Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 29.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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beat» der Dreißiger Jahre gewesen ist. Staut Lädier sich einst» den sollte, so mag wo* atoartm, wa» er sage, wird, de,, er weiß das Erwähnte jedenfalls. , Vit». Herr Abraham Schleßinger ht Wie« gehött zu de, ichtbarstea Mitglieder» der iSraelU. Gemeinde, und ist auch in der Geschäftswelt al» ei, sehr solider Kaufmann bekau,t Trotzdem sei, vermögen von dem »Krachebenfalls stark uütgerissen wurde, wandte er asteS Möglich« an, um seine Gläubiger »u befriedigen. Der Krach ist aber jetzt sehr auhaltrnd und andauernd, so daß sein Lade gar nicht abzusehen ist ««'Herr Schleßinger war gezwungen, seine Zahlung istazuftellellen. Am 22 Mär, hatte die Exekution sein solle», bei welcher er auf 40,000 fl. gepfändet werde», sollte. Der Jammer läßt sich denke, — und sieh«! Unter^den Ge» richtS Execulorea erschien plötzlich eia elegant gekleideter junger Mann und rief: »Mein« Herren! gebe, sie sich keine weitere Müh«, hier find 40,000 Gulden; gedulde» Sie sich nur, bis ich da» Geld zusammenzählen werde!" Die Gericht»,xecutoren, und ramenilich Herr Schleßinger selbst, blickten erstaunt auf de, jung«, Mann und konnten vor Ueberra'chung kein Wort hervoibriagea; aber da» Luge der Mutter steht weiter al» jede» rudere — und plötzlich ries sie: „Mein süßer und guter Dolphiel- und siel ihre« Sohn« um den Hal». Jetzt natürlich erkannte auch der Bater seinen Sohn, den er vor 10 Jahren wegen seiner schlechte, Streiche au« de« Haus« gejagt. Der junge Adolph Echleßinger wandert nach seiner Vertreibung nach Australien, wo er sich bei den dortigen Goldgfota. ei» ungeheure» vermögen verschaffte. 8« war daher eine besondere Fügung Gotte», daß dieser Sohn gerade zu dieser Zeit nach Hause kam. Hier bewährt sich da« Sprüch- »ort: »Wo die Roth am größten, da ist Gotte» Hilfe am nächsten!" (R. Fr. Pr) Pek, 2 Juli. Die otelgerhümte Fusion der Parteien in Ungarn Hot sich gestern, am ersten Wahltage, in drastischem Luhte gezeigt Horn und Falk, die Kandidat«, einer und derselben Partei, standen sich erbitten gegenüber, und man kann sich einen Begriff davon machen, in «elcher Stimmung sich die wkhler befunden haben mußten, wenn die Behörden «» für nothwendig erachteten, vor dem Wahllokale 400 Mann Militär aufzuftellen und außerdem in der Röhe noch ein Reservccorp» kampiren zu lassen. L« ist wirklich schwer, keine Satyr, zu schreiben. Da» sollen die Früchte der Fusion in der Hmptstadt sein! — Uebrigen» hat der UnterstaatSsecretär Horn mit sehr großer Majorität über den Redakteur Dk Max Falk gesiegt. Allerdings nur dadurch, daß der rrzradicale Horn ein kleine» Kunststückchen in Anwendung brachte, üb« r da» man sich sehr intereffante Details erzählt. Herr kduarl, Hora ist, gleich Falk, Jude von Geburt. Gr erklärte sich jedoch vor mehreren Jahren in Pari» für confessionSlo«. vor Kurzem nun, so erzählt man, ging Herr Horn, al» die Lhancin seine« Gegmr» Falk sehr gut standen, in die — Pefter Synagoge. Darob Lnthufia»mu» aller iSraelitifcheu iLähler — »ud wirklich waren e» gestern Wähler i»- raelüis her Lonfesfion, welche dem Herrn Horn zum eklatanten Siege über seinen Gegner verhalfrn. (Magd. Zeit.) Ezvmv» (Galizien). Hier in dem Wohnsitze eine» heiltgea ilhatztdimrebben und vielbesuchten Wallfahrtsorte beginnt endlich ein Lichtstrahl die GeisteSnacht zu erhellen, und da» rastlos« Streb«, unsere» hochverehrten Rabbiner» Hchaja Schapira «ach Licht und Fortschritt schlägt endlich Wurzel. Gr verstand «» zuerst durch sein« trefflichen Vorlesungen und Belehrungen allmälig größer« Kreis« von Hörern zu sich heraa- Khet, dir von der Anhängerschaft de» »HeUige," sich lo»- n «ad den Krystallisationtpunkt einer besserdenkenden Partei atzugeben geeignet find. Diese kleine Partei macht nun einen Schritt vorwär», indem .sie vor wenigen Wochen besehlost» eine moderne Talmud Torah, verbunden mit regelmäßigen Vorträgen auch an« de» weltlichen Gegenständ«», zu gründet». Der OrganisatioetSentwurs bestimmt eine» 8jährigen Kursus, und zwar soll«, im erste» Jahre Elementar-Gegenständeder votk»scht»l«, die politisch« und drntsche Sprach«, so wie Rechnen, vorgenontme, werden, in Du, 2 und ß. Jahr», nebst obige» Gegenstänoen noch Einige» au« der Geographie und Geschichte. Der hedräisch-talmudisch« Unterricht beginnt mit de« Talmud ftatarisch lesen, hebräischer Grammatik „d der Lektüre der Propheten, in den zweite, und dritte, Jahr-, gängrn folgen dann D'pDlB- Für diese» Semester sind SS Hörer eingeschrieben, die gemäß ihre« mitgedrachtr, Wissen» in jene Abtheilungen «inaereihet wurden. Di« Seele de» ganzen Unternehmen« ist, Seiner Ghrwürden Rabbtiter Schapira, dessen Söhne und noch ander« tüchtige Männer den Unterricht rrtheilea. (L. JSr. — Radd. Schapira ist Verfasser vieler trefflichen Abhandlungen im Hamaggtd und de» reltgtonSphilosophischen Sckristchen», welche» wir imLit.-vlatt IS7S, Rr. S, besprochen haben Red.) Pari», 3. Juli. Der »Fr. Zkgwird von hier geschrieben: Man spricht überall von der großartigen Schenkung Eremieux' zu Gunsten der verunglückten von Toulouse. E»* spendete Graf von Ehomdord 15000, Kaiserin Cugente 6000, der kaiserl. Prinz 4000, Duc d'Aumale SS000. Alle dies« zusammen also 50000 Frc«. Der jüd. Advokat Adolf Ere« mieux dagegen spendete ganz allein ebensoviel, wie die Rer Prätendenten zusammcn und mehr al» dreimal so viel al» der.Enkelsohn Heinrich» IV.“ ' Frau Heine, die reiche Witlw« de» vanquter» Earl und Schwiegertochter von Salomo» Heine, (dem Oheim unsere» Dichter«) hat 35,000 Frc« gezeichnet. <- Wie »Jew Ehr." erfährt, wird da« jüdisch« Deputaten-Kollegium den» Sultan von Zanzibar während seiner Anwesenheit iu England eine Adresse überreichen, worin er um Schutz für di« in seinem Land« sich niederlassenden Juden angegangen werden soll. Ro« Wie italienische Zeitungen melde», ist Adolph vermin (Israelit) im März d. I. zum Professor und Bibliothekar der Akademie der Musik von Santa Eeeilta in Rom ernannt worden. Derselbe ist au« Schiversenz bei Posen ge« bürtig, befindet sich gegenwärtig i« Alter von ca. 27 Jahren, studirte auf dem Stern'schen Eonservarortn« in Berlin, sowie später in Wien Musik, ging alSdann, um sich weiter zu vervollkommnen, nach Florenz und Neapel, und später nach Rom. Gegenwärtig bereift derselbe auf Kosten der ttaltenischen Regierung die ausgehobenen Klöster der Provinz Rom, um alle dort noch vorhandenen werthoollen Musikwerke ausfindig zu machen und den reichen Sammlungen der Akademie von Santa Eecilia einzuoerleiben. Et ist der erste D-utfch«, der zum Mitglied« jener Akademie ernannt worden ist. Madrid. Die »Eorrefpondenciaverfichert, di« Staat»- religion werde fortgesetzt die katholische sein. Der Staat wird die LultuSauSlagen bestreiten. Wenn dir» a!« herrschende Idee angenommen wird, so werde kein Spanier «egen religiöser Meinungen oder Handlungen beunruhigt werdrn, wen» letztere der christlichen Moral entsprechen. Oeffentltche Act« sind aber der katholischen Religion allein gestattet. Evnstantiuc. Eingeborene Tlrailleur« haben schnöd« Ex» reffe gegen Juden begangen. In Folg« von Dortwechsel und Streitigkeiten zwischen zwei solchen Soldaten, di« vielleicht b«. trunken waren, und Israeliten, fiel am andern Tag«, et« Trupp Tirailleure über ganz unbethetligt« Juden, darunter auch Frauen, her und verwundete mehrere mit blanker Waffe. Ein« Vorstellung bet der Militärbehörde, der sich da» Eeutral-Lonsistorium aaschloß, hatte zur Folge, daß di« ganz« Trupp« bi» auf ein« Eompagnie in «in« andere Garnison verlegt wurde. Feuilleton. Da« E«lbstgeftS«datß.') Segen dt« Mitte de« sechzehnten Jahrhundert» lebt« i» *) »ach einer »rzShlun, «Mer wahre» »,i»nch«tt mr twiift «» »» t» ,0»«. Ist.' («Der «tchtUch« »M| tn'dt, «Pw»M.H