Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 30.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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289 — «r»fte Vorfall bei Selegevhett de» israelitischen Abgeordnete» rder Krtta'er GdNerulversammlung, der ja einer so lebhaften tion von. Testen der griechischen (nicht anch der «dänisch«») Lbgeordn««» Veranlassung gegeben, ist ft» Begriff, beigelegt zu «»erden, Dank dem u»eisen und festen Verfahren hztz.,Walp. .da«»'.dazu führt«, den Grundsatz, der Gleichberechtigung zum Siege zu verhelfen. Die Generalversammlung hat ihre Arbeiten «»jeder ausgenommen, ohne daß der israelitische Abgeordnete ausgeschloffen wäre. — Liege» . Heft»«« AgÜatore» habe«, ihre Pläne vereitelt sehend, versucht, de» religiösen Haß der Grieche« gegen die Juden neu anzufachen, indem sie den Mord eine« Israeliten, der in einem Dorfe de» Distrikte» Kiffamo« von einem Kriechen verübt morde», zu ihrem verdammenstverthen Vorhaben auszutxulen Gedachten. Aber di« Untersuchungen der Behörden haben er- «tefen, daß es sich nur um rin gewöhnliche« Verbrechen handele, und Samih, Pascha hat auch diesmal verstanden, die Matiöver der Feinde der Ordnung gu Schanden zu machen." Feuilleton. Da« ^,U»ftgeftLi»d»iß. (Fortsetzung.*) Da« bedauernSiverthe Weib hatte da« schrecklich« Be kenntniß chre« unglücklichen Manne« gehört. Hi« war aus ihre« anstoßenden Zimmer kurz nach der Ankunft de: oben amtzhpten Herren eiugetreten. ohne beachtet zu werden. Kein Wchrrns kam über ihr« Lippe« Wie Niob«, im Schmerz erstarrend, stani» dt« Unglückjellge da, ihr« zitternde Hände vormäNS gestreckt, als wollt« sie da« fürchterliche Gespenst de« Wahnsinns, welche« ste zu «rsaffen drohte, von sich abwehren. Di« Männer standen wie gelähmt im Gemache; sie hat» ten einen Tempelräuder gesucht, und einen MördergebWöeN r Lar ^Glaube. an hie Lugend deS.Maaur» war so »aß, daß, selbst die Eindrücke de« G»ständn«ffe« die Lnwesen- »» nicht sogleich »u überzeuge» schienen. Fast alle glaubten >» Wort« eine« Wahnsinnigen zu höre«, und detnahe'schllch- Er« fragte der Stichler: »Sie klage« sich eine« Morde«, .au. Bl«, der jedem Wurm au« den» Weg« ging, um ihn nicht zu sttrtreten. — Also haben Sie nicht den Tempel beraubt?" S fffittn, nein!" rief der Mörder, d«m di« Erinnerung der Greigpiff« auf seinem nächtlichen Synagogengange plötzlich Vit Wahrheit de« Ganzen zeigte — Also deßhald und Sie ge- Gmmen, und Sie haben uicht gewußt, daß ich den armen' ~ ieph erschlug?" Grabesstille herrschte jetzt im Gemache, bi« Verbrecher sein Weib erblickte. „D Rebekka I" flehte er, ^agr nur da« einzige Wort, daß du mir all di« Lrübsale oerdie stb über dich gebracht; du rettest mich vor einer Gräßlichen Best Wüstung, und ich werde ruhig sterben." » m3a> verzeih« dir!" schluchzte die Unglückliche, keiner weithin Wort« mehr mächtig, und jetzt folgte ein kurzer, doch in der Lhat an Leiden überreicher Zeitraum, bi» der Ltörder in'« - Gefäugtslß gebracht wurde. Wir «olle» nur »och im Vorbeigehen andeuten, daß erst «ach zwei Jahre» di« Tempelräuder ««deckt wurden, nun aber das Betenntulß des Verbrechers »ittheilen, wie er es selbst erzählte: »von sehr armen Eltern geboren, ftühzeftig eine Waise, haM tch keine Helmath, kein Erbe, als das namenlos« Elend «ot«, Eiter». Ohne Anverwandte, ohne Freund«, rtnFremdltng meine« Geschlecht», auSgtschloffe» von Allen durch di« Schranken einer entsetzlichen Armuth, nah« sich der Vater »et»es nun höchst unglücklichen Weibe», «in wohlhabender Wan», liebreich meiner an, und rettet« mich vom nahen Hun- Eod«. Er ließ mich in di« Schnle gehen, und «ahm «ich » gleichzeitig mit feinem einzigen Sohn« Josqch, einem »tlden, rohe«, »»bändigen Knabe», i» di« Lehre. Kein üa> %) 6» Wt. Ät. ist «. «0 b. mMtfaStn, fit lautet: Jm einem »SS« Ottldche» ein Md. heudnert» Dt« sied« z» l i J“ teeschied herrscht« zwischen seinen zwei Sfiaidn uitd «tr. Ich «nrde so gekleidet wie, der SMr des Hanse», und genoß all« Vorrechte eines Lindes. Stebeva, «eine lieb«, gute , .muae Rebekka, die Schwester Joseph'», war gegen «ich so sanft, so edel und gut wie eia Engel, während ihr Bruder »ich nie mit Lied«, sonder« stet» mit Verachtung behandelt«. Obwohl d»e Linder eine gleiche, wahrhaft gute Erziehung grnoffen, waren doch ihre natürlichen Trieb« unendlich verschieden. Während Rebekka, bieder, edel und wohlwollend, sich nur glücklich fühlte, wenn sie etwa» that, wa» ihrer Umgebung angen.hn sein konnte, zeigte ihr Bruder di« entgegengesetzte» Eigenschaften; er war hoffärtig, roh und boSdafl. So jedem Gefihl« von Güte fremd, ließ er mich häufig fühle», daß ich ei» Bett» ler, «in von der Straße aufgenommener Lnabe war, n»d nur die Strenge seine» Vaters nettste mich oft vor dem AnSbrach« der rohen und wilden Laune de"» Luaben. »Ein rinzigeSmal führte ich bei meine« theuren, «l>le» Pflegerltern bitter« Klage über Joseph. Die hatte Strafe, welche der Knabe meinetwegen erdulde« mußte, die Abbitte» die der edle, aber strenge Vater ihm aufersegt«, trugen mir bittere Stunden rin, und nur.,Rehttka,,da»,zedle engelgüt« Kind, ließ mich die Rohheit ihre» Bruder« durch ihre rein« Liebe zu mir vergessen. So wuchsen wir heran, so erreicht« ich da« zwanzigste Jahr — Joseph war nur rin Jahr älter — al» der Vater u,» Beide zur weiteren Ausbildung in di« Welt, auf di« sogenannte Wanderschaft, schickte. Der Tag der Trennung erschien. „Die Eltern «einte», Rebekka schluchzte, und jetzt zu« Erstenmale mochte der Vater bemerken, daß da« sechzehnjährig« Mädchen an mir mit größerer Liebe hing, als an ihre« Bruder. „Zieht hi«, mein« Kinder!" sprach der biedere, ehrlich«, alte Mann, „zieht hin. Gott wird «tr euch Beide '»jeder senden; weine nicht, mein Jakob" f,.hr er tuet, in»»» er sich zu mir wandte, den» Joseph'» Ang« blieb trmketts „weine nicht mein Soh l wen« du «iederketzrst, wirst n»ch du hier deinen Her» finden, wie ich ihn fand, als ich vor vielen Jahre« «in armer Handwerktburschei in 'dtefrStadl gekommen bin Dl» mein lieber Jakob, hast mir nie Kummer und Verdruß gemacht, du warst stet» dankbar und brav, '»« oerdirnst «S, daß ich für dich wie für meinen eigene» Soh» sorge, °äkld düs *toirö« ich" . , „Wir . reiste» ab. Den ersten Tag milderte« der Schrzerz der Trennung und de» Vater» mild« Lehren Joseph» Grizäsfigkeit. «Se» sich aber bald zeigte, daß er mich mit der asten Roheit und Bitterkeit behandelte, beschloß ich, mich 00» ihm zu »rennen. Wein schneller Entschluß überrascht« ihn: er schien-eine«. Augenblick zu bereuen, bot mir di« Hand zur Versühnung, und wollte sich durchaus nicht von mir trennen, weil ,»- getzrir ‘Wn Wunsch seine» Vaters war. Ich «der blieb bet meinem gefaßten Entschluffe, von dem ich mich nicht abbringrn ließ».-««il ich seinen bösen Eherakter, seine Unoerbefferlichkett nur zu gut kannte. „So geh' denn," sagte Joseph, „aber wir find Miteinander «uSgewaadett, wir welle» auch miteinander heilfiziehen. von heüle über zwei Ith« treffen «ir un» in Prag; von dott kehre» wir z» den Unfrigc» zurück." Dir trennten u»S und schlugen verschiedene Wege ei». „O die zwei glücklichen Jahr«. voll schöner Hoffnungen pergingr« schnell!,Welch« golden« Stunde», welche PpssichM» für dt« Zukunft, welch' neu« HimmelSweltetz ßols Lieb« dttvch- »räumt« tch damals! Obschon tch nur sehr selten vo» Hans« Rachttcht erhielt, Mußte ich doch, daß Rebekka sich meiner milk Lieb« erinnere, vom frühen Morgen dt« t» dt« späte Siecht beherrschte »«ich »»r Et» Gedanke: es war dzr an Retckkst. JäC plagte mich unaufhörlich; ich arbeite« 'big zur änßeiP«, LVL S schon tch meinem immer heiteren Temperament« »anchc ZwangSkette anlegr» mußte, f» fchent« ich doch'jede nmtlltz» ■ MLmfci •KimmW 4A mim MMAui 4*6*1*|iA—£MmMR4MM Mi »btanf der zwei Jahre mit »ach Hans« Mao» könne; »nd alles dieses that ich n»r, »» Rebttka z» gefalle». (Fori. f.)