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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 7. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 7.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Feuilleton Die St an rin. S.nt CrtLhlung au* Spanien* Vorzeit. (Fortsetzung.) „Btt spülen, <81 Monte?" fragte Don Felipe, indeß fein dunkelblau«'» Luge ein fast unheimliche« Feuer zeigte. „<tl Monte!" war die Antwort Gasparo'», welcher seinen Geldbeutel auf die Treppenstufe setzte. „versuchen wir'» vorläufig mit einem Satze um die ganzen fünftausend Doublonen." „«* sei!" „Ich darf mich füglich al» Bankhalter betrachten," bemerkte Gasparo. indeß er die Hand nach dem Kartenspiele au-streckte. „Gut. Eeunor! Hin habt Ihr die Karle." Gasparo mischte, ließ abheben und fragte: „Bezeichnet Eure Hoheit eine besondere Karte für den Satz?" „Da« gol-iene Ar!" Der Edelmann gab abivechselnd die Karte nach der andern. „Da» rothe As ist hier für mich!" ries Don Gasparo „Gut, noch einmal! erwiderte Don Felipe. Und bei San Erispino, um die ganze Summe. Aber ich werde jetzt selbst abziehen. Die höchste der beiden ersten Karten gilt." Gasparo hob nach dem Mischen sehr vorsichtig ab, und der Jnfant warf ihn, da- EepadaA» zu, während er selbst «ine Dame empfing. „Zehntausend Doublonen verloren I murmelte Don Felipe mit zitternder Stimme, indeß seine Augen dessen durch da» Spiel erregte glühende Leidenschaftlichkeit verriethen. Abermal«, Herr Ehrencavalier! denn ich schwöre e», daß ich Eure fünftausend Doublonen gwinne, und sollte ich mich den Juden der Monarchie zum Sklaven verkaufen " Er gab seinem Gegner die Karte, um ihm im nächsten Augenblicke ferner fünftausend Doublonen schuldig zu werden. „Da« Glück ist Euch nicht hold, Prinz! sagte Don Gas- . paro, und ich werde mich hüten, noch einmal gegen Euch zu gewinnen." „Ich will aber da» Geld haben!" sagte der Jnfant mit einer solchen Stimme, welche seine innere Wuth verkündete. „$iet ist e»; aber ich habe gesagt, weshalb ich daffelde weder geschenkt noch verleihe!" erwiderte Don Gasparo. „Hat Eure Hoheit mir ein Landgut für fünfzehntausend Doublone« zu verlaufen?" Der Jnfant sprang empor. „Höre, sagte er. Du bist ohne Ziveifel der grüßte Schurke, den e» in Spanien giebt!" „Ein Edelmann meine» Namen» war nie einer von Denen, welche einen Titel de» Orden» trugen, wie solchen Eure Hoheit eben zu verleihen geruhn!" erwiderte der Jüngling kalt. „Du machst mich zum Großmeister de» Schurkenorden»? Ich werde Dich aufknüpfen lassen!" rief der Jnfant bebend vor Zorn. „Ein leichte» Msttel, um mir sünfzehntausend Doublonen zu zahlen Hier nehme ich diesen elenden Schatz und gehe «eine» Wege», um da» Geheimniß, wie ein anderer Schlitz « hebe« ist, besten Werth unermeßlich, mit mir sterben zu lasten. Gute Rächt!" „Weißt Du, daß Du nicht lebendig von der Stelle kommst? He, Burschen, zieht eure Degen, damit dieser Don Gaspara einfieht, war e» heißt, mit mir zu spaßen." „Ihr habt dadurch einen unermeßlichen Schaden! erwiderte Gasparo, sein Fanftrohr ziehend «nd die Mündung desselben auf die Brust de» Prinzen richtend. Rein Kopf ist i» Stande, Euch zu» Herrn aller Doubl«»«» zu mache«, welche sich in allen Ändern der spanische» Krone befinden. Hhr werdet gestichen, Prinz» daß die» nicht allein diese tül- «V pischen Ehrencavaltere nicht vermögen, sondern daß selbst der allmächtige Minister Graf Lerma für eine solche Kunst zu einfältig i>t, wogegen sich gegen sein Talent, Geld zu verschleudern, allerdtng« sehr wenig etnwende« läßt." Der Jnfant versank in Nachdenken. Dann zog er seine Schrerdtasel au» der Tasche, ließ den Nachtwächter leuchten und schrieb einige Zeilen auf ein Biatt Pergament. Gasparo la» Folgendes: „Ich bezeuge hiermit, daß ich dem Inhaber diese» offenen Briefe» die mir perfönlitb zugehörige Herrschaft von Olmendo viejo al« Eigrnthum verkauft habe, welche ich meinem fürstlichen Worte ausrecht erhalten werde. Don Felipe, Prinz von Asturien." Don Felipe steckte daß Dokument vorsichtig ein und kniete mit großem Anstande vor dem Prinzen nieder. „Mein Leben steht zu Eurem Befehl, Prinz, wie diese Geldsumme, welche anzunehmen ihr nicht verschmähen wollt." „Gieb da» Gold dem Don Pablo Faldron dort; er ist mein Schatzmeister." Gasparo gehorchte. „Und wo ist die schöne Dame, von welcher Du sprachst, Don Gasparo?" „Die werdet Ihr nur nach einigen Schwierigkeiten sehen können, Altezza" „Frage morgen früh nach mir im königlichen Palaste... Du wirst augenblicklich bei mir vorgelaffen werden...." „Eure Hoheit» erwiderte Gasparo lachend. Euer Ehrencavalier wird wahrlich nicht viele Mühe haben, bi» zu Euch darchzudringen Ich werde, wenn Ihr nicht ander» befehlt, noch heute Nacht im Palaste meinen Einzug halten." „Sage Faldron, daß er Dir ein Gemach anweisen läßt. Don Enriquez, Ihr tragt den längsten Mantel; gebt ihn dem Don Gasparo, der den seinigeu wegwerfen mag, um sich aus Eure Kosten so zu costuiniren, daß er in meiner Gesellschaft erscheinen kann. Geht voran, Don Pablo, wir werde» die Nacht in dem Weinhause de» alten Diego von Murcia zubringen und zunächst von Eurer wunderschönen Fee, von der Donna Melusine Gineora oder Selestina sprechen. Ich gelobe, wacker um sie zu turnieren, soll» sie schön und anmuthig ist, um öffentlich ihren Handschuh an meinen Hut zn heften." „Aitezza, betheuerte Do» Gasparo, die Dame, welche ich meine, wird Euch so vollständig besiegen, wie ihr nie ein Frauenherz zu besiege« vermochtet." Bei diesen Worten stand eine zierliche, tief in einen dunkeln Mantel gehüllte Gestalt still, welche, von de« Lavalteren unbemerkt, die Scene an der Kapelle der heiligen lirraca belauscht hatte, und mit großer Vorsicht immer dicht an den Häusern fortschlüpsend, der Gesellschaft bi« hierher gefolgt war. Diese verhüllte Gestalt schlug die Kapuze de« Mantel» zurück und «ahm denselben empor, um mit großer Geschwindigkeit den Weg «ach dem Judenquartiere einzuschlage«. E» war die Maurin Zoorith. Da» junge Mädchen kam fast ersihöpft in dem Haufe de» Justus Ben Alba an. Die beide» Alten empfingen dasselbe mit allen Zeichen de» Erstaunen». „Hat der junge Edelmann un» verrathen?" fragte der Jude. „Ja! erwiderte Zoorith, indeß sie de» Schweiß von der Stiru trocknete. Er hat da« Geld, welche» er empfing., nicht dem edlen Don Lojazar gebracht, sondern mit dem In« sauten Don Felipe um daffelde gespielt, dem er auch versprach, daß er ihm eine Dame »»führe» «erde, deren Handschuhe am Hute zu führen der Prinz nicht verschmähen solle. „Du willst sage», bemerkte Muley düster, daß dieser' Elende, oer sicherlich arabisch verstanden hat, um seine Betrügerei ausführen zu könne«. Dich, «einen Ster«, in Gedanke« geführt," alß er chm jene Worte «ittheilte! - — (Forts, folgt.)

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