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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 23. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 23.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ryr-%~ J M 23. 1875. IsrsrUttschr 6. Jahrgang. Wochen-Zchrifl Mr die religiöse« «ud socialen Jutereffen des Judeuthums. MIchenkltch et,e »r. M dm P»NL«tern «. VnchH»nvt»n§«n I JUrt U Pf. tvecte ftifaikMiig: t» D«rschl«n9 IS Marl, »ch Otftr«U> i fl, n. Hrankretch 1t Prc4.. n. G»Gt»»d, NBul 1B ML, ». ft«crtfa lft KL fttzrl MiimtTiili. ^framiuocilidxr wlafitur und iviüit»gci>rr Rabbiner Dr. X Lreueufel» in Stettin. 3«f»r«t« werden »tt *0 Pf. fflr kii tTfifttfrilt*«« Pertt-rtl« utcr deren Na»« vcrechnctz. > Die stsSvnntag früh tzet der.Or»«»1tt«» 1» «agded»r§- eintrrftrnvcn finde»»och in der n Leviten Nu««er Nnfnatzme. Oin>eln»««ern i 11 91. Das ^Ldtfche »tteratnrdlatt» »trd Gratis dei>eGeben. Magdeburg, 8. Juni. arNeditt»« der tsr Sachenfchrift in Ma§deb»rß Redert Priese, Set»,iG. Inhalt: L«it««d« «rtttelr Di« KUutnc« Israelit« Universell« und ihre «nkläger. II. — Vertcht« und Larrefpa»»««»»a»r Deutschland: Bo» der Leser. Magdeburg. Leip^g Leipzig. Hannover. Frankfurt M. — vefterrei.y: »u« Lemberg. Leitmeritz. — arvßbritannien: Belfast — vev»is«ht« nn» «ctüfU Mnchrtchtenr Berlin, «re«lau. »»-«bürg. Freist»». -Flatow Lien. Lemberg. Sachen. — Entgegnung. — Aeuilletp», Di« Juden in »brssinien. — Jmferat«. Die Alliance J-raeltte Universelle und ihre Ankläger. II. Während dir Angriffe de« .Solo»" -egen die Alliance daraus hinau«lauseu, daß diese sich ltedergriffe zu Schulden kommen lasse, sich in Kaatlich« Angelegenheiten zu mischen snch« u. s. w., also zu viel thue, hat man von anderer Seite di« Klage erhoben, daß sie zu wenig thue. Wir habe» dabei Artikel im Auge, welche vor längerer Zeit, im Herbst« v. I., in der „Jüb. Volktzeit." erschienen find. Wenn wir «o damal» nicht sür angezeigt hielten, ans die darin enthaltenen Anklagen gegen die Alliance einzugehen, so würden wir es auch jetzt nicht nöthig finden, aber es bietet sich einmal hier di« Gelegenheit, und wir glauben diese benutzen zu sollen, um einzeln« unrichtige Auffassungen und Unheil« zu berichtigen, welche auch bei Anderen al» bei de»t Redacleur de» genannten Blatte» Platz gegriffen haben mögen. Jene Artikel machen e» der Alliance zum Vorwürfe, daß fie den Urbeiständen bei den Juden 1) in Palästina, 2) in Rußland — nicht gründlich abzuhelfen such«. Wa» Palästina betrifft, so find die Wurzeln der dortigen Rothftände in dieseul Blatte mehrfach besprochen, und zwar nicht blo» mü allgemeinen Anklage», sondern durch Darlegung specieller Berhältniffe und mit bestimmten Angaben. Dte Alliance verwrndet nun keinen Pfennig auf direkte Ar» «enunterstützung, zur Ehalucka oder gar in Beförderung müsfiggängrrischen Sichrrnährenlaffen». Sie Hai nicht einmal bei der s. g. Huugrrtnoth v. I. eü für' ihre Aufgabe erachtet, Eollecien zu veranstalten, weit fie kein Armen-llnterftütznugr» verein ist; fie sendet lediglich solche Gelder und Spenden nach Palästina, welch« ihr direkt zu diesem Zwecke überwiesen find. (So nach dem Berichte vom zweiten Semester v. I : 1671 Frr».) Sie har für Palästina die Acterdauschüle in Jaffa gegründet. Sie har damit eine Anstalt in» Leben gerufen, welche da» üebel vom Grund an» heile«, nämlich Leute heranbilden will, die Felo- und Gartenbau nebst den dazu passende» Gewerbe» lernen, und daun üben, lehre» und verdrei- .., . . ten können. Damil hat ste den besten und sichersten Weg eingeschlagen, einen Weg, der freilich sehr langsam zum Ziele führt, aber so geziemt e» einem Verein, der seiner Organisation nach weiiau»schanende Pläne verfolgen darf und soll, der nicht darauf hingewiesen ist, augenblickliche Erfolge zu erreichen, sondern Werke zu schaffen, welche nach Jahrzehnten späteren Geschlechtern Segen bringen. ' Aber Herr Klingenstein meint, die Alliance müffe dem Anwesen in Palästina ein End« machen. Er sagt kurz und kategorisch: die Alliance muß e» vahin bringen, die palästinensische Frage zu einer ihr allein und ausschließlich zugewiesenen zu machen. — Ans welche Weise? Soll st« die anderweitig betriebenen Eollecten für Jerusalem verbieten, di« eingehenden Spenden absaffen und confiSciren!? Soll sie di- Herren Lehren, Lehmann und wer stnst die Sammlungen fördert und befördert, vor ihren Stuhl laden und ihnen ein für allemal untersagen, sich ferner um Palästina zu kümmerne da die» die ihr. der Alliance, au»>chließlich znfallend« Aufgabe sei!? — Wir wiffen freilich, wa« Herrn Kl. ärgert, ab, gesehen von den» persönliche» Groll, den er gegen da» Central - Eomite hegt C» verdrießt ihn, daß Letztere« sich' nicht auf die Seite Derjenigen stellt, welche von Palästina al» einem heiligen Boden, al« dem Lande der messtanischen Hoffnungen Israel», nicht» wiffen wollen, diese Ideen und Hoffnungen verlachen und auSinerze» wollen.*) Er begreift nicht, daß gerade da» Treibe» seiner Partei die Bettel gelber für Palästina mehrt, weil nämlich Tausend« von Thalern zumal in Deutschland und Holland gegeben werden, um gegen die „Feinde Zion»" und di« Läugner inesstanischer Verheißung zu demonstriren! Wir erinnern un» vergangener Zeit; da bestanden überall Kaffen für Palästina, und e» wurden namentlich regelmäßig (in „Aschkena«") die Spenden am T nUHS dahin abgesührr. Alle» schlicht und recht, ohne Lärm und Heiligenschein; da» demonstratio« und fast agitatorische Sammeln hat erst mit dem Umsichgreifen der hier angedeute- *) ttw nie »•« men sich aber di« «nvrdmm, de« C<nti«l>SMiit*’» in Betreff der vche»itt«h-»«i«tz« in diese» Jahre ^ärgert haben.

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