Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 20.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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kanirt m»d leider mrr zu häufig die skandalöseftt» ^uftntü provozin?! Ist es dem«» psychologisch nicht lsichtk «rtsärlich, wenn so Viele an ein uiü denffelden» vom Lach,ist Tdg mchSrer wer-- deuden Bctelsach — hier ,ßhalu»" Anchnfl — uh»»., daß der Stärker«, im nothwendigen ÄSmpfe uft fc« liew Dascin, den Schwerere« bei Sejte schiebt?! Den«, wie sagt nur schMli tziti Sozialist.- „Dtr «eAfch 4tß. einmal in vieiundzwauzig Stunden essen, und mußte er es suhle»." Sap.enti sat. — —- Man zeb« sich doch keiner Täuschung hin. Dem hiesigen Elende ist so lange nicht abzuhelfea, bi« man die verkommene D enge arbeite« lehrt. Die ältere Generation ist freilich aufzugeben, desto dringender eriveist sich da« Bedürf- »iß, du jüngere in« Lug« zu fassen. Man lehre sie begreife«, daß nnr Arbeit, nicht Bettel, den Menschen adelt; oder sagen wir e« rund heraus, war Jerusalem in erster Reih« braucht, fird Schulen, Schulen und wüder Schulen, dieser voll rr.o längere, seitdem einige schüchterne Versuche, von den Chereul'S d:r pfäffischen Hierarchie, welcher du Berhältniffe, so wü sie sind, gerade recht paffen, abgeschlagen wurden. Ader angegriffen muh das Ding denn doch einmal werden, e« giebt eben kein Surrogat dafür. Die ron deutschen Glaubensgenoffen geplante Errichtung von Waisenhäusern bietet die günstigsten Chancen zugleich für die Erstehung ordentlicher Lehranstalten. Mögen die Philantrop«« und hauptsächlich jene englischen Brüder, du gerade im Zuge sind, chrem Altmeister, Sir MojeS Montefiore, zu Ehren clwaS für Jerusalem zu thun, dies beherzigend, sich ten edlen Bestrebungen deS Berliner Central-Comiu'S „für Errichtung jüdischer Waisenhäuser in Palästina" anschließen, und dies umso eher, als sich mit den Waisenhäusern sehr uiohl auch Hanbwerksschulen sammt Werkstätten verbinden tust:«. Englische Ausdauer und deutscher Fleiß, sie haben sich du Well «roden, sollten sie gepaart vor de» Bannstrahlen einiger Finsterlinge zurückschrecken?! Nachschrift. Ju einer Anmerkung zu meiner in Nr. ll dieser Blätter unter Aufschrift „jüdische Waisenhäuser in Palästina" gebrachten Corresponvenz, in welcher ich der Ansicht Ausdruck gegeben hatte, daß der Aufruf zur Gründung eine» neuen Hospitals in Jerusalem nichts Weiteres als ein Echachzug gewisser Cotterirn gewesen sei, damst du Sammlungen sur die zu errichtenden Waisenhäuser vereitelt würden, verwahrt« sich die geehrte Redaktion gegen ein« solche Insinuation, so weit sie jene Männer betroffen haben sollte, welche in Deutschland den erwähnten Ausruf erlaffen hatten. Fern lag eS von mir, jenen sehr ehrenwerthen Männern nah« zu irrten, die sicherlüh nur in der besten Absicht den Ausruf unterzeichnet halten. Allein, wirb mich wohl einer von ihnen dementiren, wenn ich behaupte, daß ihre damalige Jnitiattv« nur den hiesigen, ein neues» HoSpital als dringender Nolhnendigkeit darstellenden Berichten entsprungen ist. Mein Ausspruch galt demnach nicht jenen Männern Deuschlaads, sondern den, je nach Parteistandpunkt und Privatintereffe, Fa.be auflragenden Petenlen Jerusalem'« Weiß eS doch hier dk Welt, daß daS zu jener Zeit inS Leben gerufene „Bikur Cholim" eine, aus persönlicher Rancune gegen den gewesenen Ehefarzl des Rochschild'schen Hospital« gerichtete ConcurrenjanftaU sein sollte. (Die vorige Woche hier zu Gaste gewesenen Herren Montague und Vr. Ascher au« London*) bestichtM um sich selbst zu. überzeugen, osb «ist neues Hospital stk JWusalem nothwenditzs «tlre, die Krai^enhäusee, und fanden 0 Bikur - Cholim o,, II# Roihfchild'schni g; hmgeßen im AisMlsspital an 20 Beiten belegt.) Bericht über Wohtthütigkett» unb fßtxtiut. Ter Ausschuß deS deutsch-israelitischen Gemeindebun-, d e S hat ein zweites Heft seiner „Mitteilungen" vor Abhaltung des GemeindelageauSgegeben. Der erste Thell derselben enthält einen Bericht und Aktenstücke über die jüdische Gemeinde-BerfaffungS-(SusirittS-)Frage in Preußen. Wir haben die betreffend« Resolution mitgetheilt und kommen auf diese Angelegenheit hier nicht weiter zurück. Der zweite Theil handelt vom Armenpslegewese«. Mit berechtigter Senugthuung kann der Ausschuß darauf Hinweisen, daß die von ihm s. Z. aufgestellten Grundsätze sowohl im Unterstütznngsverein zu Leipzig, wie in den wesentlich nach seinen „Organisationsentwürfen" eingerichteten Vereinen und klaffen zu Aachen, Alzey, Cöln, Fürth, Nürnberg, Thorn rc. rc praktische Anwendung gefunden und durchaus befriedigende Resultate erzielt haben. Besonders ist die Thätigkeit des schon recht großen, viele Gevieinden umsaffenden, Verein« in Bayern — gegenwärtiger Vorort Fünh — hervorzuheben. Eine« Auszug aus dem Bericht der Fremden-AbtheUung de« llnterstützungSvereinS zu Leipzig haben wir in diesem Blatte schon früher gegeben. Auf die in den „Mittheilungen" abgedruckten „Mustersatz,ingen für di« Armenpflege größerer vezirksverbände, angenommen durch die Gemeinden Bayerns," wolle« wir alle diejenigen, welche für vernünftige Armen-Lnlerftützung unb Beseitigung der schmähliche» Wanderbettelei Herz unb Sinn hab-n, angelegentlichst aufmerksam machen Weiter werden die Statuten der deutsch - israelitilchen DarlehenS-kiaffe für Frauen und Jungfrauen**) abgedruckt. Der Zweck dieser klaffe ist „die Gewährung unverzinslicher Darlehen an unbemittelte jüdische Mädchen und Krauen, sofern sich dieselben als erwerbsfähig legitiniireu, zur Begründung einer selbstständigen Existenz. In gleicher Weise können, nach Ermeffen der Verwaltung der Darlehrns-kkaffe, Darlehen' auch zu dem Zweck« gewährt werden, uv» unbemittelten jüdischen Mütchen und Frauen eine sachmäßige Vorbereitung zur selbstständigeu Erwerbsfähigkeit zu ermöglichen, sobald eine solche Vorbereitung voraussichtlich nur kurze Zelt in Anspruch nehmen dürfte." Wenngleich die augenblicklich« Stimmung und Lage der zum Gtbcn und Spenden berufenen kkretse neuen Gründungen *1 Diese Herren haben sich im Ra««« oder doch im Interesse der zu gründenden Montefiore-Stiftung nach Patistina begeben, um über di« zweämäßigsten Maßregeln zur Abhülse des Pauperiomus Erkundigung«» einzuziehen. Red. **) Wir haben vor einigen Monaten in holländischen Blätter« Bericht« über ein« schon seit Jahrzehnten in Rotterdam (wenn mir uns recht entsinnen) bestehend« Unterstützung»taff« für , Handelsfrau en" — wahrscheinlich selbstständige — gelesen. H ist also LehnUches schon ^rhandrn.