Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 12.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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der jüdische« lllesammtkiteralur und allgemeine Bildung mit echtnn bedeutende« Lalmudwiffen verbinden, aber doch nicht gleichmäßig. Keiner ist auf allen diesen Gebieten gleich groß un)' bedeutend! Und serner, wenn auch da» wirklich von Einem, von Zwei oder Drei noch gälte, so ist eo nicht «ij wissen und dethätigt. Denn Frankel war ja nicht blo« Str bengelehtter, Selbstwiffender, man braucht ja nicht erst zu fragen, ot er auch wohl in diesem oder jenem Fache Gründliche« und Gediegene» besitze, er war Lehrer durch Sott und Schrift. Durch seine Lehren und durch seine Schriften ist «fl offenkundig, daß er als Talmudist den grüßten alten Schlage» vollkommen gleich stand, sie an um fasse» der Kenniniß der einschlägigen Literatur weit überragte (denn wie «ulen großen Talmudisten war z B der Jeruschalmi nie zu Gesicht gekommen, und wie dürftig war die Kenntnis der Seringzähligen, die sich mit ihm beschäftigt hat en), daß er dabei wiffenschastlich« Methode in da» Stndiu « gebracht hat, u»d daß er gediegene, systematisch.stchere Kttntntß in der Philologie und in allen zur Ergänzung nöthtge» Fächern besaß. — E» ist also nicht eine Pattei, die Frankel unerreicht und unersetzlich findet, »«istdie objective W »h r h«i t. Unterschätzen kan» ihn nur der, der entweder da« gründliche Lamdonuß gering achtet, «eil e» „heutzutage entbehrlichsei, oder wer di« gediegene Wissenschaftlichkeit für Fliter und Plunder hält, von dem nur so viel nälhig, daß mar vor den Laien sich nicht blamire, gelegentlich auch ihnen imt'onitcn könne, oder der — von diesem und jenem nicht« versieht und demnach — nicht mitreden soll. Und nun noch einmal: Frankel war nicht blo» Gelehrter. Sl» solcher wäre er zu ersetzen, wenn nicht durch Einen, nuir daun durch Zwei, durch Zehn. Lu petite monnaie, wie man einst von Turenne sagte. Die Arbeit de» Stubenlerireu« lädt sich lheiten. Frankel war Lehrer, Direttor eine« Rabbinerseminar«. Wer soll, gleich ihm, den Schülern,?or deu Gemeinden durch seine Persönlichkeit die Garantie biete», daß sie da» NSthige vereint finden werden.... Da» ist die Richtung, die Frankel der Anstalt gegebe». Nicht eine Partei hat er geschaffen, sondern eine Schule. — Da» war'« denn auch, beiläufig, wa» Schreiber diese» in seinen am Grab« de» verewigte« gesprochenen Worten hervoi gehoben oder angedeutet hat. Der Bericht in Rr S war Sc. zur Abfassung eine» eigenen kein« Zeit mehr war) einem ie»lauer Blatte entnommen und nicht sehr genau Ich habe allrrding» ein paar Wott« der Anerkennung im Namen der Altan« J«r. Unw. (alt eine» der deutschen Mitglieder de» Lentralcomite) gesprochen und hervorgehoben, daß Frankel unter den Männer« von Ruf uud Namen der erste gewesen, de: in Deutschland aus die Bedeutung der Alliance htngewiesen hat. (RoaatSschrift 1866 und 1868.) Weiter aber sprach ich die Mahnung au«, daß die Anstalt die Richtung «tnhalten möge, die ihr der Berewigt« vorgezeichnet, denn mehr al« alle» Andere sei zu sürchten, daß da» Wort sich erfülle» könne: „erschlagen ist der Hirte und e» «erden zerstreut die Lümmer,- verliereu di« Richtung, nachdem der Leitstern nicht m chr sichtbar. .. E« sei hier noch berichttt, daß un» von vielen Orten thetl» kurze, theil» autführlichr («. A. von Also-Kubin und Knttau) Eorrcspondeazen über Trauergotte»dirnst« für Franke" zugehe». <i» ist nicht möglich, alle abzudrucken. Wenn wir mit „Prageine Au»nahm« machen, so geschieht die», well di« Baterftadt und die so bedeutende Gemeind« besondere Anspritch« hat, und weil die Eorrespondeuz noch audcre» Wlssentioetth« enthäü *) Leipzig, ö. März. Der Ausschuß de» deutsch-itrael. Eemeindedundo» erläßt folsgende „Einladung zum zweiten ordentliche» Gemeindetage.- *) „L«vpg- — das Rammn»»,»»« »«,« noch««» ,«Ocka». lez» wermu «»st« — gilt, ta* ».'« OberraUtwB sich «ch ad« die kuttigt flkadafr! erstreckte, so «i« «uh der Umstand, daß «» nicht «l-r setz« eitler ist. »er di« »«»achinißrw« hiebst«. LhLe» ist et sa lett^tveickln^b^l^tz. In Gemäßheft tz 8 der Statuten de« deutsch-iSraelitische» Gemeindebunge« wird der zweit« ordentliche Gemeindetag in Letpetg Sonntag, den 11. April o. I, Bprmittag« 10'/, Uhr, in der Synagoge, Sentralstrage 1ö, abgehalten. Tagesordnung: 1. Berichterstattung de» Au«schuffr» und de» Vororte«. 3. Jusiificalion der von dem Vororte abzulegenven Rechnung auf Grund de« von dem Au»schuffe zu erstattende» RevisionSberichlc». g. Grundzüge zu einem Musterstatut für Gemeinden. 4 Resolution in Angelegenheit der zünächst in Preuße» schwebenden Gem«inde-B«rfassung»frage. K. Die Einordnung de» iöraeiilischen Religio»«unterricht« (Beschluß de» ersten Gemeiudetage») a) in die Volksschule, d) in die höheren Lehranstalten. 6. Resolution in Angelegenheit der Beschaffung eine» Bear»- ten-Pensioni-fond» (wozu beretl» 1000 Thaler vorhanden sind). 7. Resolution in Angelegenheit der Bildung von Bezirk«»«»- bänden zur wirksame» Förderung der Armenpflege unter Beseitigung der gewerbsmäßigen Wandrr- und Hau«bettelei. 8. Resolution zur Förderung der Stiftung für selbstständige» Erwerb anstrebenden, .,ülf«dedürftigen jüdischen Witt»«» und Mädchen. 9. Streichung der Worte: einschließlich der deutsch-öfterretchtschenGemeinden. (§ 1 und 3 de« Gemeindebund» Statut».) 10 Neuwahl de» Au»jchuffe» und Lororte». II. Bestimmung de» Orte« zum nächsten Gemeindetag«. 13. Eventuelle Anträge laut § 8 letzte» Alinea. Die Herren Deputirten der Gemeinden wollen sich gefälligst mit schttfi lichen Vollmachten versehe». Diejenigen p. t. Gemeinden, welch« bi« zur Eröffnung de» Gemeindetag« noch ihren Btttritt zum Gemeindebuud erklären, sind sofort zur Thetlnahme an demselben durch Lettretung berechtigt. a Zur geneigten Orientirung ettnnern wir Sie au di« Ihnen im Nooember 1879 zugesandren MiliheUungeu vom deutschisraelitischen Gemeindebund« Rr. 1, und werden Ihnen nächl sten« die „Minheilungenzu Rr. 3 zugehen. - Oesterreich. —t Prag, am v. März. (Or.-Sorr.) Die hiesig« Gemeinde hat dem au« ihrem Schooße hrrvorgegangene« große» Tobten, dem Direttor Zacharta« Frankel, di« volle», ihm gebührenden Ehren erwiesen! — Nicht nur Halle sie z» dessen Leichendegängniß eine Ehreuoeputarion entsendet, sauder» auch hier zwei ErinnerungSfeierlichkeiten halten laffeu, welche würdig de» unsterblichen Tobten verliefen. Am 38. v. M. hielt unser bewähtter volk«pr«diger, der gelehrt« Profeffor vr. Kämpf, et«« Trauerrede t« Tempel, welch« — wie vou oem große» Meister «icht ander« zu erwatten war — durch Inhalt uud Vortragsweise gleich mächtig die Semüther der dichtgedrängte» Zuhörerschaft ergrfff. Indem er die auf de» Bibeloer» flDT filOiU? DM JltTO npi (II, 18,19) bezüglichen Hagalaftellen (Sotah 18 ff.) zur Grmcktage nah«, fühle er eine höchst gelungene Vergleichung zmtsch«« dem Patriarchen Josef u. Zacharia» Frankel durch, baren mir großer Meisterschaft hervorgrhodeu« Poinll in de» .17» 3VI3V .10 .17 tr'P gipftlte. Am 6. d. Abend« 5 llyr versammelte sich abermal« «in« groß« Zuhörerschaft, und zwar dteßmal in der PynkaSsynagoge, wo der RaddinatSverweser und ReltgioaSprofeffor Adler etn« gediegen« Trauerrede hielt, in welcher er den große» Tobte» mit der .11110 verglich und dt« bekannte» hagabische, Interprttatiouen der Watte,11110.1 '10 ID 7» — M.1,1Vp0 —. «. s. w. in gelungener Weis« al» Bergleichuugtpunkte benützt», betonend, wie auch Frankel eia« üchtverbreitend« Leuchte i» Tempel de» Herr» war; wie sich auch um thn, al» um Alle» 1» sich aufnehmt »de nud «stder auckftmchleM ««»»»»! '■* I