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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 25. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 25.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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r MUtt Hab,« bi« ®emei»b« »iebet au« eigener Jnitiattve t- Btbfht« |n einer neuerliche« verathung gesendet, aber beide Elaborate ruhe« irgendwo sanft; die Lande«repräsentanz fin» ' bet e« «icht der Mühe wenh, sie zu urgiren, sie zum Lebe«, / g zur Auferstehung zu rufen. Ist e» vielleicht wegen oa 'S DJ " nvr K1? Run: ma I dann würde doch wenigsten« eine kleine aber Halde Ordnung Piah greise», tue nach und nach zu einer - gauzen sich herausbilden würde. Sohl ist die Repräsentanz ursprünglich nur gewählt zur venoatlung de« Lande«fond«, herrührend von de« Steuer« Überresten; aber die Statthalterei hat ja ihr Mandat faclisch erweitert und auf alle Gemeindeaugelegenheit« »»»gedehnt. Sie hat nämlich, laut veröffentlichtem SitzungS-Protocoll« v. Mürz l. I., über Auftrag de« h. k t. Ministerium« de« Kultu« die Petition einiger Local Rabbinen um staatliche Sub- »ention der Repräsentanz zur Stellung eine« bestimmten und ' »otivirten Antrag« über die Bemessung und Bertheilung der Subventionen abgetreten. Sie hat ferner eine bei ihr von Mitgliedern der Eultu«gemeinde Mascha» eingebrachle Beschwerde gegen den dortigen Vorsteher tz I Hirsch, der die Verfügung getroffen, daß nur der Kantor und nicht die Trauernden im Gollethause vorderen soll, auch der Repräsentanz zur Aeußerung abgetreten. Daß auch die Gemeinden tu ihr mehr al« bloße Verwalter der Landetfond« sehe», zeigt 4 bo» Ansuchen Der Kultu«gemeu,oe Äußig, die Lb-ogirung de« , E bi« nun noch nicht aufgehobenen Judenpatente« v. 8. August 1787 im Gesetzgebungswege herbeizusührem Beweise genug, baß ihr Randal nicht blo« aus die Verwaltung der Fond« beschränkt ist, daß e« ihre Aufgabe wäre, etwa« inehr Ordnung zu schaffen, wenn nicht eine neue Organisation in» Leben zu rufen, so doch darauf zu sehen, daß da« gesetzlich »och Bestehende geachtet und eingehailen werde. Wenn auch nicht veraMwortluh, so wird r« doch teinetsall« ehrenvoll für 'bie Land.«repräsenlanz sein, wenn der Regierung so viele Verstöße gegen die Lande«gesetze von Seite der böhm. Juden 99t Augen treten sollten. F IV % p ►*. * ' $9tit (Böhmen), 1. Juni (0r.-4orr.) Zur Abhaltung einer Leichenrede jungst nach Kzaslau derusc», hatte ich Gelegeuheu, muh von dem ersprießlichen Wirten de« dortigen KnttnSvorstqnves zu überzeugen, und neuerding« die Früchte energische» Streben« emerseit«, und jüdischer Wohlthätigkett aavrerseu« zu bewundern. Kzailau, eine der allerjüngsten jüdische» Gemeinden Böhnien«, ist nicht so glücklich me Reühenberg, Pardubitz, Saaz u A., au« einer Ber- «tnignng «eist wohlhabender, niilunter auch sehr reicher Ansiedler ent,landen zu sein, e« waren da, wie mir der sehr »ackere Vorsteher, Hr. Goldberger, erzählte, nur zumeist sehr mäßig bemittelte jüdische Familienväter, die alsbald nach ihrer Anstedelung sichalskultgemeinde constituirten, die heute nach »euigen Jahren unablässigen religiösen und ge einnützigen Streben« eia sehr schöne« geräumige«, eigene« Hau« besitzt, in dessen Parterrlocale die Schul- und in besten oberem Stockwerke der sehr schön und zweckmäßig eingerichtete Betsaal von einer sehr umsichtigen, äfthellschea Sin» verrrathenden Leitung Zeugniß geben —, zu bedauern ist vorläufig in der Einrichtung de« Betsale« nur, daß, wie auf meine Anregung mir erklärt wurde, au« Mangel an Raum zur Errichtung einer Frauengallerte eine Trennung der Geschlechter während de« GotleSdienftc« nutzt bewerkstelligt werden konnte —; wogegen mir andererseits wieder die erfreuliche Mittheiluug gemacht wurde, baß während früher die kaum konstituiere Gemeinde durch »nerhedliche Reiaungödifferenze« in zwei kleine Lager gelheilt mt — in Böhmen ein Unicum — gegenwärtig ein feste« Band der Eintracht die ganze Gemeinde umschlingt, und e« aaa wohl den vereinten Kräften bald gelingen dürfte, auch noch einen GotteSacker zu gewinnen, während gegenwärtig etwaige Leiche« «ach einer dex nicht allzuferne gelegene« Nachbargemeinde» überführt werde« »üffen. Der Rnnificenz der Wiener „israelitischen Allianz* verdankt die Gemeinde einen Theil der Förderung ihrer religiöse« «nd cnltnrelle« Zwecke, indem chr von derselben eine Subvention für Tempel und ’ Schule zu Theil wurde; aber auch von vielen Gemeinden Israel« in Rah und Fern wurden auf A« suchen und persönliche Intervention de« unermüdlichen, für daS Lnsblahe« der Gemeinde sehr thätigen Herrn LultuSvorfieher« G in hochherziger Weise Gaben gespendet, die, wie ich durch Autovfie wahrgenommen, die allerbeste Verwendung fanden. Wie wir soeben au« Rr. ISS de« in Wie» erscheinenden „Extrablatt* entnehmen, lebt in Wie« eine arme Jüdin Ramen« Helene Meitner, die vom geringen Einkommen einer Kohlenagentur ihr Leben.nur kümmerlich fristet, und sich e« doch zur Lebensaufgabe gemacht hat, arme Glauben«- genoffen, die in den Spitälern Wien» krank darniederli ge» und doch »icht Trefa eff« wollen, mit Solchertost, die sie allenthalben zusammen zu bringen weiß, zu versorgen, wa« tdr seit Jahren bi« allher durch unermüdliche« Streben gelungen. Nachstehende« in erwähntem Blatte veröffentlichte« Anerkennungsschreiben der leitenden Herren Präses, au die arme schlichte Frau Meitner glaube ich in diesen, Blatte mittheilen zu dürfen: „Die durch viele Jahre durch ihre unermüdliche Aufopferung in humanitärer Beziehung genugsam bekannte Frau Helene Meitner, welche mit Erschöpfung ihrer eigenen Mittel bi« vor Kurzem zahlreichen Patienten iSraetitischer Konfession im hiesigen allgem. Krankenhanse rituell zubereitete Kost und andere Erquickungen verschaffte, mußte für einige Zeit ihr wohlthätige« Wirken wegen Abgang der nöthige« Geldmittel einstellen. — vor Beginn der letzten i»r. Osterfeiertage wurde die edle Seele aber llerart bestürmt, sich der kranken GlaubenSgenoffen anzunehme», daß sie alle ihre Kräfte ausbot, und den Patienten i«r. Konfession am allgem. Krankenhause wieder rituell zubereilete« Frühstück und Jause (Be-perbrod) verabreichte. Dieser humane Akt der Selbstaufopserung verdient um so mehr öffentliche Anerkennung, al« die wegen ihrer werkthätigen Menschenliebe „barmherzige Mutter* genannte Frau Meitner sich nicht iu den besten finanziellen Umständen befindet, daher auch vermögende» Menschenfreunden empfohlen werden muß. gez.: Prof. Arlt, Dt. Fieber, Dittel, Schrötter. Etwaige Geldunterstütznugen behus« Speisung armer jüd. Kranken durch Frau Meitner, die mir zugehen sollten, will ich gerne zur Uebermittelung annehmen und quiltiren laffeu. Rabb. Ehreutheil. In Totiü, einem Stäbchen Ungarn«, lebt ein armer Israelit, den der Gott Abraham» zwar sehr stiefmütterücher mit irdischen Gütern, aber um so rechtmütterlicher mit einer zahlreichen Nachkommmschckst segnete. Alljährlich beglückt ihn sei» treue« Weib mit einem jungen Kosmopolit«, der mit eine« solchen sensationellen Geschrei seine Existenzberechtigung zu behaupten sucht, al» wäre er der ausschließliche Erbe eine« Paschalik«. Soll nun der junge Staatsbürger auch in den Bund Abrahams ausgenommen werden, so bedarf e» bekanntlich eine« Gevatter», der sich — wenigsten» in den minder realistisch« Zeiten — glücklich schätzte, ein so gottgefällige» Werk au«üb« zu können, obgleich die« mit beträchtlich« Unkosten verbünd« war. E« entstand da nicht seit« eine heftige Konkurrmz um die Gevatterschaft, wobei da« Loo» oder auch die Gewogenheit de« Vater« zu Gunst« de« einen oder ander« Konkurrmt« entschied. Wie ist aber in unser« bös« Tagen alle« ander« geworden! Die Konkurrmz hat aufgehört, wenigsten» um die Gevatterschaft. Niemand kümmert sich mehr, ob die Familie seine« Glaub« «genossen sich um ein männliche« oder weibliche« Glied vermehrt hat, e« müßte denn an» Furcht geschehen, eventuell mtt der Gevatterschaft „beehrt* zu «erd«. — So Äet nun auch unserem K. in Toti», der in seiner Ratht einherschlenderte «ick an jen« mythischen Glaubens¬ und Schicksalsgefährten gedacht Hab« möchte, de« der Prophet Ella» begegnete, sich seiner Leid« gevatterlich annahm, »nd chn dann znm reich« Manne «achte. Doch der Prophet

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