Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 24.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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In. Ster fit Hab«« doch geirrt, u«d d«r Erfolg hat de« Jrrthnm an den Lag gebracht und dt« Ueberhebung zu Schanden geinachtI Denn für Israel und in Israel redet «nd zeugt die Geschichte. Wenn die Berufung und die Bestimmung Israels in Frage kommt, haben wir nicht nöthig. «ns in Wortgefecht einznlaffcn; wir find da, haben die Jahrtausende überdauert, ihre Wandlungen haben unser Bestehen nicht geändert, und aus jedem Zusammensturz der Bölkerwelt sind wir unversehrt wieder emporgetauch«; »ihr seid «tetne Zeugen!* spricht von uns der Ewige; wir zeugen für fein Walten und für sein Wort! In Statur und Geschichte entscheide) die Thatsache, so auch für daS Gesetz der Thora. Und wie der einzelne Leier sich nun auch zu diesem Gesetze verhalten möge — die Thatsache» haben gesprochen und die Beschichte h a r ihr Urtheil gefällt! Wozu aussühren, was Jede» vor Augen liegt? Daß die Mißachtung der Gebote, -Verbot«, vom kleinen beginnend, immer weiter geführt, fchritl- »rifc oder sprungweise; daß die Vernachlässigung de» Thoragefetzes die Treue und Anhänglichkeit gegen die Religion geschwächt und geschädigt hat; daß die in diesem Gesetze einlgermaßen Erzogenen zwar noch die Jugendeindrüeke bewahren, die Pietät gegen da» Judenlhum nicht verloren haben — daß aber ihre Linder oder Enkel vom Judenlhum wenig oder gar nicht» mehr wiffen und kennen müffen — da» sind Wahrnehmungen, die mit der Wucht von Naturerscheinungen in die Wagschale der Entscheidung fallen. Ein Streit darüber ist heut zu Tage, nach zwei Menschenaltern der Entwickelung, nicht mehr möglich! Wa» unsere Eltern oder wir selbst in «nserer Lindheit und Jugend nicht wiffen oder doch nur ahne« konnten, da» liegt jetzt klar vor un». Soll da» Judenthum bestehen (und e» kann ja nicht untergehen!) so besteht es mit seinem Gesetze und durch daffelbe, jetzt und »ach uns, wir in den Jahrtausenden vor un». Berichte und Correspoudell-en. Deutschland. Stettin, 30. Mai. In Beziehung uuf unsere Redaktionsbemerkung zu dem seine Petition an da» österr. Ministerium betreffenden Artikel »Berlin* in Rr. 22 ersucht un» Hr. vr. Hildesheimer zu bemerken, daß, wie er bereit» in Rr 20 der ». Z. d. I. constatirt habe, auf seine Eingabe bi» jetzt keine Abweisung erfolgt sei. — Wir waren, wie leicht erklärlich, ans die gegcntheilige Voraussetzung durch da» Datuni der Eingabe (16 Juni v. I.) geführt worden. Wir hatten geglaubt, eine nach Jahresfrist noch nicht bewilligte Bitte sei als adgelehnt zu betrachten, und Hrn. vr. H. tonnte e» in erster Linie nur darauf ankommen, die unwahre und höchst ehrverletzende Angabe der A Z. d. I. in Hinsicht auf eine in de« Gesuch enthalten sein sollende Rotioirung zu widerlegen. E» könnte dagegen seine Ehre nicht verletzen, wenn die Bitte abgeschlagen worden wäre. X. Berlin, 27. Mai. (Or.-Lorr.*)) Au« dem Originalbericht über die Volkszählung in Preußen pro 1871 ergtebt sich, daß dir von Ihnen nach der »Jüdischen Preffe* mitßethellten Ziffern in der Thal richtige stnd, daß sie aber als Lerhältnißzahleu gelesen werden müffen, und zwar *) »Sir dringe» noch dies« von sachkundiger Seit« herrahrend« Be» s»r«ch»»ß der Blind«»., Zantyumi»«»» »<• tt. Statistik. Ci* ist für wt. SboMw z» spiit ct»9clc»fta. (Red.) in der Art, daß sie sich auf je eine Million*) der betreffen» den Glaubensgenoffen beziehe«. E» berechnen sich auf je «ln« Million Blind« Taubstumme Blöd» Irrsinnige Evangelische 899 965 1487 847 Lalhoiitin SV 7 1027 1346 884 Juden 1334 1488 1826 1697 die absoluten Zihlen sind folgende: Evangellsche 13598 14624 21747 12796 Latholiken 8048 8281 10903 7158 Jnveii 363 405 497 462 D>» Berbält»iß, wie eS hier sich d.irnellt, ist sicherlich ein sedr traurige». Aber das wird nicht hindern können, dir Tvatjache vorläufig einfach anzuerkennen und nach den Ursache» zu forsch, n. Eine »iidere Frage mag eS fein, ob und inwieweit das zahlenmäßige Rejulla:, wie c« sich bei den Juden varftellt, bedingt ist, durch eine Dlffereug in der Zählung — wa» di« Genauigkeit k betrifft Ob e» möglich sein wird, hierfür Lriterien zu finden, darüber kann allerdings ohne Weitere» eine Meinung nicht an-gefprocheu werden.**) R. Frankfurt a. M, im Mai. (Pr-Torr.) Der Satalog der lLar.no.y'ich.n Bibliothek wird nun gedruckt, und dieselbe wird enuvev.r im Ganzen zu verkanfen gesucht oder versteigert werden. L.irmoly selbst hat kein Berzeichniß seiner Druckwerke und Handschriften hinleriaffen, obgleich er sehr viele Ealaloge, selbst die werthloseste», sammelte. Er verschob diese Arbeit auf seine später» Jahre, und da er, leider irriger Weise, sich ein sehr hohe» Leben-alter prognosticirte, so hatte er dirse Arbeit noch nicht einmal angefange», al» ih»l der Tod zuvorkam. Der Anfertiger deS Catalog» entschuldigt sich in einer Vorbemerkung, daß er denselben nicht nach einem wiffenschastlichen Princ -> verfaßt habe, indem wegen Räumung der Äoh - nuiig alle Bücher und Handschriften ohne. sein Wiffen von unkundiger Hand aus die unachtsamste Weise auf.'inen Haufen geworfen wurden. Rach Ausscheidung aller externen Schriften und de» vielen Wertblosen — da» nur al»' Makulatur verkäuflich war (ca. ‘f.0 Eentner) — konnten die Bücher in der kurz angeraumten Zeit nur nach dem Format und, soweit er bei den hetr. Druckwerken möglich war, »ach ihre« Inhalt zusammengestellt werden. Der Eatalog enthält 1200 Drucke und 285 Handschriften, unter welchen 6 Diwan», «in Tachkemoni, ein schöner Raichi- Conimenlar zum Pentateuch, ein sehr alter Midrasch Raba, cadbalistijche Schriften von Mose» de Leon, Gikatilia, Latif und Aa. Von Jncunadeln, die Editio princ. vom More Rebuchim ans dem 15 Jahrhundert anil einigen Randgloffe« au» CaSpi's Commentare, die in der Editio» fehlen, au» Palkeiro's More, ein Eital au» sN JT11? von R Levi und die kurzen Erklärungen von NactHni, die iheilSwei» mit p überschrieben sind ***). JesaiaS und JeremiaS mit dem Eommentar von Limchi, Ed. Liffabo» 1492. Die Defecten sind gewiffenhafl angegeben und die Berf. und Titel der Handschriften, wenn solche nicht üderschriedeu waren, so weit es möglich war, aus den Werk-n selbst zu ermitteln gesucht. Außer fünf Eonvoluten mit 93 Notizbüchern hat L. ein reiche» Material für den Literarhistoriker hinterlaffen. Derselbe hat nämlich alle Rabbiner und jüd. Autoren nach Län- *) Unser tzr. fion. von der Weser hatte also da« Rechte errathe». (Red.) *, In unserem Artikel i« vor. Blatte hat ich ein grober Feh» ler cinaeschlichen, der sich freilich au« dem Zusammenhänge verbefler» llißt. Di« Zahl der Blindgebornm beträgt 2u,S78, nicht wie S. 177 » Witte steht SAM. «Red) ***) Richtiger wie i» Mw (bitte» Narb, «eit« 27« 8. heißt «• hier orte mamoa narr