Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 27.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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— uo Pariei sie vollends ungefährlich macht. 60 %. $. wenn,(wi« die Gegenwart*) mittheilt) in einem am» Berti« datirten Artikel de« .Badisch« Beobacht«-. »«Schweben »Ar« «rilik de» Zustande« k Berlin", folget»« Sätze M lesen find, womit zugiinch ein« ganz klein» ultnOnoM» Sstlproh» «kNgekapseit werten mag: .Da« Treiben der Juden und Reptilimpress« wrd täglich «kechBfter und gemeiner. Damit auch die RarhdBkm in der Prvvkng ersetz««, wa« ihre Brüder t» der ReichShauplstadt sich nüffen sagen lassen, theile ich folgend« Preßerguss« vom heutigen Tag« mit Ein sogenannte« .Witzblatt" (Redakteur: Besitzer einer finoblauchsplantage) kündet einen .s«teiiquimmarkl zu Plunder»w«ll«r" an, unterzeichnet: I» nomine sanctae trinitatis .LedochowSky", .Janiczewtky", .EydichcwSkp". Die hiesigen redigirenden Snoblauch»- farmer und Matzenbäcker haben e« nur dem Ordnungtfinn der Ra«I»olik«n zu verdanken, daß ihnen nicht eine« schönen Tage» «gn ergrimmten Bolk der Pelz windelweich gehauen «iro re." I» deutschen Reiche steht .unser Glaube auf befferem Grund." Di« Regierung ist aus ihrer Hut, ist stark und kennt ihre Gegner, fie weiß, daß sie jede erste Regung aggresfioer waltlhaligkeit mit voller Energie Niederschlagen muß. Und dl« Gegner wissen da» auch, fie werden sich hüten. Aber mcht aller Orten ist diese Sicherung gegeben. Wir gehen daraus nicht detaillirler ein, w«U e» in da» un» fernliegende Gevlet »er Poluck führen würde. Dagegen ist der Gedanke, daß die H.tz.reien keine» weges (wir möchten da« Wort mit größter Fraciur drucken laffen!) überall ungefährlich find, »ogi geeignet, un« Alle mit dem Bewußtsein der Solidarität und der Beraulwortlichtelt zu erfülle» Diese« Zusammenhalten nur Zniammeneiufteheu der Juden — wir wissen bei Gott, daß e» gegenwärtig mit demselben jämmerlich genug destellt i»! Unsere Gegner dichten e» un» an, fie benutzen da», UNI gegen UN» zu Hetzen; aber e» ist ein Popanz. Run Ju, zu 'Seurruulerstntzung, auch sehr unnützen, zum Schnorren nni> Augeichnorrlwerden, find wir noch alle — und auch da nicht mehr alte — .Bruder, Genossen, Rinder eine» Bund,«. Bülgen rc." — auch zu edleren und schönen Wohllyällgkeasweileu; aber sowie von den alten drei Säulen Torah, Adüdah und Geuuluth Ehasodim vielfach überhaupt nur noch die eine, dir letztere geblieben ist, so gUt dasselbe auch in Hluficht auf dir Solibarltät der Juden. Sonst Trennung und Lnsetuanoergeheu überall. Da durch Eultu»srag«n, hier durch Erwerd»- und Befitzoerhällniffe, hier durch natio« nale Shm- und Antipathie, bott durch di« allgemeinrriigiöim schroffen Gegensatz«. Soll gemeinsame Gefahr, vielleichi mehr «u» bloße Gefährdung, un« die Solidarität wieder eiubiaurn?" War'« also bestimmt, dadurch manchen »»«der daran zu erinnern, daß er doch eigentlich auch noch Jupe »st, mag er selbst bei Lebzeueu jede Spur davon zu tilgen suchen und für den Todesfall feinen Leib der Anatomie vermac-eu? (Siehe unten.) W»r erwähnten national« Absonderung. ll tust hnveu französisch« Soldaten den deutschen Juden di« Ghettonauer nieoergeriffen, werden vielleicht — t* könnte möglicherweise ziemlich bald geschehen — werden vielleicht einmal Wir derichtigen hier »ei adermalig» »»ftlhrang de» Sin, dan'sche» BtattrS, daß in «um« Citat an« konftLbca tat aoc. Blatt« (e. SO«, wun Berlin) statt «MmuMtontifttT OniXIUSD»gift» pi lest» ist. H ist *r—«l §m »estinwtt »rncksehlea ketzerische preußische (ja Prusflen«-) Trommeln franzöfisch«« Juden, für di« Mk Drachensaal«» PduDUß aufgegangm, RBttlMg a»« S-stchk zureGln? PPinWfien! «llerding«, Gßt« fei Da«l vorlänfig Phantasie. Aber «ststoch ftagen wir: wer la cht da? Jndefien wir haben nicht blo« Phantasie autzukramm, e« giebt sehr ernsthafte dringlich« Mahnungen. Röcht« Juden nicht Oel in« Feuer gießen. Wir wünschen da« n« der eignen Religion willm, aber di« gllt denen, die wir jetzt t« Auge haben, nicht«; mögen fie denn an Leib und Lebe« dm« km. eigme» oder doch da« Anderer. Wir habm da ebm eine Stelle au« einem Berliner Witzblatt cttirt; muß dt« nicht et« katholische» Herz erbittern? — Alle» wa» sonst in dm Hetzblättern den Judm mchgesagt wird, ist rein« Fabel, handgreifliche Erfindung, nm für solche gut, die gewöhnt «ordm find, ohne jegliche« Rachdenkm Alle« zu glauben. Ein» aber, ist wahr, daß unter dmm, die den verletzenden Hohn gegm Religio» überhaupt, gegm Ehristenthum im Einzelnen, gegm katholische Kirche insbesondere und gm Mtramontant»- mu« absonderlichst, unter die Preffe bringm, sich manche Judm befindm. Judm?! Ru« freilich, nur der kann und wird fie noch Judm nennen, der um ihret willm über alle Judm Gift und Galle auSspeim will. Biele von ihnm find auch längst dem Ramm nach kein« Judm mehr. Aber da« gllt ja gleich. ES find die verdorbenen und verderbendm Literatm, di« zuerst ihrm Witz an Judm und Judmthu« geübt habm, als e» noch nicht anging, über Ehristenthum, dm Papst u. s. w. herzuziehm, well der Etaat-anwalt garstig zugegriff» habm würde. E« find di« Leute, die unsre Torah verhöhnt, dm .Judmgott", unsre Feste, unsre Satzung« zum Gelächter gemacht, de« Lodern hamforasch tanzmd ans die Bühn« gebracht, die an Verspottung der Judm da« Möglichst« geleistet; nebenher frellich mit Anspielungm aus Tolerary u. s. w. Q» find da» Judm von Geburt, die dadurch tntmbtt ihre Abstammung vergessen machen, oder ihre Freiheit von rwigiöse» Vorurtheilen dokummttrm wollten, oder fie schimpsm, wen» fie sich als Judm einmal nicht verläugnen könnt«, 'recht forsch auf Judenthum, um dann, nebenher, nachdem sie gezeigt, daß sie keine bomirtm Juden seien, auch über Ehristliche« ihr« Witz auSgießm zu können. .Wie da« alte Maachal sagt! Iftn K3P D'OTZna von Böfewichtern geht Böse« an«"; e« kann noch mehr von ihnm auSgehm! Möchtm ernste Männer Nachdenken, e« ist lange genug gelacht und dem niederm und höher« Blödsinn Beifall geklatscht und gewiehert worden. Gllt e» nicht Einhaft zu th«? Berichte und Correspoudeuzen. Demtschlamd. Stettin, SS. Juni. Wir bringm i« hmtigm Blatt» unter ^Ingelheim" und .Bon der Donau" zwei Bericht«, welch« zu der in Rr. SS au« Frankfurt a. M. erzählt« tragikomischen Geschichte de« Stirbel-Steffrn« je «tnm Pendant liekern. Aber di« drei Fäll« find nicht ganz gleich. De« Jngelheimer Düngerfabriwnt Herrmann will Jude sein und bleib«, e« paßt ihm nur nicht, Semeindestener» zu zahle», oder di« chm auferlegim schein« ihm zu hoch gegriffen, er ' erklärt sich daher für ^eutsch-kacholisch" -5r Stiebet L weiß wähl selbst skgf, »»« er ist und wa» «t will, aber ■& “ A möchte oa der Gemeinde sei» Müthchm kühlm», ße «m