Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 17-18.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Station Rab, zrrrüttet vor alle« Lasten halbbarbarischer Culttur> An steck «üg, ganz gleich den Rothhäute«, denen die Berührung mir europäischer Lullur da« Tode«urthril bringt. ' Die rumäuische Presse aber scheint an», der Statistik, welche bei den Juden rin so große« üederwiegen der Geburt»- über ”bit Todesfälle eonstatirt, nur de« Schloß r« Ziehen, daß man ^diesem Urbel abhelsen müsse, wozu inan, wie erinnerlich, vor einigen Jahren in Salatz rin durchaus probate« Mittel angewrnde» hat: „werft st« in die Donau!* * Feuilleton. Die Jude« tnAveffiuien) 'In den christlichen Kreisen de« Abendland«» spielte im Mittelalter die Mähr vom Reiche de« „Priester Johanne«" eine bedeutende Rolle. Dar e« für fronime Gemülher ein herber 'Schmerz, daß im Oriente da« Christenthum dem JSlam nuterlegen war, daß da« heilige Grab fich in den Händen der Ungläubigen befand, so war e« ein süßer ‘ Trost, wenn die 'Kunde von einem mächtigen Reiche frommer christlicher Herrscher, d«r„ Priester Johanne«" erklang, dt« irgendwo im fer- -««« Osten oder Süden di« Fahne de« Kreuze« hoch halten (>rgrn de» Halbmond und alle Stürm« der sie umtosenden arazeulichen und heidnischen..Horden tapfer» und siegreichen „Widerstand leisteten. Wo aber eigentlich diese« Reich lag, da« wußte Niemand zu jagen. In ähnlicher Weise erging sich die geschäftige Sage unter den zerstreuten Gemrinden Jtrael«. E« waren trostreiche Wort« für die Gebeugten de» Exil«. Nicht völlig habe der Herr sein Volk verstoße«, noch lebten in weiter Ferne, getrennt von ihren Brüdern, mächtige jüdisch« Bolk»stämme, »nabhäogtg und frei von dem „Drucke der Herrschaft" unter eig^nfn Köujgen und Stamme»fürstrn, hochgeachtet und geschichtet, von qren heidnischen Nachbarn. Einzelne dieser Stämme sollten sogar, abgeschieden von allen übrige« Böllern, ein ganz verborgene« Dasein führen. Manch« vag«, knüpft an Alexander den Großen an, .dtsse»Wgeibi» i« da». feruelJndien hinein, die Phantast« der Völker «och auf viele Jahrhunderte hinau» mächtig eri «gl. hauen. > Er Hab« jüdische Votttstäinme, so meldete die in jüdischen Kreisen verbreitete Mähr, bi« jensei:« der „Berge der Fknsterniß" getrieben, Hab« die Pforten — Engpässe — diese« furchtbare» Gebirge« mit eisernen Thoren verschlossen. Erft bei der Ankunft de« Mcffia» würden diese Thore sich öffne«, nnd die durch dieselben vorbrechenden Streiter J«ra- >el« ihren Brüdern zu Hüls« eilen E« war überhaupt in allen diesen Sage» der trostreich« Gedanke^ der messianischen Erlösung innig verknüpft mit de« Vorhandensein der in weittr ungekannter.Fvne, wohnenden jüdische« Völker. Eidad der Dantr« erzählt« in der «weilen Hälfte de« , neunten Jahrhundert« den staunenden Zuhörern der großen i Geauind« von Kairuan und Eordova von dem verbleib der einst durch Salmauasser vertriebenen und seitdem verschollenen zehn Stämmen Israel». Die Stämme Aaphtali^Dau-r vad und Ascher versetzt« er nach Kusch und Chavila. Dort bit» nach seinen Angaben^ ein mächtige« Reich unter gemeinschaftlichen Köistge» und Richtern. Der fabelhafte Samdariou, der Sadbathfluß, der statt de» Wasser« Sand und Fetsen im reitzenden Wirbel führ« und nur am Saddath ruh«, trenne sie von den „Kindern Mose«," welche ujrnset« diese« Flusse« rin «hst sche« und idMsche« Dasein führen. >1 Uder dt« zu dteftr Schrift de»»tzt»» Quellen so»ü über verschieden» b» persetde» nur kur, betzwweüen, «tu« ntch«« Ware» ««auch vielfach Fabeln «ud Mädchen, welch« Eldad, der plötzlich, wie ein Meteor auftqucht »nd «erfchwindet, seine« Zuhörern auftischte, so war/n sie' doch sticht rein au« der Luft gegriffen, 'lie hatten vielmehr irgend eine historisch« und geographisch« Grundlage. Auch unser berühmter Grätz'), welcher im Uebrigen den angeblichen Daniten für einen Schwindler und «inen verkappten Agenten der Karärr erklärt, sucht die Angaben desselben mit geschichtlich beglaubigten Thalsachen in Verbindung zu bringen. Eldad« Erzählungen über die Stämme Raphtali, Dan u. s. w. führt er aus da« jüdisch-htuiyaritische Reich zurück, da« einst im südwestlichen Arabien unter den zum Judenthum bekehrten Königen Tobban und Dhu Rowa« bestanden, hatte. Allein jene« Reich hatte nur «in ephemere« Dasein gehabt und war zu Eldad« Zeiten schon seit mehr al« drei Jahrhundert« vom Schauplatz« verschwunden. In Saaaa und Aden herrschten damal» muhamedantsche Fürsten, und durften den Juden in Jemen und Hadramaaut sich glücklich schätzen, wenn sie von diesen tzerrschern und de«,kleinen Dorfsultanen der Südküfte nicht , all zu schwer bedrückt wmsdf«. Höchsten« irrten noch in deu Wüften und entlegenen Gehirgen einzelne jüdische oder judaisirend« Nomadenstamme umftr, wie solche sich auch heute noch, nach allerdings unbestimmten Angaben der Eingeborenen, in dem unbekannte» Jnnex« Südarabirn» vor finden sollen.') Wie wäre e« aber, wenn wir diese 4 Stämme Eldad« statt an der östlichen, an der westlich,« Seite de« rothea Meere« aufsnchen wollten? Di« Bezeichnung „Kusch und Chavila" stünde schwerlich entgegen; wird doch unter „Kusch" gewöhnlich nur Aethiopien, und nur ausnahmsweise, und zwar mehr ethnographisch al« geographisch, Südarabirn verstanden. Und wirklich würde sich in Aethiopien rin fester Anhaltspunkt für dir Stählungen de« Eldad, fintzn.hssen. Die Forschungen neuerer Reisenden haben au« de« historischen Traditionen und den Chroniken der Abessiner dargrthan, daß einst in Abessinien, also im eigentiichen Aethiopien (Kusch) ein mächtige«, von jüdische« Königen beherrschte«, Reich existirte, und daß, wenn diese« Reich auch vielleicht erst nach Elvad« Auftreten zur höchsten Blüthe gelangte, doch schon zu seinen Zeiten die Juden, iu^Pdxssinien »ine unabhängige Stellung gehabt hght». vielleicht hat der Name de« S o b a l fluffe», der au« dem äthiopischen Hochlande Kaffa, der ursprünglichen tzrimath de« Kaffer«, nach Westen strömt und rinrn der Hauptzuflüssr de« weißen Nil« bUdet, Veranlassung zur Sage vom Sadbathstuß gegeben, und ist e« gewiß eilt erhebliche« Moment, daß der Sabbath in der all-äthiopischen (Ghe—ez) Sprach« mit „Sambal" bezeichnet wird. Wa«,,Eldad voi» jenen Stämmen erzählt, daß sie nur di« Thora, nicht aber den Talmud, kennen, daß sie nur die mosaische Feste, nicht auch Channucka und Purim seien», paßt noch ganz genau auf di« heutige« abbesstaischen Juden «ud wird sicherlich auch von ihren Vorfahre» z« Eldad« Zeiten gegolten haben.') Sollte die hier ausgesprochen« vermuthung ein« wirkliche Begründung haben, »Nb wir die von der jüdischen Sag« und in den Schilderungen Eldad« verherrlichte« selbDAndige« „israelitischen, ÄMstämm« in Abbesfinirn suchen muff««, so würde die Wau* augedeutete Nchniichkeit der jüdischen Sage mit der christlichen vom Priester Johanne« «inen wahrhat überraschend gleiche» Abschluß finden. *) Geschichte der Jude«. Band ü. Fap 9. -) 1, ftab die« tu MrauitUlu)«« Denite» «naedltch |u Xotia t» . («btniaaut, bit 8mi X«M, ob« >«tza» ongeölich go» nabaM den Ztechod imb die veni Höbe», di« fich sog« der «bftönmum ooa SRoM Schwank taM rOtam sollen. Stau «rgletch« Sch»«bst PbtSsUn» *«b Aftt»r< GrbtnNbetArodien.) •) Dat Aätz«« Ob« «l»ab und besten ,«owk«»hüch» «ngaten «teb brr «ich-no hrtnpn. " ' . (Fortsetznug folgt.)