Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 26.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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die verpflichtete Staat«- oder Eommunalkaffe Vurchzusetzen. Di« jüdisch: Jmspnatistck ist immer wieder muf die Mwrdnung de« jüdischen RDtziotzOunte»ncht« ün HnPkhrplan st«r höhereu Schulen zuMckgeVAnmest, drrGeinchnHblGd Pit die Frag»7 eingehend l ehastWlt nßd fitz dafHt aftzOjpstßchen, 4m umfassend« Schritte find nicht geschehen. 'Der Redakteur diese« Blatte« chai »n B«ch»vd»ng anst Follzgen -«»«.her Provinz, P^Mtrft'chlK ^ptMst^i« BeiM'aller Re jil«schch^«hüler berührenden, mit der Religion zusammenhängenden Wünsche (rcsp. Miß stände) verfaßt*) und mit der Unterschrift einer Anzahl voi, Gemeindevorständen au« der Provinz und ein paar anderen an da« CrütuSministrrium abgehen laffen. Aber die übergnße Anzahl der Gemeindevertretungen verhielt fich bi« jetzt urthätig oder gar abweisend. Sie glauben immer der weitge'-endsten Echattirung de« religiösen Liberalismus anzugehöreit und deffen Parole folgen zu müssen. Weil nun jene zur Z:it gänzliche Streichung de« Religionsunterricht« au« den Lehrplänen begehrt, fo glauben viele Juden, daß fi« fich eite Blöße geben, wenn sie für den öffentlichen Mischen Religiontunterricht etwa« fordern. Sie bedenken nicht, daß von der weitgehendsten Forderung der libe«.ien Richtung bis zu deren Erfüllung noch ein sehr weiter Weg ist, und daß eS daher den Juden nicht verübelt wrrden kann, wenn fie für sich etwa« fordern, solange auch den Anderen gewährt wird. ES steht zu hoffen, daß recht viele Synagogen-Gemeinden nun von der Eoncessioa, welche da« Ministerialrescript erlheilt, Gebrauch machen uns durch praktische Berwerthung derselben di, Angelegenheit auch sür die künftige gesetzlich« Regelung fördern werden. Aber eS steht eine große Schwierigkeit anderer Art im L ege, und diese muß hier zur Sprache gebracht werden. Bis jetzt ist die Einführung d«S jüd. Religionsunterricht« in üiymnafien sie. in kleineren Städten erfolgt, von größeren Städten aber nur in Breslau. Die kleineren Städte haben ein Gymnasium oder eine Realschule und etwa noch «ine höher: Töchterschule; der Rabbiner oder der Rel.-Lehrer oder beide zusammen find füglich im Stande, den iSr. Rel - Unlerricht in diesen Schulen zu rrtheilen.. In BreSlau wiederum gib: eS fooiele junge und ältere jüd. Theologen, Beamte, Privatgelehrte, Seminaristen u. f. w., daß das Personal vorhanden ist um alle öffentlichen Schulen mit qualificirten isr. RtligioaSlchrern zu versehen. Dagegen lregen die Verhältaiff« in a rlxren größeren Städten sehr ungünstig. Hier in Stetlm z. B. find zwei Gymnasien, eine Realschule erster und eine zwert:r Ordnung und vier höhere Töchterschulen, welche allesamml von jüdischen Schülern besucht werden. Zur ErtheUung der irr. Religionsunterrichts an diesen Schulen würde die Synagogengemeinde mich und de« Lehrer (Eantor) präsennren. Wie rsr e« nun möglich, daß zwei oder auch drei Lehrer durch alle Elasten dieser acht Schulen, in denen an de» versck irdensten Zeiten, Orlen und Tagen Religionsstund«» angesetzt sind, jüd. Religionsunterricht ertheilen? E« laffen fich freilich die Schüler mehrerer Klaffen combiniren, vielleicht würde der Magistrat, bzw. die Direktoren, auch darauf eingehen, tu3 jüd. Schüler au« verschiedenen städtischen Schulen zusammen unterrichtet werden; ich dürft« wohl auf Entgegenkommen rechne» — aber e« hat auch da« sein« Grenze», und nun di« königlhsten und die PrWstMöMMHulen? Dazu lom&, dq-chie AWA^Klq^-ReWWWstH^n sür un ser« Btzhüßfnisse Wicht «vOrHht, »Samü-m DochsGeitere gegebenmjtzdO,. .Wr dt», WeM aNchafrhr «eotgeMnder, welche nur eine Elementarschule besuchen, für die Arnlenkiuder überhaupt, muß frsnxr doch rin« Gemejnde-Religjon-schnle bgstghea. Wpher die Hehrer, woher die Zeit nthmen? Ich «spreche »ton mir und von Stettin, weil e« sonnenklar ist, daß mancher College in den größere» Städte« fich in derselben Lage de findet; er sagt sich: 2TT Mp KTHC "MTD M12) 'K7I Rur darum, „durch viele Rathgeder erwächst Hülfe". Ich bitte um Mittheilung von bisher gemachten Erfahrungen, befolgten Lehrplänen, getroffenen Einrichtungen und von Borschläg en. Der Austausch der Gedanken darüber ist höchst wichtig und erforderlich; und da die Sache keineswegs bloS die Rabbiner angeht, so darf ich, ohne die Leser diese« Blatte« zu mokestiren, wohl deffpu Spalte» zur Verfügung stellen, detaillirl« Erörterung über Lehrgang, Stundeavertheilung «to kann ja vermieden «erden. ES wäre schlimm, wenn wir etwa« erbeten und erlangt hätten, von dem wir nun keinen geschickten Gebrauch zu machen wüßten! Etwa« -mm’ Ehrtstenthu«.') fReplik auf „Etwa« vom Judcnthum." Schief. Protestantenbl. Rr. 23, Jvhrg. 5.] Motto: Und da Haman sah, daß Maedechai sich nicht bückte vor ihm und fich nicht niederwarf, da ward Haman von Stimm erfüllt und schätzte e, zu gering, an Mardechai allein Hand a»zulegen und sucht« zu vrrtilge» all« Jude» i» Sterch« de, AhaSvero«, da, Volk Mardechai« (Esther S, b und 6.) DaS Geschlecht derer von Haman stirbt nicht au«. Ei neu BewerS dafür liefert der Brandartikel: „Etwa« vom Ehristenthum" in Nr. 23 de« Schles. Protestantenbl. Sehen wir von dem Inhalt de« betreffenden Artikel« hier noch ganz ab, so können wir doch schon der ganzen KampfeSarr, v:: ganz« Judenheit und sogar die Religion de« Judenthum« zu verunglimpfen, weil einige Bekenner derselben fich schwierig gegen die Anmaßungen eine« SchuloeSpoten zeigen, die Anerkennung nicht versagen, daß fie der Haman« ähnlich sehe wie ein Ei dem andern. Wahrlich, garantirtrn un« nicht vier an der Spitze de« genannten Blatte« gesperrt» gedruckte Ra men liberal-protestantlicher Geistlichen die liberale Gesinnung desselben, aus diesem Artikel wäre der Schluß auf da«, wa« wir bisher al« da« Gegentheil derselbe« ansahen, auf fanatischen Judenhaß und noch mehr, auf da« glühend« verlangen, de nselben in anderen zu-erregen, gestaltet. Oder ist vielleicht FeindseligkeU gegen die Juden ein nothwendige« Requisit für *) Wir verweis«» zu diese« Artikel auf. de» «eiter u»te« folgenden: „>u< vreSlau"; ma» »oll« letzter« zuvor lese», well er für obenstehendrn nothwendig« Erläuterung gibt. — Wir hatte» d« besprachen« Aufsatz im Vchles. Prot. vl. bereits erhalt« und Auszüge au« demselb« nebst unserer Entgegnung für vor. Ar. bestimmt. Qi blieb «US Raummangel weg, wir ziehen jetzt dm gritzt« Lhril des Unfrig« z» Gunst« der Auslastung« de« Har« P. zurück. — Mo« darfett« Ab», d» Untorschiad putsch« Schrat»« pnd HantzochrtAn -sagh kam» üch Mir in Sima« dar christliche -Anffaffmag, WflW. - (P*0 . «) Sbist in Ar. S1 Zechr^ 1873 dies. vl. ab^drucki.