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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 13. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 13.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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00 Preuße» gerichteten „offenen Sendschreiben" lichtvoll und mit Lärme nachgrwiesen. Wie er die Mahnung; „stellet viele Schüler ans" bethätigte, davon zeugen die au» dem jüdisch-theologischen Seminar hervorgcgangenen, tüchtigen Männer, dir al» geachtete Lehrer in Israel, in Liebe und Dankbarkeit in ihm ihren Meister und ibr Muster verehren und ihm in Treue anhäugen. — DaS rnifl*? J'B 1VV hat dem Verklärten so «as4« Kränkung und Verkennung zugezogen; Beide» mit Unrecht. Frankel, der Gelehrte in großartigem Stiele, der gründliche Forscher, der auf historischem Boden sich Bewegende, mochte Reformen nach persönlichem Belieben und au» Stegreife nicht Vorschub leisten; ihm sollte jede Neugestaltung auf religiösem Gebiete al« historisch nothwendig und berechtigt, al» naturwüchstg und organisch sich legitimiren. Solchen Neugestaltungen trat er nicht störend entgegen, sondern stand ihnen vielmehr fördernd zur Seite. Mit der Forderung: „machet einen Zaun um dir Lehre/ nahm er e» ernst. Der Zaun um die „Lehre de» Leben«" sollte keine tobte Uinzäuuuag, sondern eine lebendige Umfriedung sei«, und diese lebendige Umfriedung war ihm die Wissenschaft, der er in Wort und Schrift mit Hingebung, mit Begeisterung, mit einer i« Grrisenaltrr noch ungeschwächten jugendlichen Frische unablässig diente. „Frankel war," so schloß ungefähr der Redner, „nicht nur ein begeisterter Jude, nicht nur ein mit seltenen GeisteSgaben ausgerüsteter Gelehrter; er war vor Allem ein — Eharakter. War er al» Gelehrter bewUndeknrwürdig, so bleibt er al» Eharakter verehrungswürdig und noch in feruer Zukunft wird man seinen Namen nicht nennen, ohne ehrfurchltvoll hinzuzufügen: N212'? "DT" Da» vom Herrn vr Solvschmidt citirte ,1703 rrfTIJO und Orgelspiel bildeten den Schluß dieser ernsten Feier, welche wieder einmal ein schöne« Zeugniß von dem Seist«, der in unserer Gemeinde herrscht, abgab. bl. Hamßmg, den 2. März. (Or.-Lorr.) Wenn ich berest« längere Zeit unterlassen. Ihnen von hier zu berichten, so lag Solche» an dem Umstand, daß unsere Verhältnisse wenig Veranlassung dazu gaben. Vor einigen Wochen kam hier der Fall vor, daß ein zehnjähriger jüvischer Knabe, unehrlicher Geburt, der die hiesige Talmud Thöra-Schule besuchte, wegen fieben Male wiederholten Diebstahl» und mancher anderer Vergehen halber «in» der Schule entlassen werden mußte. Di« iöraelikische Armen-LomMisfion, zu deren Ausgabe e» gehört, für den Unterhalt uikv die fernere Erziehung de» Knaben zu sorgen, glaubte sich dadurch, nach vielem Widerstreben, in die Nothwendigkeit gesetzt zu sehen, da unsere Gemeknde keine BefferungS-Snstalt für derartige Subjekte hak, dessen Versetzung in die städtisch« Strasfchulr zu veranlassen. Dä bisher wohl noch nie Veranlassung Vorgelegen hatte, irgend Rückfichten auf jüdische Sträflinge der Art von Seiten »er Anstalt zu nehmen, so muß er, da BorMungen dagegen utchl iftuchteten, der HauSördnuag gemäß, einstweilen an dein christliche» Religionsunterricht Theil nehmen, rvenfo' wtt er auch vom Kirchenbesuch uicht auögeschlossrn ist (!!); man wird indeß, wie ich höre, e» an Bemühungen nicht fehlen lassen, daß er, sobald wie möglich, von Leidem oerschout bleiben ,— Die hier häufig in den TageSb ättern vorgekommeue Aupreisuug von Kojcher-Fleischwaaren von Seiten eine» bekannte» christlichen DrUcaleffrn-Händler» veranlaß« den hiesigen Oderrabdiuer vor dem Ankauf solch«, Fabrikat» in der «znagoge warne» zu lasse«. Einem erst kurze Zeit hier ansässigen, nicht aulorifirten jüdische» Fteischwaaren-Händler ließ dt«« Warnung keine Ruhe, und uugerue wollte er für den gelte», auf den solche Bezug haben könute; er waudt« sich deshalb ja de» Oberrabbtuer, um non chm Auskunft darüber M «tu«»«». Er erhielt von deMfecht» die Zusicherung, daß jetzt al» Mittel, sein Geschäft al» ei» solche» »» kennzeichne,, da» zu den autortsirten gezählt wird. Da Solche« nun allerding» nicht der Fall ist, so hielt e» unsere geistliche Behörl« von Neuem für geboten, an einem darauf folgenden Habdach verkünoen zu lasse», daß da» Geschäft vo» B. van Seiten de» Oderrabbinat» nicht als koscher anerkannt werde'» könne. Diele erneuere Warnung gab die Veranlassung zu einem eine ga«i>e Spalte große» Inserat in einem «nserer gelesensten Tageblätter, worin B. sich zu rechtfertigen sucht, unter Ander« auch ansührt, daß er zu verschiedenen Malen sich hätte d« Lontrole de» Rabbiner» unterwerfen wollen, aber von demselben stet» zurückgewiesen sei u >'. w Schließlich erklärte er sein Recht de, den. Behörden und so lange suchen zu «ollen, bi« der Widerruf der gegen sein Geschäft geschleuderten Bannbulle, (??) — wie er jene Warnung nennt, — erfolgt sein würde. — Bei aller Hochachtung, die man dem Pflichteifer, die kur Oberradbiner Stern bei Ausübung seiner Functionen al» Borgefetzler der verschiedenen zu seinem Ressort gehörigen In - stitute an den Tag legt, zollen muß, gibt da» Monopol, ««.- che» den 13 vom Rabbiner autoristrten Fteischhändlern eie>- geräumt ist, zu gerechten Bedenken Veranlassung. Durch grgenseilige» Uebereinkommen ist e» den 18 Händlern möglich gemacht, den Preis de» Fleische» der Art in di« Höh« zu lrrchen, daß sie für den Richrbemiltelten «nerschwiuglich sink', und er schließlich gezwungen ist, sich an «inen Richtaulorifir» ten zu wenden, wie «» deren eine Anzahl seit dem Jahre 186k, dem Jahre der Einführung der Gewerbefteiheit hier gibt, die der Aufsicht de» Rabbinat» entzogen find und ihren Bedarf zum großen Theil au» Altona, von jüdischen Eolleget daselbst, beziehen. — Da» hier Ende vorigen Jahre» erschienen« „Statistische Handbuch für den Hamburglschen Staat. Hamb. Meißner 1874'' hat verschiedene Daten, di« auch für unser« Glaubensgenossen nicht ohne Interesse sind. Die Bevölkerung nach dem ReligionSbekennlniß im Jahre 1871 zählt: JSraelit«, 13,796, 4,07 */6 der Gesammtbeoölkerung, keiner religiösen Gemeinschaft angehörend 618, ohne Angabe der Eonfessioa 7,071, in beide Rubriken gehören dem Anscheine nach eine recht erhebliche Anzahl Individuen israelitischer Herkunft. Die Ehrsrequcnz (im I. 1873) ist in dem städtischeil Theil bedeutend stärker al» im Landgebiet, auch die Eioilehe» (bisher fakultativ) kommen in der Stadt und Vorstadt relativ am häufigsten vor. Auf die hohe Ziffer (81) in der nördlichen Neustadt (dem am meisten von Juden bewohnten Theil der Stadt) werden die Mischehen, bei welchen ein Theil de:: i-raelitischen Eonfession angehört, nicht ohne Einfluß gewesen sein, doch ist diese» nicht mit Sicherheit statistisch sestzustellen, da die Eonftssion der Eheschließenden, bei der Rachsuchuug der Eheerlaubniß. nicht anzügeben ist. Mit Veröffentlichung de» durch Senat und Bürgerschaft beschlossenen Eivilstaudgesetzr» am 17. November 186L Hallen die separaten jüdischen Register ausgehört, ebenso wie dail seit dem 24. Oktober 1851 bestandene sogenannte Mischehrn- Gesetz, welche» «ine Lontrole Über Ehen zwilchen Juden und Lhristen ermöglichte, dadurch beseitigt war. er «icht staunt grmeMt sei. Die erlheilte Antwort diente ih« Lvschmiu, 3. März. Einen Beweis, wie die ländlich; Polizei manchmal durch Schulzen und deren Vertreter gehandhabt wird, lirfert folgender, jede» menschliche Befühl empörend; Vorfall, dessen Verlauf in allen Einzelheiten bereit« durch dwt kgl. Distriktsamt festgestellt ist. Am §5. v. Mt», kam ei» durch Schlaganfall theilweise gelähmter, armer Mann (später aut MssenWvlfou»Ke»pen<«kogno»cirt)»d«ff«nKieid»tG'der oh diesem Tage herrschenden Kälte auch nicht allptsehr Trotz hie len konnte, hierher, um dl« Müdthätigkeit der Bewohner in Anspruch z» nehmen. Der Vorsteher de» Armenverein» gab ihn: eine entsprechende Unterstützung, und der arme Mann trat dmac seine Weiterreise nach Dobrzpca an. Schon « dem erste» vor: hier «ftte % Meile entfernten Dorfe Orla, wohin er Rach mit tag» zwischen 2 und 3 Uhr gekommen war, fühlte er sich s» 391470

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