Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 25.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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— 19ÄJ zuzusetzen und begnüge». wk» wit ei» Paar d«e^Mpdnirtm Blafft«. Der erffc: Artikel vcntet sich gegen JoSl und ist „«in Breslauer im SuWstdM untNrzeichnkt. WEklOmdeN Fch^darüber, daß min DülfeKde» StaatW geMn.DenenMdmigernda- * «nd au«tretende OlitgAderWidiseDr HaMkknfen «olle. [Gegen Steueraerweigernd«, welche Mitglieder bleu ben-moll«m^aIl«dingü»:Geil chn», Herrgel?;7v«»tzftPug un-- «ügiü-^s^Vvenn "rlp^ch«« steistchen soll i' 4n»*r r nicht zu zahle», de» die Steuer Fordernden unk dessen Auf» traggeber zurr Besten z« halten u. s. «. — gegen Auttretenbc aber doch nur, insofern sie diesen Austritt zum Schein erklären, und dann auch wesentlich nur dahin» daß der Au»- tretend« mitüiernommrne« Berpsiichtungen gerecht werdet Er sähtt dann fcrt: Line ReligionSgenoffenschaft, namentlich» die fiidilch«, [warum diese namentlichsj muß, wenn sie lebensfähig sein soll,, nur mit solchen Mitgliedern geschloffen und. getragen werden, di« ein herzlbh innige» Jntereffe an chrem Bestände haben, «in Jntereff«, welches sich jo weit erstreckt» daß ,» selbst in etwaigen Auswüchsen in cultueller oder anderrr Beziehung, nur dl« Auffrrderung findet, mit liebender Hand durch eigene» nnd der Zeitgenoffen Hiozuthun und mit Hilfe der Alle» .eisende» Zeit dieselben zu entferne» und Berschönerunge« an deren Stelle zu setzen — Der Berlust dieser Theilnähme an dem äußern Bestehen und Gedeihen seiner religiösen Gemeinschaft ist gleichbedeutend mit dem Austritt au» derselben [gcn, richtig; wer nicht mehr beiträgt, ist de« »uttretenden gleich zu erachten, soll dann aber auch offen erklären, daß r:, au» der Gemeinschaft, d. h. dem Judenthnm, au»tr«te.j und der Staat kan« hier fo wenig helfend in» Mittel trete», als die Polizei «in schlechte» Kind zur Liebe gegen die von ihm verlaffenen Eltern zwingen kann. — Wer eine Sache nicht mit ihren Tugenden und Fehlern liebt, der liebt sie überhaupt nicht. Drum fort mit dem, der au» irgend einem Borwcnde den Beitrag zur Erhaltung de» Ganzen verweigert, denn chm ist da» begeisternde Jntereffe verloren gegangen, an rer großartigen Ge schichte de» Judenthnm», seiner wunderbaren Erhaltung durch Jahrtausend« barbarischer Verfolgung und seiner dadurch pragmatistrten Mission in der Zukunft, für die e« den sich geläutert habenden Lern einer reinen GotteSanschauung z» wahren hat, wenn um ihn herum nicht» al» ^jersetzung und Auflösung vorhanden sein wird, die schon jetzt über da» erst« Stadium hinau» gelangt ist. Wem diese Anschauung gleichgUtig geworden, hört eo ipso auf,amjüdis-hestL«b«n theilzunehmen, und wer ihn gesetzlich daran feffeln ivollle, versündigt sich nicht nur an der individuelle» Freiheit, sondern schwimmt auch gegen den Strom der Zeit, die di« Lösung de« Brrhällniffe» zwischen Staat und Kirche zur lbevis« genommen. Wird deshalb da» Judenthnm untrrgehrn? wahrlich nicht! Al» nach Schluß der MendelSsohn-Weffelly'schen Periode in de« SOr,Jahre«, in Berlin, BreSla«, Königsberg, viel« jüdisch« Familien an» Ungeduld darüber, daß gewünscht« Reform«« theil» von lier unvorbereiteten Maffe zurückgewiesen, theil» von der Regierung unterdrückt worden, der Tauf« sich unterwarfen, da glaubt« man da» Leben der jüdisch--.: Religion»- Gemeinschaft gefährdet. Und «a» haben wir seitdem erlebt? und wie anrer» hat sich Ali» gestaltettz Ohne Hüse von j Wch«,. ohne.de» Apparat von Obewcktkrchenra ttziLdnsistorinm,. i Bischöfe» u. s. « entstanden raoiaunmtaU GotteShäusrr i», 'zahlreichen Städten,,stieffeit» und stHditzOiiMMcean«, iu de» , nelstdG all»» PsOn««^tnd atzen« LMerHois»» ftüher vevpöDeNsOrgekN s^Süßr m>ie iw»»d»»»vor» mal- »achexilische« THpWn erWUge^. pvechrr weiß der-VetzfaffS^daS l i Ueberalln der Bombast der 'Phrase!j und die Predigt i» den Mutte»- j ikUNchea.eiur wesmulicher Theil che». GotleSdieusteS^gemorb« ist. Wiffenschaftliche'Institute/ Seminare und-SchMen imerden zur Pflege jüdischer Theologie gestiftet, und Hospitäler in einem Stile gebaut »nd auSgestatlet, der sie al» Musters»» stallen für nah und fern den horvorragendften- Standpunkt, einnehmen läßt. Jnmftien de» Getöse».der religiöse« Weltkämpfe der Gegenwart steht da« alteJuda da, gesichert, weil einig. [einig! woher denn da« Agitiren um Trennnng und Austritt um seinen inuersten Kern-am blühenden Baum, ein inmitten anprallendrr Wogen sei».klare» ruhige» Licht bewahr* render Leuchtchur«. Wer sein Ancheil an diesem göttlichen Kern, an der Pfleg« de» Baume»; der Unterhaltung de» Licht» hochobeu ausgegeben, und dem heilige« Erbtheil seiner Bäter schnöden Geld«» halber den Rücken, kehr»,, den lqßt ziehe» seine» «ege». — Klopft er aber mft der Zeit an Euerem Todtenpfärtche» um Einlaß, «i so macht'» wie Friedrich» II, der in eincmmal sich zahlen ließ, wa» chm. »S mal versagt; worden, ohne Erbarmen, am Unrechten Platze. [Dr. Joüb. hat aber darauf hingewiefen, daß e» s«hr peftrlich sein müßte, schließlich am Grab« Nachzahlung, zu fordern.^ Herr Rabbiner vr. JoSl scheint vom Leben und Weben der jüd. Gemeinden England» und Amerika'» noch wenig Kenutniß genommen zu haben, er würde sonst anstatt dagegen sich abwehrend zu verhalten, wohl bald selbst europamüd« über» Meer setz»», um selbst an jener reichen Munificenz Theil. zu nehmen^ womit dort alle Gemeindeanstalren, von allen »nd jedem einzelnen auSgestattet, die christliche» im. eifrige» Wettkampf zu über bieten suchen. Der Stolz war das Seheimniß. welch«» die Erhaltung de» Judenlhum» erklärlich machte, uud welches dir Ghettos den Hildebrand'S und Gregor'»,, sowie de« Dränger« außer» halb Rom», im geschloffene» Earrb sich entgegen stemmte» und da» gelbe Abzeichen war ihnen eine OrdeuSdecoration^ [vombaft lj Mögen sie abzieh«», di« sich diese» Stolze« nicht mehr bewußt find. Die Gemeinde« werden darum nicht untergeben und sich schlimmste» Fall» ökonomischer riuzurichten habe«. Di« Krifi» wird »ur zeitweilig sein nnd die Reaktion auch diesmal nicht ««»bleiben. Wer da» „Schemah Jitroel" im Leben nur einmal gehört, «L e» bei seinem Absterbe» noch einmal hören und sein« Seele darin auöhauchen. [Da» wollen wir auch nicht genau untersuchen kj Die Entgegnung. Replik, lautet im Wesentlichen: »Di« Antwort hat eine» Fehler, einen Eardinalsehler, sie ist eben Alle«, nur keine Antwort. Sie trifft gar nicht de» Gegen», stand der Broschüre, st« widerlegt nicht ein Wort an dersel». den. Sie geht nicht auf die Broschüre ein, st« geht «eben her. Sie hat etwa» von dem warmen Hauch einer Predigt, aber einer Predigt über «ine« ft eien Text, nicht über de» Text der Broschüre. Wer »iS die Leute, denen da« Juden«, thum keine Herzenssache mehr ist, äußerlich und staatlich an daffelb« binden? Der Verfasser der Broschüre doch tpohl nichts I» Gegentheil, au» ihr gerade lese ich etwa Folgend«? her»