Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 26.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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MU«", auch wohl „9onrirtl«it" bqetchnet, ist cto* Uralte*: <* ist hier Nicht der Ort, darüber zu debatttrrn; der »Art» decke» de* Judenthum«" dürfte aber füglich wissen, daß dafür da* Ehristenchu« sein« „Jnnertichketlen", seine Dognien hat, die u n * sehr bornirt Vorkommen, nnd wir brauchen nicht erst Erkundigungen rinzuzteheu, um ihui »ich« neu», sondern »eun Mal neun und mehr Kategorie» aufzuzählen, wie sich seine GlaubenSgenoffen zu diesen Innerlichkeiten verhalten. Sagen nun die Proteftantblatt-Mäaner wohl, daß sie e* Irre« überlassen, sich mü der Dogmatik abzufiudrn, so wissen sie, daß Lader« chaea die* Recht sehr entschieden adfprechen und sich gern unterstehen möchten, e* ihnen zu w«hren Wir aber kümmern unt um ihre dogmatischen Innerlichkeiten nicht, suchen mit ihnen keinen Streit, und so niügen »sie sich auch nicht um unsre „Aeußerlichkeiten" kümmern, sie Hütten Nähere* und Nöthigere* zu thua. Aber die Gesinnung, welche den Artikel dikti« hat, tritt zu deutlich an den Tag, al* daß wir dem, ma* im Leitartikel darüber gesagt ist, noch rin Wort hinzuzufügen Hütten. Berlitz, IS. Juni. (Or.-Eorr) Die heutige „B off. Zeit." bringt: »Eine persisch« Deputation, bestehend au» dreien der angesehensten Israeliten in Teheran, verweilte in der verflossenen Woche auf der Durchreise nach London hierselbst mehrere Tuge. Der Zweck ihrer weiten Reise ist, Sir Moje» Rontefiore zum Schutz der stark geknechteten persijchen Juden anzuruseu Da die vielmonattiche Reise da« Br, mögen jener drei Abgesandten fast ausgezehrt hatte, so nahm sich der Lorstaud der hiesigen jüdischen Gemeind« der Hilfsbedürftigen in der liebevollsten Weise an und gewährte ihnen auch die Mittel zur Weiterreise in reichlichen» Maste." — Diese Notiz ist »«genau. Die Perser halten sich an da« hiesige Eomite der Alliance JSraelite uni Beihülst gewandt, weil sie angeblich ihre Effecten, wobei auch ihre Zeugnisse von Teheran, bei der Ueberfahrt über «inen kleinen See bei Soli durch Umschlagen de* Kahne« verloren hatten. Da« Ziel ihrer Reise sei London und Pari«, wo sie für ihre schwer gedrückte» Brüder Beistand durch Einfluß der Llltance Israelit« und de« Sir Mose« Montesiore erwirken wollten. Nachdem der Borsitzrnde de* hiesige» Alliunce-Eomile'«, Hr. Sanilättralh Dr. Reumann, sich durch Eousrontation der drei Persischen Israeliten mü-einem sich hier aushallenden jungen Perser au« Teheran vou der Richtigkeit ihrer Angaben, soweit sie die OrtSange hörigteil betreffen, überzeugt hatte, wurden ihnen die nölhige.i MMrt zur Bestreitung der Losten de« hiesigen Aufenthalt«, sowie zu der Weiterreise bi» Hamburg bewilligt. Hierzu sind auf Betrieb de* Hru. Dr Reumann au« der Gemeiudekaffe 3ü Thlr. beigesteuerl worden. Da ' den Persern sonst noch Unterstützung au« der Ge- »einbekaffe durch den Vorstand gewährt worden, darf mit Recht bezweifelt werden, da sie mü demselben in gar keinen Berkehr getreten waren. . ... y. OeGerretch. Atzsterlttz. Dir »R. Fr. Pr." berichtet folgende Nachricht: Sturm im Glase Waffer. In der mährischen Se- «eiud« Austerlitz rückte bei Gelegenheit der Procession am Frohnleichnamtfeste, den 37. Mai, der Lrzherzog-Karl-Ferdinand-Militär-Brtrranrn-Lerein zu dieser Feierlichkeü au*. Bei demselben befand sich auch der Tempeldiener der Austerlitz» israelitischen Eultutgemeind, d» beim Vereine dir Stelle eine« LuSschustmitgliede* in« ha». I» dieser Handlung fand di« Vertretung d» JSraeliten-Gemeinde «inen solche» ReligigtnnSfrhler, dast gleich am selben Rachmütage eine Sitzung adgrhalten, der »Schuldige" vorgerufru und chm bedeutet wnrd«, er dürft« 1* Tage keine Dienstleistung verrichten; e* nmrd« chm zugleich der Befehl erthetlt, die Tempelschlüffel nngesünmt adpUtefer», wa» der „Abgeurtheilte", wie einer der RalhSherre» sich anüzudrücke» beliebte, gutwillig that ge dessen hat der christliche Bor stand de* Vrteranrn- «i« öffentlich« Aktrung abgegeben-in welcher es hchtzt: ^^errA«andl,da*ist»ü»Uchd«»lso.»dg«»rcheilte", wnrd« von de» Bergesetzten in seiner Gemeinde an seiner Ehre unschuldtgerwets« verletzt, wurd« wie «in Verbrecher behandelt („abgeurrheilt") obwohl er sich in seinem Dienste nicht die mindeste Vernachlässigung zu Schuldenlommen liest, wa« mich, sowie alle BereinSmitgliedrr nicht abhalte» wird, chi» di« ungeschmälerte kameradschaftlich« Achtung zu bewahren, wie er sie bither verdienter Masten beim Vereine genast. Gleich nach Bekanntwerden dieser Lburiheilung reichte der Ausschuß de« Beteranen-Berein» ein Gesuch beim Borstande «in. er möge die Sirofe aufhehen, und ich «erd« mir die Ehre nehmen, über da« Resultat derselben zu berichten." Darauf erschien folgend« Berichtigung: In dem besagten Artikel heißt «*: „Der Tempeldiener I. Mandl wurde vierzehn Tage seine* Dienste* enthoben, weil er an der FrohnleichnamS-Prozession theilnahm", «a» entschieden unwahr ist. Di« Bestrafung de« Tempeldiener« steht in keinem Eausalnexu» zu seiner Bethelligung an der Prozession- Die interimistische Dienstesenthebung erfolgte au» folgenden Motiven: Der Tempeldiener Jsaac Mandl hatte sich oh« vorherige Srlavbniß von Seite de« Gemeindevorstand«* dem Berei« angeschloffm, hatte auch bei Ausrückungen de* Vereins sich ohne Genehmigung de« Vorstände« belheillgt und die Autorität seiner Borgesetzten verletzt. Wir können nicht umhin, noch zu erwäh«n, daß der Tempeldiener schon öfter« an kirchlichen Leremonien, wie zu« Beispiel beim Luserstehung-fest«, sich betheiligte, ohne jedoch nur die geringste Rüge zu erhalten. Hieraus ist für jeden Unbefangenen klar ersichtlich, daß die Di«ciplinarstrafe nicht in Folge eine« „Religion-fehler»" verhängt wurde. Zum Schluffe sei noch bemerkt, daß die Gemeindcsitzung nicht au« dem Grunde abgehalten wurde, da andere wichtigere Angelegenheiten an die Tagesordnung kamen rc. rc. Austerlitz, 2. Juni. Jacob Strach, Sigmund Mandl, sen. (Wir wüßten durchaus nicht, warum e* nicht gerügt werden dürfte, wenn ein Synagogen-Beamter an einer Frolmleichnam-prozession theilnimmt! Ist denn da« Intoleranz, wenn man meint, daß Jemand nicht zweien Religionen zugleich angehören könne?! Der EultuSvorstand zu Austerlitz, der, wie eine Red.-Bemerk. der „R. Fr. Pr." sagt, ei« dem zweitm obigen Schreiben ähnliche Berichttgiuig eingesendet hat, hätte die Notiz füglich auf sich beruhen laffen können, er brauchte sich um da» Nasenrümpfen derjenigen, denen jede Religion und jede Religion-Übung ei« gleich unnütze Sach« ist, nicht zu kümmern. Katholiken und Juden, de«n ihre Religion nicht gleichgültig, würden beiderseit« sein Berfahren in Ordnung gefunden Hab««. Red.) Holland. Amsterdam. (Orig.-Eorr) Unter den 8 »eugewähftea Mitgliedern zur 3. Kammer wurde auch unser freisinniger Glaubensgenosse ölr. M H. Godefroi mit 1880 von 3430 Stimmen gewählt. — Der Präsident de* Comile'» zur Wiener Weltausstellung, Herr Mr. L. A. H. Hartogh wurde von unserm König zum Ritter de* Orden« de« niederländischen Löwen ernannt — Am 3. Juli wird hier ein« neue jüdisch« Zeitung, unter dem Titel .lornelitioode Nieuws-en Letterbode", redigirt von dem rühmlichst bekannten Bibliographen Herrn M. Roest, erscheinen Der Zusatz .Letterdocke" läßt vermuthcu, daß Herr R. auch der Wiffenschast de* Judeathum» sein« volle Aufmerksamkeit zuwenden wird, wa« wir nur gutheißen können, da die bl* jetzt erschrtnenven holländischen Zeitungen inhaltlich viele* zu wünschen übrig laffen. Die kleinlichsten Vorgänge in den Gemeinden werde« mit einer Au«führlichkett besprochen, die st« nicht verdienen n. die über den Bannkret» der beireffende« Gemeinden Niemand mehr intereffiren. Möge Herr R. nicht in denelden Fehler verfalle«. Wir wünsche« seütr« Unternehmen de« besten Erfolg und hoffen aus seine Zeitung »och »»rückzukommen. — Ja Rotterdam findet a« 18 Juni da* ISO jährig« Jubiläum der Kosten Stznngsg, statt. Herr Oberradbüter verenstei»