Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 19. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 19.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/5369809-5935045-5937955--2621-5372085
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

wr nl. Ml der Versendung desselben an die Verein«mitgpeder innerhalb de« deutschen Reichspostgrbiete» hat ebenfalls bereit« begonnen werden können, und zwar znnschst an diejenige» Mitglieder, die den Jahresbeitrag von 8 Mark ohne jeglichen Abzug direct nach Magdeburg einsaadten, sowie an diejenigen Herren Agenten, die der in de« an sie gesandten Sttculät enthaltenen Aufforderung, Betreff« der Fraacatnr, genügten, franco theil« unter Streifband, theil« als Postpacket. Die z w e i r e Sendung — Belletristische« — erfolgt in gleicher Weise vor den Herbstfeiertagen. An die Buchhändler und diejenigen Herren Agenten, die da« Packet-Porlo nicht einsandtea, werden, fall« dieselben nicht ander« bestimmen, sämmtliche Schriften in einer Sendung zum Herbst gesandt. Die Zusendung der Schriften an die Mitglieder außerhalb de« deutschen Rrich«postgebiete« wird erst in den ersten Lagen de« Juli c., d. i. »ach dem Inkrafttreten de« internationalen Berner Postvertrage«, erfolgen. Da sehr viel« Mtglieder ihren Beitritt zum Verein erklärt, den Jahresbeitrag pro 187S aber noch nicht eingesaudt haben, so hat die Verlag-Handlung beschlossen, daß die belr. Exemplare gegen Einsendung de« Betrage« bi« Ende diese« Managt zur Dilposition liegen, von da ab jedoch an »e» beüretende Mitglieder begeben werden. Mit« -lese« Qhunbe Witt -er Gchlrrffter«iu für Beitritt«erklär» »gen pro 19H bi« zn« 81. Mai e. pro» lottgtrt. Der Jahresbeitrag (8 Mark, 4 Gulden) ist an den Vereinsrendaatea Hrn. Bankier Fließ (Firma: Fließ ». So. in Magdeburg) vor Ablauf diese» Termin« einzusenden. Zum Schluß sei noch darauf hingewiesen, daß die diesjährigen Vereins-Mitglieder den ersten Band der Grätz'schen Beschichte zu eine« ermäßigten Preise erhalte». Magdeburg, de» 2. Mai I87S. Da« g«schäst«leitende Tomilä-Mitglied Dr. Rahmer. Berichte und Lorrelpondenzen. Deutschland. Stettin, 28. April, ßt ist in diesem Blatte und in «»deren jüdischen Zeitschriften schon mehrfach von Fabrikaten di« Siede gewesen, welche Butter ersehen sollen und au« Lhierfett bereitet find. Sie kommen neuerbtng« schon häufiger unter dem Namen: „Kausdutler. Sparbutter, Wiener- CfeUttc* u. d. m. in den Handel und find en detail um eine Kleinigkeit billiger ab» die mittelguten Butlersorten. In sofern sie nur lediglich zu« Backe» u. s. w. verwendet werden, ist di» Sache nicht von besonderer Wichtigkeit, da e» längst bekannt ist,. daß viel« Bäcker, Eonditoren rc. statt der Butter Schmalz — namenttich seit der massenhaften Einfuhr de« überaus billigen amerikanischen Schweineschmalze« — gebrauchen, w«»hald diejenigen Jude», welche überhaupt auf Koscher und Trefa Gewicht legen, längst dl« nüthige Vorficht »nd Enthaltung geübt haben. L« ändert also nicht», wenn zu« Bereuung von Backwaaren noch ein Butlersurrogat mehr zu Gebote stand. Dieser Lage ist jedoch eine große Sendung von „Butter" au« Rußland hierhergelangt, welche von Fach-Kaufleuten (Broßisten) unbedenklich für gut« feine Tischbutter angesehen worden ist, und weder durch Geruch und Geschmack, »och durch Farbe undfonftige augenfällige Kennzeichen sich ab», etwa« Andere« oerrieth. Durch eine bet dem Handel entstand«»« Differenz wurde jedoch-- eine chemische Unterfttthnng «ranlaßt, und dies« ergab, daß di« augtbliche Butter an« Hammeltalg, Oel und einem kleinen Zusatz von, Rilchdutter besteht. — Dir können nach Mittheilung von, Sachkundigen nur ungeben, daß da« fraglich-! Fabrikat i« Durchschneiden fest ist, fast gar kein Waffer enthält, resp. zeigt (wodarch fie sich jedoch dem Käufer uw so mehr empfiehlt), und beim Ausfireicheu etioa« spröde ist, aber nicht mehr als e< Minterbutler zu sein pflegt. Denn ferner da« Fabrikat nicht sehr sorgfältig präparirt ist, so zeigt die Maffe Streifen. Daß diese Kennzeichen nicht genügen, um Hausfrauen vor Täuschung zu bewahren, liegt leider auf >»<r Hand; wir find also auch nicht im Stand«, der Warnung zugleich dt« Mittel'hinzuzufügen, durch dr« man sich vor Treforh bewah-. ren kann E« gilt, die Bezugsquelle zu prüfen, und' nur au» erster Hand, vom Landmann, Butter zu nehmen, und da« ist in großen Städten schwierig, da di« „biederen" Landleute, Milchfrauen rc. oft genug ihre angeblich „eigengemachte" Butter beim „Fettwaarenhändler" kaufen. Berlin. Die Selbstmord« unter den Juden mehren sich, in schreckenerregender Weise. Nachdem vor einiger Zeit i». den statistischen Veröffentlichungen von Württemberg und Oefk reich eine große Anzahl unserer Glaubensgenossen al» Selbst« Mörder aufgezählt waren, nachdem vor einigen Wochen in Folge der jüngsten Börsenreoolulion, einer der angesehensten hiesigen Börsenmakler seinem Leben durch Gift ein Ende machte, gab sich, wie da« „Fremdcnbl." vom 9. c. meldet, in einer hiesigen Badeanstalt ein Glaubensgenosse mit Blausäure den Tod. Anfang» harte man über die Person desselben keinen Anhaltspunkt. Ber genauer Durchsicht de« Notizbuches zeigte dasselbe u. «. ein beschriebene- Blatt de« Inhalt«: „Ich wohnte K... Nr... und wünsche sofort nach dem jüdischen Friedhofe gebracht zu werden." Die Genußsucht und die Jagd nach Glücksgütern, denen sie die Mehrzahl unserer heutigen Generation ergeben, hat in den Herzen derselben jede« religiöse Gefühl erstickt. Kein Wunder, wenn im Unglück kein Rettung-anker mehr für sie vorhanden, an dem sie sich ür ihrer Roth aufrichten könnten. — Ab» ob e« noch nicht genug de« Traurigen wäre, halte sich voriger Woche da» Gerücht verbreitet, Bankier S. sei keine« natürlichen Tode« gestorben. Eine Lebensversicherungs-Gesellschaft, bei welcher der Verstorbene eingekauft war, verlangte die Ausgrabung der Leich«. E« gelang doch noch rechtzeitig einen Vergleich der streitenden Parteien zu Stande zu bringen, so daß der Frieden de« Grade« nicht gestört wurde. (I. Pr.) — Eine zweite Probepredigt ist in der großen Synagoge von dem Rabd. Dr. LandSberg au« Darmstadt gehalten worden. Oesterreich. Petz. In der Reich«tag«sitzunq vom 21. April — also am zweiten. Peßachtage — nahm vor Beginn der Tage»ordilung der Ministerialpräsident Baron Wenkheinr da« Wort zu folgender Erklärung: Geehrte» Haui l Der g.H«rr Abgeordnete Victor Jstüczy hat an mich ein« Interpellation hinsichtlich der von der Regierung gegenüber dem israelitischen Elemente zu befolgeitden Politik gertchlel, auf welche ich jetzt antworten will. (Hört! Hört!) Ich will mich nicht in ein« Erörterung seiner umfangreichen Rede einlassen, mit welcher er seine Interpellation molivirl hat, well ich die« weder für zeitgemäß, noch für zweckentsprechend halle uitd darum beschränke ich mich in meiner Antwort einfach auf jene Fragen, die er selbst in drei Punkten formulirt hat. Die erste Frage bezieht sich auf die durch «in Gesetz zu regelnd« Angelegenheit de« Jnkolat«, namentlich gegen die einwandernden Juden. Auf diese Frage lautet meine Antwort: daß die Regierung wirklich beabsichtigt, da« Jnkolat durch ein Besetz zu regeln, aber nicht anläßlich diese« Jnciden« und nicht wegen der Motto«, welch« der geehrt« Herr Abgeordnete in seiner Interpellation «nd in seiner Rede z» entwickeln für gut fand;

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.