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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 23. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 23.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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trank sich *nkt je 1 Million befinden) enthalten. In sem Falle würde allerdings da» Berhältniß immer noch ei, recht ungünstige» sein, da die Jude» akSdann einen bedeutend, -rößern Prozeii'.satz von Blinde» n. {. u>. stellen würden, al» di« christliche Bevölkerung. L» wäre indeffen sehr überflüssig, hieran Betrachluugeu zu knüpfen, so lange diese Zahle» selbst nicht irgendwie conftattrt find. Nachschrift der Red. Al« wir in Rr. 21 den Angaben einer BreSlauer Correspondenz der „Jüd. Pr." unsere widerlegenden Bemerkungen hiuzufüglen, stand un» kein ftalisiische» Material zu Gebote, um eine ziffermäßige Prüfung anstellen zu können. Wir haben auch eingeräumt, — «eil wir e» nicht positiv bestreiten können, e» sei wohl möglich, daß die Zahl »er Blinden rc. rc. unter Juden nach Proporction größer sei, al» unter Christen. Wir gingen aber von der Wahrnehmung au», daß im Allgemeinen» so zu sägen aus der Straße, und speziell in Blinden-, Taubstummen- und Irrenanstalten die Zahl der jüdischen Blinden rc-rc.^doch nicht in einem solchen Maaße unverhältutßpläßjg groß ist, daß st« Jedem in» Auge fallen müßte. Rach diesen Wahrnehmungen, die ohne Zweifel jeder unsrer Leser, auch wenn chm keine Tabellen und sonstige Zahlenangaden zu Gebote stehen, bestätigen wird, sahen wir un» die Zahiruangabeil der erwähnten BreSlauer Correspondenz an: Blind«: Christen 18SK, Juden 1354; Taubstumme: Christen 1992, Juden 1489; Blödsinnige: Christen 2883, Juden 1826; Irrsinnige: Christen, 1731, Jude», 1697. Wir sagten daher, diese Zahlen, nach denen e» fast ebensoviel jüdische wie christliche vlinoe u. s. w. in Preußen geben soll, können u nm-glich richtig sein, sie sagen rein Unsinnige» au». Rach den vorstehenden Millheilungen unsere» Hrn. Correspondenlen von der Weser dürfen wir nun wohl unsre Behauptung für erwiesen auseheu; denn wenn man nun z. B. die Gejammtzahl der Blinden in Preußen mit 3250 beziffert, während es nach correkten Angaben allein an Blindgebornen, zu denen doch noch eine ebenso groß« Zahl Erblindeter hinzukomml, 8200 giebt, so ist eine solche angebliche Statistik doch falsch, unzuverlässig di« zur Unsinuigkeit. Wir würden auf diese, an sich nicht sehr erquickliche, Angelegenheit gar nicht zurückgekommen sein, wenn un» nicht von dem Verfasser der Bretlauer Correspondenz in ber-»,Jüd. Pc." ein lauge», anonyme», in höchst erregtem Tone gehaltene» Schreiben zugegangeu wäre, welche» dt« Sache auf «in un» hier unendlich fern liegende» Gebiet zu spielen versucht. Man bedenke, daß der Mann in diese Angelegenheit, in eine Dißcusston über die Anzahl der Blinden, Stummen und Irrsinnigen in Preußen — Streitigkeiten hineinzieht, we.che in diesen Blättern gegen den „J»rarlit" au» Anlaß de« Ableben» de» sei. 0r. Kranket geführt worben sind, ferner da» Berliner Semmar, feine Lehrer und Hörer und noch manche» Andere, welches mit der fraglichen, fragwürdigen Stam.ck in «benfo genauem Zusammenhang« steht, nö1? *]3 *331 lind woher alle dies« Erregung'/ Weil er voi» der LorauSsetzung auögehr, wir hätten die Angaben bestritten, weil sie inder »Jüd. Pr" gestanden! Müssen wir sagen, daß die religiös« Richtung mit solchen Dingen gar nicht» zu thun'hat? Obendrein Hane ja der Correspondtiü der „Jüd. Pr" angegeben, und wir halten da» mtt obgedruckt, daß die politischen Zeitungen jene Zahlen gebracht hätten. Wir hatten also weder chn, «loch diejüd. Presse dafür verantwortlich gemacht. Wir lhun da» äuch jetzt nicht im Entferntesten! ' Seltsam ist nur zweierlei. 1) Daß der Corresponvent sich jetzt auf stattstische Tabellen de» Geh. Rath Dr Engel beruft, während er früher sich nur aus politische Blätter stützt«. Unrichtig ftuo die Zahlen indessen jedenfalls, d. h. sie sind rrrlhümllch au»gezogen, «» kann ja, wie man »un steht, nicht' ander» sein. 2) Daß er auch di« Angabe von 1428 Judentaufen aufrecht zu erhalten glaubt, weil — in Breilau solche sehr häufig Vorkommen. Ader wenn wir auch Letztere» wieder etnrLumen wollen; woher kämest'denn di« Zahlen« augaben für sämmtliche Provinzen A'lpreußen», die erwiesenermaßen sinnlos übenrieben waren? Man, wird sich übrigen» erinnern, daß die Zihl 1428 nicht nur. bestritten, sondern positiv ans sünfnndfünszig redncin worden ist. Magdeburg. An» m»iner früheren Gemeinde THorn erhalle ich den „Jahresbericht de» Borstande» der Lynagogen- Semeinde pro 1874," der «in klare» übersichtliche» Bild über den Haushalt derselben und über sämmtliche Zweige der Rerwaltnng giebt. und einen wohlthuend.» Einblick in .in warm pulsirenve» Gemeindeleben gewährt. Ln» den „statistischen Nachrichten" heben wir hervor, daß die Gemeinde im letzten Jahre 221 beisteuernde Mitglieder zählte, und daß die Zahl der Geburten 59, der Heirathen 18, der Sterbefälle 14 betrug. Die Einnahmen beliefen sich auf 20 675 Mark (worunter allein für Schlachtzettel 5466 M, und Beisteuer de» M agi'traI»für da« jüdische Armenwesen 1290 M.), die Ausgaben auf 18,699? M. Von den Wohllhätigkeit» Vereinen nennen wir: a) den Krankenoerpflegung»- und BeerdigungS-Verei». Mitgliederzahl: 180; Jahre»-Einnahmen: 3458 M-, Ausgaben: 3287 M.; d) den Wohtlhätigkeitsverein. Zweck: Hülssbedürftigen Gemeinde- Mitgliedern zinsfreie Darlehen, Armen Geschenke zu gewähren? 156 Mitglieder; Einnahmen: 1193 M., Ausgaben: 624 M. ES wurden im letzten Jahre 19 Darlehen im Gefammtbetrage von 4809 M. gewährt; c) den Frauen-Verein mit IIS Mitgliedern, 1186 M. Einnahmen, und 1005 M. Ausgabe»; ck) den Verein gegen Hausbettelei mit 178 Mitgliedern, 3931 M. Einnahmen, und 3265 M. Ausgaben. — Da« Gelübbeduch weist an Spenden die Summe von 2788 M. auf. Zahlen beweisen! Die angeführten Zahlen beweisen am besten, in welch blühendem Zustande die mannigfaltigen Verein« sowohl, wie die gesammten Gemeindeinstitute sich befinden. Aber nicht blo» von materieller, sondern auch vön geistiger Blüthe ist zu berichten. Wir heben da besonder» die „Gemeindeschule" hervor, an weicher neben dem Dirigenten (Herrn Rabbiner 0r. Oppenheim), Herr Rector Landau, der Caiuor und 2 Lehrer wirken. Auch ein kleiner Fortschritt auf eultuellem Gebiete ist zu verzeichnen. Die beiden „JetumPurkan", AkdomauS u. dgl. sind abgeschafft, und die Gebete für . den Lande»valer, Kranke und Wöchnerinnen (warum nicht auch kür Bar-Mizwa, Neuvermählte? auch da» alli rbbathliche Bl., mole rachainim ließe sich durch ein deutsche», den Angehörigen de» Verstorbenen eqer verständliche- Gebet ersetzen, ebenso va» „Mi-scheberach", mit dem nicht, — wie e» Im Bericht S. 8 heißt — da» Muffaphgebet beginus; Mnffaph wird durch „Aschre" erst eingeleitet.) Die noch aufgeführlen Aenderungeg sind unweseiltlich und selbstverständlich. Al» nachahmenSwerth für jüdische Gemeinden empfehlen wir die Einsetzung eine» „Cenlral-Comitä'S", al» eine» Mittelpunkte» für sämmtliche wohlkhätigen Bestrebungen in der Gemeinde. Diese» Central-Comite ist zusammengesetzt au» einem GemeindevorstandSmitgliede und je einem Mugliebe au» den Vorständen der verschiedeneil Wohllhätigkeil»vereine Wer . da weiß, wie viel Mißbrauch mit der Jnauspruchnabme solcher Bereine von Einem und demselben oft getrieben wird» wird die Nützlichkeit einer Einrichtung einsehen, durch welche alle «inr-liren Fäden der Wohllhätigkeit in einen EluigungSpuntl zusammenlaufen. Wir können den Jahresbericht der Thorner Gemeind« nicht au» der Hand legen, ohne den Wunsch auszusprechen, daß in recht vielen Gemeinden Israel» «ine solche wohlgeordnete Verwaltung, ein solche» rege Interesse für alle religrüsen und humanitären Angelegenheiten sich finden nlögc — wie in Thorn; dann brauchte man die Folgen der „LaSter'schen Resolution" nicht zu fürchten. Leipzig» -5.,M.ai^ (Orig.-Corr.) Sestern Ahepd fand hier im großen Saale der Ce«üralhalle eine außerordemlich zahlreich besucht« Versammlung liberaler Wähler statt, um den jüngstgewähUen ReichStag-abgeordnetm 0r. jur. Goldfchmidt über feine Stellung und. Ansichten gegenüber denAuf- ■:-d.is . 'iV.? .'.y .it

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