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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 8. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 8.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Riwliu'«) Einiges aus dem Briefe abzudrucken (mehrere Monate, nachdem er denselben erhalten hatte) und erwähnte auch widerrechtlich den Namen „habazeleth."- So weit der Bericht d«S in Jerusalem selbst erscheinenden Blatt?-, besten Redakteur im Verfolg seine- Artikel« betheuert, drß Alle-, waS er hier und früher über Verwalter, Schreiber und Helfershelfer bei der Llmosenveriheilung, speciell auch über Riwliu geschrieben habe, wahr sei, daß er e» vor jeden» Gerichtshof durch klare Beweise und vollgültige Zeugen erhärten könne. „Da« Eoulite in Amsterdam und Herr vr. Lehmann wiffen (sagt er u. &.), wie viel Geld fie nach Jerusalem gesendet haben, sie iviste» auch, wie viel auf jeden Kopf von den deutschen Kollelim gekommen ist; kann ich nun wohl sagen, da- Geld sei redlich vertheilt worden? wäre danicht süudlich von mir?" — Rein Won also meinerseits weiter über Jerusalemer Geldvertheilung *) Daß Hr. Dr. Lehmann die Schurkereien nicht j o gekannt hat, nicht so kennen konnte, wie sie hier genau au-cinandergesetzt we"den, glaube ich gern. Aber gerade der Umstand, über den er sich wunderte, dag nämlich der Redakteur de« „Habaz." so genau wiffe, was in den, fraglichen Schreiben gestanden habe, hätte ihn warnen müffeil Ist eihm nun lieb, daß er sein Blatt zum Organ, daß er sich zum Ritter und Ehreirrelter solcher Subjekte wie Geldschmidt, Riwliu u. Eons hergegeben hat? Gewiß nicht! Aber er hat um solchen Gesindelwillen rechtschaffene Männer angegriffen und in seinem Blatte beschimpfen lasten Darüber habe ich mit ihm zu richten. Die Worte, welche ich oben (und schon im vor. Blatte) au-gelaffen habe, weil ich »tchl Lust hatte, Schmähung gegen meine Person dreimal zu copiren, lauten: Daß Hr. vr. Treuensel- und andere Redakteure ähnlicher Organe sich erlauben, Verleumdungen gegen die hiesigen Einwohner au-- -»sprechen, hat nur den Zweck, unsere wohlthätige» ÄlaubenSge,losteil von ferneren Gaben zurück zu halten." — Daß der Ehacham Bajchi nichtvon dieser nicht-würdigen Unterstellung wußte, haben wir auS der Relation de- „Hadaz." erfahren. Riwlin hat sie dictirt. WaS ein solcher Mensch von mir denkt, sagt, dittirl oder schreibt, ist mir natürlich höchst gleichgültig, er müßte mich denn, Gott behüte, seine» Freund nennen. Aber Herr vr. Lehmann druckt die Bosheit ab, geflissentlich ab. Ist er etwa so beschränkt, daß er nicht begreifen sollte, welch rin himmelweiter Unterschied zwischen böswilligem Agitiren gegen ein au sich gute- Werk oder der redlichen und begründete» Warnung vor daran sich hängendem Mißbrauch, Trug und Unterschleif ist? Daist nicht Ulöglich. Noch mehr: al- Herr vr. Lehmann jene Worte abdruckle, irußle er längst, daß meine Warnung gerecht war, daß I. Li G. ein Unwürdiger, daß Riwlin sein würdiger Schwager u. s. w u. s. w., und doch publicirt er eine solche Verläumdung Hat Herr vr. Lehmann eine besondere Torah, in der sie Worte: „Du sollst nicht falsche- Gerücht aufnehmen (oder verbreiten). •) Star noch «ins. Ist es nun wohl denkbar, daß Hr. »kiba Lehren die Dinge und Personen in Jerusalem genau kennt und stch nicht eine« „Brillenschlriser«" — wie einmal einer unserer HH. Lorres» pondenten sagte — dedirnt? Ist es denkbar, daß ein Handelsherr in >mster»am, Lbef eine« große» Bankgeschäft« — oon Frömmigkeit x. also ganz cbgesehen — solch« zweideutige und anrüchige Subjekte, wenn er von ihrem khun und Treiben »ine Ahnung hak, zu Verwaltern von Armengetdem .Nachen wird? Stimmt er denn «inen bankecolten Schwindler und Fälscher al« Buchhalter und Nassirer in sein Geschäft?! Gestattet e« sein« kaufmännische Ehr« mst solchem Gesindel überhaupt gu verkehren, e« zu protegiren? — Als», um ei» un« in Preuße» recht naheliegende« Beispiel zu nehmen; ti geht Hrn Lkiba Lrhrea, wie dem alten Grafe» Jtzenptttz, dessen persönlich« Ehrenhastigkeit, Redlichkeit, Liebenswürdigkeit auch kein sllensch angrtaftet hat, obgleich bekanntlich in femem Reffort und einigermaßen unter seiner Deckung, Firma und Verantwortlichkeit allerlei recht zweideutige Dinge »orgefallen warm. Jedermann wußte, der alt« Jtzenplitz ist dupirt und ha« in seiner Gut- «üthigkeit und Ehrlichkeit von dm Schwindel «im kein» Idee gehabt. So auch hi« I I I „Biete nicht deine Hand einem Bvsewicht, „Um falsche« Zeugniß zu geben." (3. v. Mos. SS, 1.) fehlen?! Berlin, 29. Schewat (6. Febr) Mit Bezugnahme anf die gegen mich in Rr. 6 gerichtete Eorrefpondenz bitte ich unl gefl. schleunige Ausnahme folgender Berichtigungen: 1. ES ist nicht wahr, daß ich bei meiner Rückkehr von früheren Reifen „in sehr harte Eonflicte mit den Eommittentcn gekommen war." E« hatten zur Zeit einige voll den 0^12 Protest erhoben, weil zur Herstellung von Armen, Häusern für die aus Tunis und Marokko eingewanderte» Juden auch außerhalb dieser Länder Beiträge geiammel wurden, und als eilten unerlaubten Eingriff bezeichnen wolle«! allein eilt von den heroorrageudsteu Rabbinern Jerufalem« im Ehavazelet Nr. Sl deS Jahre» S6S2 veröffentlichte« Schreiben wist diesen Protest entschieden zurück. Mich selbst betraf dieser Protest nicht im Entfernteste». 2. ES ist nicht wahr, dag ich mir „jedenfalls ein schüne« HauS iil Jerusalem gebaut habe." Die von den gesammelten Geldern erbauten Häuser sind für Armenwohnuugeu bestimmt und auf den Namen der betreffenden Gemeinden eingeschriedeu.*) S. ES ist nicht wahr, daß ich für Liberia« oder Zefat collcctire; meine Sammlungen beziehen sich auf die Fortsetzung der Armenhäuser in Jerusalem, wo bereit bereit- 32 herge» stellt sind, und für di« Erbauung eine- Pllgerhanfein der Nähe EhebronS. Für diese Sammlungen bi» ich ausdrücklich von, Eentral-Eomile bevollmächtigt. 4. Es ist nicht wahr, „daß ich 33'/,'/, erhalte;" ich beziehe IS'/, al« Provlsion und die nolhwendigeit Ausgaben für die H'tijf.**) 5 Gegenüber dem Borwurf „vorausgesetzt, daß der Sendbote Alle« richtig adliefert", weise ich aus da« voo Rabbinern und Vorstehern nach einer jeden Sammlung altestirte und von den Spendern durch eigeuhändige Einzeichnung beglaubigte Sammelbuch hin. Dieses sowohl al« di« Postschein« über die au das Haupl-Eomile in Amsterdam ungesäumt nach einer jede,« Saminlung abgeführle» Beiträge, wie die Empfangsbescheinigungen vom Eomile selbst werden überall, wohin rch komme, zur beliebigen Einsicht von mir gestellt. Die» zur Steuer der Wahrheit und für de» frommen Zweck, den ich vertrete. Mose Malko, Dajan in Jerusalem. r. An« dem Eroßberzogthn» Pose», i»> Febr. (Or.-Eorr.) Schlimmer Verhällniffe sind sicherlich für die Welt nicht zu schwer wiegend, und hätte Archimedr» Wort halten und von einem Punkte aus die Erde wirtlich umdreheu müsten, — Schlimm wäre wohl der letzte Punkt gewesen, von dem au« er diese» Experiment versucht hätte. Dennoch verdienen die .Vorgänge im Schooße der dortigen jüdischen Gemeinde einige Aufmerksamkeit, — wenn auch nur um psychologisch zu enträthseln, was denn de» Pudels Rer» eigentlich fei. Der Leser weiß schon, daß dort innerhalb der zu Recht bestehenden Synagogen-Gemeinde sich ein Verband unter dem Namen „Nultutvereiu" behufs Wahrnehmung gottesdienstlicher und ReligionsunterrichtS-Jntereffeu gebildet hat. Der Leser weiß aber auch, daß eS „religiöse Bedenken" nicht waren, die jenen Verein in« Leben gerufen, da die Sonderbündler ebenso wie die Mitglieder der Gesammtgemeinde der strengsten Orthodoxie huldigen; Sparsamkeits-Rücksichten waren e« aber auch nicht, — denn der Leser kann e» sich schon selbst sage», daß die Sonderbündler Nicht« sparten, soildern für Aultu»« zwecke zweimal zu steuern hatten. WaS war eS also? Etwa ») «ber wer wohnt in denselben? Ob R. Rollo wiffen wir nicht, aber da« ist un« au« Briefen von Jerusalr« bekannt, daß »n de» „Armenhäusern" Leut« wählten, di« durchau« nicht arm. (K<b.) **) Dies« werden auch wohl auf 15*/, der Collect« anzuschl«-«» sein, und da« war'« ja, wm unser LorrespondeM al« unzweckmäßig bekämpft. Wir erhalten noch Schluß dies. Rr. ein« unparteiisch« Darlegung. au« der wir in näthster Rr. einiß« Rächte«,, über dies» «nnelegenheit bring« werde«. . Red.)

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