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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 28. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 28.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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legt haöe».' denn «nf Schwärmer, (natürlich olft»* nfit^iattß^ auch ein sonderbarer, ist un» tausendmal lieber alein sür jede Idee und alle« Ideale Abgestorbenes Die leiden Männer, die wlk'im 4fi& haben, sind gewiß liebend uaEachtUng-werch, 8e hDgU dkm' JudenthuNk' mü Leib und an, ihtt! BesMbn» fmd ihre Absichten gut und schätzbar. Ihr Fehler ist die bezeichnet- Subjektivität; diff ft»'-er*Weif» in<Ju»eftch>kur Üeftl» Berechtigun^hai! So" hat^der^ Eine^ al» ll/abviner^ den Enktu« nach seinein persönlichen Schönfindrn eingerichtet, und al» er einmal ersucht wurde, im Mußaf eia willkürlich eingelegte» Chor- und Singstück wegzulassen, weil e» ermüdend sei, lautete die Antwort: „aber e» ist doch gar zu schön", d. h. ich habe mein Vergnügen daran. Da» ist nun freilich, wenn auch bezeichnend, doch eine Kleinigkeit, aber er trifft auch un» trr den G-setzen de» Judenthum» eine Aurwahl nach seinem persönliche, Gutdünken. Er erkennt Gotle»g«setz, Offenbarung an, kämpft dafür in beredter Weise. Er sagt auch nicht etwa: laßt un» da» biblische Gesetz festhalteu, da» überlieserte und rabbinische verwerfen — denn er weiß sehr gut, daß die» iaraitisch« Prinzip ganz unhaltbar und undurchführbar ist. Er geht von dem Gedanken au»: viele mosaisch« Gesetz« find int Lause der Zeit außer Gebrauch gekommen, darum können und feiten auch wir viele andere außer Kraft setzen. Daß die Schlußfolgerung an sich grundfalsch ist, daß die ersterwähnten (Opfer-, Reinigung»- rc. rc.) Gesetze nicht durch die Jude« abgeschafft, außer Hebung gebracht, sondern durch höhere Gewalt, durch GotteSFügung, aufgehoben oder suSpendirt find, daß un» da» also kein Recht, nicht einmal Anleynung zu rigenein Abschaffen girbt, da» wollen wir in diesem Zusammenhrnge nur beiläufig erwähne«. Wa» soll nun abgetha«, »>o4 beibehalten werden? Darauf erhalten wir von ihm direkt und indirekt verschiedenartige, einander widersprechend« Atlworten. Da» Vernunft- und naturgemäß ist, soll gelten. Der Sabbath, da» sagt er selbst, ist nun weder naturgemäk, die Ratur kennt keine Ruh«, noch würde menschliche Natur und Vernunft je darauf gekommen sein, am fiebenten lkage zu ruhen. Dennoch „erachtet er «»" sür jeden Israeliten in allen Theilen der Erd« für eine heilig« Berpflichluug, den Sabbath zu hrUigen. Er schwärmt sür Sabbath mhe und Feier, in der Synagoge, im gemüthlichen Familienkreise, für Freitagabendlirder — alle» recht schön, und so gefällt e» ihm! Und welche Arbeit'ist verdot «, welch« , rlaubt? Rnn je »ach Gefühl. Ebenso findet d«r Bersöhrmng»tag mit vollständige« Verzicht auf Speis« und Trank Gnade in seine» Augen, er preist ihn al» erhaben, seine geistige Ratür fühlt sich «ft diesem Gebote innig verwandt. Ebenso Festtage anderer Art. Dagegen ist Alle» zu entferne«, wa» unsrer Gefühl-weise nicht »ehr entspricht, wobei wir nicht» mehr fühlen, wa» unkalt läßt. Di« Speisegesetze verwirft er nicht ganz. Man nehme kn, Inden di« Maffe derselben ab, dann werde» st« fich de» Genuff«» von Schweinefleisch, Krtrchthier und Mollu»te enthalten. Sonderbarer Schwärmer! Da» werde» sie bleibe» affen. Gerade zu einer unkoschere« Mahlzeit gehöre, Auster« und Wldschweintkops. Dir könnten der veifpiel« noch «ehr am» seine« zahlreichen Schrift«, anführen. Wir Hab» überall da» subjektive Gefallensindr, oder Admeise» Steht drr Schwärmer, men, er begeistert vom Faste« de» Jo^K^itr'spricht, nicht ein, dass er'von' seinem Gefühl»- Sch webepunkt au» gar nicht» demjeniaen antworten kan», der ihm höchst trpck<4 und derb ench-KW: * „Lassen sie mich mit ihren GefühÄ» *ün^ Kasteiet in RÄfe, St« sind gefälligst eii^bMir!" ^un b#' Ailbekr. Auch er ist ftkr dE Judenthum begeistert. Er ist kein Theologe, er ist sehr Lau, aber er macht ' > örschkägeüber Vorschläge, mktvnker ganz schöne, iUkmer'wvhlgemeinte, zur Hebung, Belebung, Verschönerung de» Judenthum». Er will Propaganda machen unter den indifferenten Juden für f»in Judenthum. Ja für sein eigene». Da» ist wieder ein eigene» Produft seine» Gemüth». Al« Nichttheologe bedarf er gar keiner Systematik, gar keiner Anlehnung an irgend etwa» Gegebene», um zu streiche», um zu ronserviren. „Die Ceremonialgesetz«, sagt er, find keine Grundsätze, keine sittlichen Wahrheiten" — ungefähr, wie wenn Jemand sagen wollte: der pythagoräische Lehrsatz ist kein shakeöpear'jche» Drama. — „Da» Judenthum ist nicht im Kochtopf verkörpert, da» Judenthum ist mehr al» ei» Lehrbuch der Kochkunst" — lauter unbestrittene, aber gar nicht einuial erhabene Sätze. So finden denn die Epeisegesetze sauiml und sonder» keine Gunst in seinen Augen, aber jer verlangt, daß eine Synode erklären solle, daß Rabbiner I und Lehrer sie nicht mehr befolgen noch lehren sollen. Auch da« „Eeremonial der veschneidnng (welche der Erftere heilig halten will) verliert mehr und mehr an Theftnahme" — r» muß an Ersatz gedacht werden durch Einsegnung de» Kinde» u. s. w. Bon, Fasten am Bersöhnung»tage will er nicht» wissen, aber man bespreche au demselben Gemeindeo »gelegen^ heften. „E« entspricht einem tief in» Herz eingegrabeueu Gefühle, Geburt und Grab, Beginn und Schluß de» Erdenleben», wie dessen Höhepunkt, die Eheschließung, »nt der religiösen Weihe zu vei klaren! Darum sollen auch unsere schönen Hochzeit«- und Beerdigung» g e b r ä u ch e eihatten bleiben. Welch«? Run, die der Mann schön findet! Die jüdischen ' Ehrgesetze aber muffen gründlich revidirt werden, nach 1—> subjektivem Meinen Kann auch Jemand meinen, e» sei' sehr schön, etwa die Stieftochter zu ehelichen? Darum nicht?! Diese Subjektivität ist drr grade Gegensatz zudem, wa» da» wirkliche Judenrhuin.lehren, verordnen, hegen und' pflegen will. Heut« aber wollte« wir nur an dem Beispiele zweier Subjektiver zeigen, wie widersprechend die Resultatt' find, zu denen sie gelangen. Darin liegt Kritik genug. Und nun find diese beiden von Lieb« und Ehrerbietung gegen Re-' ligion und Judenthum durchdrungen. Wa« können sie aber' dem entgegnen, der da sagt' e» ist Alle« Unsinn, veralte^ abgestanden — Sadbatu, Feiertag, Beschneidung, Trauung, Böerdigung, alle» zumal? Sie können alcht« sage», al»: «kr finden da» nicht, e« dünkt un» gut! Ist da« auch eine" Antwort? Berichte und Correspoadeuzea. Dentschk«»d. Brrslt», 27. Juni. (Or.-Corr) Heute früh S Uhr . fand ans de« idrael,tische» Friedh»,« die Einweihung eine» Grdentstri»» auf der Ruhestätte de« i« Monat Febryar verstordrne» Odrrrabdiuer »üb Seminardtrrcror» Dr. Zpcharta»' Kranket statt, »vpt sichtet»« große Aüptzi' HiiWv .

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