Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 27. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 27.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/5369809-5935045-5937966--2702-5372156
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

günstig ttnb erfreulich. Da« Ministerium de» Jnaera hat irf«K4 «tue Gefangeuen-Stattftik für 1871 veröffentliche« lassen. Hieran» ergibt sich, daß die evangelische» Gefangenen 0,20,!>ie katholischen 0,23, die jüdischen 0,13 pTt. der betreffenten Slauben«genoffen ausmachen; d. h. auf je 10,000 Evangelische komme» 20, auf je 10,000 Katholiken 23, auf ebensoriel Juden 13 Gefangene. B erlitt. Die »Voss. Zeit." schreibt: „ Die mitgetheilte Bersüg mg de» EulwSmiaisterS vr. Falk über die Aufnahme de« jütischen ReligionS-UnterrichtS in den Lehrplan öffentlicher höherer Schulen vom 30. April 1875 stellt — mit Ausnahme der Aufhebung der früher bestandenen Verpflichtung ixr jüdischen Schüler zur THÄnahme an dem von Seiten der Schule für sie in den Räumen und auf Kosten der Anstalt engerichteten ReligionSumerricht» — einfach den Zustand vneder her, wie er unter Zustimmung der UnterrichtSbehörde auf einer nicht geringen Anzahl städtischer Schulen bereür zur Zeit der neuen Aera unter Bethmann-Hollweg bestanden hat. Damals wurde auch die Ertheilung des jüdischen KeligionSunterricht» in den Schulräumen und die Ertheüunk von Eensuren in diesem Fache unbedenklich gestattet, und vüle Schulen hatten diese Einrichtung getroffen. Unter dem Ministerium v. Mühler aber kam man bei der Pflege de» EcnfesfionaliSmuS der höheren Schulanstalten auf den Gedanken, daß die Gymnasien und Realschulen ohne die Gefahr entchristlicht zu werden in ihren Räumen keinen jüdischen Religio islehrer, in ihren Censurbüchern keine Censur über Leistungen im jüdischen Religionsunterricht dulden könnten und die Dii ekloren wuroen angewiesen, schleunigst und rücksichtslos die Anstalten wieder zu entjudaifiren. Selbst die Remuneratior des jüdischen Religionslehrers fetten» der städtischen Gemeind« durfte nicht mehr auf dm Etat der UnterrichtS-Anstaltm gebracht, sondem nur noch in Form eines Zuschusses an die Synagogmgemeind« gezahlt werden. Wohlgemerkt — nur au» dm böheren Schulen wurde der jüdische Religionsunterricht gebannt, nicht aus den mtttlerm Schulen, derm Aussicht den einzelnm Regiemngm oblag. Und so kam es vor, daß in einer und derselben Stadt auf der höherm Töchterschule der jüdische Religionsunterricht auf Kosten der Stadt weiter ertheitt wurde, während er auf dem Gymnasium als nicht eristirend betrachtet wurde, sind zwar nur deshalb, weil jene urter Aufsicht der Regierungsbehörde, dieser unter der de» Provinzial-Schulcollegiums stand. Dieser Ungleichheit hat vr. Fcäk jetzt rin End« gemacht. Berlin. Da» von den Benny Burchardt'schm Eheleuten zu LavdSberg a. W. bei der königlichen Gewcrbe-Academie zu Berlin gestiftete Stipendium, bestehend au» den jährlichen Öen von 12,000 Mark StiftungScapital & 5*/, für junge e jüdischen Glaubens, welche die Anstalt zu ihrer AuSbildunk als Techniker besuchen und sich in bedürftiger Lage befinde r, ist erledigt und soll vom 1. Oktober d. I. ab wieder verlieh.!» werden. — Die Verleihung erfolgt von dem königl. Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten auf Borschlag de» Direktor« der königl. Gewerbe-Akademie zu Berlin. ffbse». Dem siebmunddreißigsten Bericht über die Verwaltung der iSrael. Waiseu-Knaben-Anstalt zu Posen (Jahr 1874) entnehmen wir: Bei Beginn de» Jahre» befanden sich 14 Zöglinge unter Fürsorge der Anstalt. Im verlaufe drS Jahret fandm S Knaben Aufnahme. Unter der Obhut der Anstali standen außerdem 6 Lehrlinge. Die Schenkungen und Legat« beliefm sich im abgelaufmen Jahre auf 1500 Thlr. Die Einnaiimen betrugm 5275 Thlr., die Ausgaben 3681 Thlr. ßleichalbach i/Schl., im Juni. (Or^Lorr.) Am 8. Juni fand hier die Einweihung einer neuerbautm Synagoge statt. Da« Gebäude, welche» außer der von der Stadt fast geschenkten Baustelle einen Kostenaufwand von ca. 30,000 M. verursachte, gewährt einm recht stattlichm Anblick und gereicht der hii figm Stadt zur Zierde. Seiten» der Eommune nah- I men al« Ehrengäste der Bürgermeister und der Stadtoerordnrtm-Borsteher an der EinweihungSfeter Thetl. Außerdem hatte» sich nächst den i«r. Gemeindemttgliedem Angehörige beider christlichen Eonfesfioaen zahlreich eingefunden. Nachdem der üblich« Umzug um de» Almemor mit den Sesetzrolleu vollzogen, diese in die heilige Lad« gestellt und di« ewig« Lampe angezündet worden, bestieg der hiesige Prediger, Herr Moritz Lohn, die Kanzel «nd hielt eine sehr ansprechend« Weihrede, der er die Worte Sacharja'S, St. 2» 14, zu Grund« legte. Schließlich will ich »och bemerken, daß wir e» der rastlosen Energie der hiesigen Ge neindevorsteher, der Herrea Heymann Lohn und M. Hartenberg, nächst der Opferwilligkeit der kleinen Gemeinde zu verdanken haben, daß wir endlich nach-mannigfachen Mühen ein Gotteshaus al» unser Eigenthum besitzen. P. Hamburg. Juni Der Borstand der i«raelittschen Gemeinde, gegenwärtig mit dem Ordnen de» Gemeinde-Archiv» beschäftigt, wendet sich an alle Privatpersonen und Corporationcn, in deren Besitz sich auf die Geschichte und Einrichtungen der genannten Gemeinde bezügliche Schriftstücke, Dokumente u. s. w. befinden sollten, mit dem Ersuchen, chm davon Kenntniß zu geben, oder solche chm direct zugängig zu macheu. dl. Fürth, 13. Juui. (Or.-Lorr.) Am 7. Juni d. I. wurde der bisherige RabbinatSverweser, Herr vr. Jakob Immanuel Reubürger, nachdem er von den Bertretern der hies i»r. Gemeinde-Verwaltung für die hiesige RabbinatSftell« vorgeschlagen wurde, einstimmig zum Rabbiner der hiesigen t»r. Gemeinde gewählt. Bon 624 stimmberechtigten Personen gaben 440 chre Stimmen ab, welche samml und sonder» aus Hrn. vr. Reubürger fielen. Diese einmüthige Wahl Seiten» der Gemeind«, die bekanntlich au» den verschiedensten Elementen bezüglich der religchsen Anschauung zusammengesetzt ist, durfte klar beweise«, wie beliebt und hochgeachtet Hr. vr. Reubürger in den Augen der ganzen Gemeinde ist. Hr. vr. Neubürger hat sich innerhalb seiner 4jährigen AmtSthätigkeit durch seinen unantastbaren Eharafter, durch seine Humanität, durch sein eminente» Wissen und endlich durch seine vorzügliche Ranzel-Beredsamkeit die Herzen aller hiesigen Bewohner erworben. Auf ihn und auf die hiesige Gemeinde kann man anwenden: e r gereicht der Gemeinde und die Gemeind« ihm zur Zierde. Möge sein weitere» Schaffen und Wirken bei seinem milden und versöhnlichen Auftreten ein recht ersprießliche» sein, und möge ihn der Allvater zum Heile unserer Gemeind« mit einer recht langen Lebensdauer begnaden. Ada». Der „Times" wird berichtet: Die Eisenbahnen haben in Kurland, wie überall, eine Bewegung in der Bevölkerung herbeigeführt So haben sich denn auch sett ein paar Jahren an 200 jüdische Familien in Libau niedergelassen. Niemand trat ihnen entgegen, sie gaben auch keinen Anlaß zu Klagen. Auf einmal ist eS der Polizei eingefallen, auf Gruud eine» verschollenen UkaseS die nicht schon von 1845 angesessen gewesenen Juden auSzuweisen. Angesehene christliche Einwohner haben um Zurücknahme diese» Befehl» gebeten. Die Stadt Brody hat da» Andenken an ihren jüngst verstorbenen Ehrenbürger Mayer Ritter v. Kallir dadurch gefeiert, daß sie einhellig beschloß, die bisherige GeorgSgaffe Mayer-Kallirgaffe zu benennen. Feuilleton. naft La«b« übtt die Jade». ) ... „Seit wann find denn di« Juden in Europa so wichtig geworden, daß man ihnen bei allen Fragen und Thätigkrtte» *) Aut den „Erinnerungen »oa Heinrich Laube in der „It Ar. Ir.* ». 3. Juni er, die bei SraunNUler in Wien unter L.'» gesannneti» tchrtste» erscheine«. ... *

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.