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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 29. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 29.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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nnb räch dotirt« Lrankeuhau« al« eigene Schöpfung. widmet« dnnselien durch 4S Jahr« uaautgeietzte Tbäligkest und «ehr al« F iakzig Taulead Guld-a an Beiträge«, da er bei jedem freudigem Anlaff« da« von ihm geleitete Jnstüut in munificeuter Weise bedachte. Ju culturrller Richtung war er durch oitu Jahre al« Jnspeclor der Realjchule tyälig und Hiuptbegrün der der Brooyer deutsch-israelitischen H inpt- und Mao» cheaschate, chret Bücher« und B,kieidu»g«jo»bs, welche heu Schult esuch der armen Linder sehr iörder». Ebenfalls im Jntereffe der Ausbildung jüdischer Handwerker und Techniker grünbte er die seinen Namen tragende St'prndienftistung, welche eineu Fond« von fl. 15000 besitzt Wir wollen keine Parade mit Ziffer,! machen und unterlaffen «», hier jene bedeutenden Summen auszusühren, di« der B>ri»ordene auch dem hierort igen allgemeinen Lrankenhause, dem Waisenhaus«, dem Bücheifond« de« Realgymnasium«, dem Hauowerkervereine, dem 5reuzervereine, der Albrechtfitflung für Offiziere widmete uud na« er nach den wiederholte» Brände». von denen Brody so schwer betroffen wurde, für diese Stadt leistete, deren Wiederbau er jede« Mal durch naduihaste Spenden und noch nahmhasiere Sammlungen «m weiten «reise seiner Freunde und Äeschäsl-commitenlen wesentlich iSlderte. Er hatte än edle« Heiz, eine offene Hand, eine gefüllt« Lasse uud aeitreichenden Einfluß, und so hat >r ieiu.n langen Le» pfad mir Wohlthateu bezeichnet, viele« Unglück genndert, vieler Roth abgeholfeu, viele Thränen genockurt. Wir wollen sein öffentliche« Leben o.nogen, da» di« jetzt nlch kein Jude in Galizien in gleichem Ma.,ß« aufweisen kann, uud di« um so merkwürdiger ist, al« der Mann, deni w»r hier drn Todlenkranz winden, zu einer Zeit »n da« öffentlich« .Wirken trat, wo e« dem Juden so schwer wurde, sich Geltung zu verschaffen, wo der judalterune Beamte idm gegenüber ungestraft den Hochmut!, eine« Autokraten annehmen durste und auf dem weilen Jnstauzenzuge jede «läge verloren ging. 52a« Jahr 1848 fand Hrn. v Lallir bereit« in einer seine Idrigea galizijchen Brüder weitaus überragenden socialen Stellung. In Brody bekleidete er die Posten eine« Jnspectoi» der Realschule, eine« Gemeinderathe«, eine« Serichl«- affeffoc«, eine« LultuSvorfteher», eine« Bo»steh»rs de» Handel«- grämiam« und eine« SpilaiSverwalter» — d>i« waren oam»l« die höchsten Würden, die der Bürger, dem Burger verleihen kounlk. Da« Jahr 18S1 sah Herrn v Lallir in einen weitere» Wirkungskreis treten. Die Ende 1850 constitlurte Handil«- und Gewerbekammer wählt« ihn zu ihrem Präsidenter, einem Posten, den er durch zwanzig Jahr« ununitrbrochen bekleikele und erst im Jahre 1870 nlevertegl«, und Mlnnler Bruck berief chn in drn in Wien unter ittneu» Vorsitze staitgehabien Zollcongreß. Die erste Wahl für den L uldtag (1861) dewieil in eminenter Weife die große Populartläl Lallt»'», denn obschon er der polnischen Sprach« unkundig und die» auch iw» gegnerischer Seite eiodnnglichft heroorgrhodeu war, wurde er doch mit überwiegender Majorität in den galizisch.a Landlag gewählt, west die groß« Masse der Wähler sür keine» Rudern stimmen wollte, al« eben für ihn, der seit lauge schon chr Deputiner war, wo e« galt, bei der Regierung etwa« zu erlangen, oder etwa« zu verhüten. Zunehuteude« Aller zwang Herrn v. Lallir, im Jahre 1867 sein Landtag» - maudU und 1870 die Präsidentschaft der Handelskammer nieder zulegen. Ja beiden Würden fand er in seinem eluzigen Sohn den Nachfolger, während er selbst, eia achtzigjähriger Grei«, odschon frischen Gelste« und noch kräftiger Gesundheit, in« stille Privatleben zurücklrat. 'Seinem EdelmMhe folgend, beging Herr von Lallir seine golder« Hochzeit, sein« Decorirung mü dem Ritterkreuze de» Franz Joseph-Orden« und der eisernen Lronr, die Erhebung üt den Adelstand und sein vierzigjährige« Jubiläum ul« Spital«v<-rfleher durch splendid« Acte der Wohsthätigkeit, indem er fämmtliche in Brody bestehende Vereine reichlichst de» scheust«. Wir glaube» hinter der Wahrhest zu bleibe», wen» wir di« LaDrVch« Schenkungen an unsere HumanitätSanstalteN aus 100000 Gulden «ranschlage». Da» LontvblaU de« so» ligeu Herr», der sür seine Person so sehr wenig bedurfte, muß in dieser Richtung sehr bAastet fein. Wer den alten Mann vor kurzer Zeit »och sah, rüstig und aufrecht, daß Haar ungebleicht und da« Auge ungetrübt der konnte ihm da» hohe Aster, noch weniger da» nah« End« anseheu. Lallir starb am 1. Juni 1875 den Tod eine« Leisen, beweint von seiner in Liebe an ihm hangenden Famllie und tiefinnig betrauert von der gesammten Bevölkerung, die tu ihm einen Patriarchen und einen edlen Menschen, de» letzte» Beteranen einer vergangenen Zest und eine« vergangene» Geschlecht«« verehrte. Friede seinem Seist«. Ruhe seiner Asch«! Fstnfiinhe», Ungarn, SS. Juni. (Or^Lorr.) Sine in Rr. 35 Ihre« geschätzten Blatte« erschienene Eorrrspond« nz au« Danzig veranlaßt mich. Ihnen eine derselben ähnlich« Mittheilung zu machen.*) Auch in unserem israelitische» Gotte«hause hat am zweiten Wochenfefttage eine durch Herrn Oderradbiner vr. Lohnt inieenine sehr erhebend« Eonfirma- «ionSseier stattgefunden. Die Zahl der Eonfirmanbeu war 10 Mädchen und S Lnaben. Die Feier im Beisein eines sehr zahlreiche« intelligentrn Publikum« begann in der dritten NachmittagSstuade uud währte etwa« länger al« eine Stunde. Dieselbe ward durch eine herzliche Ansprache von Seite de« Herrn vr. Lohnt eröffnet, worauf die Linder, die alle bereit« da« IS. Lebensjahr erreicht hatten, au« der Religion«- lehre und biblischen Geschichte geprüft wurden. Ihre Antworten waren korrekt und mit schönem Auidrucke oorgrtragen. Mit sichtlicher Ergriffenheit trat hieraus ein Laad« au» der Reihe seiner Mitschüler hervor, um in ihrem Namen den anwesenden Eltern für ihre Güte und Lieb« zu danke» und sie ihre« ferner« guten Bestreben« zu versichern. Roch viel' rührender waren die von einen, Mädchen an de« allverehrte« ReligionSlehrrr vr. Lohnt gerichteten Worte. Dir Ansprache war kurz, aber sie floß au« der Seele de»'Linde«, und der Eindruck auf die Anwesenden war ein mächtiger Wie schön war e« doch zu sehen, wie die Linder sich sodann ihren Elter» näherte», um durch einen Handkuß und Kreudenthräne» dir in der Brust wogenden Daukgesühle zu versinnlichen! Eine feierliche Stille herrschte bei dieser die Gemüther ergreifenden Scene. Run begaben sich vir Linder wieder in die frühere Ordnung, und Herr Oberrabbiner D.-. Lohnt sprach da« Schlußwort theil« an sie, theil« an die Versammlung ge» richtet. Die Liebe zu Gott, wahre innig« Dankbarkeit ge.en dl« Eltern, Lied« und Treue gegen die Rebeumenschen, kurz alle die Segnungen de« Glauben«, die da« Leben de« Menschen süß und glücklich machen, wurden in herrlichen Farben den» geistigen Auge oorgrfühn, und nachdem der mächtige Elndruck sich auf alle« Gesichtern malte, rief Redner dix Linder zum Äelödniß aus, stet« treu am Glauben zu halten, uud nie und niulmer ihrer dietbezüglichen Pfllchlen zu vrrgeffen. Und di« Linder antworteten willig: Amen. Man müßte in der Thal jeder Gefühlsregung baar sei», um dre hohe Bedeutung und die segenLreicheu Folgen eine« solchen Akte« zu verkennen. Leider aber ist die« in unserem schönen Ungarlande nur zu sehr noch der Fall.**) Mau betrachtet nicht die Jutenfioität, di« Eonsequenze« derselben, sondern man kennt nur, man sieht nur den Ramen: „Die unjüdisch« Eoustrmation* Und doch besagt dies *) Zur Ausnahme de« hier ,a»»H«nu» Bericht« «u« »,,zi, destnuuue un« die m Deutschtan» «*|i* „stehend« Besonderheit Mt kot« äge» Bertzätmlsse. Bit gemühre» »uch de» odenstetzende» noch »auw — xtjL („>•<«•« Nmnertuno — kinueu jedoch Ina Prlteeden« für So richte «der «onfirmationen schass«. M aii sonst motzt für den hui« e«Mwr unser (Matt damit fülle» Unnten. (Na.) **) Dies« sonfirmurion ist aller Bahrschemlichkeit nach di« «st« fl Med.) in llnßarn. Dafür sprich» »er Umstand, »ich Am in seinem Wer»' „L-denSalt«« in »er jüdische» Literatur-, da« auch dte'sonfirmattm, de» tzandett, «atzt der »«««in»«, p» Dessau, Hmndur,, Krankfur» » A. «. s. ader «eraer Gemeind« M Unßarn ermütznt, »o dieser «lio«, Mt »inßefützrt morde» »tre. > K.

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