Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 13.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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— 10» — Hebu,g be» Judenthum» Mb feinet Wissenschaft mit beweg» ten SBotten geschildert nmtben. (ßlt fügen hin»«, daß an» weitere Berichte über Lhnliche Sedüchtnißreden au« Danzig, Sengftfelb, Hlldesheim, Posett, Oel», Seulberg, Krakau, Pest, Ofen, »ilofe«, pozmiu vorliegen. Ein Slbdruck auch nur de» kur-gefaßteste« Inhal» te» ist unmöglich. Sied.) Paseu, 18. Mär». (Or.-Lorr) Auch hier hat die Art (oder richtiger die Unart), in welcher der „Israelit* sich über den sei. Kranket ausgelassen, die höchste Indignation in allen preis m erregt, man nimmt ein solche» Blatt nur mit Ekel »ur i)and. Im Lesezimmer de» „Verein» zur Wissenschaft u. Gesel l-keit", dem der gebildete orthodoxe Theil unserer Ke» wein!* angehürt, darf e» mit Beginn de» neuen Quartal» (nach einem jüngst gefaßten Beschluß) nicht mehr aufgelegt wer» den, mit solcher Orthodoxie will man selbst hier nicht» gemein hadere Ob, wie e» in der Sorretp. au« „Magdeburg* gewünscht wurde, die übrige orthodoxe Presse öffentlich Lehmann'» Geba-ren geißeln wird, ist mehr al» fraglich. Dazu gebricht'» an äiuth, man fürchtet Lehmann'» bösen Mund, und mag ihn nicht reizen. (Weit genug gekommen! Red.) Aus Be« schluf de» Vorstande» und RepräsentantenEollegium« hat unset Rabbiner Hr. vr. Feilchenseld am letzten Montag Frankel und im Anschluß an ihn auch Nathanlshn-Lemverg und Schwarz« Löln >,-^7 eine Kedächtnißrede gehalten. Im Sotte«hause der Brüdergemeinde fand ebenfalls «in Trauergottesdienfi zu Ehren Frankel» statt. — Ich habe noch nachzutraaen, daß im obengenannten Vereine Hr Rabd. vr. Feilchenfeid »neu sehr ansprechenden, tiefgedachten Vortrag über „die Statur al» Quelle der Äotteserkeuntniß" gehalten, der, wie wir erfahren, durch den Druck veröffentlicht «erden soll. Irrige Woche hielt Hr. vr. Freudenthal au» Breslau (Lehrer -m jüd.-lheol. Seminar) eineu gediegenen Vortrag: „Lin Dichter und Denker de» Mittelalters* (Jehuda Halevy). Lill»,17.März. (Or.-Lorr.) Zu den so überau« schmerzlichen Berlitsten, die wir in letzter Zeit erlitten haben, habe ich Ihnen leide, einen neuen zu melden. Mein Freund vr. Levin, Rabbiner der mir benachbarten Gemeinde Schwetz, ist an diesem Sabbath im Gptteshause mitten im webet SDN^.I SK von einem Schlagausalle betroffen worden, worauf nach weniger. Stunden der Tod erfolgte. Unsägliche Trauer erfüllet die tanze Gemeinde, die nicht erst jetzt sondern immer den reinen, biedern Lharakter, die wahrhafte, bescherdeuc Frömmigleit, da« selbstlose unermüdliche Wirken ihre» Rabbiner» anerkannt hat. Sehr traurig ist die Lage der hiuterlasseucn Kam Ute. Eine werthvolle Sammlung von hebr. Büchern ist da, sie ich mich bemühen werde so gut wie möglich zu verkaufen.*) R«tnheim, 10. März. Die Zunahme de» Wohlstandes uttfetet Stadt ist i. keinem Theile ihrer Bevölkerung verhältnkßrräßitz größer, al» in dem israelitischen. Er begann in der Zeit de« Anschlüsse» unsere» Großherzogthmn« an den deutschen Zollverein und hat seitdem ununterbrochen Forschritte gemaöü. Schon sett mehreren Jahren macht fich da» Bedürsniß eine: bedeutenden Erwettrrung der hiesigen schönen Synagoge fühl rar, die zu Anfang der S0er Jahre erbaut ward und eine Zierde der Stadt ist. Jetzt soll der Auftrag zur Vorlage der Plätte und de» päfÄn-UderMtg» einem bekannten tüchtigen Archttekien erthellt worden sein. —In einer Nummer de» wöchewlichm „Mamcheimer JnteMgenz-, Frageu. Sk>cht»gv-L latte»* vom 26. Nov. 1784 kommt n. 3L folgende» ,nierti»«e* ubor f vor: „Bei dem alten Rothschlld gegen der Lemlischen Al« iß hinüber ist Folgende« im Hause und in Privatstunden zn lernen: „Alle Sotten Handschriften, deutsch, stanzöfich, Lau »lei, Fraktur rc.; die praktische Rechenkunst nach der petienrege, in allen Handlungen, die Dechselarbllrage, die Münz-tmd ') Aerrtts« de« ^wünscht» säumt« im züseratenttzetl wir» die »Orr«. M iRogÜtm!«*,' ick »ie Sl-stch wenden isÄrn, tereiiwiRtge« Mw.) Wardein-Mffeuschaftm, die für Offizier», Ingenieur», Feld» meffer und Maurermeister, Geometrie, Trigometrie, und Algebra :c, die cabalische Rechnung, da« Schachspiel; er verfertigt auch Stammbäume und schreibt Lehr- und Abschichsbrirfe. Wem, einige zusammen eine Stunde nehmen, so kam ein Jeder um ein geringe» Geld lernen.* Ob dieser „alte Rothschild* einer der Voreltern der späteren Geldfürsten gleichen Namen» gewesen, wissen wir nicht, aber wewiß ist, dich seine hiesigen fleißigen Glaubensgenossen nicht ohne guten Folgen bei ihnen in die Schule gegangen sind. (Neckar-Zeitung.) Pest. Bor dem Schwurgericht ist unlängst ein höchst be» bäuerlicher, weil skandalöser Prozeß gefühtt worden. Kläger war der Rabbiner vr. Friedmann in Szente», verklagter der vr. meä. Götzl daselbst, ein Jtraellt. Gegenstand der plage: Jnjuröse Zeilu»g«artikei, welche letzterer ge^en erfteren veröffentlicht hatte. Die Verhandlung endete mit Freisprechung de« Götzl, woraus zur Genüge he'rvorgeht, daß beide Thelle Unrecht haben »tüffen und an dem VMn zu gleichen Theilen participiren. Da« Publikum, augenscheinlich größtentheil» au» Jud.'n bestehend, nahm für den Lekklagten lebhaft Partei; wieder ein Kennzeichen der Zeit und de» Otte« resp. Lande». Der „Pester Lloyd* berichtet über die Gerichtsverhandlung ganz autführlich; unsre Leser verlieren nicht«, wenn wir ihnen nur vorstehende« mittheilen. Pari». Die General-Bersammluna der „Alliance J»r. Univ.* hat am 12. März unter Vorsitz Eremieux stattgesunden. Besoul. Der hiesige Gemeinderath, der der i«rael. Gemeinde bereit« da« Grundstück zur Synagoge geschenkt hat, hat nunmehr auch noch den Boden zur Errichtung einer Religion« schule bereitwilligst ohne Entgelt hergegeben Verdun Am iS. Febr. hat die Einweihung einer neuen Synagoge stattgesunden» welche an Statt der m der SLtcht vom 13./14. Oktober 1870 durch Geschosse zerstötten früheren errichtet worden ist. Ro». Garibaldi äußerte sich zu seinen Freunden, er sei nach Rom gekommen nicht sowohl um politische Ziele zu verfolgen, al» vielmehr um mit dem römischen Grund und Boden sich zü beschäftigen und mit der Regulirung der Tiber. „Meine Jahre", fügte der General hinzu, „gestatten mir nicht da» Unternehmen persönlich zu leiten, doch vertraue ich auf die Mitwirkung meine» Freunde» Guastalla* Soweit me politischen Journale. W>r wollen nur noch hinzufügen, daß der Oberst Enrico Gugstalla ein Jude und zugleich eiiiei der intimsten FreuuA Garibalr»'« ist, mit dem zusammen er fast alle Feldzuge mitgemacht Hut. Der röm. Lorrespondenl der „llnlla Eattollca* spell Gift und Galle gegen die Jiiden und fordert bä» Volk auf, da» GhetÜ in Rom zu plündern! Da würbe uiou sicherlich etwa» recht verlockende» vorstnden: — Elend nnd Fieber. Wer hätte je gedacht, daß man uns sogar da» Ghetto von Rom Älssgönnen würde? Mailand. Prof. lfav. G. S. A«coli, her al» einer dgx größten Linguisten uuse/er Zell auch in Deutschland ^bekannt ist, hat seine Demission al» Präsident und Professor. der Akademie der Wissenschaften in Mailand eingereicht. 6eip4 Eollegen im Lehrfache, die Studireuden, die BläM aller Parteien haben in gerechter Würdigung de» schweren vfllyste». den sowohl tue Mailänder Hochschule al». auch, gyZz Italien dadurch erleidet, diesen Entschluß xlnmüthig beklagt, vielleicht gelingt e» noch dem Minister für vff. Unterricht, Bonghi, Prof. A«coli zur Wiederanuahme seine» Posten» zu bewegen. Laura auf Eandia. Witttve Argi, eine von hier gebürtiae, in Smyrna wohnhafte Lhristiu, interessttt sich lebhaft für die Errichtung einer jüdischen Schule tu ihrer aia» terstadt und hat, wie die» auch ihr verstorbener Salle getha» hatte, schon namhafte Summen dazu b«i-est«tert., 2u lese» Gegenden ein felllue» und erfreuliche« BesspM. (Auch. Wr.)