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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 29. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 29.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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so augemsssen, baß die Semeindevertreter bie^tcfl^ hätten anweisen müssen; die Angehörigen mochten ~ rt nur nicht darauf aukommen iaffe». Ferner ist zu erwähnen, daß die Erhaltung G-* Friedhof.» nicht .twä eine so kostspielige sein kann, daßHädurch eine so NnerMch' Ferderm^gerechtfertigt werden »nulfk, denn derÄde «K MrdchMl» S Kuomrtei von der «treffende» StaZr nvnjff »Up* Felde, ohne irgend eine Uinfriediguich EMlich^oente man nicht etwa, daß die Gemeind« zu St, wie so viele Ortschaften der Grur dsatz durch derartige Vorkommnisse den ganzen Bedarf de» Jahre» zu decken, beide Alternativen jedoch find keine empfehl ru-werthe Gemeindeverwaltung-Maßregeln. Ln» Bnd«, 9. Juni. Der „Badischen Lande-zeitung" schrei dl man von Karlsruhe: „Der großherz. Verwaltung-- geriät-hof hat auch neuerding« an der Entscheidung festgehalleii, daß ein J»rarllte durch die einfache Erklärung» er trete auder i-raeluischen La ndeSgemeinde, sich von de» ^ultiLtddeiträg«» - desreie« tonne. Beidirser Entscheidung,' wie Ixi den früheren, dteidt fraglich, warum man die Erklä» rung de» Au-'ritlS au» der jüdilchen Lande-gemeinde für genügeitd erachtet. Unter 100 solchen Erklärungen werden offenlüitdig 99 ledigltch de» G.ldpunktewegen abgegeben; an den. ^veweggrund braucht sich der GerichlSHÄ nicht zu kehre», allrir er eatscheldet Fragen deöffentlichen Recht», und dabei find dt« Beweggründe denn doch ulaßgebender, al» in einem Privurechl. ES olribt daher nach wie vor die einfache Frage: mit welchem Recht soll eia Badenser, der Jude bleibt und bleib« n w»ll, etwa» Anderesein können al» ei« badischer Jude. Mil allen selnrn Verhältnissen deöffentlichen und bürg blichen Recht» ist er d.m badischen Gesetze unterthan, auch bezüglich aller Sleueroerhaltniff«. Rur bezüglich der nun einmal bestehende» kirchlich (jüdischen) Besteuerung soll er dc» Recht haben zu sagen: „Jude bin ich wohl, aber uichl badisher Jude." Mit der Gewissensfreiheit kann mau den Rechissatz de- Berwaltungsgericht-Hofe» nicht begründen. Die Gewffeaosrelhtll führt dazu, daß Niemand gezwungen werden!ana, ein reilgtöse» B.kennlniß irgend wie pofitio zn de- Ihätizen; um aber dl« pekuniären Folgen der kirchliche» Zugehöiigkeit von sich abzuwendeu, muß er die Thatsache dieser Zugehörigkeü deseitlgen, und da» kann er nicht durch eine im Rainen d-r Gewiffenssreche« (so hoch wir dies« halte») von chm oder für ihn «ifundene Phrase, sondern nur durch schlü fige Handlungen, d. h. edensallS durch Thalsachen. Mit der Auswanderung au» dem Glauben, oder besser der Kirche, ist e-r gerade, wie mit der wirklichen Auswanderung — fie muß zum Factum werden, sonst ist fie nicht». Unsere- Erachte»» müßte man ulindesteuS die Erkläritng verlangen, daß der n-her Lultsteuerpflichlige dem Judenthum überhaupt entsagt. Denn wer al- Jude ln Baden lebt, kann steuerlich nur der dabisch-i-raelitijchen Lande-gemeinde angehören und die Unzufriedenheit mit dem Steuerdeirag oder mit der herrschenden kirchlichen Richtung vermag ch» nicht zu befreien, wenn er namentlich bann nicht gleichzeitig in eine besonder« jüdische Genossenschaft d«S Lande» tritt. So bald man diese "Anschauung verläßt, verwandelt man thatsächlich die gesetzlich »och bestehende Eultfteuerpflichr in freiwillige Beiträge zum Eultu», d. h. die richterliche Entscheidung Kehl nicht mehr innerhalb der bestehenden Vorschrift" Anm. der Red. Vorstehender Artikel der „Bad.LandeS-Zestung" ist in seiner Darlegung für Richlbadrner nicht sehr lichtvoll» und bedarf wohl einer Erklärung. Die Religion kennt keinen Unterschied zwischen einem Juden überhaupt und einem badischen Jude» intdesondere, oder zwischen einem badischen, preußischen oder chiuefischen Jude«. Dea> nach wäre die Frage, ob Jemand aufhüre Jude zu sein, «eni» er aushört badischer Jude zu sein, ein« thirichte. I« staatlicher Beziehung versteht e« sich wieder von selbst, daß Jemand aushört, badischer Jude zn sein, wenn er au-won- ' de«, jdptz e» aber darum Jude bleitN. Gl» besteht jedoch tu 'Baden ein ' Tesammtoerband der Inden, wetcher durch den „Overrath" vertreten wird, und hu» ^tdeu^adisch« Jude eo ipso angehört urH KeuerpstichtigWist^Sll^estimmt e» da» H lkt n tzd>baM<G ^Hecht.^Uu» diesem M-rbande kan» —, »»ZcheinlAlaöAu seM — n» auögeöjsetrUwetseu, entweder' MrU AuMinvchuGg ir'au» -d/A Lstitdch'Mr durch Auttritt au« bem Juvenchuin? Sollte e» anders ^ein, so müßt« der Staat den Lande-verband ausheben, die Stsuerpflicht der iJuden'hefeitlgest, ober erwüßie-erttäre», e« stchtrjev-mguden frei, sich de« Landr^oetbaM^ äazaschltessin oder nicht. Kein» von diesen ist di» jetzt geschehen, kann auch gerechter» weise nur dann geschehen, wenn auch der Verband der Landeskirchen aufgehoben wird, oder wen« der Staat all« Rellgion-geielljchasten und da» Berhältntß der Einzelnen zu diesen au» seinem GesetzgebungSdereich ganz herau-läßt. — Dt« badische Landjudenschafl künut« nun allenfalls davon Laskerfür Preußen gesuchte Mittelglied zwischen Juden» "" lhuul und Synagogengemeinde darstelle«, d h. aldem Mittelglied« zwilchen Kirche und Parochie, der „Eonfesfion", entsprechend berrachter -werden. Mrktich einanver-entsprechend wären sie dennoch nicht Wer sieht nicht ein, daß der Unterschied zwischen den christlichen Eätifesstbne», mag er noch io groß ooer noch so geringfügig sei«, immer ein religiöser ist, wahrend der Gegensatz zur badischen Laadjudenschast durch dr« wurltembergrjche, baiersch« u. st w. getel»»« wce»,—Da» hade» diese Kategorien nun mit der Religion zu schaffen k! Breslau, 1. Juli. (Or.-Eorr.) „Der von irgend Jemand auch nur zwei Worte lernt, ist verpflichte», chm Ehr« zu erwelsen" — lautet ein herrlicher Spruch unserer Weisen, der nur zu nachfolgender Eorrespoüdenz di« Feder in die Hand drückt. E» gilt eine Ehrenbezeugung für einen hochverdieu» teu Lehrer. Dr. Gleim, seit 1850 Leiter der hiesigen höheren Töchterschule (auf der Taschenstraß«) feien End« September fe« Süjahrige» R.ctorjuviläum. Der größte Thest seiner ehemalige» Schülerinnen ist natürlich ch all« Lande zerstreut. Da hoffen wir lnnn, daß Ihr «eitverbreürle- Blatt, «eicheja ganz besonder» in den gebildeten jüdischen Familien mit großem Inter.sse gelesen wird, manche Frau und »anche Mütter mahnen soll, daß fie ihre« ehemaligen, geliebten Lehrer und Meister cm Zeichen ihrer unwandelbare» Verehrung'«»» Dankdalkelt zu seuiem Ehreusefte geben mögen. Die gerade unsere Glauden-genosfinnen Ursache habe», zur Verschönerung serne» Feste» deizulragen, dasei dnrch ein Beispiel, welche» uh au» uuzähltge» anderen herau-greife, hier bargrlegt. -t. Vor einigen Jayren kam eu» 18jährige-, arme-, jüdische» Mädchen au» Ostpreußen nach Breolau. Sie hatte den brennenden Wunsch, etwa- Tüchtigezu lernen. .Dauaber ihre hiesigen Verwandle» ganz ebenso mitteil«» waren»! «te sie selber, und nicht einmal für ihre materiell« Existenz sorgen konnten, geschweige denn für Schulgeld und Betleiduug, jo riethen fie chr, sich an den hier allgemein bekannte» und beliebten Rektor G. zu wenden. Sein herzgewinneudes Wesen erweckte chr Zutrauen, und sie sagte ihm gerade heran», daß sie weder Keunluiß noch Geld besitze, dog sie aber nouseiner Menschensreundlichkeit erwarte, er «erd« chr^ beistehen ' uud fie zu «lner tüchtigen Lehrerin heraabildea. vr. 'GtR» forderte da« Mädchen auf, in wenigen Tagen wieder z» ihm zu kommen; bei diese« zwesten Besuche wurde chr die Bon- - fteherin de» ....-Vereint vorgestellt. Di« Dame erklärte de» , Mädchen, daß der Verein, auf die gütige verwendnug.de» Herrn Rectorhier, die Pension-kosten während ihre» hiest- ,fj ge» Aufenthalte« bezahlen wolle. Für «in« Freistelle i» der?. Schul« selbst hatte der Herr durch «ine persönlich« Befürwor- ' ' luug beim Magistrat selbst bereit» gesorgt. So trat de»» * da« lernbegierige Mädchen in di« Anstalt ein, nur uoch von ' - der einen Sorg« gequält, woher sie chre Garderobe uud die J nochweudige, Bücher beschaffen soll«. Ader auch dafür'wNstt» > der treu« Lehrer Rach, «ine» Tage» rief er fie aber»«' J

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