Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 30.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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«biflt Ergänzung in sich foff«. Dabei ging folgender Satz »ubrdachtsamer Weise „über de» Zaun seiner Zähne-: »Man wnft sagen, daß für den Familienvater, in der heiligen Angelegenheit ver Erziehung seines Sohne», die Gewissensfreiheit jetzt nur ein leere» Don und di« hohlste Täuschung ist - Hier rief eine Stimme: »Und der kleine Moria rat- Weder Lhcsnelong selbst noch ein andere» Mitglied hatte eine Antwort aus diesen schlagenden Einwurs. Niederlande. . fttt totes. (Orig -Korr.) Die 150jährige Jubiläumsfeier der grohen Synagoge, zu welcher seit Monaten grobe Vorbereitungen getroffen waren, hat, wie bereit» in Nr. 25 der »Wochenschrifta»gekündigt war, am 18. Juni in würdevoller Weise, dem Programm entsprechend, stattgesunden Um I Uhr versammelten sich dir «ingeladenen Gäste, die Vorständ« der Gemeinde und anderer Korporationen, voran natürlich der Oderradbiner de» Reffort. Herr Berenftein au» dnn Haag, in dem neben der Synagoge gelegenen Beth-Ha« «idrasch, wo der erste Vorsteher in einer zwar schSnen, aber etwas allzusehr in da» theologische Gebiet sich verlierenden >r»«, die Bedeutung de» Tage« zeichnete und bei dieser Gelegenheit die reichen Geschenke, die der Synagoge au« Anlaß der Jubelfeier von vielen Seilen angebolcn wurden, «ntgegen- «ahm. Hieraus degab man sich vom Beth-Haniidraich in ei- »em grordueteu Zuge in das helldeleuchtete, geschmackvoll deeorirtt Gvileshaa», da» mit geringen im Lerlaafe der 150 Jahr« seines Bestehens vorgrnommenen Lenderungrn sein ehrwürdiges Liter hervortreten ließ. Rach Lbsingung von hebräischen Gesäugen, die besonders für diese« Fest vom Herrn Oberraddiner Berenftein versaht und von Herrn S. I. Mo»- coviter ins HollLudische übertragen waren, bestieg erfterer die Ranzel Lnlnüpfend an den Wochrnabschnitt hielt derselbe eine dnrch tiefen Geist nnd anregend« Gedanken sich auszeichnend« Predigt, welch« noch lange bei den Zuhörern nachtöaen wird. »Zündet das Licht des Geifte« au, entwickelt di« religiös« Erkenulniß durch Unterricht und Belehrung, veredelt gas Gefühl durch lautere Begriffe der Religion Di« »Me »uoraist da« Symbol de» Juoenlhum«; nach einer Rich- »tung sollen die Lichter von recht» und link» sich wende»; »das Oel muh Olivenöl sein, ein Bild de» Friedens; gns gestobenen Oliven, ein Bild der Unterwerfung »und Demuth; der Leuchter aus einem Stücke, eine Mah »uung zur Einheit und Zusammengehörigkeil in »Israelu. j. ». Darauf auf die Bedeutung der Feier übergehend, gipfelte die Predigt in dem Gedanken, »dag die Syuagoge in J»rael stet« war und ist da» Symbol de« Licht», der Geistesentwickelung, welche allmälig zur Au»iühnung, Verbrüderung, Eintracht und Lied« führen muß - Fürwahr »goldene Repfel in silbernen Schalenwaren de» ehrwürdigen Mannes sinnreich« Worte, dir auch von nichljüdischen Zeitungen, ». A. von de« , Nieuwe Botterdaauche Courant- Nr. 167 nach Gebühr hervorgehobeu wurden. Nach der Predigt wurden wiederum Gesäuge vorgetragen, denen ein Dankgebet zur Eriuueruug au die Schlacht bei Waterloo (18. Juni 1815) fvlgt«. Die Leüung de» Gottesdienstes hatte, weil vor weni- C Monaten der verdienstvoll« Obercantor Schnitzler gestorwar, Herr Obercantor Heyma« aus Amsterdam sammt seine« Ehor« übernommen, der dennauch zur Hebung der Feto vieles beigetrage, hat. Am Sabbath-Morgen hielt Herr A. van Loen, vom Rabdiuerseminar in Amsterdam, ein« »atzldurchdacht« Red« in hiesiger Synagoge, womit die erhebe»»« Feier, weich« der Rotterdam«» Gemeind« im Allgemeinen «ud den Vorständen und allen dabei betheUigte» insbesondere zur Ehre gereicht, schloß. Möge die Gemeinde, die in den letzten 25 Jahren um das Doppelte zugenommen hat, weiter blühe» und gedeihen: MpvN W1 mwn *TD3^> Rmjtoda». (Orig.-Cvrr.) Man würde:i kaum glau- Wig daß in Heiland, wv »an «och Ehrfurcht und Achtung wv dm rmnto in rmnn -WlS hat, ei, verfall sich eStWMl ka»«ch d« wir nur mit dem Rase» «MV bezeichnen können. In Meppel, de» Sitz« eines fyngireuden Okvrrabbiner», eines Mannes, der verdienstvoll ergrant in seine« Amte, erst vor Kurzem unter grober vetheiligung seine» ganzen Sprengel» sein 25jährige» Amtsjubiläum gefeiert Imt, hält ein Lantor einen Probedierst ab. In der Vorlesung der Thora irrt er sich in einem Worte, wodurch ein pH? ' entsteht. Der Oberrabbiner fordert ihn aus, es (dem p*T entsprechend) zu wiederholen. Der Eaulor widersetzt sich, es entsteht rin Lärm in der Synagoge, und der größte Tdeil der Anwesenden, darunter die Vorsteher, ergreifen Partei für den — fiantor. Der Gotte»dirnft wurde unterbrochen, und die Störung und die Aufregung war eine derartige, daß bereits »ichtjüdische Zeitnngeu, Handelsblad, N R. Cgurnnt, Dagblad u. A. darüber berichtet haben. Doch hiermit ivar es noch nicht abgetdan; um den Oberrabbiaer noch empfindlicher zu kränken, wird kurz daraus der unruheftiftende Kantor gewählt, um auf diese Weise den Rabbiner zn zwingen, '-ein Amt niederzulegen. Bon hier au» wollten der Oberrabbiaer von Amsterdam und einige Mitglieder des Vorstandes nach Meppel reiien, um die Streitigkeiten zu schlichten, aber der Meppler Vorstand erklärt«, nicht in der Lage zu sein; dies« Herren zu empfangen. Wir möchten doch die Frage an den Meppler Vorstand uns erlauben, woher dieser Umschlag i» Eurer Gesinnung? Bor einem halben Jahre habt Ihr de, Oberraddiner gefeiert, beschenkt, ih« dis in deu Himmel gehoben, und heute tretet Ihr ihn mit Füßen! Entweder habt Ihr d a in a l» gelogen, geheuchelt, oder Ihr seid heute >»öie uild sÄechl geworden! Man bedenke doch, welcher Chiliul haschem au» solchen Vorgänge» entsteht, wenn man noch eine ailvere Gottesdienststörung in» Auge faßt, die fast zu gleicher Zeit in Zaanda« ftattgefunden, und die vor de« weltlichen Gericht anhängig gemacht worden ist. Will man auch noch die wenigen besetzten Rabdinale ihrer Rabbiner, berauben. damit dann di« v o r st e h e r an die Stelle der Rabbiner treten? E» wäre in Holland nicht der erste Fall, wo mau Anfangs den Rabbiner hoch auf den Händen getragen, um ihn dann desto empfindlicher fallen zu laffrn, und ihn moralisch zu zwingen, sein Amt niedrrzuiegen. Das ist wahrlich nicht der rechte Weg. um die jungen Theologen, die au« t>em reorganisirteu Amsterdamer Semiuar heroorgeheu, zu «nnulhlgen, sich um die varanten Raddtuate zu bewerben. Früher hieß e«: ja, di« ausländischen Rabbiner, die deutsch««, verstehen die Hölländrr nicht, und darum entstehen dort, wv Ausländer angeftelll sind, Meinungsoerichiedeuheiten, Streitigkeiten (man denke an Rotterdam!); aber der Meppler Ot«rradbiner ist ein Holländer, ein in Amsterdam «»«gebildeter Rabbiner KITT 02NV21 MOJCiM Da muß denn doch ne# di« Schuld auf der andern Seite liegen. Wir hoffen, daß man in Meppel und an andern einflußreichen Stellen Alles aufdielen wird, um den Oderradbiner auf seinem Posten zu erhalten, und daß der gewählt« Kantor, der allein di« Schul» der Ruhestörung trägt, soviel Selbstverleugnung haben wird, freiwillig zu resigniren; im ander» Fall«, das können vir ihm prophezeihen, wenn die Meppler di« dem Rabbiner zngesügte Unbill einsehen und bereuen werden, — was in gar nicht langer Zeit sicherlich der Fall sein wird — werden alle Pfeile der Abneigung und de» Vorwurfes ihn allein treffe». Wer denkt hierbei nicht an dje Parabel Jotham's von den Bäumen, di« da ausginge», «ine« König zu «ätzten, «ud a» da» von ihm de« llsurpator Abimelech prophezeihte E»ch«, daß Feuer von Abimelech ansgehen und die Herren imi Sichern ergreifen werde et rioe rerea (efr. Richter & 9, 20). In Bezug auf llM hat es sich dereU» in Meppel bewahrheitet. Die gesetzestreueu Mitglieder »erden hoffentlich allesammt auf Seite» ihre» Rabbiners stehe»' und nicht »vernarrtsein in den Gesang «in»» hochmüthigru Lhasa». Uederhaupt ist Hierzuland« die Unsitte eingeriffen, daß man bei Aufnahme eines Chasan einzig und allein-ans die Höh« oder Tief« seiner Stimme sieht, nnd fast gar nicht ans di« IMjnyi HPijvaiMpni wflii|(|i|Wi com vmivi achtet, als da stad inner« Rellgibfitäi, Mmmmatffche Kenninch