Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 16. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 16.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/5369809-5935045-5937947--2601-5372067
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

«Helm-Hitze Jahresbeiträge durch Lebernahme auf deu Hau«- halt«etat oder au« den Ueberschüffen der Jahrr«rechnnng oder au« milden Stiftungen zuwendtn, 690 Mark 50 Pf. Ll« Spenden bet frohen oder traurigen Familienereigniffen oder ai« Ertrag adgehaltener Eolleeten: 1505 Mark 18 Pf., im Ganze» also an außerordentlichen Beiträgen 9180 Mark 68 Pf. Di« Einnahmen an regelmäßigen Beiträgen der Mittziieder betrug 471 Mark und die der Zinsen 1950 Mart 86* Pf., mithin Gesamniteinnahme 3901 Mark 90 Pf. Im adgriaufeiten Jahr erhalten au« der Lasse: 1) ein erblindeter Lehrer mit Iran und 6 Kindern (93 Quoten ä 54 Mark) 709 Mark; 9) ein« Lehrerwittwe mit 5 Kindern 8 Quoten) 439 Mark; 3) ein» Lehrerwittwe mit 9 Kindern 5 Quoten) 970 Mark; 4) eine Lehrerwittwe mit 9 Kindern (5 Quoten) 970 Mart; 5) eine Lehrerwittwe mit einem Kinde (4 Quoten) 916 Mark; 6) «ine Lehrerwittwe ohne Kinder (8 Quoten) 169 Mark. — Da« Bermögen de« Verein« beträgt am 1. Jan. 1875: 94,947 Mark 95 Pf., und koiiilte auch pro 1875 di« Unterstützungsquote auf 54 Mark festgesetzt werde». Der Borstano bemerkt jedoch hierzu in dent Jahresberichte: „<fc« liegt in der Natur der Lache, daß die Ansprüche an die Lasse stetig wachsen werden, und e» würde tief betrübend sein, wenn wir genälhigt sein sollten, die bisher gewährte Unterstützung wegen Mangel« au«reicheuoer Mittel reducircit zu müssen. E» ergeht daher an alle diejenigen, welche ein fühlende« Herz für die Noch armer, erwerb«- unsähiger Lehrer oder ihrer vrrlassenen Äittwen und Welsen haben, die herzliche Bitte, unserer Laste eingedenk zu bleiben und unser bereit« so segensreich wirkerndc« Institut durch ihr« Liebesgaben fördern zu wollen." Mecklenburg. Wenn au» dem Großherzogthum rin Fortfchritl zu berichten ist, so ist da« immerhin bemetkenSwerth, und wenn e» ein solcher Schritt ist, mit dem da« Land allen andern deutschen Staaten de» Borsprung abgewinnt, so ist da« gewiß im strengsten Sinn« de« Worte« noch nicht dagewesen. Und nun betrifft dieser Fortschritt sogar di« Juden; und doch tst'» wahre actenuiäßige Thatsach«! — Bei Einführung de« Livilehegesetze« hat nämlich die großherzogliche Regierung auf Ansuchen de« eoaugelischen Oberkirchenrath» den» gegenwärtig tagenden Landtag d. d. 96. Februar propomrt: den Übsachen Betrag der jährlichen Auskunft in Proelamatiou und Lopulation von 75,757 Mk 48 Pf auo dem Kriegrkosten-EnbjchLvigitngSfond« mit einer Lapitalfumme von rund 1,894,000 Mk. auLzufcheiden und dem Kirchenratli pt dem fragt. Zweck zu überweisen. Die« zunächst mit Rücksicht auf die lutherische Landeskirche. Nachdem nun auch da« großherzog. Rejcript die Erklärung abgiebt: „Rückiichtlich der übrigen in unsetm Lande vertretenen Lonfessionen wird nach unserer Uederzeugung die Frage über die Ablösung der Gebühren für dir Proklamationen und Lopulationen seldstoerstänolrch mit gleicher Billigkeit, wie rücksichllich der Diener der lutherischen Landeskirche behandelt werden müffen rc.", und nachdeu, e« hierauf, betreff« der beideit andern christlichen Eoufessiotten, der Reformirtcn und der ivenigeit Katholiken, die Ansicht der Regierung barlegt, heißt e« weiter: „Die ErmiUelungeu über den Umfang der für die jüdischeit Trauungen entrichteten Gebühren sind noch nicht vollständig abgeschloffen, und behalten Wir un» daher eine dieselben betreffende Borlag« für den Fall vor, daß wegen dieser Gebühre» eine Verhandlung mit Unfern getreuen Ständen erforderlich werben sollte." — Dte« ist nun di« Proposition der Regierung; ob die Stände zustimmen werden, ist freilich noch sehr fraglich. Der Stillstand gehl in Mecklenburg bekanntlich nicht von der Regierung au« und noch weniger von dem Volke, welche« zuut Reichstage immer fortschrittlich gewählt hat, sonder» von den Feudalständen. Aber die Thatjache. daß die mecklenburgische Regierung die erste ist, welche auch für jüdische Geistliche ein« Entschädigung in« Auge faßt, ist ebenso bemerke n-werth wie erfreulich fBtmirua, 25. März. Unser Ort wird wahrscheinlich sch« tu disem Jahr« durch de» Bau eine» Hospital« für arme jüdische Badegäste eine neue Zierde erhalt«. Bereit« im Jahr« 1871 trat für diesen Z««k «in Comttc zusammen, bestehend au» den Herreit: W. Fränkel, L. Schneller chtd A. Wallstsch von hier, Rosenthal, vr. Joäl, I. Lach«, R. Schlesinger und Berger au« Hirschberg, E. Goldschmidt, Geh. Sani* tät»rath Dr. Gräzer, S. Sach« und A. Werther au« Bre«la» und I. I. Meyer und M. Herrman au« BerUn. Die Summe, welche damal» durch freiwillige Beiträgt, dte namentlich au« Breslau und Berlin sehr reichlich stoffen, zusammengebracht wurde, betrug gegen 11,000 Thlr., wovon aber schon im nächsten Jahr« 8000 Thlr. für oen Ankauf eine« Grundstücke« zur Verwendung gelangten, deffen Lag« in unmittelbarer Nähe de« „SchäscrhofeS" die reizendste ist, welch« unser Ort ausweist. Inzwischen waren dte Zeitverhälmtff« zur Fortsetzung der Sammlung nicht günstig; die Mitglieder de« Lomite«, speciell die hiesigen Vertreter derselben, aber behielten die Sach« unausgesetzt im Luge und ertheiltm im vorigen Jahre dem Privatbaumeister Eiffler in Htrschderg den Auftrag zur Anfertigung einer Zeichnung und eine« Kostenanschlag««. Herr Eiffler löste seine Aufgabe mit großer Sachkennt^iß und entwarf ein Projekt, durch welcheein eben fo zweckmäßige« al« prächtige« und dauerhafte« Bauwerk im byzantinischen Styl« in Aussicht gestellt wird. Der Kostenanschlag geht allerding» über die dem Lomite di« jetzt zur Verfügung stehend« Bausumme hinan»; doch steht zu erwarten, daß die mit der Jnangriffnahine de« Baue« wieder zu eröffnende Sammlung freiwilliger Beiträge um so mehr von Erfolg sein wird, al« da« Hospital nicht für hiesige l^ewohner, sondern für arme jüdische GlaubenSgenoffen au« der Fern« bestimmt tst, welche die Heilkraft unserer Bäder aufsuchen. Zu wünschen bleibt nur, daß da« Eoinile, deffen definitive Beschlußfassung über di« Ausführung de« Baue« nahe bevorsteht, nicht au« dem Grunde zu einem reducirten Projekte greifen müßte, weil zu befürchten stunde, die noch erforderlichen Mittel würden durch weitere Opferwilligkeit au« der Nähe und Ferne nicht beschafft «erden. (Schl. Pr.) Oesterreich. Brünn, Ende März. «Lu« dem Mähr. Lorr.) Am 2 5. d. M. fand die Generalversammlung der Delegirten für die Verwaltung de« mährisch-jüdischen LandeSmassasonde« statt. Anwesend waren 45 Delegirie. Al« l. f. Eommiffär fungirte Statthaltereirath vr. Suchanek. Der Hr. Vorsitzende constatirte die Beschlußfähigkeit der Versammlung, bei welcher beinahe sämmtliche Vertreter der jüdischen Gemeinden Mähren» vertreten waren. Vor Uebergang zur Tagesordnung verliest der Secretär ein Schreiben de« Hrn. Host.tth« Ritter v. Winkler, nach welchem die Statthalterei die Fond^ebahrung zur Kennlniß nimmt und dem Curatorium für die ausgezeichnete Verwaltung die volle Anerkennung ausdrückt. (Bravo!) — Den ersten Gegenstand der Tagesordnung bildete die Vorlage de« RechnungSabschluffe« pro 1874 und die Verlesung de« Berichte« des Euratorium«. Au« dem von vr. Oppenheim verlesenen Verwaltungsberichte des EuraloriumS entnehmen wir die folgenden substantiellen Momente: 'Rach einer ausführlichen und genauen Darlegung der auf die FondSgedahrung, das FondSerträgniß und den Aufwand bezüglichen Daten*) constattrt der Bericht das Bemühen des EuratoriumS, den immer zahlreicheren und weitergehenden Ansprüchen der Gemeinden an die FondsauShilse di« an die äußerste Grenze de« Möglichen gerecht zu werden. Die Zahl der Gemeinden, die zur Bedeckung ihrer CultuSbedürfniffe oder zu außerordentlichen nothwendigen Ausgaben Subventionen erhielten, iu bereits auf 85 angewachsen, die durchschnittliche Höhe dieser l1nterstützunge.t betrug 242 st. und dieselben betrugen im Jahre 1874 da» *) 9t fitto ofrnxn&rt ju Schutsubventionen 12540 fL, an Unterstützung«, 11665 fl., und zwar an 2« Rabbiner, ZS Lehrer, 34 Lan» toren, fernean Witwen und Waisen m« ttultu*b«amttn; dann Gemeindeunterstützmqe» 3600 fl., Stipendi n 3ov fl., vitdung«- und tznmanitLtSanstalten 2600 fl.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.