Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 21.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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m - (Hamburger „Realencyclopädie und Löw'S" Lebensalter.)" eine Subvention von zusammen 295 fl. 50 kr. bewilligt. Die Zahl der wirklich m MütgUeger betrug am Schluffe des Jahre» 1874 516 gegen 351 Ende 1873, hat also um 165 zugenommen. 3)ie Jahresbeiträge mit 2648 K. 50 kr. haben gegen das Vorjahi um 559 K. 50 kr. zugenommen. Das VereinSvermögm zeigl in Folge namhasler Spenden, worunter eine Spende der Rothschild'schen Erben mit 6000 fl., einen Zuwachs von 11.362 fl. 39 kr. gegen da» Borjahr und bezifferte sich am Schluffe des Jahres 1874 mü 66.988 fl. 10 kr. St. Pilrr-dnrg. 30. April. (Schluß.) Ja der zu Berlin abgehallen« Eonferenz sei ausdrücklich beschlossen worden, den russisch:» Juden, welche sich der Wehrpflicht entzögen, keine Unterstützung zu gewähren. — Der „®olo»" tritt diesen Auseinander setzungen iu einem langen Anitel entgegen, indem er namentlich nachzuweiieu sucht, daß die russischen Juden bezüglich vec Auslegung der religiösen Gesetze eine ganz andere, der reiflichen Unterwürfigkeit unter die StaatSgesetzc nicht entsprechend: Haltung einnähmen. Dann aber hält das Petersburger Blatt die Behauptung aufrecht, daß die internationale israelitische „Alliance" sehr stark Politik treibe. Es wird an du von Äiten der „Alliance" 1868 an sämmtliche europäische Großmächte iu Sachen der rumänischen Juden gerichtete Aoreffe erinnert. Dieser Act sei als eine politische Eiamrschung in die inneren Angelegenheiten eines Staates zu öelrachten, welche dahin gestrebt habe, ihre Zwecke durch den Druck zu e> reichen, welchen fremde Mächte auf da- Fürstenlhunt aztszuüd^n aufgefordert jourheu. — Herr Cremieux behauptet, du iuternattonale Mischung de« dirigirenden Eomitr'S oerbür ze «S schon, daß nicht Politck getrieben werden könne, und doch habe er 1869 in dem zu Berlin abgehalteuen Kongreß selbst ausgerusen: „Wir find alle Brüder, Kinder Einer statio», wir sind nicht Franzose», nicht Deutsche, — wir hateu Me nur ein Herz — und das ist ein israelüijches." (lzamagid, Jahrg. 1869, Rr. 44) Der „Solos" töeist u. A. auch darauf hin, daß die „Alliance" Rußland egenüber auch dieselbe Politik versucht habe, wie die» Rumä- NUii gegenrber geschehen sei. Sie habe 1869 durch ihr Eomüe l» Rrrdamercka beün Präsidenten Grant Vorstellungen über die rr.igjösen Peürzickungsn ihrer russischen Glaubensgenossen mqHeu lassen. .Darühzr gäbe das Schreiben des Herrn Eurliu, Ge audten der Bereinigten Staaten, Aufläruug. Die „Alliance", welche im vergangenem Jahre wieder in Berlin versammelt gewesen, habe dort über die Stellung der russischen Jiraeäien, gegenüber der Einführung der allgevieinen Wehrpflicht verhandelt; daß sie sich günstig für dieseü>en ausgesprochen, sei ja ganz schön, — allein wer gäbe denn diezem Bunde „das Recht, sich mit einem Ausruf an 4 Millionen Bürge» des russischen Staatezu wenden. Ist das etwa auch keinHoluck jrelbrn?" Es sei doch wahrlich bedenklich für alle Staaten, die Stimmung ihrer jüdischen Bevölkerung politisch jo weit von diesem imexnationalen Komitee geleitet zu sehen, daß dieses darüber entscheide, ob die Israeliten diesen oder jene«» Anordnungen, nesp. Gesetzen de- Staates Nachkommen dürfer oder nicht. Der „Golos" hofft schließlich, daß Rußland u id die Rachbarstaaten sich über gemeinsame Maßregeln verhändigrn würden, um das Treiben der israelitischen Affoclatioma zu coutrolireu. (Obgbich die Angriffe des „Solos" gegen die Miaace für unsere Leser keiner Widerlegung bedürfen (zeigt doch schon die Entstellung des Rainendes BereinS in „Alliance internationale des Israelitea“ di« gehässige Tendenz jenes Blattes), so werden einige Wort« dennoch um so mehr am Platz« sein, als wir dabei Gelegenheit finden werden, poch clnlge andere, von ganz anderer Seite unlängst gegen di« Muruz erhobene Allgriffe zurückzuweijen. Da eine bloße „Rachsflstift" jedoch dafür keinen geeigneten Ort und Raumbielet, so oers hieben wir r» auf die nächste Boche. Red. der J»r. Wach.» Vermischte Md neueste Rachrichte». Leipzig. Hier ist an Stell« des Abg. Stephani, der sein Mandat niedergelegt, Prof. Dr. Goldschmidt, Mitglied he» Reichs-OberhandelSgericht», mit großer Majorität zum Reichs» tagSabgeordneten gewählt worden. Karlsruhe (Baden), 13. Mai. Gestern fand die Einweihung der hieß neuen Synagoge statt; der Grobherzog, die Grobherzogin, der Erbgroßherzog, di« Stantsminifter, Generale u. s w. wohnten der Feier bei. Die Einweihungsrede hielt Rabb. vr. Ad. Schwarz, (ein Jünger des Breslauer Seminars), der auch (unter 32 Kandidaten) zum Stadt- und BezirtSrabbiner einstimmig gewählt worden ist Lemberg, 9 Mai. Heute fand hier die Rabbinerwahl statt. Rabbi Hirsch Or»stein (Rabbiner zu Rceszow) erhielt von 891 Stimmen die große Majorität von 868 Stimmen. LeugSfeld, 12. Mai. In der Wochenschrift Rr. 19 aus „Rew-Aork" wurde des Predigers Lippmanu Adler aus Chicago, als anS Frankfurt gebürtig, erwähnt; zur Berichtigung erlaube ich mir zu bemerken, daß Herr Adler nicht in Frankfurt a. M., sondern hier in Stadt-Lengsfeld geboren ist, und ' eine Reihe von Jahren hier auch als Lehrer gelebt hat. Stadt-Lengsfeld, d. 12. Mai 1875. S. L. Rosenblatt. Paris. Durch Dekret Mac MahonS ist ei» Rabbinat in Pan und ein» in Ronen neu errichtet. Ein drittes neues Rabbinat ist ebenfalls vor Kurzem in Renne» errichtet. Gegen die Einsetzung eine» RabbinatS in Rouen hatten die Local bebörden Einsprache erhoben; der Berichterstatter deSStadtraths hat nun den Kunimer zu sehen, „daß rin Rabbiner Zutritt zu den HoSpital- und Armenpflegeämtern hat und eine officielle Stellung einninimt, welche in Rouen weit über die» Berhältniß der Bedeutung der von ihin repräsrntirien Glaubensgenoffenschaft hinausgeht." Philadelphia. Schon wieder ein neue» amerikanisch-jüdisches Organ. Seit dem 15. April erscheint hier „Jewish Record", Wochenschrift in englischer Sprache und in großem -Format, herausqegeben von der „Jew. Record-Association." Ein Programm ist zwar gegeben, es besagt aber Lediglich, daß das Blatt „unabhängig" sein wolle und wxrde. AM können demnach auch nur mittheilen, daß Einrichtung »nb Inhalt de» neuen Blattes dem der anderen amerikanisch-jüdischen Zeitungen ähnlich und die Ausstattung s e h r s ch ö n ist. Dagegen entnehmen wir der ersten Nummer folgendes nicht üble Stückchen. welches „Philadelphia Presse" vom 7. April zum Besten gegeben hat: Auf den 14. d. M. fällt der Jahrestag eines merkwürdigen Ereignissein der jüdischen Geschichte — der Befreiung Israels aus der «zyprischen Sklaverei. Der Tag heißt gegenwärtig Rosch Hodesch Nissan und wird von allen Juden in der Welt gefeiert. Am Paffafeste opfern die orthodoxeren Juden ein jähriges Lamm, dessen Blut an die Thürpfosten gesprengt wird, während das Fleisch geröstet und mit bitteren Kräutern gewürzt wird. Die an dem Mahle theilnehmendß -Familie steht um den Tisch, gekleidet, als wollte sie eben eine Reise antreten. Das Muhl beginnt, indem man einen Becher Wein und Wasser trinkt. Die Gesellschaft wäscht die Hände, und das Fleisch che» Lammes wird auf den Tisch gebracht mst ungesäuertem Kuchen und einer dicken Sauce, welche astS Datteln, Rosinen,'Feigen und Essig besteht. Mer Becher Wem werden von Allen getruiüen, der letzte von diesen ist der Becher de» Hallel. vor dem nämlich eine Hymne, genannt da» klein« Hallel, gesungen wird." Diese Schilderung ist auch eine Art Eharose» oder „dicke Sauce" aus allerlei Jagpeyenzjat, qber.tzgp HWe ist - Sffig. . ’Ji ’.iat. ..."asäfciÄiJä 4