Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 12.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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- Seesen 1× ep/1048106
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.tat ßanftn Sei: uab an diejenigen, deren Herzen von-Liebe a Kon beseelt find. Beide» gilt auch von nn», den Christen. Über Engländer mögen außerdem stolz sein auf Rontefiore'- Enthusiasmu» für Freiheit und Serechtigkett, die er in uns«' rer Lust gelernt, urü» erfreut über die allgemeine Nächstenlieb,!, di« fern Leben gelehrt hat. Da» Land, al» dessen Bürger rtt sich <r«f seinen für die Menschlu,- .1 uuternommenen Reisen geschützt fühUe, da» Land sesner Geburt und Hei- «ath, da« Land, in dem seine Sattin ruht, und in de« er dereinst ruhen wird, mag sich auch wiederum seiner freuen. Wern in den Kranz der varmherzigkest, welchen der gute B«ou:t trägt, noch e>ne schöne Blume geflochten werden soll, so!vürde e» di« sein, daß in seinem Name» sich Männer jeglichen Glauben» zu einem Werke der Barmherzigkeit vereinigen." Einige Tage später brachte „Dailey Telegr." eiste Zuschrift de» ehemaligen brit. Geueral-Consul» in Syrien, Moore, »oiin er herzlich« Zustimmung zu jenem Artikel ausspricht und hervorhebt, daß er länger al» SV Jahre in seiner amtlich« n Eigenschaft al» Verwalter der Spenden de» Sir Mose- Mo ntesiore gewirkt habe, der dabei immer bedungen Hab«, daß kein Unterschied bei der Berthrilung gemacht und jeder Dü^lige bedacht werden solle. Vermischte und neueste Nachrichten. Stettin. Die Mittheilung der „Boss Zeit." (s. vor Nr.), laui d«r für da» künftige Gesetz über die BerhäUniff« der Juten nach Berlraurn»männern und jüdischen Kreisen gehört «erden solle«, wird un» auch von dem hies. Abgeordneten bestltigt. {«nsttct. Der „Hann. Sour" enthält statistisch« Augabrn über di« Lerhandlungen der fieben Schwurgericht-Höfe der Provinz. Wir entnehmen daran» die Notiz, daß sich der Corfession nach unter den Angeklagten befanden: 216 Evangelische, 17 Katholiken, 2 Dissidenten, aber kein Jude. Nürnberg. Die hiesige Semeindeoertretuug wollte «ine erledigte Ledrerstelle au der confrsfionell-gemischlen BotkSschule »it einem Lehrer jüdischer Confessio» besetzen. Die KreiSregerung von Mittrlfranken versagte jedoch der Präsentation di» Genehmigung. 'W-kfenbüttek, im März. (Or.-Svrr.) Am 4. o. Mt«, ver'chied zü Seesen die Frau WaisenhauSinspector" Stern, Jotwnna geb. Brndix, und wnrde Sonntag den 7. beerdigt. Fü: chi« armen, ihrer Pflege übergebenen Waisen in acht mütterlicher Weise zn sorgen, betrachtete sie al» die Aufgabe ihre- Leien», ja selbst auf dem Schmerzenslager hörte sie nicht auf, für dieselben zu wirken. Sie hielt e» für heilige Pflicht, diese Elternlosen mit Allem, wa» eine wohlgeordnete Häuslichkeit zu bieten vermag, zu erfreuen und zu beglücken, wie denn überhaupt da» Bestreben der «ackern Hau-eltern unablässig darauf gerichtet gewesen, die Kinder liebend zu verpflegen, chneu da» Elternhaus in jeder Beziehung zu ersetze». Der himmlisch« Bater der Waisen "lohne ihr stille» segn-reichrS Walten! CSfcn, S. März. (Or.-Sorr.) An zwei, aufeigauderfolgevdea Sonntagen wurde hier für de« verewiglen Semiuardirctor -Dr. Z Frankel von Herrn vr. Jellinet im veth- Hamidrasch, und von Herrn vr. Güdemann im neuen Tempel «ine Traue,seier abgehallen, bei welcher der gesammte Vorstand und eine ungemein zahlreich« Zuhörerschaft anwesend war. Wien. Di« „Central-FnedhofSfrage" hat zur Zeit hier gar vie Staub aufgewirbelt. Ader auch mancher kernige Spaß fiel dabei für» luftige Bötkchen Wien'« ab. Unter »uderem knrfirte folgender Witz: Baron K. trifft indem Salon-eine« h«Bestellten Diplomaten mit Cardinal Rauscher «zusammen, der r» bekennst ch dahin z»..bringen wußte, daß der, ganze «einraiftiedhPf/'Mit-Rn-nahmo He« rde,: -tz-rarltten -> käuflich übrvlofsenen Stücke», nach römtschckatholischem Rttn-.ntnß«-^ weiht wurde. Der jüdisch« Baron trtttnmit einer Z«itnng.1n der Hand zum. Fürsterzbischof, und indem er deffen Anfmeet» samkeit auf den gewaltigen Kurszettel mit den darin al». gefallen" und „werthlo-" bezeichneten verschiedenen Aktien leiöt, sagt er chm: „Sehen Sie, Eminenzleben l da» ist der richtig« confesston-los« Ceutralfriedhof — Ueber dies« Leichen «acht der orthodoxeste Jude auch ei« Kreuz." Amsterbn». Hr. Bankier Georg Rosenthal hat<»»ie unser Hr. Corresp. vor längerer Zeit verkündet hat) den Katalog der Sedraioa et Jadaica der Bibliothek seinesel. Later«, de- Privatgelehrten El. Rosenthal,, zu Hannover, herauSgegebr». Zwei sehr stattliche und splendid gehalten« Oe» tavbände enthalten 1) eine« genauen, bibliographisch w«rth» ■ vollen Jtatatog, bearbeitet durch Hr«. Roest, über di« «ehr al» 10,000 Bände umfaffende Sammlung. 2) einen von de« sel. vefitzer selbst angelegte«, jedoch nicht ganz vollendeten, hebr. geschriebenen Katalog mit wrrthvollen Notizen. Hr. ß. Rofenthal hat die Bibliothek in seinem Befitze behalten, auf» stellen und ord..eu und den Katalog au« Pietät gegen da» Andenken seine- Vaterauf seine Kosten anfertigen und drucken laffen. Derselbe ist nicht in Buchhandel gegeben, sondern von Hrn. Rosenthal an Bibliotheken und Privaite al« Geschenk überreicht. Nähere Besprechung im Lit^Bl. blestt Vorbehalten. (Wir erlauben unauf diesem Wege für die Uebersendung eine« Exemplarergebenst zu danken.) Londsn Der Oberrabbiner der Sefardim, Herr Ar» tom, hat am 10. Februar Hochzeit gemacht, die Trauung vollzog der Oberrabbiner vr. Adler. So einfach und nalürLch diese Sache erscheint, so ist fie doch bemerken-werth. Auch „Jew. World" sagt, dergleichen sei vor kaum einem Menschenalter ganz unmöglich und undenkbar gewesen. .Feuilleton. Dt» JRantin. Cine Sezählnng «ul Spanten» Vorzeit. (Fortsetzung.) Ohne Don LuiS warten zu laffen, war Donna Ramtra ausgestanden und hatte chr reiche», schwarze« Haar zusammengedreht und auf dem Hinterkopfe aufgeknüpft, so daß daffelbe an den KrobyloS der Aphrodite erinnerte. „Ihr seid'« Don Lui»! rief Donna Ramita mit äußerst melodischer Stimme, indeß sie dem- Grafen die- Hand darbot. Seid willkommen in Madrid!- Meine Ahnung hatte mich nicht betrogen, al» ich glaubte, daß Euch.da» .heilige Gericht «ll» uuschuldig wieder ftei laffen würde. Welcher Erinnernng Don Lui»' habe ich'» zu danken, daß ich denselben hier vor mir sehe?" „Die Ursache, welche mich hierher führt, «rwiederte Gras Lojazar, gehört der Gegenwart an, Madonna. Ich füg« - hinzu, daß sich da«, wa« ich zu sagen habe„ nur »stein für Euer Ohr eignet" „Geh', -vlaila!" befahl die Dam« der Dienerin, und . ließ sich daun, indeß chr. Gesicht einen ernsteren Ausdruck annah«» . nicht ohne «ine gewiffe Befangenheit nieder, um Do« Lust» de Lojazar anzuhören. Dieser erzählte Zoorith'S Entführung «ach de». Lust» schlöffe La Florian. < „Und wa» soll ich dabei. thua? sagte Donna Ramira finster. Ihr habt vielleicht gedacht, daß mich .di« Eifersucht ■ anireiden würde, da» Mädchen zu befreien- Demut ich tisep süchtig sei, müßte ich den, Prinzen liebe«; nber.uich gesteh«, daß ich desselben^ und da» nicht erst sett einigen Tagen, voll- ' kommen überdrüssig hin. E» wäre püx außerordentlich angenehm, wenn der Prinz'anbttwkit io gkfeffelt würde, daß ich .« seiner Anbetung ledig »ütd«. Habt Ihr nach «Wst-dündern r, Grund, um die Befreiung der junge» Maurin tzn wünschen? tzhr itebt sie.... Recht so?"