Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 25.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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196 — EliaS Itamnt nicht in sauer wirklichen Gestalt unter die Mensche», lachte sich unser Mau», sondern 'pflegt oft verkleidet oder gcir in Gestalt eine« gewöhnlichen Menschen unter den Sterblichen zu wandeln. Da begegnete er dem vr. Mennich, der obgleich Kathollk, dennoch einen EliaS repräsentiren könnt«, der so viel Heil und Legen unter die leidend« Menschheit streut unb nicht nur kranke Körper, sondern auch leidend« Gemüther so meisterhaft heilt, ohne zu fragen, welcher Konfession der Leidende angehöre. Diesem legt nun K sein Unliegen vor, und Dr. Mennich reicht ihm freudig die Hand und sagte die Annahrie der Gevatterschaft zu! Drei Tage darauf ist in dem festlich geschmückten Tempel ein zahlreiche« Publikum versammelt. Die liebenswürdige Frau des vr. Mennich trägt feierlich ein Büblein in chren Armen, um eS in den Bund Abraham« aufnehmen zu lasten. Auf den Ruf „Gevatter! Gesegnet sei, der da kommt!" schreitet würdevoll vr. Mennich der Frauengruppe entgegen, übernimmt sein Pathchen und üdergiebt eS dem Operateur. — Nach der Eeremonie begiebt sich daS anwesende Publikum zu dem vom „Gevatter" bestellten Gastmahl, die 'gemüchlichste Laune machte sich bald durch sprudelnd« Toa.le Luft. Nach Beendigung des heitern Mahles theilte der Doctor Singende Recepte aus, und die Gevatterin beschenfte die Wöchnerin auf eine splendide und doch zari e Weise. U I. (Sehr schön von der einen Seite! aber ist e« auch schön, daß in TotiS sich kein Jude fand, der dem K. dar Bei-trauen einfloßte, daß er bei ihm keine Fehlbitte thun werde? Red. d. JSr. W.) Etat», zum Thell, weil di« Regelung der Angelegen^ Jr durch da« in LuSsicht stehend« llnterrichtSgesetz erwartet Wird, Wie». Die „R. Fr. Pr." veröffentlicht die nachfol-mch, Bekanntmachung: Der Vorstand der „Israelitischen Allianz ' zu Wien" hak, iu Ausführung der Statuten diese« Verein»; au» seiner Mitte eine Lektion erwähltj, welche Urkunde« aus die Geschichte der Juden in Oestrrich-Ungarn bezüglich,. >* sammeln, sichten und in einem in zwanglosen Heften heran»« zugebenden Archive veröffentlichen wird. .. . " Der Borstand der „Allianz" glaubt hierbei auf di« I»» erkennung und Mitwirkung der Freund« und Förderer der äst- ’ j reichisch-ungarischeu Geschichtsforschung rechnen zu dürfen, »uv . erlaubt sich, an Besitzer von Originalien oder Lopien solcher < Dokumente, welch« aus die Geschichte der Juden in Oeftreich» Ungarn Bezug haben, in welcher Sprach« oder.'Schrift auch immer diese geschrieben sein mögen, die höfliche Bitte zu richlen» den Sekretär der „J»raelstischen Allianz", Herr» vr. ,r., P. Friedrich Frankl (I. Sterngaffe Nr. 3 in Wien) über , ' den Umfang und den ungefähren Inhalt der iu ihren Häu» den befindlichen Urkunden gülrgst belehre» zu «ollen. ' Prag, den 5. Juni Acht Mitglieder de« czechtfcheu . : Arbeiter-Geheimbunde« „Brüder der Fackel" in Schlau ' wurden heute von, Prager LaubeSgerichle wegen Verbrechen» f ' ■ de« Diebstahls und wegen de» Vergehen» einer geheime» Bereintbildung zu 3 bis 4 Monaten Kerker» »erurtheitt. Die Statuten enihiellen die Bestimmung, den deutsche« In- - den seien Petarden in die Fenster zu werfeu. Vermischte und neueste Nachrichten. Mlgtzeburg. In Bezug auf den von mir im Leiart. Rr 19 besprochenen „Stoff za einer Petition" betreffend die Gleichst» llung der jüd. Beamten hinsichtlich der Steuerbefreiung, erstell ich von Herrn vr. Bran n, Rabbiner zu Preuß.» Stargai di, sreuudlichst die Zusendung eine« ansehnlichen Eonvotuts iwn Papieren, au» welchen ich ersah, daß Hr. vr. B. bereit» im Jahre 1860 durch alle Instanzen hindurch bis zum Mluister Grafen v. Schwerin dieselbe Angelegenheit verfolgt hatte, aber allenthalben abschlägig beschieden worden war Unterm 7. Januar c., wandte er sich mit einer Petition a i da« HauS der Abgeordneten, dasselbe um Abhülfe angehend und die Anwendung des betreff. JmmunitätSgesetzeS vom 11. Juü 1822 auch auf jüd. Geiitliche und Lebrer in allen Laoten des preuß Staates verlangend. Hierauf ward ihm folgender Bescheid: DnS Hau» der Abgeordneten ist in seiner Plenarsitzung vom 17. März dem Beschluffe der Gejueiube-Comniission beigrtreten: "„die von Ew. Wohlgeboren ringebrachte Petition vom 7. Januar c., weil dem Anträge derselben gesetzliche Bestimmungen entgegenstehen, zur weiteren Eiörrernng im Plenum für nicht geeignet zu erachten." ES blebt sonach kein anderer Weg übrig, als um ein Gesetz zu prtltioniren, worin die Gleichstellung der jüd. Beamten mil denen der anderen Cofessionen hinsichttich der Steuerbefreiung Var und deutlich ausgesprochen wird. Ich habe «ich deshalb mit dem hies. Landlagsabgeordneten, Hr. Appellaliouegerlchtsralh v. Kannegießer, in Verbindung gesetzt, der aber au» OpportunitätSgründen von der Einbringung eine« solche» zlutrage« in der nun zu Ende gehende» Session abräth Mil Begrün der nächsten Session gedenk/ich s. G. w. die Ang.'legeuheit auszunebmeiz, um eine gesetzliche Regelung derselben herdeizusühteu. kl. gkrlil, den 6. Juni Aus de» Gegenständen, mit welchen sich gestern die UnterrichtScom Mission beschäftigt hat, ist eine heroorzuhebeu.' iu welcher mehrere israelitische Elementarlehrer und Geistlich« völlige Gleichstellung mit den Elemeutarlehreru und Geistlichen christlicher Eonfessiou und darum cuch Dotirung au» Staatsfonds beantragen. Die Commission ging über-,dies« Petitionen.zur Tagesordnung über, zum flcheil mit Rücksicht auf die bezügliche» Positionen de» Brvdtz, am 1. Juni. Die Handelsuud Gewerbe-Kai»« mer" giebt Kunde von dem erfolgtcn Hinfchciden chreS srüderen Präsidenten und bisherigen Mitgliedes de» Herr» Mayer Ritter von Kallir, „Banquier und Großhändlrr, MUglied der k.. k. geologischen ReichSanstall, Ritter de» k. t. Frauz Josef Ordens der eiserne» Kroire III. Klaffe. Ehreud-rgek der Stadl Brody, Mitglied sämmtlicher hiesige» WohUhätig- / keitS-Anstalten", welcher heule um 9‘/, Uhr Morgen» i« 86. Lebensjahre nach kurzen Leiden selig entschlief. _ - Uugir». Nach dem Glaubenebekenntniffe geschieden, giebt eS in Ungarn 9,205,000 Katholiken, 3,145,000 Protestanten und 554,000 Israeliten. Der Ueberschuß der Geborene» de» trug bei den Katholiken »nd Protestanten (während der fünfjährigen Periode von 1866—1870) 16—22 •/„ bet darIsraeliten 49—50 */a, ihre Vermehrung ist die relativ größte. Londvu. Sir Mose» Montesiore wird demnächst i« Begleitung de» vr. Löwe nach Palästina abreiien. Wie wir. vernehmen, hak ein reicher GlaubenSgenoffe iu Kaliich 35,000 Rubel für Palästina zu geben .versprochen, fttllS Sir MoseS sie nach seinen Intentionen verwenden wolle., Vielleicht wird M. vorher noch nach K. reisen, um Rücksprache z» nehmen. — Unter dem Patronat der Frau Oberrabb. Dr. Adler und anderer Damen wird für den Montef.-FoudS^eia „Bazar" eröffnet werden; eS steht zu hoffen, daß auch vom Eonttnent Gaben für den Bazar eiugehe» werde». i, .. — Am Lag B'ovier haben, wie „Jew. W." bemerft, hier auffallend wenig Trauungen stattgefuude», iu der großen Synagoge" nur 8, in „der neuen" — keine. Schlecht« Geschäfte auch für die EultuSdeamten, setzt d. Bl. hinzu, vernutthlich ist e« in Deutschland ebenso Feuilleton. Die Jude» i» Nbesstmie». (Fortsetzung.) ' Die Aeltesten und Priester haben die religiöse Gerichts» barkeil. Da» Malkutschlagen mit vollen 40 Hiebe» (»ach 'JÜ dem Wortlaut der Thora) ist eine furchtbar« Strafe.. ,D«r Büßende wird mit dem Bauche aus hie, Erhe gelegt, HAMtze; f und Füße mit Lrderriemen fest zusammeugeschtzW, ustd, «äh- -4 rend er von 4 Männern festgehalte» wird, erhält er von 2 '.