' in all,« Instanzen, nud vsp „ dankbare Gemeind« von Lmel ließ dam das Bild ihres ge« naüsen Bertheidiga« anfrrtigen, da« in der katholische« Kirche zwischen Demjenigen de» Heilands uNh de« heiligen Joseph« angebracht wurde. Rew Fork. Wie „Hebr. Leader" berichtck, hat »Batet Boebm" der älleste Methodistenprchtger in Amerika, jüngst seine« hundertsten Geburtstag gefeiat, an demselben Tage dt« Ka»ztl bestiege» und ein« Predigt gehalten. — Erfreuliche Nachricht '*■ auch für Unsresgleichen in da alten Welt. Kreta. Ueba den Ausgang der von uns in Nr. 26 berichteten Angelegenheit, die Answeisung des jüd. Deputtrtd» betreffend, berichtet-da „Courrier d'Orient": »Ungeachtet der Anstrengungen Derjenigen, welche die Rnhe. .d«^J»sck störe» zu wollen schellten, hat Samih Paschq aste die Jntck» gnen und all« Schwierigkeit« ztz üdowinde» vpsstmch«^.

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