Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 10.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/5369809-5935045-5937941--2544-5372016- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
aber für bk LandeSvertretung nicht sehr z«itra»b«nd sein dürfte. Di« Eile scheint aber darum grh-ttzl, nwit durch die wiederhol en R«kutioaen d«S ^tzhgeoHnAetchauseS U»v die prinzipielle ZusiiLmurm der RegkrunEd^ »lgeARigen de( Synagoge n-GemMdeninit ^m Mda«^ oegra«, WGarden find, daß die AiwtrittSfreiheu nur noG eiiieyrage «r Zeit ist Unterdeffen können aber nolhwrndige Bauten, Anstellun- SMMMÄSL ÜLtrOJZ Vorstand ohne Rücksicht auf die bevorstehende Gesetzgebung dergleichen Einordnungen trifft, werden wieder auf Jahre hinaus Personen z>t Leistungen verpflichtet, die die staatliche Anerkennung de» Grundsatz?», daß sie dazu nicht verpflichtet sein sollen, bereits haben andeuten hören. Unter diesen Umständen legte die Iberwiegende Mehrheit der PelitionSkommission auf die dringendere Form hohen Werth, und eS beantragt deshalb die Kommissicn: DaS L)auS der Abgeordneten wolle beschließen: die sämmtlichen hier beigefügten Petitionen der Königlichen Staatsregierung mit ver Aufforderung zu überreichen. dem Landtage noch ini Laufe der gegenwärtigen Session eine Vorlage zu machen, durch welche den Juden in allen Theilen der Monarchie der Austritt au» einer Religionsgemeinde aus konfessionellen Bedenken und ohne gleichzeitigen Austritt aus den» Judenlhum ermcglicht wird, nnd die in einzeln LandeStheilen etwa entgegenstehenden gesetzlichen Bestinimungen aufgehoben werten." Wie dieser Bericht nicht- ReueS vorbringt, so haben auch wir keine Veranlassung, unS nochmals über den Gegenstand deSselbeu zu äußern. Rur ein Satz der Einleitung ist noch sehr benierkenSwerth. Es wird da gesagt, daß die Petitionen „wie in den vorangegangenen Jahrgängen sämmtlich den Charakter tragen, daß in denjenigen Genieinden, in welchen sich je nach den verschiedenen religiösen Ansichten verschiedene Parteiströn ungen gebildet haben, je nach der Stellung der Mehrheit die Minderheit in die Lage kommt, sämmtliche Kulturinstitute noch einmal auf eigene Kosten herzustellen, ohne dadurch von der ZwangSbeitragSpflicht der von der Mehrheit erhaltenen Institute befreit zu sein." — Darin liegt ja eben der Difserenzpunkt! Gegen diejenigen, welche besonder- Kultusinstitute hergestellt haben oder Herstellen wol- «n und können, und für eine Doppel besteuerung haben wir nie gesprochen, und die verschiedenen Denkschriften und Petitionen zu Gunsten der Gemeinde-Einheit haben ssich ebenso geäußert. Wir sind nur gegen den willkürlichen Austritt derjenigen, welche nichts Herstellen und nichts leisten, und dennoch, wo eS ihnen conveuirt oder nützt, sich als Juoen „aufspielen" wollen. Berliu, im Februar. (Or-Corr.)*) Die „Jüdische Presse" enthält in ihrer Nr. 7 d. I. einen längeren Artikel über den „istau der Armen- und Pilgerwohnungen in Jerusalem," we cher durch meine Correspondrnz in Nr. 6 der „Israelitischen Wochenschrift" hervorgerufen worden. Ich erkenne gern an, daß dieser Artikel in dem ve'treben, eine maßvolle und objective Darstellung deS EachverhältniffeS einzuhalten, sich vortheilhaft von dem Tone unterscheidet, mit welchem sonst in jenen und ähnlichen Blättern Ansichten, die von andere» Gesichtspunkten ausgehen, besprochen werden. Dieser Umstand ermöglicht eS, den beregten Gegenstand und einige damit in Zusammenhang stehende Punkte auch diesseits zur weiteren Verhandlung zu bringen, der man eS wohl ansehen wird, vaß nur daS aufrichtige Bestreben, die palästinensischen Zustände endlich zu einer gedeihliche« Gestaltung zu bringen, mir die Feder in die Hand gegeben. Ich constatire nur gleichsanr im Borübergehen, daß jener Artckel in der An- *) Wir geben dies« Lorreft». anstatt d«r in unserer Anmerkung zu Berlin Nr. 8 versprochene» Darlegung, da wir dadurch einer weiterm Polemik au< dem Wege gehe». (Ned.) m erkling auf der 2. Spalte eS selbst bekennt, daß die Juformationen nicht bloS bin und wieder einseitig sein können, sondern auch daß „dl» bewußte Angz^yDsheD^ieS mit alle», soMü frGeren akS^zukün'frigeN (>7 »Megenheiten PaläM«S theüe." Jjch will ferner nicht adr»<n eigenthümliMi^ EaujApextzS ^eiiMeheu, mittelst dtss» unter den Ursachen der "erhöhten WohnungSnoth in Jerusalem auch di« Ausführung einer „Unmasse von Bauten" figurirt, während tynjfL di« Hohnunaünoth usit der Bapthätigkeit iA. umgekehrtem Verhältnis steht. An> wenigsten möchte ich mich in emrn Federkrieg über die Person deS bewußten Sendboten einlaffen, und lasse die mir aus sonst zuverlässiger Quelle stammenden Informationen, auch wo sie von den Angaben der „Jüdischen Presse" abweichen, zurücktreten. Denn eS handelt sich für mich nicht darum, ob eine einzelne Angabe, die von der einen oder der anderen Seite gemacht wird, sich al» unf genau oder einseitig herausstellt. Vielmehr kommt eS mir und gewiß Allen, deren Herz für daS heilige Land woruz empfindet, darauf an, daß da» Unterstützungswesen auf veruunst- und zeitgemäße, auf gesunde volkSwirthschaftlich« Prinzipien gegründet, und dem hergebrachten Schlendrian, sei er auch durch Jahrhunderte langen- Mißbrauch noch so fest gewurzrlt, endlich einmal ein Ende gemacht werde. Ich gebe mich nicht der Hoffnung hin, daß die! Ziel etwa leicht zu erreichen sei; ich. zweifle, oh. die jetzt lebende Generation wirklich, an die» Ziel gelangen wird. Nichtsdestoweniger halte ich e» für die Pflicht eine» Jeden, der von Pietät und Verehrung für da» heilige Land erfüllt ist, immer und immer wieder feine Stimme für dasselbe zu erheben Was ist, nachdem seit Jahrhunderten diese Gefühle der Pietät für Palästina in Eontribution gesetzt worden sind, nachdem die edelsten Männer so außerordentliche Opfer an Geld, Zeit und Mühwaltung gebracht, da» Resultat all dieser Arbeiten? Die Thatsache, daß alle Unterstützungen, unter welcher Form sie sich darbieten mochten, sich nicht über de» Eharaker de» Almosen» erheben konnten. WaS auch immer für die sittliche, sociale, ökonomische Förderung de» palästinensischen Juden versucht worden, ist in den Sand verlaufen; eine Generation nach der andere» wächst durch uad für den professionSmäßigen Bettel auf. Ich halte dieieS harte Wort in seiner ganzen traurigen Bedeutung aufrecht. Rufen wir unS nur dir Ereignisse de» letzten Jahrein» Gedächtniß und wir werden an die hagadische Auffassung von Leoit. 26, 16') erinnert. Da erscholl zuerst der Ruf um Unterstützung für die KrankenverpflegungSanstalt in Jerusalem, während doch daS Rothschild'jche Hospital oaselbst vollkommen für die Bedürfnisse der dortigen Juden ausreichte. Dann folgte unmittelbar daraus da» Geschrei über die „Hungersnot h" in Palästina. Kaum ist dir» beseitigt, erscheint ein Sendbote zur Eiasammlung von Gaben für die Pilgerhäuser, und ehe noch derselbe nach Palästina zurückgekehrl ist, erscheint im Nr. 26') ein Aufruf zur Unterstützung der Talmud-Tora-Anstalt in Jerusalem. Und neben diesen außerordentlichen „Schmerzensschreien" gehl die regelmäßige Unterstützuug Aller, „die di« Hand hinreichen," sie, die unter dem Namen Ehaluka bekannt ist, ihren Gang fort. Die unermüdliche Mildthätigkeit, welche den jüdischen Namen charaklerisirt. erscheint bei solchen Gelegenheiten in ihrem glänzendsten Lichte und gereicht dem Herzen der Geber unbedingt zur Ehre. Möchte man dabei nur bedenken, war in dem Worte de» heiligen Dichter»: b"l ‘vafrö nVM („Heil dem, der sich de» Armen verständig annimmt"), enthalten ist. Möchte man e» sich einmal klar machen, welch« ') „Die Plagen sollen einander ablös«»; während di« ein« noch bet euch obwaltet, brrng« ich schon ein« ander« und lass« st« der vorigen m» schliehen." ’) Di« Leser dieser Zeitung möchten wir aus di« Anmerkung der Nevactio» Hinweisen, au« der«» «ndeutungen sich Schlüss« aus die bi«- hertg« Verwaltung bntl ,i«h«n liehen.