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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 23. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 23.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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ten Eulturreformbestrebnnge« begonnen. n:jn. .für das »So ich dein eintreten. Ind^ai^hrr scheut ÜJp, gmt die BeltelförxrlW, atz^ulr^en, chzil zuIhn» hab^ik wA > . fJ Wan wollte für , wenigen. zipiellen LäiignWg it£, ME jener prr»»- '^gehtqM -selbst so, und es kostet uns immer Ueberwmdung, wenn wir die jM* ,.i | .vtH.Uw., die nur dem Talmudstudium lebe«. arbeitet für sei« rgeffe, Lkusglem" I vrod. Da sieht «gn Juden Lostet IHpeHtDuhrwert bedie- SssM^n, d.^I ne», ^», .^^em.-Ortzt-- pder A^parMüchß«Maurer und ' ZG"Urleut^b«HäWgts ützff HderHchHarchnter dem Schur, dH HrbaHnilfo^ Pud »die -chchten Rstzflntlz-^velche die Arbeit begleiten, drehen «ch nicht um Unsinn und Unflätherei, soa« Zustä^-^PM^^q^nd,H^«chte-,i»^,»«le ffch wir. ^t» esMe. WzschiM^.qhst: rchg.- Wörtchen. de^MiniH Men züfaitnnchlgelhan fein möchten, wetche i« ^Jerusalem nu r eine Brutstätte »gefräßiger Faullenzer" und einen »Trümmerhaufen" erblicken. — Rach der andern Seite hin tadelt man eS, daß die Al» liance nicht mehr für die r u s s i s ch e n Juden thue, die Zustände dort im Lande zu beffern suche und dem Umherwandern polnischer Belt.er steuere. Was das Letztere betrifft, so kann Die« nur in der Weise geschehen, weiche zunächst durch den Gemeindebund angebahnk worden ist, durch Organisation der Wanderormen-Unterstützung und durch möglichste Beschränkung derselben. Als daS Uebel vor etwa drei Jahre., seinen Höhepu ikt erreicht halte, da haben wir unS gesagt, daß eS, wie jedes ander:, seine Heilung in sich selbst tragen werde. DaS Uebermaß machte, daß die Wohlthäligsten unwillig und die' Gqden imn er kleiner wurden. Bettel, Epeculation, ehrlichste- Geschäft — ein Gesetz regiert das Alle-: das Verhältniß von Angebot und Nachfrage; lohnt daS Wandrrbetteln nicht mehr, so hört es auf, verringert sich wenigstens auf ein erträgliches Maaß. Un) so ist es schon geschehen, womit wir jedoch durchaus nicht gesagt oder auch nur angedeulet haben wollen, als ob di« Gründung von Vereinen u s tc. entbehrlich gewesen oder nunmihr geworden sei. Aber eine Sache der Alliance kann dos d ich nicht sei»! Eine Vereinigung einer Anzahl von Gemeinden, ein Prooinzialverband u. d. m ist höchst vernünftig und wLnschenswerih, aber eine Eentralisation der Armen- Unlerstützung in einer Alliance Universelle?! der Gedanke wäre uiijeheuerlich Um aus die russischen Juden speciell zurückzukommen, so haben wir schon öfter darauf hingewiesen, daß die »Schnorrer", welche namentlich in Südweft-Deutschland — wo man derartiges lrüher nicht kannte, wo es vollends wie eine plötzlich hrreingedrochene, scheußliche Landplage erscheinen mußte — ihr Unwesen treiben, nur zuvi geringsten Theile Russen find. Die lichtswürdigsten, sittlich verworfensten, zudringlich, sten find von dieSseit der Grenze und werden mit Unrecht als »Pollacken" bezeichnet, wenn man nämlich Polen nicht in dem Sinne der Geographie von vor 1772, sondern in dem feit 1818 geltenden nimmt. Man macht sich aber von den Zuständen unsrer GlaubenSgenoffeu in Rußland oft ein gar verzerrtes Bild. Es gibt in Deutschland recht viele Juden, welche der Meinung find, in »Diolen" seien alle Juden, bis aus «ine Hand voll reicher, msgesammt Bettler und Lungerer. Man urtheilt von den nicht empfehlenden Proben, die zu unS kommen, auf alle. Gerade als wollte man sich über dir Italiener allzumal rin Unheil bill en nach den in Deutschland umherziehenden Orgeldrehern, oder über dir Bewohner Ungarns nach den Mausfallhändler,. Man denke doch, daß vrittehalb Millionen Menschen weder von Betteln noch von Faullenzen leben können. In der Thal ist die jüdische Bevölkerung Rußland« im großen Ganzer eine lhätig« und gewerdfleißige, eine sehr fleißige. Da ist jedes Handwerk vertreten, und jeder, bis auf die sehr drasch, lleberhaupt über die geistige Befähigung der russischen Juden zureden, ist wohl überflüssig. — Und doch ist ihr Elend groß. Dafür spreche» nicht die Schnorrer, dt« ihre Zuflucht nach Deutschland nehmen — den» waS will das heißen? Da find im Jahre 1873 wirklich nach Leipzig 241 Wanderbettler an« dem westlichen und 60 auS den, südlichen Rußland und Polen gekommen;**) mehr alS uoch einmal soviel solcher sind gewiß nicht herausgekommen ohne gerade Leipzig zu paistreu, Je hätte», daun überhaupt -msihm« Neinen Abstecher über die Grenze gemacht. Also es wären wirklich 600 von drittehalb Millionen bettelnd nach Deutschland gezogen; das ist nicht so entsetzlich. Aber daS Elend ist doch im Lande dort vorhanden und manifestirt sich in so vielfachen Uebelständen, daß eS unnöthig ist, einzelne hier aufzuführen. Das wäre allerdings eine herrliche Aufgabe und «ine gar große Sache, wenn die Alliance da eine Hülse bringen könnte, und das gehört sicherlich zu ihrem Programm; sie hat sich auch diese Aufgabe gestellt, es sind Eonferenze« gehalten und viele Schriften gewechselt worden zu diesem Zwecke. Das Resultat ist unbedeutend oder fast negativ, das tadelt wohl mancher; wir haben noch einige Worte zur Er», tlärung zu sagen. Berichte und Correspolldeazea. De«tschla«d. M. Litt In Weser, 20. Mai. (Or.-Sorr.) Der in Nr. 21 der »Wochenschrift" enthaltene, der »Jüd. Presse" «m» nommene, Artikel über die Zahl der Blinden, Taubstumme«, Irr- und Blövsinnigenin Preußen,wonach aus die Juden «ine gauz außerordentliche Zahl derselben fallen würde, giebt offenbar ganz unrichtige Daten. Nach ihnen würde die Gesammtzahl*) der Blinden ca. 3250, die der Taubstummen ca. 3500, der Blödsinnigen ca. 4600, der Irrsinnigen ca. 3300 sein. In Wirklichkeit betragen aber diese Zahlen nach den offizielle« Angaben in der Zeitschrift de» Königlichen statistischen Bureaus Blindgedorne 22,078 Taubstuuimgeborne, die nicht zugleich blödsinnig sind, 23,570 Blödsinniggeborne ohne taubstumm zu sein 33,003 Blödsinnig- und Taubstummgeborne 736 Jrrsinniggeborne 11,310 während die Zahl der Geisteskranken (einschließlich der nach der Geburt Erkrankten) 55,043 betrug. Die sehr eingehenden Berichte de« statistischen Bureau'« geben leider keine Zusammenstellung hinsichtlich de« Religionsbekenntnisses der Kranken, so daß ich nicht angeben kanu, wie viele Juden sich unter denselben befinden Auf keinen Fall wird aber das Verhältniß derselben auch nur im Entferntesten so ungünstig sei», wie es angeblich in politischen Zeitungen mitgethetlr sein soll. Woher jene Zahlen stammen, ist mir völlig unerklärlich, es ist möglich, daß sie nicht absolut, sondern relative Angaben (vielleicht die Angaben, wie viel« *) Nämlich, nach den in der „I. Pr." anaegebenen Ziffer» für Svangeiisch», Katholiken un» Israeliten, wobei als» nur dl« verlchwin. den» klein« Zahl oon Dissidenten k. k. süßer Rechnung -eblisben »sr«. (*«».) **) 3« 3abr» 1S74 a« nur 1021 **) 3m 3ahr» 1S74 ,ar nur 1021

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