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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 23. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 23.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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«bst feinet) LieblingSansdrücken, wie „elende Sünder, Sühne der Hülle", nnd fein fetstiger Atam, den et feinem immer reichen «ntttotinm anftischl, «erden von diesem mit einem Heißhunger verzehrt, als wären sie lauter Honig nnd *m> brosial Freilich hätten wir von unterem jüd. Standpunkte aus dagegen nichts einzuweuden, da doch Ader nach feiner Fayon pretigen und feinen Glauben als den alleinseligmachenden l>ezeichnen kann, aber wenn Einer, wie Herr Moody. die-Klhnhe t besitzt, die Bibel, unsere Bibel, im hüchsten Grad« zu profaniren und den königlichen Sänger David als liurri»»tnr hinznstelleu, dessen tiefempfundene,- unsterbliche Alänze die Grundlage aller Sebetr bilden und schon Mill onen Herzen zu allen Zeiten erbaut und anfgerichtet haben, wenn, sage ich, ein solcher Dichtrrkünig von einem unwissenden Individuum zu einer lächerlichen Persönlichkeit herabgewürdigt wird, so dürfen wir, das Bolk der echten, unverdrehten und verfälschten Bibel, zu einem solchen Sebahren nicht schweigen, sondern die farce des besagten Amerikaners ins gehörige Licht bringen. Stellen wir einmal Bergleiche an zwischen Predigern dieses Schlages und unfern Predigern. Ich habe freilich nicht da» Sros der letztem in diesem Lande im Auge, die meist al» Schnorrer oder Handwerker „herübergekommen" sind und jetzt hier und da al« Prediger fungiren, deren oratorische» Talent zuweilen in hies jüd Blättern nicht bloS cum laude, sondern summa cum laude gepriesen wird, ich meine nur solche Prediger, die eine gründliche theologische Bildung genoffen, wie gehaltvoll und belehrend ift doch ihr Borlrag, und wie leer und abgedroschen sind die nichtssagenden Phrasen jenes amerikanischen Apostels und Tonsorten 1 Dort herrscht Würde, Mäßigkeit und Logik, -hier aber Profanalion, Uebertreibung und Sedankenwirrwarr, dort spmdelt Liebe zu allen im Ebenbilde Sötte« geschaffenen Besen, hier Haß und Berachtnng aller Derer, die andern Sinnes und andern Glauben« find. Doch: „Age vergeht, Wahrheit besteht", und wir wollen daher mit Ruhe nnd «Aelaffenheit in die Zukunft blicken; denn sicherlich wird da» Buch der Bücher selbst dann noch in seiner Wahrheit und Integrität bestehen, wenn ein Moody und Genossen längst zu seiü aufgehürt haben. (Schluß folgt.) Vermischte und neueste Nachrichten Bttti». In Preußen wohnen nach der letzten LolkSzählung 325,788, in Sachsen 3,358 Israeliten. BreSlsu. Rabbiner De. Joöl hat eine Brochüre gegen die LaSket'sche Resolution veröffentlicht, und an dir Abgeordneten versandt. ANgsßsrg. Das hiesige DistriclSradbinat ift durch den am Breslauer Seminar ausgebildeten Rabbiner in Strehlitz (Obersch testen), Herrn De. Groß, besetzt worden. Frrtßsdt in Westpr., 25. Mai, (Or.-Torr.) In Rr. 21 bringt die „Israelitische Wochenschrift" einen Fall aus Schöneck, Westpr., wc der AultuSbeamte Herr Lewinsohn durch die Humanitär der dortigen EinschätzungScomission, in diesem Jahre den Geistlichen und Lehrern der andern Tonfesfionen gleichgestellt, und von der Tommunalsteuer heftest worden ist. Diese Fälle stehen G. >. D nicht mehr vereinzelt da. Im Juni 1872 wurde ich von der hiesigen Gemeinde al» ReligionS-Lehrer berufen. Auf eine Aufforderung zur Zahlung der Tommunalsteuer rrclamirte ich-, und machte geltend, daß ich in Stuhm ebenfalls von Abgaben befreit war. Der hiesige Semeinde- Borstand und Stadtverorduetenvorsteher Herr Ab. Hoffnung Unterstützten mich darm mit einer Eingabe an die städtischen Behörden. Mein Antrag fand die gebührende Berücksichtigung. Der Lct der Toleranz güig noch weiter, auch dem hiesigen Eautor Jsacksohn, der seit 20 Jahren seine Abgaben zahlte, diese Vergünstigung zu Theil werdet» zu laffen. Diese lobenSwerthe HandlungGoeife verdient gewiß in weiteren Kreisen bekannt und zur Nachahmung anderen Städten empfohlen ‘ izu werden. N Levy, Lejhser. I?. Finte» (Westpreußen). Al» MoseS Mendelssohn!im Jahre 1763 für seine Schrift: Abhandlung über die Evidenz in den metaphysischen Wissenschaften von der Berliner Akademie mit dem ersten Preis gekrönt wurde, während mau 'ber über dasselbe Thema verfaßten Schrift Kant'» nur de» zweiten Preis ertheilen konnte, da richteten sich Aller Augen auf den „Mischen Weisen", und die Königliche Akademie konnte nicht umhin, ihn 1771 zu ihrem Mstgliede zu ernennen. Allein der Monarch, welcher den Ausspruch gethan: In meinem Staate kann Jeder nach seiner Fayon selig werden, versagte, dieser Wahl seine Bestätigung, well Mendelssohn ein — 3ube< war. Auch auf dem Standbilde diese» König». Friedrich'» de» Großen, am Ende des Paradeplatzes und am Anfang der Linden in Berlin, auf welchem die Koryphäen, seiner Zeit alle Platz gesunden haben, vermissen »vir Moser Mendelssohn Auch hier wurde er aus Befehl Friedrich Wllhelm» des IV, ausgeschlossen. Der Mann, von dem ich jüngst erst la«: „Es, läßt sich schwer verstehen, wenn Mendelssohn eine ausrichtig« lleberzeugung von seiner Religion und von allem Wesentlichen in derselben entschieden bekannte und sich so lange durch die jüdischen Terernonialgesetze gebunden erklärte, bis der allerhöchste Gesetzgeber selbst sie roieber durch unzweideutige Kundgebung > aushcben werde," dieser Mann durfte mit den Zestgenoffen Fricknäch'S de» Großen, welche sür Licht und Recht kämpften, nichk denselben Platz thellen. Wer hat wohl mehr sür Licht gekämpft-» als M.? Hätte er den Worten de» aalglatten Lavater Gehör geschenft, m»d seinen Glauben abgestreist, dann — ja dann l1- Um so mehr müssen wir dem Beschlüsse der Stadtverordneten Berlin'» Achtung zollen. wel<be al« Schmuck für di» Fayade de» neuen RathhauseS Bilder aller berühmten Männer/^ die in dieser Stadt gelebt und gewirkt haben, anbrtngen lassen » wollen und in erster .Reihe Mendelssohn aufgeführt- -haben»-! WaS ein König nicht-wollte - das Volt will e». Men. Au» dem von dem Borsitzenden de» „Bereines zur Bersorguug hilfsbedürftiger Waisen" Herr Joseph Rittet, v. Wertheimer, in der Generalversammlung vom S. Mai, er»' statteten Bericht,, der un» gebrückt vorliegt, entnehmen wir« daß feit der letzten Generalversammlung (vor S Jahrtn) das BereinSoermögen von 78.006 fl. auf 251,19« ff geipachsyi^ ist.' „ES gereicht un» hierbei — heißt e» in dem Bericht"— zur besonderen Genugthuug, Stiftplätze u. Spenden einbe»^ ziehen zu können, die von Personen herrühren, welche unserem, GlaubenSverbande nicht mehr angehören, und sogar nie. angehört haben." ES wurden während diese» fünfjährigen,;! Zeiträume» 143 Waisen n u ausgenommen Lemberg, 25. Mai. Der al« hebr. Schriftsteller, besonder« als gewandter Ueberfetzer hebr. Gedichte und Predigten^, rühmlich bekannte Herr LhronDorzweigist gestern Abends nach kurzem Krankenlager verstorben. Wlitzru. (Ungarn.) Der jüdische Tempel in Waitze»- soll laut Kundmachung de» ungarischen Amtsblattes tiettirsft werden. Der Tempel ist Eigenthum der dortigen jüdische«^ Gemeinde und ift auf 15000 Gulden geschätzt. DieBattze») ner Spaartaffe hat auf den Tempel und auf die Mickwab eine Forderung von kaum 2500 fl., weshalb sie beide. Ge» 1 bände licitiren läßt. Der Termin ist schon übermorgen, uns ■< wenn sich keine Kauflustigen finden, so ist als zweiter Termin - der 30. Juni bestimmt. — Wir wollen hoffen, daß es nicht zur Licitation kommt; e» sind gewiß reiche Männer in Waitzen - Vorhände»«, welche sich zu einer aufopfernden That auftaffen" werden. (N. I. Z) Cntdegnnig. Ein mir heute zu Geucht gekommener Artikel in Rr. 19,; deS „Israelit", über dessen Tendenz ich mich beruhigt hin«gwegfetzen kann, veranlaßt mich zu einigen thatsächlichen Mufklärnngeu. Die Einführung einer Orgel nämlich tombi vou

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