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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 28. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 28.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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122 an Sabbath »ach ieintm Weben in mehreren Synagogen du Prediger »de» großen Verluste», den die Gemeinde «litte»!", in ehrendsten Ausdrücken gedacht haben. Auch da» Leichenbegäugniß war ein imposante» und ergreifende», und al» ei« taubstummer Jlnabe für den verewigten Freund der U« glücklichen Kaddisch sagte, blieb vollend» kein Auge trocken. Er war bei allen Menschen sehr beliebt, well er die Menschnl liebte. Sein Wirken war überall ein rein persönliche», durch Wort, That, Anregung, denn seine BermögenSoerhältnife waren sehr bescheiden, und er nahm auch sonst nicht etna durch Familienbeziehungen u. bgl. eine einflußreiche Stellung ein. L»nd»n. Die augenblicklich herrschende Hitze muß Manches erklären, sonst könnte Einem bange werden, entweder für den Frieden oder für den Beistand sonst al» so besonnen, praktisch, n ü ch t e r n geltender englischer Journale. Die schrecklichen Krieg»besorgniffe, mit denen sie täglich die Well erfüllt habrn, find noch unvergessen, und jetzt erblickt ein Blatt »Rortheie Echo" schon wieder einen schwarzen Punkt in — — der Reise Sir. Mose» Moutefiore»! Da» hätte kein Leser «- ralhen, und nun mögen fie ergründen, welche KriegS-Möglichkeiten sich an die Fußsohlen de» greisen FrirdenSdoten knüpfen. Man höre! DiSraeli hegt von AlterSher große Vorlieb« für die Ration, der er entstammt und träumt von ihrer Restauration. Der Höchstcommandirende der englischen Mit» telmeerflotte in Malta hat die Weisung erhalten, dem Sir Mose» erforderlichen Fall» Beistand zu verleihen. Da» kann so «uSsehen, al« hätte er eine ofsicielle Mission und solle unter dem Schutze der englischen Regierung seinen Glaubensgenossen Hülfe bringen. Also nöthigenfall» auch mit Gewalt, mit englischer Schiffsartillerie. Wenn nun die Juden in Palästina ihm über Bedrückung klagen, und wenn etwa gar eine Katastrophe durch den im Orient überall und immer glühenden Fanatismus losbricht, wenn dann ein Schiff kommt und wenn gar eine Ramme losgeht, so können wir über Rächt den orientalischen Krieg und Weltbroud haben.-Wenn! — . wenn der Topf aber ein Loch kriegt," sagt ein Kinderlieb; mehr ist über die Faseleien nicht zu sagen. E« versteht sich von selbst, daß die dem Admiral gegebene Weisung lediglich eine Höflichkeit und Ehrenbezeugung ist und sein soll. Berauschte und neueste Nachrichten. Berlin. Wie mehrere Zeitungen berichten, ist ein Israelit. Hr. Jakob Böhm, früher KreiS-Sericht»-Bureaubeamt« in Le ibschütz, zum expedirenden Geheimsecretär im Kultu>°ministerium ernannt worden. — An dem neuen städtischen Humboldt-Gymnasium ist Hr. Dr. Herrlich (Israelit) al» ordentlicher Lehrer angestellt. Dortmund, 28 Juni. Zur BrutalitätS-Statistck verzeichnet heute die »Wests. Ztg." einen Fall, deffen Schauplatz vor» gesterr da» Lokal der exklusivsten Dortmunder Gesellschaft, da» Kasino, war: Ein hiesiger junger Gymnasiallehrer B. äußerte in Gegenwart eine» allgemein geachteten jüdischen Arzte», welcher ordenliche» Mitglied der Gesellschaft ist: »Juden gehören nicht in die Gesellschaft!" Al» der Arzt diese Aeußirung zurückwie», schlug der Gymnasiallehrer denselben in» llleficht! ZohrllU Oberschlefien, im Juni. (Or.-Corr.) Die Sammlungen für die so dringend nöthig gewordenen Erweiterungsbauten de» hiesigen Mischen Friedhöfe» nehmen einen erfreulichen Fortgang. Im Laufe weniger Wochen hat sich die immei hin beachten»werthe Summe von etwa 600 Thalern zusamm mgefunden. Gleichwohl kann da» Eomite zur Zeit noch nicht mit dem Baue beginnen, und steht zu erwarten, daß noch namhafte Nachträge eingehen werden. In sehr liberaler Weise hat u A. Herr Partikulier Loni» May zu Frankenstein zu gedachtem Zwecke dem Eomste 300 Mark übermittelt. Auch über die ersprießliche Wirksamkett..unsere» Rabbiner», de» Herrn Dr. Immanuel Deutsch, kann ich nur Erfreuliche» mdben. In der Sephira-Zett trug er täglich zwischen Mincha Mari« einem erlesenen Kreise DTK TI vor. Am 22Jjax, d«n JahreSzeittag seiner vor zwei Jahren frühverklärten Mutter» hielt er dem sel. Direktor Dr. Frankel zu Ehren einen feierlichen Trauergottesdienst in der Synagoge ab. . 2. Lulmsee, 1. Juli (Or-Corr.) In der Nacht von Sonn» nbenb zu Sonntag brach in einer hiesigen Bäckerei Feuer au», welche» große Dimensionen anzunehmen drohte. Leider ist dabei auch ein Menschenleben iu beklagen, ein junger Mann von 21 Jahren wurde ein Raub de» entfeffelten Element». Rur der außerordentlichen Tapferkeit, Unerschrockenheit und AufopferungSfähigkett der hiesigen freiwilligen Feuer-Wehr, die zum größten Thell aü» israelitischen Mitbürgern besteht, ist e» zu verdanken, daß weitere» Unglück verhütet wurde. . An» Elsaß-Lochringe», »0. Juni. Sett vergangenem Sonnabend ist da» Gebet für Kaiser und Reich auch im Gottesdienste der israelitischen Gemeinden de» Reichslande» znr Einführung gelangt. Die erste Verlesung de» Gebete» in der $ie* figen Synagoge am genannten Tage geschah in feierlicher Weise. An» Knrhcsien. In unserem Reg.-vezirk vollzieht sich jetzt ein sehr erfreuliche» Zeichen der Zeit. E» wird nämlich auf Veranlassung der Königl. Regierung eine Regulirung der israelitischen Lehrergehälter vorgenommen. Wie verlautet, sollen die israelitischen Lehrer ihren christlichen Eollegen fast ganz gleichgestellt werden, und wird die Regierung au» eignen Mitteln zu jeder Stelle einen Theil de» AufbefferungSgebal» te» zahlen. E» sind dazu 9000 Mark alljährlich bewilligt. Montag, den ö. Juli, findet zu Eaffel di« Versammlung der i-rael. Lehrer Hessen» statt. (J»r. Bote) München. Als Luriosum erwähnen wir, daß in der »Süddeutschen Landpost" die Städte Frankfurt, Leipzig Nürnberg der Baterlandtlofigkett bezichtigt werden, weil sie Juden al» RcichStagabgeordnete gewählt haben. Zur Erläuterung bemerken wir, daß die »Süddeutsche Landpost" ein für die protestantische Landbevölkerung berechnete», von der orthodoxen protestantischen Partei Bayern» unterstützte» Blatt ist. (Vgl. den Leitart. in vor. Nr. Red.) Mannheim, 28. Mai. Die »Reue Bad. Ld«ztg." veröffentlicht folgende Zuschrift eine» ihrer Abonnenten: Unter den zur Einübung de» neuen Infanterie-Gewehr»«» eingezogenen Reserve-Mannschaften befindet sich ein größer« Theil junger Leute, welche durch ihre sociale Stellung, durch ihren Beruf und ihre Bildung mit zu den geachtetsten Kreisen der hiesigen Bürgerschaft zählen, Männer, welche fast alle den letzten Krieg mitgekämpst und Leib und Leben für da» Lat«- land eingesetzt haben. Ist e» nun nicht eine unwürdige Behandlung zu nennen, wenn diese Männer, von Neuem in d« schweren Ausübung ihrer Dienstpflicht begriffen, Ausdrücke üb« sich ergehen lassen müssen, wie: »SMbande," »Bürgerbande," »Bengel," »Lümmel," »Saukerl" n. dgl. oder Folgende» anhören müssen: «Wie trägt denn der Jude wied« sein Gewehr!" rc. re. Berräth Jemand, d« sich diese Ausdrücke gestattet, Bildung oder Anstand? Ich glaub« nicht,, halte mich aber zur Steuer d« Wahrheit für verpflichtet. Ihnen den Namen de» betreffenden Offizier» zu nennen: e» ist die» der Premierlieutenant Freiherr von Windisch Hierselbst, meUb« zu der in Rede stehenden Reserve-Abtheilung commandirt war. Heidelberg. An ber hiesigen Universität wirken auch jüdische Lehrkräfte, und zwar an der philosophischen Facultät, bet nächst der juristischen bedeutendsten und frequentirtesten, al» derzeitig« Decan d«selben und ordentlicher Professor b« orientalischen Sprachen, der al» Historik« de» J»lam» wohlbekannte Dr. Well, ehemal» Bibliothekar an d« Universttäbtbibltothek; fern« die außnordentlichen Professoren Eantor (Mathematik), und Lefmcmn (Santkrit rc). Privatdocent« find die DDr. Les« (StaatSwiffenschaften) mrd A»kenasy (Botanik.) Sußeroem doctren noch drei getaufte Juden. — An d« medicinischen Facultät, d« drittgrößt«, »Wen al» \

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