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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 12. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 12.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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»Ja, Donna Ramira!" erwtedertikDon Lui» nach echep Panse, tndeß setnchlaffer.ehse», Gesicht von leichter Rüth« überflogen wurde. » Die Dame sah ihn lange schwelgend an und schien in schmerzlich« Gedanken zu, versinken. Dann hob sie plStzlich ihr««' Kopf." »Ich will thnn, wa« ich vermag, sagte sie, obwohl sich «ein Herz dagegen sträubt; denn ich bekenne, — und «e^ halb sollte ich nicht? — daß ich nie im Stande gewesen bi», «eine Lieb« zu Tuch zu' vergessen.... E» wäre ander» und besser, Lui«, wenn Du einst nicht gegen mich den strenge» Wentor gemacht; wenn Du meine übersprudelnd« Lebendigkeit, meinen ungebändigten Jugendmulh nicht alt da« Symptom der inner» Leichtfertigkeit angesehen und mich dadurch »um Widerspruch gereizt hättest, der mit unsrer Trennung endigte. Doch wozu da»! man holt nicht« au» dem Orku» zurück.... Don Lui», «» wäre bester gewesten, wenn Ihr nicht auf de« Einfall gekommen wäret, mich zu besuchen. Ich werde von diesem Augenblicke an unglücklich sein.." Don Lui» fand keine Antwort. »Und jene Unglückliche, jene Gef<u»g«e?" sagt» er endtich leise. »St^smk Ködert Werdens sagte Donna Ramira in großer Bewegung, und da» noch am heutigen Tage, unter einer Bedingung.... Küßt mlch und umarmt mich, al» wäre e» in jenen Tagen de» Glück« auf Schloß Lojazar." Der junge Mann reichte ihr di« Hand, küßte sie und schloß sie an seine Brust, während ein unbezwingliche» Gesicht ihm die Thränen in die Augen trieb. »Du weinst? rief Donna Ramira, indeß sie sich lo-riß. O, Gott, sei Dank, Du liebst mich trotz dieser Maurin.. E« giebt nüch GÄck auf Erden, r» giebt noch einen Fleck meine» Eden, den mir der Engel mit dem Schwerte nicht zu betrete» verwehrt." Don Lui» stürzte hastig hinau», damit Donna Ramira da» vetächlltche Zucken seiner Lippen nicht bemerkte, er dachte nur an Zoorith, für deren Befreiung er noch mehr gethan hätte, af*. eine verworfene Donna zu küssen. Beflügelten Schritte» eilte er dem Hause Justufr zu, um dem treuen Juden die froh« Botschaft von der in Aussicht stehenden Rettung Zoorith» zu bringen. Mit den widersprechenstrn Empfindungen im Herzen saß Donna Ramira sinnend da. Dachte sie über die Mittel und Wege nach, wie Zoorith zu befreien sei? Sie hatte e« Don 2u», zpsgr verbrochen, abex war'» in ihrem eigenen Jutereffe? In der Gunst de» Jnfanten war sie gefallen, er hatte ja die schöne Maurin zu reichem Ersatz, und nun sollte sie ths^eh»zi-e Hoffnung, Don Lui» «Beicht doch noch für sich S gwinnen, mit eigper Hand vereiteln, sollte ihm di« Gebt« noch selbst in die Arme führen. »Rein, da« heißt mej- «em^flyszfli Hexzzn zuviel zugemuthet, rief sie, vom Seffel aufspringend', au». »Ich rette sie nicht au» den Händen de« Jnfaiit, liebersoll dieser siefür sich behalten, al» daß Don Lui» mit ihr glücklich werde. Doch wie?' Wird Don Lui» sich nicht nach andern Rettern und Befreiern umsehe«, wen»«« sieht, daß ich mein Versprechen nicht hatte?- Trist «in kühn« RjU«, den kein Unlnurhmen zu waghalsig scheint, er hat. Freund«, di« ihm beiflehrn w«d«n, die Trennung von Zoorith wird seine Liebe, sein Verlangen nach chr noch glühender machen, ja, so lange Zoorich-l-rb?, ist Don Lui» sich« str. mich verloreni* — Ein schwarz« Gedanke stieg in ihr anf, ihr Plan ward gefaßt. Sie hörte Schritte, e» war d« Leibarzt, der seine» Morgenbesuch akstattete, Abraham Zacuto. »Zacuto, begann die Donna nach den üblichen BegMk' ßnngrformen, zu dem alten, ebenso klug wie wohlwollend blüwade«, etwa» hagere» Mann, Ihr seid nicht nWT ein berühmt« Gelehrt«, in allen Wissenschaften exfahre», besonder» in der Astronomie, sondern auch ein ersichren« Man», bei dem «a» fit Rath» «holen kann, Ihr veHiehteuch nicht blo« «yf de» Pulrschlag, sonder» auch anf di« 6tianM'f«Mte dH WchststdUng'« de» Herzen», saget mir: Kan» eine ehemalig« -. LchPh bk» ützMch« «kästet i&i fftstbM ersten Gegenstard noch einmal aufglühq»?" »Dergleichen Fäll« find schon vorgekommen", «wtederte in«. Arzt, die Donna mü Befremden anblickend, vorsichtigpab«.... »Wa» ab«?...." fiel ihm Donna Ramira in'» Wort. »Ich Hab« noch hinzuzufügen, daß e« dach auch Auänaiz» men giebt." »Und diese wären?" fragte die Donna in Ungeduld. »Wer kann all« Au»uah«eu aufzählen, de» Menschen Heiz, ist ein eigen Ding, unergründlich, aber die eine Au»nähme habe ich noch immer bestätigt'gefunden.... »Welche? so redet doch, Alt«!" ....nämlich die, daß wenn man inzwischen ein ander«!», treue« Herz gefunden, an hem man Wohlgefallen findet, e»,s«lt« n geschieht, daß man ,um ersten Gegenstand d« Liebe zurückkehrt" »Da irrt Ihr den» doch; erwiedert« mit triumphireir» dem Blicke Donna Ramira. »So erfahret denn Ihr, vordem, ich kein Geheimniß habe, heute war Don Lui» hi«." »Graf Lojazar? Ihr früh«« Bräutigam? Hier bet Ihnen? In diesem Eabinet?" fragte der durch diese Mitthellung «schreckte Arzt. „Hier in diesem Gemach, ich war mit der Morgentci» lette beschäftigt, er umarmte und küßte mich, schloß mich fest an seine Brust wie in den seligen Tagen unsere» Brautstaite. de», und ich habe ihm auch seine bei dieser Gelegenheit mit Ungestüm an mich gerichtete Bitte zu erfüllen versprochen." »Er will seinen Besuch wiederholen; Sie wollen ihn öfter Wiedersehen?" »Ich hoffe e» — doch genug davon, da» Uebrige ist me n Geheimniß. Wie geht'» Euren armen geplagten Glauben»- genoffen?" »Sie wand«» au», hier kann ihre» Bleiben» nicht mehr lange sein, uns«e letzten Schlupfwinkel find verrat he» und wenn sie Me fortziehe», dann hält auch mich hi« nicht» tnejc läng«!" »Ihr wollt un» verlaffen? Wollt mir nicht mehr rather.d und helfend zur Seite stehen?" »Wohin mein Volk geht, dahin gehe auch ich!" ] »Und Eure Äunft, Eure Wissenschaft?" „Ich habe hi« Jünger au»g«bild«t, di« sie weit« fortführen werden — mein Verbleiben auf der pyrenäischen Halbinsel« »st nur noch nach Tagen gezählt; sagte. Zarulo sich erhebend und zum Fortgehen anschickend, »ich kam eigentlich heute mit der Absicht her, Ihne« mein Lebewohl zuzueufen, Donna Ramira." »Heut« schon! Ihr übe«ascht mich« Woher diese Eil«'!" »Die Gefahr wächst und mit ihr unsere Elle. Lebt wohl l" »Bevor ich Euch Lebewohl söge, muß ich Euch an en Versprechen erinireru. da» ihr mir vor einiger Zeit gabt, >xl ihr mir erzähltet, Ihr hättet verinög« Eurer Kunst ein so rasch wirkende» Gift präparirt, da» innerhalb wenig« Minuten schmerzlosen Tod b«eüet. Ihr verspracht mir eine klei« Dost» anzuvertrauen. Run Ihr fortgeht, unb »tu jeder trete 1 Ftentid fehlt, ist'» mit in meinet Sklsttsitz doppelt nöthig, ei« fokche» lep« MMel zu besitzend »Ab« Donna, Sie wollen doch nicht.... »Fürchtet nicht» um mich, treu« brs«gter Freund, siir '«i^begi«» ha-da», Äben nenen Reizen gMnnea, wie ich Euch.hmUe mitgetheilt — .... »Gut denn, Sie sollen'» haben." »Heute noch; ich sende in der Dämmerstunde eine« vertraute« Dien«,» Güch, durch den sendet Ihr mir'«." »So sei'»" «»«ederle Zacuto im Abgeye«.- »Du hast ihr selbst da« TodeSurtheil gesprochen, lieb« Alter, chegaün Donna 'Ramira h»«auk ihr Selbstgespräch »wenn keine neu.«. Lieb' ihn feStU, kW d« LirbtNdx HL ersten Liebe zurück" — als» Zoyrith muß^qnt^b« Ätr gnänmt ««de», damit Dow Ämü pl mir ztwstMhtt/ i» chr soll Zacuto'» «enefte» Präparat heut« Abend noch «probt »erde»." (Schs-ß sacht.)

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