Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 21.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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v yxb hie Hände über dem Leib« auf eiuander gelegt. Al« charakteristische« Merkmal ist «och zu erwähnen, daß der Rock durch den obersten Knopf geschloffen ist. Wir erwähnen dieser Kleinigkeiten deshalb, weil Profeffor Herz ganz so in der Regel gesehen ward« Die ganz« Erscheinung de« in Erz verewigten Manne« macht sofort de« Eindruck der Wahrheit und Raturtreue, und wer ihn nie gekannt, muß al-bald vor diesen edlen, von Schmerz angehauchten »ad doch geistig verklänen Zügen die Ueberzeugung gewinnen, daß er so und »icht ander« auSsah.) Au« den bei dem Festmahle gehaltenen Reden mögen »och einige Sätze folgen: Mediziualrath Martiu« von La«bach gedachte der hohen Ehre, welche für chn in der Berufung Seilen« der k. Regierung al» Berteter nach Erlangen läge. Er sei ein Sohn der Stadt Erlangen, welche durch da« Denkmal eine ewig« Zierde erhalten Hab«, er habe zu den Füßen des verehrten Lehrer« Herz gesessen, der ihm später ein Freund war. Es dränge ihn, die Gefühle der Schüler und Kollegen in deren Namen auszusprechen. Ein berufenerer Mund habe heute schon ausgesprochen wa« Herz war, dem Redner erübrige nur »och, der engen und warmen Beziehungen zu gedenken, in welchen Herz zu seinen Schülern gestanden. Er war ihnen der wohlwollendste Freund, der vertrauteste Berather, war ihnen mit treuester Lieb« zugethan. In diesem Verhältnisse hat da« vertrauen seiner Kollegen zu ihm gewurzelt. Mit vollem Rechte habe« deshalb seine Schüler und seine Kollegen in den heutigen Frstjubel eingestimmt, sie mußten sich sage«, daß sein Andenken in der würdigsten Form der Nachwelt überliefert wird. Advokat Frankenburger au« Nürn' berg (Reich«tag»-Mi1glied) gedenkt einer ihm gewordenen dop' pelle».Pflicht, er Hab« eine« Aufträge« der Herrschen Geschwister und eine« Auftrages he« Eomile's sich zu entledigen. Die Versammlung werde den Sturm der Gefühle begreifen, «elcher sich heut« der nächsten verwandten de« Gefeierten bemflchtigl habe. Dies« Gefühle seiet» auch Ursache, daß sie der jetzigen Versammlung ferne geblieben seien. Er habe der U»ip«rsitäl und der Stadt im Namen der Geschwister für Alle« zu danke«, wa« für den Lebenden wie für den Gestorbenen geschehen. Bezüglich de« zweiten Theile« seiner Aufgabe beschränkt er sich nach allem, was über die Verdienst« de« verewigten heute schon gesagt wurde, auf Erledigung der Frage, .wa« Universität und Stadt ihm gewesen seien. Was würde er wohl, wenn er die« Fest mit ansehen könnte, abgesehen von seiner Erklärung, daß er alle» das nicht wolle, «a« würde er wohl sagend Daß der Dank der Anstalt gebührt, an welcher er Schüler und-Lehrer war. An der Universität, würde er sagen, Hab« ich das gelernt, wa« mich zum Arzte befähigte, al« welcher ich vor Allem anerkannt bin. Uud daß ich Profeffor an derselben Anstalt gewprden bin, da« danke ich ihr ebenfalls, den» sie ist dafür eingestaude«. So gebühret der Ruhm, der mir gezollt wird, zum größte« Theile wenn nicht ganz der Universität. — Wa» war chm hie Stadt? Wie er hie Achtupg, Freundschaft und Liebe Aller genoffen — denn iwt konnte chm im Grunde Feind szin? — so genoß er die Achtung, Freundschaft und Liebe der ganzen Stadt, die chn durch Berlechung de« Ehrenbürgerrecht« »»«zeichnete. Wenn an dem heutigen Fest« nicht da« ganze voljk Wttheil ninu^t, s», liegt ha« in den Grenze» seine« Wirkungskreise»; aber da« Penkmal ist von dem ganzen Volke seinem Wohlthätcr gestiftet, und eia zweite» Denkmal, da« ewig dauern wird, so weit wir von Ewigkeit zu sprechen im Stande sind, ist chm i» Aller Herzen errichtet. Dafür hing Herz mit allen Fasern seine» Leben» an der Universität und der Stabt. Redner glaubt nicht zu viel zu sagen, »veni» er bemerkt, daß da« Denkmal den» Menschen, den« Bürger und dem Arzt gesetzt wurde und die Erinnerung an den Menschen, de» Bürger, und den Arzt Herz wird noch lange Jahrhunderte in der Erinnerung der Bevölkerung von Erlangen und de» nächsten Gebiete« bleiben, wenn vielleicht de« Profeffor« Herz nicht mehr gedacht wird. Der derzeitige Prorektor der Universität Erlangen, Frhr. o. Gorup-Besanez, bezeichnete da« Wirken jene« trefflichen Manne« in zwei Worten: Hilfe spinden und lehren. Er hat e« nich^ um irdischer Vortheile willen, sondern au« dem inneren Kerne' eine« edlen Herzen« gethan, er war samaritanisch selbstlos. Ein solcher Mann mußte eine Zierde de« von ihm gewählten Berufe« werden, aber er mußte auch darin aufgehen. Soll ich, fragt Redner, sein ärztliche« Wirken rühmen, seine Gründlichkeit, Humanität, Uneigennützigkeit? Wir Alle waren dessen Zeuge. Soll ich seine rastlose, aufopfernde Thätigkeit in der Pflege der verwundeten der Kriege der Jetztzeit preisen, wie er, selbst krank, die Verwundeten herbeiholte und sich liebreich und helfend ihrer annahm? Die Meisten von un« waren deß Z uge. In unserer Hochschule wird er immer al« einer der trefflichsten Lehrer genannt werden. Al« Student war er der Liebling der Lehrer, al« Lehrer Gegenstand der Liebe und Verehrung zahlreicher Schüler. Aber er war nicht nur Lehrer, nicht nur Vorbild in» ärztlichen Berufe, sondern auch treuer Freund und Berather und Wohlthätrr. Entfernter Stehenden wird e» in mehr al» einer Beziehung sonderbar erscheinen, daß Herz in den Annalen der Wiffenschaft kein« bleibende Stätte gesunden; die Gründe kann man nicht bester bezeichnen, al« der Festredner e« gethan, sie beruhen in der Thätigkeit de« Arzte« für die leidende Menschheit. So kam e», wie Vorredner sagte, daß Herz ein Denkmal in den Her-' zen der Menschen sich setzte. Ein vergängliche» Denkmal, wird man sagen, deshalb aber möge da« DenknuL in Erz der fernen Nachwelt verkünden, in wie weit er der Verehrung und Liebe seiner Mitbürger genoß. Und nun noch eine Schlußbemerkung. Hat man Herz da« Denkmal gesetzt, obgleich er Jude gewesen? Sicherlich auch umgekehrt, weil man dem so lange Zurückgesetzten und Gekränkten eine Genugthuung nach dem Tode gewähren, weil man gegen ein Borurtheil demonstriren wollte. Ist da» nicht, ein Vorbild der Anerkennung, die Israel inSgesammt finden soll durch geduldige« AuSharren und standhafte« Erlangen? Ist da« nicht ein Svmmentar zu Jesaia« Kap. öS, IS u. s. w »nd zu dem alten Worte: KDTOJ? ’»'• »Aeußere. Erniedrigung und Dürftigkeit stehen Israel wohl an?" S« ist Pohl nicht« weniger al» gewiß, daß Herz da« geworden wäre» wa« chn nun eine« Denkmal» würdig erscheinen läßt, wenn er ql« Kind reicher Leute einer-, al« Glied der herrschenden Kirche andererseit« seine Saniere leicht gemacht hätte.