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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 27. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 27.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 27. 1875. IsesrlitifH» S. Jahrgang. Wochen-Zchrtst für die velifltSfem und sociale» Interessen des Judevthnml. »»nana ,«», Ne. WffGÜD |(i aIm iillaMni >» Vitartü fl. »lt i« t«JM—k—l: litMMMWlfnl, Mf Orknrria « «., a. HHMatxÜk 1* Sn».,a. OaeiaM, Mnk U M. . Inlh I» M |f(l tiluaiiiiti. M .gaktf«. »l*«t atarklatt* aM liatll krimiMa. vrrantwocilichrr Ncbattnir und {xraiUgttKr Rabbiner Dr. X Lreaeafet» in Stettin. Magdeburg, 1. Juli. Safirai« ■nMa mtt MW. ffr kW kniftlaaUau fntttttU Mn km Raaai >iräwt. DU Wfiaatag trtt tat kn .•ra.kdUa ia «U|k>kut|* w«twll«ak<a ßakeaakch ta kn aMtta Raanan Rataakaa. ■ taiitaaanana 4 U W. ■pikUUa kn Ikr ■laiaHrilt <a W R.kcil M*kl(. 9>|*U: Mtmt« Kttifeli Dt« ultramantanen Hetzereien aegen dt«Juden. — »«richte ««» (•rnfMakniiM: Deutsch, taub: Stettin. Ja««itzetar. von to oberen Donau. Hamburg. — »uminten: Fatsch»». — vermischte RR# «ctuf« Nachricht«»r Beeti». Berlin. Berlin. Pas«, «eichenbach. Hamburg. Fürth. Liebau. Brad, — Yent«,t0»t «ammsen und Laude über di« Juten. — ghtfmte. Die »ltraueoutaueu Hetzerei«« gegen die Juden. Seit et» paar Monate» erscheinen in den uliramontanen Blätter», tu der s.g. staplanöpreff«, fast täglich und mit wo möglich immer steigender Heftigkeit Hetzartikel gegen die Jude». >» sich wäre da» ««der ne« noch bemerkenöwerth. Manche Zettuugeu der bezeichn«»« Art haben damit nie auf. gehört und brauchte» keine« neuen Anlauf dazu zu nehmen- Iber es war da» dt»lang doch keine Etgenthümlichkeit der katholischen Press«. Nicht nur, daß e» viele, große, höchst «hrenhafi« Blätter gegebe» hat (und noch girbt), welch« t» coufessioneller Beziehung streng katholisch, doch in politi» scheu «ud soziale« Frage» sehr liberal für die Gftichberechttgung der Juden ein traten «nd sich von Verunglimpfung derselbe« fern hielte«, soudern e» gab und giebt andrerseit» auch lfterale »ud radikale Blätter, die e» an Judenhaß jedem gleich« 1H»», und außerdem ist dieser immer ein« Specialität gewis« ftr polnischer Richtungen gewesen, die an sich mit Religion nicht» z» thun habe», so z. v. der czechischen, stockpolnischen, kletujunkerltchen u. s. w. Mir würden also zuvörderst auch an diesem Umstand« er« I»»»«» «ud darthun können, wie begründet di« Unterscheidung »O« „katholisch" und „ultramoutan" ist; denn di« statholikeu al» besondere Feind« der Juden hinstellen zu wollen, wäre ja durch gar nicht» begründet. Doch diese Bemerkung ist hier Nebensache. — Wir haben bi» jetzt in diesen vlät« ftr» »ich! über dft Hetzartikel geredet. Sie find unsern Lesern im Au»zug «nd Mtttheilung besonder» pikanter Stellen ohne Zweifel z» Seficht gekommen, da dft Journale oft solche Lernenftsrn bringen Wozu fie also noch eiumal erführen? Zn» Amufirrn ist dft Sache nachgerade nicht mehr angethan; Berger wollen wir unsern Leser» zur Freitagabend« oder Sab« lach-Lertür« nicht biete«, und Widerlegung hier geben, wäre rhochett. Dft Judeuhetzarttkel gehen fett stürze» durch dft ultta- ■ORtMt» Orga»« aller Länder, s» einstftumig und gleichsör« > »ig>.al» wäre» st« alle an einer Stell« augefertigt, sktzzftt | ÜSSl.;.-.9 •*; und würden nur je nach dem localen Ton und Geschnack ausgrmalt, colorirt. Sft erscheinen in, „atheistischen" Frankreich, wie im „bigotten" Belgien, in der paritätischen Schweiz, wie im glauben»«inheUlichen Tyrol, in dem sarkastischen Ber» ltn, «ft im gemüthltchen Dien, in Nordamerika wft in!iu> minien. Ist eine Parole auögegeben, geschieht e» auf Lfttsung de« „schwarzen Papste»"? vielleicht — vielleicht auch nicht. Gewisse Bewegungen und Strömungen find zu alftn Zeiten durch gewiffe Schichte» der Bevölkerung gegangen, ohne bestimmt« wörtliche Weisung oder Verabredung. Winn z. V. im Jahr« 1848 revolutionäre Bewegungen fast a tempo in Pari«, Wien, Berlin, Mailand, Palermo lo-brachen, so mochte man — aber ohne Roth — an Emissär«, Lomit, befehle u. dergl. glauben; aber 15SS standen dft Bauern euch fast gleichzeitig vom Elsaß bi» nach Ungarn hinein auf, und damal» gab e» keine Eisenbahnen, nicht einmal Ehauffeen, also keine Eilboten und kein« Zeitungen. Wenn dft Hetzartikel nicht befohlen und bestellt find, so ist doch ihr Erscheinen ülxr» au» erklärlich. E« ist eine schon sehr alte Taktik. W:nn man dft Leidenschaft de» „Volke»" ausstacheln, e» zu Gewalt« thaten vorbereiftn, wenn man „modU" machen will, so fxtzt man e» zunächst gegen dft Juden, und wenn man gern »en Tiger ein paar Tropfe« Blut — mehr ist h«ut>,u. tag« nicht zeitgemäß — lecken lassen will, um den Appetit zu reizen oder geeignete« Orte« Schrecken einzuslößen, so wühlt man Blut von Jakob. Wir sagen „man" — da» bestimm» Subject geht au» den verschftdenen Beispftftn hervor. So geschah e» 1098, 1147 u. s. «., al» man zu den llreuzzüzen «obtlistrte, so — wir Überschlagen viele«, denn wer kinn Alle» aufzählen l — 1848 al» in Galizien, 1847 al» in >lzechftn etwa» „lo»gth«n" soll», u. s. «. u. s. «. Ist di« Sach« jetzt gefährlich? E» wäre ein überau» schwacher Trost, wenn wir un», bettrss» unsere» Leben», nuserer Habe, unsere» Blute» auf dft Versicherungen der frag- Uchen Artikel, daß fie nur Lftbe, Gebet und Geduld kennen, nur warnen uud wahren wollen, verlaffen müßten. G» ist ftrner ziemlich lächerlich, wen« Drohungen auch von solchen One» «ftgestoße» werde», wo dft numerisch« Schwäch« der

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