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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 9. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 9.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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«erlasst: mit Itaug auf di« der letztere« bringe ich Schiller» Dtife Lehre in Erinnerung: Laht Euch nicht irren de» Pöbel» -«schrei. Ir, Allgemeinen betrachte ich folgend« Erklärung nicht al» übecflüssig: lieberwiegende -ründ« haben mich, ausschließlich im Jnteieffe de» Judenthum», wie ich glaub« «» ausfaffen zu müffen, genöthigt, di« betreffend« Trauung in Amsterdam |u vc llzieheu. Dafür bin ich mit meinem Gewiffen verantw »rtlich, und ich spreche Jedem, wer e» auch fein mag, da« lstecht ab, darüber in ein« veurtheilung, günstig oder ungültig. ,u treten: eine veutth^lung, argen welche ich übertie« ganz gleichgültig bin. Hierau« folgt dann auch, daß ich mich durch nicht» werd« zurückhalte» laffen, in ähnlichen Fällen oder ähnlichen Umständen meine Dienste zu leihe», e« sei in Amsterdam oder sonst wo. Piastricht, 20. Juli 1874. (Sez) Dr. L. Land»berg, Obenabbiner in Mastricht. Hinrauf erschien außer einigen anonymen Aufsätzen im Rotterdtmer Weekblad, in „RI. Weekblad" ein zwar von Entrüstung zeugender, jedoch im Allgemeinen würdig gehaltener Artikel vom Herrn Jacob de Pinto in Haag, einem sehr religiö»-fromm«n und hochgeschätzten Mitglied« einer der ansehnlichsten jüd.-portugiestschen Familien Riederland«'). — Al« Dr.2. hierauf obige« Schreiben abermal« im „Weekblad v. 3»*." abdrucken ließ, ergriff der Herr A. M. Ehuma« Eetro, ««erilirter, jetzt in Amer»foort wohnende Oberrabdiner von Euiayao, di« Feder und ließ folgende» ait Dr. L. gerichtete tffentlich« Schreiben*) im R. I. Weekblad vom 14. Aug. einrücken: „In jüngster Zeit ist über jüdisch« Angelegenheiten viel geschreben und gestritten in einem Zustand« von -«reizt» heit und mit Waffen, di« bei Religiontstrritigkeiten nicht in Ar wenvung kommen sollten. So lange der Streit zwischen Laien geführt wurde, war e» nöthig, daß die Geistlichen sich fern davon hielten, natürlich mit Au«nahme derjenige,, welch« jüdische Zeitschriften zu leiten haben.') Arch ich Hab« mich im Hintergrund gehalten, weil ich nicht» beitragen wollte, wodurch da» Feuer der Zwietracht noch mehr geschürt werden könnte. (Schluß folgt.) Sermischle und neueste Nachrichten. Berlin, IS. Febr. Die Petition«commisstou de» Abgeordnetenlmuse» berieth in ihrer gestrigen Sitzung unter Anderen di, Petitionen, welche auch ia diesem Jahre wieder au» iöraelitisiheu Kreisen eingegangen find, um den Juden zu ermögliche«, au» einer Religion«gemeinde auSzu treten, ohne zu- Sleich art« dem Judenthum überhaupt austreten zu müssen. Ion Seiten der Regierung««»mmissare wurde erklärt, daß sich die lSorlegung de« in Vorbereitung begriffenen Gesetzentwurf» ül»er di« Recht-verhältniffe der i»raelitisch«n Religion»- gesellschasteu in der gegenwärtigen Session nicht ermöglichen laffen werde. Richttdestoweniger beschloß die Eommisfion, beim Hause zu beantragen, daß die Regierung um Vorlage de« Entwurf« in dieser Session ersucht werde. — Ebenfalls au» •) Ewer seiner Brüder ist der rühmlichst bekannte Jurist und ju> Esch« »tzriftjteller Herr vr. jnr. «.»«£, Lanvee-Udvokal, «ednkitut Mi »reewtad van he» Siegt. Präsident der Besellschaft »um Stutze» der Jlraei tca « Niederland. Sei» anderer Bruder ist der «bensall« «n»d-zeichnete Jurist vr. jur. A. U. de P., Sieserendar bei« Justiz, «imsterrum. >> Der Sohn der ehr«. Briefsteller«, einer der drei Staibinat«- «rmetzr d,r Pefigen sesardifchen «emeinde, ist Hauptredatte«, de« N. J«r. VeeNä. ») £« habe» da« etwa» sehr a»«führlich« Sendschreiben « ei» «iederhaün»«» »der nur für holl. Leser ohne LommeMar verständ« Stell» ge kürzt. (Sied.) i»raelitischeu Kreisen lag ferner eine Petition vor, weiche für die jüdischen Lehrer eine wissenschaftlich« Staat«prüfung verlangte. Die Vertreter der Regierung erklärten jedoch, auf diese« Petitum nicht «ingehen zu können, und die Lommisfit» beschloß, über daffelbe zur Tagesordnung überzugehen. Königsberg i. Pr. Hier starb in voriger Woche Dr. H. Joiowiez. Der verstorbene hat sich durch «ine Reih« von Uebersetzungen, sowie selbstständiger Arbeiten um bk deutfche, wie um die orientalisch-theologisch« Literatur wohl verdient gemacht. Prag. Dem „Prster Lloyd* wird von hier mitgetheilt, daß S«. Majestät Kaiser Ferdinand, ordentliche» Mitglied der „Lhewra Kadischa" in Prag ist, und darum ersucht hat, daß nach seinem Tod« für ihn da» Lrinnrruugögebet „Kadisch" gesagt werde. Schweiz. Au« dem Protokoll tu» RegierungSrath» de» Eanton« St. -allen cheilen wir den fast wie Ironie klingenden Punkt 7 mit, wonach der hochweise Rath den Juden den lächerlichen Rath ertheilt, „nach Anwendung der Bruneauscheu Methode, d. h. nach der Lövtung de» Thier,» da» Schächten vorzunehmen Hl Wahrlich, wen», di« Sach« nicht gar zu ernst wäre, man wäre geneigt zu glauben, ein hoher Rath beliebe zu scherzen, und er restvire nicht in der freien Schweiz, sondern in Abdera l Pari». (Notizen au« „Arch. J«r." und „Unio. J»r") E« ist wohl nicht uninteressant, daß di« Einweihnng de» neue» Opernhaus«» mit einzelnen Acten au« Meyerbeer» „Hugenotten" und der „Jüdin" von Halevy stattgefunden hat. — Adolphe Lang« Eremieux, vataillon«-Eh«f, ist zum Oberstlieutenant in einem Linirnrrgiment befördert worden. — Au« einem Rechenschafttbericht de« Eonfistorium« von Pari» dürfte di« Notiz interessiren, daß dasselbe 1600 Kilo'» Matzoth für Arm« auf da« künftige Pessachseft in Submission gegeben hat und zwar zu Sö Eentime« da« Kilo. (26 Reupfeunig« da« Pfund — ein erstaunlich billiger Prei» für Pari».) — Di« Erbauung einer neuen Sy»agoge für den portugiesischen Riiu« scheint gesichert. Der Staat giebt dazu zwar nicht», da er zwei Riten ofsiziell nicht anerkennt; aber der verstorbene Pereire hat «inen Bauplatz geschenkt, Herr Morse L4on, «in Mann, der durchau« nicht zu den Reichen, Broßbankier» u. bergt gehört, hat 60000 Frc«. geschenkt, 160,000 Frc». find an freiwilligen Beiträgen bi« jetzt gezeichnet, und mau beabsichtigt 4000 Obligationen zu 100 Frc«. auszugeben. Die Erlaubniß, zu dem Zwecke eine Lotterie veranstalten zn dürfen, ist vom Eultu»minister verweigert worden; daß letzterer aber (wie die „Köln. Zig" berichtet hatte) dabei geäußert haben sollte: „wir haben in Pari» schon Synagogen Senug," wird in französischen Blättern al« abgeschmackte Erndung bezeichnet. — Emile Pereire hat den israelitischen Gemeinden zu Bordeaux und Pari« je 26,000 Frc«. vermacht. Bologn». Nachdem der frühere Abgeordnete Finzi (J«r.) nicht wieder gewählt worden war, ist er nunmehr nachträglich in Bologna gewählt. Der Minister-Präsident Min« ghetti hat zu seinen Gunsten die auf ihn in Bologna gefallen« Wahl abgelehnt. 200 Deputirte hatten Finzi wegeu sein«» Richltviederscheinen« im Parlament ihr Bedauern auSgedrückt. Er ist ein alter Freiheitskämpfer, von den Oestreichern war er zu 10 Jahren Zwangsarbeit verurtheilt, 1867 wurde er begnadigt und wanderte au«. 1869 kehrte er vor den französischen Truppen her zurück und organifirte die Erhebung. In seiner Jugend Mazzinift, ist er im reifen Alter zur Nationalpartei übergetreten. (Un. J«r. nach par. Bl.) Türkei. Baron Hirsch hat der iöraelitischen Schul« von Salouichi ein Geschenk von 1000 Pfund gemacht.

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