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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 24. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 24.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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bcrn in FrSkikeln geordnet, und jeder Rame «it Nachweis hat ein Blatt. Lin zahlreichsten und die Ebachme Zarfath. Ein Eonoolnt enthält ferner alle jüd Autoren und Rabbiner chronologisch geordnet von anno 500 -1800 Beinahe druck' fertig in ein begonnenes Iugendwerk Tolvolh Gebote Israel vom 77« bi» 71 vollendet. Der früher m d. Bl. erwähnte Verkauf von Handschriften wurde durch r>aS freundliche Entgegenkommen d«S Läufers (Herr M. i r M.) wieder rückgängig. Bei Lebzeiten brS iel. Carmalh wurde nur von ihm verkanfr Erkol und Fract. Embm. Ottweiler, 6. Mai. Einem sehr ausführlichen Berichte der „St Jihanner Ztg." entnehmen wir nachfolgende Auszüge: Eine ebenso erhebende als seltene Feier vollzog sich genern in r nserer sonst so stillen Stadt, die er wodl verdient, auch in w nreren Kreisen bekannt zu werden. Ter hiesige israeli.ische Lehrer Herr L ev y, ein gedorner Oltweilerer, feierte gleichzeitig nit seinem 70. Geburtstage auch sein SOjähriges Amtsjubiläum. Bei feinem stillen und bescheidenen Wesen wäre eS, w.e dem Referenten bekannt, dem Jubilar viel lieber gewesen, wenn dieser Tag still und unbemerkt vorübergegangen wäre. Seinen zahlreichen Schülern. Freunden und Skr ehrern aber, wie auch seinen Vorgesetzten Behörden war derselbe eine willkommene Veranlassung, dem in seinem Anrte. wie im Pr varleben vielverdienten und allgemein geachteten Mar.ne Dark und Anerkennung für sein langes, ebenso segensreiches als mühevolle« Wirken zu zollen. Zu diesem Zwecke bildete sich schon vor Monaten ein au» jüdischen und chrinliehen Mitbürger,i unserer Stadl bestehendes Festcomire. um diesen Ehrentag des Jubilars in gebührender, solenner Weise zu feiern. Und dieser Zweck ist denn auch in ausgiebigster Wriie erreicht worden, denn die Feier war eine wahrhaft großartige und gelungene. Zur Einleitung des festlichen Tages brachte der Ottweiler Männergesangverein dem Jubilar schon am Vorabend ein Gesangständchen. Ter >.ächfte Morgen 'and die Stadt in freudigster Aufregung uni, in festlichster Bewegung. Von allen Seiten strömten die Festtheilnehmer, theils aus weiter Ferne herbei, vorab ehemalige >nd jetzige Schüler und Schülerinnen des Jubilars, in dessen Wohnung, um demselben ihre Theilnahme zu bezeugen und ihre Glückwünsche darzubringen. In erster Linie erschienen bei ihm zu diesem Zwecke auch seine nächsten Vorgesetzten, die Herren Lreisschnlinspectorcn Pfarrer Rieh» von Rrunkirche» und Pfarrer Zimmermann von Wiebelskirchen, um demselben zu ,einem Ehrentage die herzlichsten Glückwünsche abzustatten und ihm Anerkennung und Tank für seine treue uud redliche Amtsführung und für sein reiches Verdienst um die Schule überhaupt zu erkennen zu geben. Etwa um 9 Uhr erschien Herr Kreisiccreiär Wolss, um, in Vertretung des am persönlichei: Erscheinen verhinderten .Herrn Landratbs, dem Jubilar die Insignien des ihm von Sr. Majestät dem Kaiser und Köniz, verliehenen Adlers zum Hohenzollern'schen Hausorden zu rberreichen. Gegen 10 Uhr etwa begann der Festgottesdienjt in der zur Feier des Tages festlich geschmückten Synagoge, bei welchem Herr Sender von Tholey als Vorderer funzirte und nach erbebendem Feugefange Herr Land- Rabbiner Goldmann von Birkenfeld, in Vertretung des durch Krankheit verhinderten OlnrrabbinerS vr. Kahn von Trier, die Festrede hielt. Ein besonders ehrendes Zeugniß für den Jubilar roar eS gewiß, daß die Lehrer aller Confessionen in sehr großer Anzahl aus der näheren und weiteren Umgegend herbeigesti öml waren, um den all erehrren College« zu seinem Geburt»- und Ehrentage zu beglückwünschen und diesen Tag in Gemeinschaft mit ihm zu verlebe». Auch die in alle Welt zerstreuten Schüler und Schülerinnen de» Jubilar» erinnerten sich de» theuern, geliebten Lehrers an seinem Jubiläumstage und über 40 Telegramm«, di« während de» Festmal« einliefen und theil» au» weiter Ferne, u. A. eine» au« Oran (Mittag» 12 Uhr dort ausgegeben) gaben Zeugniß von der ihm bewahrt« Liebe und Berehrwig. : -v > Lauschet» (Württemberg) Der Gesangverein .Frohsinn" beging am 39. und 30. Mai da» 35jährige Jubiläum seine» Bestedens. Derselbe wirkt bei seiner Gründung beim Gottesdienste als Synagogengesangverein mit und verherrlichte bei« Sadbalfrühgebek durch seine Psalmchöre in bedräischer und beul scher Sprache die Jubelfeier, über welche Oberlehrer Elsäßer die F.strede nnler zu Grundlegung der Psalmenoers« 93, 1—3 hielt Der Redner wies nach, wie die Geschichte der Psalmovie zugleich die Geschichte der Jude» und de» Jndenlbnms ist, wie int Drucke finsterer Zeilen, in fanatischer Bersolgungsiucht dem gescheuchten Israel die Zunge am Gaumen klebte, bis mit sein erwachenden Völkerfriihling Freiheit und Gleichberechtigung auch für die Bekenner de» Judenlhnm» erblühte und in deutscher Zunge David« Hymnen zum gesanglichen Ausdruck kamen; dir Psalmovie hat im deutsche» religiösen Liede sich reg^nerin und ist in die Iynagoge eingezogen, wo sie gleichberechtigt mit der alte» hebräische« Ursprache in Hymne. Ode und Elegie oaö Lob Go:ie» singt Abends war Feftconcert in den Sälen zuia Kronprinz«, und Festgäste, frühere Vereins- und Ehrenmitglieder war« herbeigekommen, um das 25jährige Wiegenfest des Verein» mitzudegehen. Der Vereinsvorstand. Nr. Rödelheimer, begrüßte die Gäste und entwickelte die Geschichte des Bern«» in eitler schwunghaften, von stürmischen Beifallsrufen oft unterbrochenen Rede. Wie einst die Meistersänger aus der Stube eines Schusters — Hans Sachs — in Nürnberg hervorgeeangen, so habe sich der Anfang de» Gesangvereins .Frohsinn" in einer Schusterstube gebildet, und wie der Verein gedieh« fei, so habe sich auch dieser erste Gründer — S. Schmal — vom Schusterstuhle zum Cantorpultc einer großen israelitisch« Gemeinde (Trier) aufgeschwunge». Redner schilderte die Entwicklung und die Wandlungen des Vereins. Das Festprogramm vmi 14 Nummern war ein« melodische Geschichte de» Vereins, von dessen erstem eingeübtem Liede übergehend zu den Chören, die bei den Bäettpreissingen vorgekragen ward«, bis zum Schluß das für diesen Zweck eigens gedichtete „Frohsinns Iubellied" abgesungen wurde. Zwischen den Chören wurden Soli's von hiesigen Vereinsmitgliedcrn und von früheren, die von München und Ulm herbeigekommen, vorgelrag«. Da» Festmahl am 30. nahm unter sinnigen Tischreden und heiteren Vorirägm einen fröhlichen Verlaus. Oefterreiech. Böhmen, von der Knezna. (Or.-Corr.) Sie fragen, waruin ich nicht von Zeit zu Zeit über die Vorgänge in de« Bestrebungen der Jubenhcit Böhmen» reserire? Frage« Sie vorerst, ob irgend eine ernstliche Bestrebung gar bemerkbar sei? Von Prag abgesehen — auch diese io hochberühmie Gemeinde ist — kein Musterbild mehr für die Landgemeinde« — würde man vergeblich nach etwas Rennenswerthem ansblicken. da» pa*7i <5* -ruo» j6i ’npr bürste sich hier kaum bewähre». Nicht daß der Conieroatlsinu» vorherrschend ist, der kein« frische, levensvolle Bewegung zmäßl, o »ei», die böhmische Zuveirschafl ist nicht» weniger al» conseroativ; die Reste bestehen nur, weil sich Niemand die Mühe nimmt, damit g inz anfzuräumen; was sich von selbst erhält, der Perwirielnng noch nicht heimgefalle» ist, das besteht, gestützt und verwahrt wird eS nicht. Es gehört ein hochgradiger Optimismus dazu, z» hoffen, daß eS mit der Zeit besser werde. Mehrere Gemeinden, sonst die Sitze hervorragender Rabbi«««, lassen schon viele Jahre dieselben erledigt; die kleineren Geeinven, die sich sonst an die grü ere« gehalten,, haben an einem u»wissenden Schachet ihr Faktotum; es gied't auch Gemeinden. di« gar keine Schule erhalten, irgend ei« Lehrer de« wirbt sich bei der Slailhalterei um die Conceision, er erlangt . sie, bearbeitet sie als reine Spekulation, da» Hebräisch« wird auf ein solche« Minimum herabgedrückt, daß nicht ei« einzi- '; ge» Kind zu seiner Barmizwa hebräisch lesen kan«, geschweige / den Pentateuch kennt. Wird da» nicht eine hoffnnngsvolle jüdisch« Generation werde»? Und di« Gemeinde» — st« sch^t- J ge», e» ist da nicht« für dt« Vorstände, in di« Welt tzin^n i t.

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