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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 13. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 13.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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ttfp. „jüdisch-deutsch" lese« und schreiben können und dal>er nicht eigentlich Analphabeten genPint werde« dürfe«, Haien wir schau früher bemerkt. In B^reff der älteren Geneiation ist das Fehlende nicht Pehr auj zu machen, für di« jürgern können pir ganz puhig hin. PI Lwffnuim-tOS Hrn. La rr. muh sich erfüllen, dafür bürgt der' Eifer, mit dem die. Juden die Schulbildung suchyl. Daß tat Aro«ntsatz der Mjsch«l''Hchltiü i, süu höhoHu'Söiuls» «tzl^chchächtzentliä, graher ist, ist in letzter Zeit oft ziffermähig nachgewiesen wcrden. Neuerdings kommt die officielle „historisch-statistische Darstellung deS preuß. Schulwesensvon vr. Wiese auf dieser. Gegenstand zurück. Es heißt dgselbst: „Höchst beachten»- wecth ist die außerordentliche Zunahme jüdischer Schüler. Eie betrug am Friedrich-WilhelmS-Gymnasium zu Posen über die Holste, an einzelnen BreSlauer und an fast sämmtlichen städtischen Gymnasien Berlinweit über ein Viertel der Gesarrmtzahl. In Berlin ist die Zahl der jüdischen Schüler, welch« höhere Schulen besuchen, so gestiegen, dah sie etwa den viirtzn Theil der Gri'ammtzahl betrug. In Schlesien werden die höheren Schulen von den Evangelischen wohl mehr benutzt, altvon den Kalhalikeu, um» de» Jude« »der mehr, als von - den Christen Charakteristisch ist noch, daß die jüdische Be vökerung die Gymnafiialbildung der Realschulbildung vorzieht.- Auffallend ist wohl in vorstehenden Bevölkerungszahlen de: Umstand, daß in manchen Provinzen die Zahl der jüdischen Frauen'die der Männer so erheblich überragt. Sollte sich dadadurch erklären, daß au» den betreffenden Prooinzrn eine starke Auswanderung in andere oder in» Ausland ftoufindet, wobei dann zunieist und zunächst jüngere Männer foi »ziehen? Dafür scheint zu sprechen, daß in Berlin, Brandenburg und Sachsen die Zahl der Männer größer ist, als di: der Frauen. Red.) Berichte und Correspoudeuzeu. Deutschland. Berlin, im März. Da» Eomüe zur Errichtung jüdischer Loisenhäuser in Palästina hat ein Circular versendet. Es heißt in demselben: „Die von uns im vorigen Jahre erlaffene Aufforderung zu Beiträgen für obigen Zweck hat in vielen jüdischen Herze» Anklang gefunden; in vielen Gemeinden find Sammlungen veranstaltet und die Beiträge unS zugesandt worden. In einem großen ^heile der vaterländischen Gemeinden ist jesoch biS jetzt für unser Unternehmen nicht» geschehen, wohl nur deshalb, weil gleichzeitig di« Wohlthätigkeit für die Hungerleidenden in Palästina in Anspruch genommen wurde. E» giebtjedoch nur'einen Weg, den traurigen Zuständen unserer palästinensischen SlaubenSbrüter eine wirksame Abhilfe zr. schaffen, und der ist: bessere Erziehung der Jugend. Wir wollen nun unsere Fürsorge zunächst dem verlaffendften Theile derselben zuwenden, den hülfSbedürftigen Waisen, um oirse in echtjüdischer Frömmigkeit zu religiöS-fittlichen und erwerbsfähige» Menschen heranzubilde». Wir vollstchren dadurch zugleich ein Werk der Rettung, indem wir sie schützen vor den Fangnetzen derer, die sich gerne solcher armen verlaffenen Seelen annehmen, um sie dem Glauben der Väter abwendig zu mache». Da« kaiserlich deutsch« Consulat in Jerusalem hat die Zlützlichbeit, ja die dringende Rothweudigkeit einer Mischen.! Ajaisea-Epstehungs-Austalt in Palästina bekundet und dze Hoff- I n lmg ausgesprochen, daß die wohlhabende« abendländische« | Juden diese« Unternehmen unterstützen werden. Se. Excellenz der Minister de» Junern hat in RMW Jflguf mittelst hohen Rescript« vmn W. Aprst v. I. eiU LMtScollecte bei de« jHisHen UjnwlMiern her Monarchie MaM In J«usqKm ist unser Unternehmen von dem beffereu MejD der Ildische« Hevölbenylg, al« «M mr größten Wohltyaten, mit aufnchtiger Freude begrüßt wörden, und hat stch zur Förderung unserer Absicht, zunächst einige Waisen dyrt erziehen saßen, uyter Bo;ßtz dz» Dtrtctor» am Rofhschild'f^eu Hospitale, de« Herrn ölest. Vr. Schwarz, ein Comne gebildet, welchem die achtbarsten Männer angehören; diese« hat un« eine .Aste von Über 70 Waisen nur aus der Sephardlfchen Gemeinde allein zugesandt, au» denen die Dürftigsten und Würdigsten auSgewählt werden sollen. Um demnach bald an die Ausführung unsere» Unternehmen«, wenn auch vorläufig in bescheidenem Umfange, gehe« zu können, richten wir die dringend« Bitte an Alle, welch« Herz und Sinn für die GlaubenSbrüder im heiligen Land« haben, durch Zuwendung von Gaben unser Werk zu fördern. Wir ersuchen insbesondere die verrhrlichen Herren Vorsteher, Rabbiner, Prediger und LultuSbeamten der Gemeinden durch Sammlungen von einmaligen oder jährlichen Beiträgen »»• sere Absichten fördern zu helfen." Der gleichzeitig ausgegebene Bericht über bisher eingegangen« Spenden schließt ad mit: 7688 Thlr. b Sgr. l l Pf., zugefichert find 660 Thlr. und 50 Frc». jährlich. LeiLzig, 6. März. 26. Februar, Vormittags Uhr." fand aus Auregüng "beS GemeinhevorstanheS ein«, :d« Oberrahbiner vr- Z- Frankel s. A. gewidmet«, «de» so würdige al» angemessene Gedächtnißfeier in unserer Haupt» Synägdge statt. Rach Abstngung einiger zweckentsprechenden Lieder unter - Orgelbegleitung, schilderte Herr vr. Goldschmidt die segensreiche Thätigkeit des Verewigte., sowohl während seine» amtlichen Wirken« als Rabbiner, wie al» Direktor des jüdisch» theologischen Seminars und als fruchtbarer Schriftsteller. Anknüpfend an die Thätigkeit de» Propheten Zacharias, des» send Jugend in die letzte Zeit der babylonischen Gefangenschaft siel, der aber nicht nur die Morgenröthe der Freiheit auf heimathichem Boden begrüßte, sondern, in richliger ^rkrnntnig der von den neuen Zuständen unabweisbar gefor!- derten Pflichten, sich auch berufen fühlte, die von Außen elngeschüchterte, innerlich träge gewordene Masse an ihre Obliegenheiten zu mahnen, zeigte der Redner mit begeisterten Worten, wie auch Zacharias Frankel unter ähnlichen Verhältnisse» auf die durch die neuen Zeitverhältniffe bedingten neuen' Pflichten unablässig hinwie», wie er an den Anfangs mit Begeisterung begonnenen, bald aber in» Stocken gerathenen Aufbau des HeiligthumS unermüdlich mahnte. Gleich dem Propheten Zacharias schaute auch er zwei Oelbäume, zu deren Pflege er sich selbst berufen fühlte und deren Pflege seinen Jüngern an'» Herz zu legen er al» siüu« Lebensaufgabe betrachtete, den Baum der väterlichen Religion und den der Wissenschaft. Wenn die Tradition den Propheten ZachariaS als Einen der Minner der großen Versammlung bezeichnet, der Versammlung , welche der verblichenen Krone der Religio» neuen, Glanz verlieh, und deren Wahlspruch war: fia D'JVUS 7IN srrivn ro itwn nam c-röjjfi mspm so gebührt Zacharias Frankel sicherlich eine Ehrenstelle unter den Männer» aller Zeiten, deren Streben es war, da» Judenthum in seinem vollen Glanze erscheinen zu lassen, und nur Wenig« haben den Wahlspruch der 11-2» so zu dem ihren gemacht iqch bethäligt, wie der Verklärte. Mit welcher Besonnenheit, Gründlichkeit, Nachhaltigkeit er die in ihrem Rechte gekränkten Glaubensgenosse« vertrete», wurde aus einer Reihe von Schriften de» Verstorbenes namentlich au» seiner „Eidesleistung-, „der gerichtlich« ve» nM-, au» dem, bei Gelegenheit jchwr Berufung als Rabbsger «ach Berit» a» de» dgWllgen

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