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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 20. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 20.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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«4 »ach dieser Licht««g hin nicht -Lästig ist, so wäre e» doch sehr wünschen»««rth. wenn auch da» hier gelegte Samen - kor» später Frucht bringe. Lin Fond« von 10,000 Thlrn. ist durch eine Stiftung vorhanden. Hieran wägen sich nun Auszüge au» anderweitigen Berichten reihe». 32ter Jahresbericht de» Verein» zur Beförderung der Handwerke in Dien pro 1874. — 353 Zöglinge »areu zu überwachen; von diese» wurden 139 neu aufgenomau«, 50 vollendeten ihre Lehrzeit und wurden in gewohnter Leise ausgestattet, al» Sc hülfe» abgeschrieben, 38 verließen au» verschiedenen Ursachen da» Handwerk, 2S5 verblieben »uler der Obhut de» Verein». Die Jahre» - Einnahmen betrugen 9108 fl , und zwar, trotz der Verminderung der Jahresbeiträge, Spende» und Rückvergütung gegen 1873, dennoch auch ei» Mehr von Kapitalzinsen etwa 100 fl. mehr al» 1873. Aber auch die Ausgaben waren erheblich gewachsen und überstiegen die Einnahmen um fast 900 fl., welche au» dem Reseroesond» genommen wurden. Außerdem hat der Beretn noch drei Legate von 20,500, 1000 und 5000 i» Verwaltung, davon erste» jedoch jetzt auf da» Doppelte angewachsen ist, und welch« zur Unterstützung von Meistern bestimmt sind. Erster Verwaltung»- und Cassenbericht de» jüdischen KurhoSpital» in Eolberg für 1874. Da» junge Institut ist in diesem Blatte schon mehrfach erwähnt worden, namentlich bei Gelegenheit der im vor. Som- »ui stattgehabten Einweihung de» neuen HoSpitalgebäude» und der damit verbundenen Synagoge. Da» Grundstück hat 12800 Thlr. gekostet, darauf find 5800 Thlr. von Seiten de» Borstande» angezahlt; die Aasten de» Umbaue» belaufen sich auf ca. 1800 Thlr., für Anschaffung de» Inventar» 1641 Thlr.; die Einrichtung de» veetsaale» hat Herr N. Oppenheim in Berlin geschenkt. Im vor. Jahre, welches nur al» Probejahr zu betrachten ist, wurden dir 10 Betten meist nur einmal belegt, und demnach 12 Personen mir meist sehr gutem Erfolg behandelt. Diese 12 Personen sind 8 Männer: 8 Handwerker, 1 Rabbiner, 2 HandlungSdiencr, 2 Schüler — und 4 Frauen: 1 WiUwe, 1 Handarbeiterin, 1 Cantorfrau, I Schülerin. Für da» nächste Jahr ist die Aufnahme von 30 Personen, nämlich dreimalige Belegung der 10 Belten für je 4 Wcchen, in Aussicht genommen. Obgleich ein Kaffenbrstand geblieben und Jahresbeiträge gezeichnet sind, so ist doch die fernere Theilnahme de» Publikum» durch einmalige Spenden oder Jahresbeiträge durchaus erforderlich, die voraussichtlichen Au-gaben für 1875 sind auf etwa 3800 Rmark berechnet. Zin«tragende Kapitalien sind jetzt nicht mehr vorhanden, e» sind vielmehr auch die von Herrn Oppenheim für Erhaltung von zwei Kurbetten gestifteten 2400 Thlr. zum Erwerb de» Grundstück» aufgebraucht und müffen zur Erhaltung der Betten verzinst werden Daß der mehrgenannte Hauptwohlthäter der Anstalt 7000 Thlr. auf da» vorläufig auf seinen Namen erworbene Grundstück bezahlt hat und zinsfrei stehen läßt, ist früher schon berichtet. 21. Jahresbericht de» i»raelitifchen Waisenhauses 'zu Stettin pro 1874. Di« Zahl der Waisen beträgt augenblicklich nur 7. E» werden statutenmäßig nur ortSangehörige aufgenommen «ad find G. f. D. nicht mehr vorhanden. Di« Mittel de» Institut« erlauben auch noch nicht «ine Mädchenstatio» einzurichten, well dazu die Erwerbung «in»» anderen Haus«» nöthig wäre. Die Einnahme» beliefe» stH auf 1195 Thlr. zum Grundfonds, und 2787 Thlr. Jahre«» einnahmen, die AnSgrben auf 2093 Thlr. Da» Vermöge» beträgt (excl. freier Wohnung) 26,530 Thlr. 14. Jahresbericht de« iSraetilischen Waisen Hause» zu Königsberg pro 1874. Die Anstalt hat 18 Zöglinge, 12 Knaben, 6 Mädchen Sie erfreut sich de» Besitze» resp. der Verwaltung mehrerer Stistungtkapitalmn welch« in verschiedeaer Weise den Zwecken de» Institut» dienen, und da» Gesammtvermögen berechnet sich auf über 87,0p0 Thlr. Bericht de» israelitischen Blinde »»Institut» auf der Hohen Warte bei Wien. Die Zahl der Zöglinge beträgt 22: 13 Knaben, 9 Mädchen, welche, bi« auf Einen, Kost, Unterricht und Kleidung gratis erhalten. Der Verein zählt 478 Mitglieder — unter ihnen 40 Gemeinden — welche jährlich an 6000 fl. beitragen, und besitzt ein vom Gründet der Anstalt, vr. Ludw. Aug. Frankel, gesammelte» Stachmvermögen von 140,000 fl. in Papieren, nebstdem ein Eapi» tal von 17,400 fl. Silberrente al» Unterstützungifond» Für die nach einer achtjährigen Lehrzeit au» der Anstalt tretenden Zöglinge. Jntereffe erregten die ausgestellten Arbeite« der Zöglinge, Körbe aller Größen von zierlichster Form,'bunte Tischdecken, feine Strohgefiechte, Bürsten aller Art, Stickereien, Häkeleien, Hauben u. s. w. Berichte imd Correspoudeuzen. Deutschland. Stettin. 4. Mai. Gestern hat die Einweihung der hiesigen neuen Synagoge stattgefunden. Da da» Progamm in Hinsicht auf die Gesänge und Feierlichkeiten vem überall bei solchen Gelegenheiten üblichen entsprach und über die Pred'lgt oder die Gebete un» kein Urtheil zustrht, so. gebe» wir Au-züge au» den Berichten hiesiger Zeitungen, welche eher da» Jntereffe au-wärtiger Leser m Anspruch nehmen können. „Der hiesigen israelitischen EulluSgemeinde fehlt «» an dem heutige» Festlage, der der Einweihung ihre« neuen stattliche Synagogengebäude« gewidmet ist. nicht an rer aufrichtigen und herzlichen Theilnahme seiten» der christlichen Bewohner dieser Stadt. E» sind nicht mehr den 80 Jahre her, seit Juden unv Christen in Stettin zusammenwohnen, doch diese Zeit über hat kein einziger Mißlon die Eintracht der Eonfessiouen gestört. In unserer Stadt erinnern nicht, wie an ander» Orlen, Thorpfeiter, au» deren Angeln die Thore und Gitter ausgehoben sind, an die Grenzen und Schranken, welche der christlich« Hochmuth de» Mittelalter» zwischen di« Bekenner de» einen und die Anbeter de» dreieinigen Gotte» setzte, — eine Judenstadt, einen Ghetto hat e» in Stettin niemals gegeben. Al» die beschränkte Einsicht, welche die rührigen und fleißigen Israeliten zum Schaden der Stadt so lange von vem We'chbüde Stettin» ferngehallen halte, den vrrnüuftigen Anschauungen de« neunzehnten Jahrhundert» endlich zu weichen begann, nahmen,die aufgeklärten Bewohner der Handelsstadt welche, nachdem sie wechselvolle Schicksale erlebt hatte, sich damal» gerade von dem schwersten Schlage, der sie je getroffen hatte, von her »jährigen Occupatio» durch di« Franzosen, zu erholen begann, tie Juden, welche emsigen Fleiß, Eapital und rastlosen Unternehmungsgeist mitdrachten, freundlich in ihre Mitte aus. Au» kleinen Anfängen entwickelte sich die hiesige Jsraeiitengemeinde zusehends immer rascher, vor 60 Jahren' ließ sich der Nestor der Stettiner Judenschaft al» erster sogenannter „Schutzjude", hier nieder, «ad hen« zähle» wir unter de«

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