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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 11. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 11.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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— 83 — jedeandre Element, wo sie Etwa» zu sagen haben, kurzweg beseitigen wollen, mögen sich nur darauf gefaßt machen, wenn'« erst einmal zum „Trennen" kommt, dann wird da» Trennen so schnell kein Ende nehmen. Vielleicht merkt Herr 0r. Hildesheimer jetzt, wohin da» Aelvgefchrei nach „Trennung" führt. In jede - Falle hätte er bester daran gethan, wenn er geschwiegen hätte. Im Angesichte de» unermeßlichen Verluste», de« da» Judenthum durch Frankel'» Tod erlitten hat, darf »»an sich wohl fragen, wohin wäre e» mit dem Judenthum, mit dem jüdischen Gemeindelebe» gekommen, wenn nicht von dieser Seite her für Versö-nung, für den Frieden der Gemeinden gewirkt worden wäre? Wenn die Parteigänger entweder Geiger'» oder Hildesheimer'» zur Leitung der Gemeinden wären berufen worden, wie sähe e» jetzt au» im Judenthum? Möge da» Wort unserer Alten „Der Tod der Frommen weckt Versöhnung" sich auch in diesem Falle bewähren, mögen wir, di« wir um den Tod de» „Frieden»fürsten" trauern, nicht ermatten in unserm Streben nach Frieden und Versöhnung. Zusatz der Red. Unser Bericht über „Kehal Jt»r." in vor. Nr., in welchem wir (unbeirrt durch die Versicherung de» Circular»!) die Bermuthung, daß die neue Gründung nicht eine treue Schwester, sondern eine Gegnerin de» „Adaß Ji»r." sein werde, angedeutet hatten, war kaum abgesendet, al» wir in der „Jüd. Pr." die Bestätigung lasen. Die» Or» n de» Hrn. vr. Hildesheimer sagt mit dürren, derben orten: „wenn in der ÜonstituirungSurkunde die Gründer der neuen Gemeinde sich zu der Behauptung «ersteigen, daß hierüber sich Nieniand mehr freue al» di« „Adaß JiSroel", so muß die Quelle, der sie da» entnehmen, wenn wir die ganz« Behauptung nicht al« eine Cmancipation von der Wahrheit auffaflen sollen, mindesten» eine sehr trübe sein." Di« oben erwähnte Erklärung de» Hrn. vr. H. haben wir nicht vor un», wohl aber folgende, mit jener inhaltlich jedenfalls gleichbedeutende oder identische „Erklärung: „Um Mißverständniffen vorzubeugen, erklären Vorstand und Repräsentanten der Gemeinde „Adaß JiSroel", mit Bezug auf di« beabsichtigte Bildung einer ReligionS-Gesellschaft „Kehal JiSroel", für welche mittel» Circulair vom 19. d. Mt», zur Letheiligung aufgefordert wird: 1) daß die „Ada. JiSroel" in durchaus keiner Beziehung zu dieler Neubildung steht; 2) daß zu einer solchen Neubildung eine faktische Vrranlastung nicht voriiegt, da durch die bereit» vorhandenen und möglichst «och z» erweiternden Institutionen der „Adaß JiSroel" den Anforderungen der hiesigen konservativen Kenieindemitglieder genügt wird; 3) daß durch jede Zersplittern«- die religiösen Jalrreffen der. konservativen Gemeinde wesentlich geschädigt «erden. Berlin, 2ö. Febr. 1875. Der Vorstand und die Repräsentanten der Gemeinde Adaß JiSroel." Wir haben gar keinen Anlaß, für oder gegen „Adaß" oder „Kehal" Partei zu nehmen, aber wir find so frei daran zu erinnern, daß wir vor Jahr und Tag voran» gesagt haben, daß e» so kommen werde und müste, sobald durch die geplante, geförderte und fast zur Thal gemachte Auslösung der Gemeinde-Einheit amerikanischen Zuständen der Weg gebahnt »verd«. In Rr. 43 von 1873 haben wir die« klar auSeineiaandergesetzl. Dian möchte wohl, haben wir gesagt, der Zersplitterung und der verderblichen Concurrenz zwischen mehreren Rabbinern, Synagogen und Gemeinden in einer Stadt Vorbeugen, man möchte überall nur zwei dulden: eine radikal-reformistische, und eine einzig-echte orthodoxe; aber e» werde sich bald zeigen, daß da« Judeuthum, auch da» orthodoxe, sich keinen Mann und keine Richtung gefallen läßt, die da sagen: IV 'DEK1 ich allein und sonst keiner vertreten die Wahrheit. Da» haben wir auch in den im vor. Sommer gegebenen Feuilleton-Artikeln „Wer ist streagonhodox?" zeigen wollen, daß e» nämlich jenseit» der „Adaß" und de» orthodoxen Seminar» noch strenger-orthodoxe Leute ged«. — Da» Alles ist nun natürlich, unvermeidlich, aber auch «»schädlich, ja heilsam, wenn und solange die Gemeinde- Einheit erhalten bleibt. Da mögen viele Lichter neben einander leuchten und jede» den geeigneten Krei» erleuchte», „dann kann der Wetteifer der Lehrer dl« Weisheit mehren," dann können „die Gelehrten den Frieden mehren" — will aber jeder seine eigene Gemeinde bilden, dann werden die Lichter einen Brand anzünden.... Und wenn unter Uebeln gewählt werden muß, daun wirklich lieber Concurrenz cl» Alleinseligmacherei. Da» Alle» haben wir in dem citirten Artikel vom Oktober 1873 eingehend erörtert, vorau»gesag<. Hannover, 28. Februar. Der Landrabbiner theilt i« einem an die Vorsteher und Lehrer de« Bezirk» gerichteten Rundsch.eiben mit, daß die Vertheilung der Beihülfen für da» jüdische Synagogen- und Schulwesen pro 1878 bereit» in der am 31. März d. I. beginnende» Sitzung de» ständischrn Berwaltung»au»schuffe« stattfinden solle. Demnach fordert er schleunige Einsendung der nöthigen Nachweis» über Dienstzeit, Dienst- und Neben-Eintommen der Lehrer, ihr« Famtltenverhältniffe u. s. w., sowie über den Charakter der betr. Schule (ob Elementar- oder Religior«- schulq). Ueber die zu erwartenden Beihülfen resp. Zulagen gibt da» Circular folgende nähere Auskunft: „Ich bemerke dabei, daß der provinzialständische A»«- schuß beschlossen hat, vom Jahre 1875 ab den jüdischen Le hrern in analoger Weise, wie die» bei den christlichen Elemintartehrern au» Staatsmitteln geschieht, au» den zur Srbventionirung de» jüdischen Synagogen- und Schulwesen» ar.»- gesetzten Mitteln de» Provinzialfond» DienstalterSzulagen zu gewähren. Nach einer Mittheilung de» Lanbet-Directorium» sollen diese Zulagen, auf welche die betreffenden Lehrer selbstverständlich einen Rechtsanspruch nicht hätten, mit dem Ablauf« de» 12. Kalenderjahre» nach der ersten Anstellung im jüdischen Schulamte beginnen und zunächst 60 Mark betrag,«, mit dem Ablaufe de» 22. Kalenderjahre» auf 120 Mark erhöht werden; «ine weitere Erhöhung aber, bei noch längerer Dienstzeit, nur ausnahmsweise unter besonderen Verhältnissen «intreten. Die Zulage wird nicht gewährt, wenn da« Einkommen einer Stelle reichlich, und die Bedürfnißfrage zu v,rneinen sein sollte. Die erforderlichen Mittel sollen au» der betreffenden provinzialständischen EtatSsumine genommen werden, welche dekanntlich in Folge meiner Eingabe auf 16500 Mark erhöht ist. Da aber für die Bildungsanstalt für jüdische Lehr er jetzt 7500 Mark bewilligt sind, so würden nach Abzug der Alterszulagen für sonstige Beihülfen etwa nur zwei Drittheile de» bisherigen Betrage» disponibel bleiben — worauf die Betreffenden gefälligst Rücksicht nehmen wollen." Kempen, 2. März. (Or.-Corr.) Der Mainzer „J«rcelit" bringt eine Art Nekrolog auf Frankel b'XV In diesem spricht der Herausgeber über den großen Todten in einim Tone, der Jeden, der da» Gefühl für Anstand nicht verloren hat, tief empören muß. Unter Anderem ist nach diesem Blatte von F. zu sagen: „Er war der Begründer der scg. conservativen Richtung, die vom Judenlhüme so viel erhalt rn will, al» ihr bequem ist. . . . Sei» niwon '3N1 erregte einen großen Sturm, da er sich darin in höchst zweifelhaft:« Ausdrücke» über die Göttlichkeit der Tradition aussprach oder auch — nicht aussprach. Seine „Einleitung in den Talmud jeruschalm," ist vielleicht da» Beste, wa» er geschrieben." Warum, weil Herr Lehmann davon wahrscheinlich nicht v'rl verstanden und eine gute Recension darüber gelesen hat. Au» diesem Grunde müßte er aber auch sein nJWDri '3**7 zu den besten Werken zählen. Nun kommt zum Schluffe: „F. beobachtete die meisten jüd. Gesetzesvorschriften gewiffenhaft, aber über einige setzte rr sich hinaus, (?) wie z. B. über ‘vn n"-|31 Trn1? Wlö ‘acin "nD*K — und hierauf die Apostrophe: „Auch da» ist charakteristisch." Wir fragen allen Ernste»: Würdigt man so einen-roßen Mann nach dem Tode, daß man ihn begeifert und v»r dem skandalsüchligen Publikum — sagen wir JHICI DP* denn von solchen wird ja der „J»r." zumeist gelesen — wie einen

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