Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 28.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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> "^(pwsu-rv tion vom 34. Oktober 1837 find übrigen» bisher Nicht hervorgetreten zumal durch die Instruktion nicht ausgeschlossen ist, abgeseten von den Speiseingredienzen selbst, auch bei ihrer Zubereitung, eine weitere billige Rücksicht eintreten zu laff'n. Der Justiz-Minister. Leonhardt." Wir vir hörm, wollen die Petenten e» bei diesem Bescheid« nicht bewenden lassen, sondern da» Staat-Ministerium bez. da» Abgeordnetenhaus ersuchen, eine gesetzliche Regelung der Angelegenheit herdeizuführen. (Pos. Ztg.) (Ls ist wirklich ein großer Uebelstand, daß die Juden, die zu blosier Haft oft auf nur kurze Zeit verurtheilt sind, und Unter uchungSgefangene, die ja oft freigefprochen werden, in fraglich«!! Beziehung übler daran sind al» mit Zuchthaus bestraste Verbrecher!) «u« Weüfale» und zwar — wenn wir nicht irren — au» dem recht kaiholischen Theile der Provinz werden zwei bemerken-werth« Fülle von Uebertragung de» Unterricht» in öffactlichen Schuten an jüdische Leser berichtet. Sollt« die» gerade ein«: Folge de» Gegensätze» sein, in den sich jetzt di« StaatSbehi rd« gegen den katholischen Eleru» und die biShrr von diesem geleitete Schule versetzt sicht? Der <!int Fall wird au» Laa-phe berichtet: „Ung:fähr eine Stund« von hier unterhalten drei benachbart« Dörfer eine gemeinschaftlich« Schule. Der Schulvorstand der oereiuiglen Schule hat nun einstivimig die Leitung de» Unter, icht» mit Ausnahme de» Religionsunterrichte» unser»« offen lichen Lehrer, Her» Rosenbaum, übertragen, und ist diese Aiahl unter dem 3. d. Ml», von der Königlichen Regierung genehmigt worden. Dennoch hat Herr Rosendaum jede» Rack mittag, mir Ausnahme de« Sonntag» und Eadbath», den Uulericht der vereinigten Gemeindeschule zu teilen." Da» ist si herlich der erste Fall in Preußen, daß man einem jüdischen Lehrer di« Leitung einer christlichen Schule überträgt. Weit«! wird dem „JSr. Botegeschrieben: In Folge de« Mangel» geeigneter Lehrkräfte an der Schule zu Rheine (Reg.-Bez. Münster) find der itraelitischrn Schr ie daselbst (Lehrer £. Baum) 33 evangelische Kinder überwteseu worden. Wir viffen von einem anderen israelitischen Lehrer in Westfalen, daß die Bürgerschaft bereit wäre, ihn an die dort zu gründende Mittelschule zu berufen, fall» er au» seinem Amte al« i»raeli,ischer Gemeindelehrer zu scheiden sich entschließen könnte. — Au» -urigen Kreise», namentlich de» Münsterlandes, kann mitgethrilt werden, daß, seitdem die Geistlichen die Schulinspeciiou a«r von der Regierung ernannte Schulinspectoreu von Fach adlrcten mußten, da« collegialijch« Berhältniß zwischen jud. und chnstl. Lehrern eia ganz andere», rin wirklich cordiale» geu>orden ist." An» Obrrschlesir», l. Juli. (Or-Torr.) Diese» Mal find e« l,!lder zwei betrübende Vorfälle, die ich Ihnen au» zwei Stäl-ren Oberfchlestrn» zu melden Hab«, von denen man vorauSieß n sollte, daß noch jüdische» Leben und jüdische« Bewußtsern dort rege pulfirt. vor mehreren Monaten ließ ei« jüdricher Arzt in R y d n i k sein neugeborene», muntere» Knäbleia nicht beschneiden, ei» Fall, welcher bald darauf durch einen College» de« Rybnrker Arzte« in Kattowitz Nachahmung fand. Si wenig ncu derartig« Borfälle in der Jetztzeit leider auch sein mögen, so überraschen sie »icht in Gemeinden, wie etwa Rei'se und Leobschütz, wohl aber gerade in diese« Winkel von Öderschlesien. Wir könne» die begründet« Befürchtung nick» unterdrücken, daß e» namentlich in Kattowitz in gennffen, nicht zu unterschätzende» Kreise« bald zum gute« Tone gehören wird, sich auf diese» verhLngnißvolle Prä«den» zu berufe-l Wie wir von glaubwürdiger Seite erfahre», conftalirt« kurz nach diesem Vorfall« «in in Kattowitz erscheinend«» Blau in tendenziöser Weis« de« oft gefährliche» AuSgang der Operation der Beschneidung. Wir wunder» un» mit Rech>, daß auch nicht eine kundige Feder de, versuch gewogt hat, im Rame, irgend eine» «fahreue» Maßet diese 320 — ' ■ v Angabe richtig z« stellen. Hier sind «» jüdisch« Aerzte, die den öffentlichen Anstoß gegeben, sollten sich nicht unter ihnen Tollegen finden, die, zugleich Mohelim, sie am besten widerlegen könnten! Heilbr«»», den 13. Juni. (Or.-Torr.) Bon dem Grundsätze ausgehend, ^msröV"'® sehe ich mich veranlaßt. Eie um Ausnahme nachstehender Erklärung in Ihr geschätzte» Blatt höfl. zu ersuchen. In Rr. 32 dieser Zeitung dringt nämlich Hr. Rabbiner vr. Engelbert „«ine Entgegnung" auf einen in Rr. 19 de» *3»« raelit" erschienenen, von hier datirten Artikel, in welchem er mich ohnc alle Beranlaffung zu verdächtigen sucht. Alt Rabbiner und Prediger hätte er sich nur an die Sach« halten oder über den fraglichen Verfasser Gewißheit verschaffen sollen, ehe er mit seinen der Wahrheit «nlgegenftehenden Berdächtigungrn in die Oeffentlichkeit getreten ist. Wollte ich al« auftreten, so fehlte e» mir nicht an Stoff, um mit gleicher Münz« bezahlen zu können; allein ich will — eben weil ich früher Lehrer gewesen — den Grundsatz IlBn «bl Oipn H1? berücksichtigend, nicht in denselben Fehler, wie Rabd. Engelbert, verfallen und nur bei der Sach« bleiben. In dieser Beziehung habe ich „thatsächllch" zu erwähnen, daß die Behauptung, der Ausschuß de» Spnagogen-Tbor» habe di« Aufstellung eine« Harmonium« beschaffen, durchaus unrichtig ist, da demselben hierzu auch die B.fugniß gefehlt; dies» Beschluß ist vielmehr, wie aktenmäßig nachgewiejen werden kann, von dem i»r. Kirchenoorfteheranite autgegangrn, wobei Rabbiner Engelbert, wie ich, al« Mitglied diese« Toll-gium« mirgewirkt hat, und kann ich dethald nicht begieisen, warum derselbe — nachdem er für di« Einsüvrung der Orgel gesprochen und gestimmt — bei dieser consequentea, seinen Ansichten entsprechende», Einrichtung sein« Mitwirkung vor der Oeffentlichkeit in Abrede ziehen und Unschuldige de»weg,n schmähen will. Ich bin zwar ein Freuno oou Musik und Gesang und habe bither zur Herstellung eine» würdevoll»« jüdischen Gotte»di«nste» gerne nach Kräfl-n niitg,wirkt, aber dennoch gegen di« Einführung der Orgel gestiinnit, «eil ich neben den religiösen Bedenken die Störung de« Frieden» de trachtet und auch den Umstand in Erwägung gezogen, daß niil dieser Neuerung da» gedachte Ziel nutzt erreicht werden wird, indem wir hier die zu einem erhebenden, da» religiöse Leben sördernden Gottesdienst, nörhigern Faktoren leider entbehren müssen. Liedmann Strauß. (Wir vermögen ziyar in der Entgegnung de» Hr». vr. E. nirgend» eine Verdächtigung de« Hrn. Sir. oder eine Andeutung, daß er Berf de» Artikel» rm „FSr.ielil" sei, zu entdecken, indessen ist e« möglich, daß die» an On und Stelle ander» aufgefaßt wird oder auesievl, und geden daher, der Unparteilichkeit halber, der Erwiderung Raum. Wir erlauben un» jedoch Hrn. Slr. daraus aufmertiam zu matzen, da ß die Wendung: »ich könnt« manche«'aufoecken, e» fehlte mir nicht an Stoff u. dgl." gerade auch 91,1 pW ist Vergleiche Maimon., Hilch. Drolh VIII, 4. — Au» einer zweiten uu» eingesandten „Berichtigung" geden wir nur da» Rachiolgende: Red.) He°lhr<»», 13. Juni. Die angeblich „thatsächlichen Aufklärungen" in der sogenanaten „Entgegnung" de» Herrn Rabbiner 0r. Engelbert in Rr. 23 der „Israelitischen Wochenschrift" gebe» mir zu folgender verichligung nur deshalb Beranlaffung, well mein Name dabei in einer Weife geuauut ist, di« zu RlßoerstLadniffen in den Kreis,, führen muß, welch« die hiesigen Grmeindrverbältniffr nicht kenne». Rnr ich und später auch der um di« Gemeinde vielverdient« Herr L. Strauß prmesttrten i« Januar 1874 - - un-!!«achtet der etngelaufene» Orgel-Petition mit 100 einzeln erammeltrn Unterschrffien — au» religiösen, finanziellen und praktische» Gründe« gegen die vom Raddtuen «rianbte und befürwortet« Einführung diese» Kircheuinstrnment». — I» der deshalb von der K. Oderktrchendehörd« augeordnete» Gemeindeversammlung stimmten nur noch SO von »4