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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 26. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 26.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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o»l dem Haag »Kd bk Festrede halte», und Herr Loen au» Amsterde«, der da» Amt ei»e» Courectors am dortige« Seminar «eben de« Rector vr. Düauer inne hat, «Kd a« Sonnabend predig«,. Herr L ist ei« Zögling de« Amsterdamer «Seminar» und wurde kurz nach seiner Entlastung al» Eourector an derselben Anstalt angestellt. Vermischte und ueueste Nachrichten. Becki». E« «ird nicht «ninterestaut sein, wen« hier einige Sätze von Paul Lindau au» besten „Gegenwart" reproduzirl werden; sie lesen sich an sich gut, und di» Meinung, daß Lindau Jude sei, ist wirklich vielfach verbreitet, »egeu eine« Artikel» über da« Lerhältniß zwischen Deutschland und Frankeich von dem »Francais* angegriffen und al» Jude ab- und zur Ruhe verwiesen, erwidert Lindau: »Es fällt uw» uätürlich nicht ein, mit dem anmulhigen tzep-Hep- Schreier über de« tiefsinnige« Gedanken zu di»puttrrn, daß die neu«sie Errungenschaft der Juden eigentlich in dem Rechte bestehen müst«, grundsätzlich den Mund zu halten; er mag da» mit La»ter oder Auerbach oder sonst einem vraantweinvergift« und Linderschlächter au»machen. Der Redakteur der „Gegenioart" ist zufälligerweise Kin Jude, weder rin geborener, noch m. getaufter, «och ein gelernter; wenn er e» auch nicht Utbt, von seinem ««verdienten Ehriftenthum öffentlichen Gebrauch j« mach-u. E« ist ein Berhängniß I Hier wie in viele» früheren Fälle» wird von unser» pudltcistischen Gegnern al« letzler Trumpf, der unsere Partie unrettbar verloren «acht, da» Judenthum gegen un» ausgespielt, «ährend in dem Erbeuntniß de» Obertribunal« al« Motiv für Strafverschärfung hervorgehoben wurde, daß der Redakteur der »Gegenwart" sich selbst zu dem christlichen Gotte, der in dem von ihm ge eitel«» Blatte gelästert sein sollte, bekenne! E« ist, »ie gesagt, eine verzwickte Geschichte. Al« Jude wird der Redacte «r verbrannt — und al« Christ auch! Wa« hat man da von seinem Ehriftenthum?" Bierla». Die Berlag«b»chhandlung von H. Skuksch in vretlau veranstaltet von dem bei ihr erschienenen dreibändige, Werke de« verstorbenen Abr. Geiger: „da« Judenthu« und seine Geschichte" im Verein mit der „American Jewish Publikation Society" eine englische Uebersetzung. Ern« französische Ausgabe diese« durch geistvollen Inhalt und Schönheit der Form sich auszeichnenden Werk« gleichfalls erfolgen (Bresl. Zeit ) fBinKfcma. Die Verwaltung der jüdischen vadear- «en-Laise versendet den 30. Rechenschaftsbericht, über di« Badesaison vom 1. Mai bi« End« September,187«. Die Einnahme«. .zu welchen 24 jüd. Gemeinden ISS Thlr. und IS jüd. LrNlknpflege-Bereiae 68 Thlr. IS Gr. be-getragen hatte«, be .iefen sich auf 4V8 Thlr.. Hierfür erhielten 38 jüd. Arm» r ede» der freie» Badekur »och di« uöthigeu Unterstützung :n zum Lebensunterhalt und zur Wohnungsmielhe. Milde >Seiträg« sind zu senden au Herrn Schein»«»» Schnel- Kr hierselbst. Citltsts«, 13. Juui (Or^Corr.) Am 1. Tag» Schewuo«, V Juui er. verschied in Zempe lburg der «egen seiner wahren Frtmmigkeituudtalmudischen GeKhrsamkeir auch in weiteren Lrrtsen bekannte Rabbiurr tzr. M. Karo i» dem hohen Alter von 8S Jahren, tiefbetranert von sämmtlicheu Gemeiademttgliedern, de alle mit innigster Liebe und Ehrfurcht au ihren» lhruren Lehrer hingen!S**an Bilsel. Wie de» „Hamagw" geschrieben «ird, ist hier ein Jul« in den große» Rath gewählt worden, und es ist dsr erste Fall der Entsendung eine« Juden in einen gesetzgebende» Lörper in der Schweiz. ftf. In Folge der Gewerbefreiheit haben sich viele Löschers leischbtnk «üftzechan, wogegen von Seite» der Gemeinde remoustrtrt wurde. Da» Handelsministerium hat nun folgende Normen für de» Loscherfleisch-Berkaaf frstgestellt: Die Schlachtung der betreffenden Thier« kau« uur von durch, das Rabbiuat al» qualisteirt erklärte Individuen geschehen; l d) nur di« von der JKaeUtengemeiud« eine Licenz besitzende» .1 Fleischhauer dürfen in ihren Bänken de« verkauf von t*> % scherfleisch a «zeigen, doch ist die Gemeind« verpflichtet, de» - fj Fleischhauern, die sich bereit erkläre», die vorgeschriebenen Be». dingungen tu erfüllen, die Licenz zu ertheile»; o) bk Ge» meinde darf darüber wachen, daß nur die vom stlabbinat au» vj torisirten Schlächter im Schlachthaus« verwendet »erdeu; ä) ij die Eommunität der Hauptstadt ist verpflichtet, die i» der Haupstadt befindliche Bester, Ofner und Altofuer Gemeindein ihrem Loscherfleisch-Brrkauftrechte zu schützen und jede« L Anderen die Au»übung derselben zu verbteku. — Merkwür- ' diger Weise ist es wieder der Unterstaatssekretär Horn, welcher den der jüdischen Orthodoxie zu Gute kommenden Erlaß' , ausgefertigt hat Listdo«. Zu der in vor. Bl. gegebenen Notiz über de«' Montefiore-Bazar tragen wk — was in Eile vergessen wurde — nach, daß an der Spitz« als Ehren-Protektorou Personen au« der allerhöchsten AristoKatie stehen, nämlich:' S. Lön. Hoh. der Herzog v. Connaught (Gemahl einer königl. Priuzessin), Ihre Lön. Hoheiten die Prinzessin Ludwig ». Hesse»' und die Prinzessin Christian von Schleswig-Holstein, dann „ die Herzogin von Argyll, der Lord-Major und Frau «. f. w. Der Bazar wird am 1». bi« IS. Juli abgehalte» »erden. Sretü. B .kanntltch hat die Hohe Pforte im Jahre 1868 nach Unterdrückung de» Kettsch en Aufstandes der dortig«, Bevölkerung eine Art parlamentarischer Vertretung gewährt, die jährlich nach dem griechischen Osterfeste zusamm.nttitt, um die Administration der Insel zu prüfen, neue Gesetz« zu dtscutiren und die Steuer Eintreibungen zu ordnen. Zugleich wurde vorsichtigerweise die Einrichtung setrofftn, daß Griechen und Türken getrennt ihre Deputirten wählen sollen, damit es der Wahlen wegen zu Kinem Zwiste komme und Christen und Mahomedaner sich nicht darüber beschweren sollte«, daß sie in ihrem heimathlichen Parlamente nicht gehörig vertreten wären. Neuerdings glaubte die Pforte uoch um einen Schritt weiter gehen zu müssen. Sie gestattete auch der jüdischen Gemeinde zu Lanea, einen Deputirten in das Parlament schicken zu dürfen. Laum halte aber der jüdisch« Deputirie den Sitzungssaal betreten, al» sich dk anwesendest Deputirten, sowohl die griechischen als auch die türkischen, «le Lin Mann erhoben und vön ihrem Vorsitzenden, dem Geue» ral-Bouvernrur der Insel, Samih Paschah, verlangten, er solle ihren jüdischen Lollegen zur Thür hinautwrise«, düste keinen Juden in ihrer Mitte dulden wollten. Diik Gouverneur weigerte sich entschieden, diesem liebenswürdige» Wunsche Folge zu leisten, worauf sSmckrlich« Deputirte auf ihr Mandat Verzicht leisteten und schleunigst den Saal verließen. Man ist nun neugierig, wie sich die Pforte diese« brutalen Schritte der BolVvertMet Lreta's gegenüber verhalten werde. (N. % Pst.) Feuilleton. Die Jude« iu Mbefflkie» (Schluß) Verlobungen pflege» erst, wie auch bei den christliche« Abesffiniern, nach vielem Verhandeln der beiderseitige« Familien vorgenommen zu werden. Am Hochzeitstage versammeln sich di« Säfte de« Morgens iu der Wohnung des Bräu» tigams, wo sie einen Trunk Bier nehmen, und sodanu, wo möglich auf Maulthirren, de« Bräutigam st» da» Haus der Braut begleiten. Nachdem «ich hier ein Jubiß geuommest ist, übergiebt der Bater unter Srgenssprüchen die Braut dom Bräutigam. Erster« nimmt unter wioderhosk» Seguuagdu von der Mutter Abschied med «mpfLagt die Gtückwiiuschalster

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