Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 7.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/5369809-5935045-5937937--2521-5371996- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Km darauffolgend«« Sonnabend Abend« hielt Prof. Dr. Grätz au» vre-lau de« ersten, sehr ansprechenden Vortrag: „(Jin Auiflng in da» heilige Land/ deffen Inhalt ich Ihnen nächsten« skizzireu will OePerretch. Aus Bshmeo, im Januar. (Or.eSorr.) Wie wir Prager Blättern entnehmen, hat der sehr verdienstvolle und fleißige Hr. Dr. Rathan Brün, Religiontlebrec daselbst, vor weuigen Tagen, rm deutschen pädagogischen Verein einen sehr iulerrffanten, mit vielem Beifall« aufgenonimenen Bortrag über die Lehrweis« de» Plato und de» Aristoteles gehalten, dafür vermiffeu wir seit einigen Wochen die da« Prager wiffenschasllich gebüdete jüdisch« Publicum sehr iutressirenden Borträge im „Afite-Jrhnda-Lereine. Unangenehm hat e» in Prager jüdischen Kreisen berührt, daß der nun einmal vom Krakehl lebend« Mainzer „JSraelil" da» jüngst zu Ehren de» Gaste» Herrn Rabbiner Dr. Ehrentheil an» Horir vom „lühanuka-BereinS Borstand«" veranstaltete Banket al« passende (?) Gelegenheit denutzi, um iu einer angeblich au» Prag datirlen Eorrespouvenz allerlei grund- und stnnlose Berdächligungen in seiner beliebten Manier in heuchlerisch frrmmeluber Weise loSzulaffrn —; der Mann muß immer sei» Opfer haben — und mutz r» in der Aera der allgemeinen Freiheit doch wohl auch dem Mainzer „JSraelit" freistehen, sich nach seinem Belieben entweder eigenhändig oder durch seine Sateliteu gründlich lächerlich zu machen. — In der jungen LultuSgemrinde Lau» wurde ein jüdischer Friedhof, zu dem der Luitvorsteher den Platz geschenkt hatte, in seinlicher Weise eingeweiht. Der sehr verdtenstvolle, humane Lultu-vorftrher der Gemeind« Reichenberg hat eine Brochüre, enthaltend die Geschichte der Cullusgemeiude von dem Momente ihrer Gründung bis aus den heutigen Tag, nebst einem Anhänge al» Rrchenschafttbericht u. s. w. mit vielem Fleitze zujammengeftellt und veröffentlicht; zu brdauern ist nur, daß in der vrochiire zugleich die Nachricht von dem bevorstehenden Rücktritte de» wackeren und für da» Juvenlhum wahrhaft begeisterten Manne» von seinem seit Jahren innegehabten Ehrenamt« mitgetheill wird — der erwähnte Eullusvorsteher, Herr Liebitzky, möge auf seinem Ehrenposten doch um so eher auSharre,:. al» er in der jungen Reichenberger Gemeinde im Au-jchusse Männer an seiner Seit« hat, die mit gutem Willen und intelligenter Leistungsfähigkeit ihn» die Lasten seine» Amte» redlich tragen Helsen und im vollkommenen Einverständiiiffe mir ihm wirken. Daß gar manche i»raelilische Eultgemeinde einen sogenannten mp zu ihren Mitgliedern zählt und ihn gern auf gute Manier io» sein wollte, ist nicht» Reue» in Israel — giückiich die Gemeinde, die nur Einen von dieser nie ausgehenden Specik» hat; daß aber eine Eultgemeinde einen mp sucht, lesen wir in einem Prager Lageblatte oder vielmehr Abendblatt« seit einiger Zeit zu wiederholten Malen im Jnserateutheile. Scharfsinnige jüdisch« Äser werden r» wohl mit einer guten CombinationSgabe bald weg haben, daß die löbliche Eultgemeinde X. nicht einen mp, sondern einen mp sucht — doch möchten wir uns erlauben, die israelitischen Gemeindevorftäno« daraus aufmerksam zu machen, daß ihnen den« doch jüdische Organe in genügender Anzahl zur Beifügung stehen, um ihren EoncurSauSschreibungen eine weite Verbreitung zu verschaffen. Ein jüdische» Organ aber würde dem Inserate doch wenigsten« so viel Aufmerksamkeit schenken, daß e» nicht di» zur Lächerlichkeit verstümmelt in di« OeffentUchkeit gelange, und in der Regel neben de« Annoncen für „geheime Krankheiten" zu stehen komme. Daß es aber jüdisch« Gemeinden giebt, in denen ei» jüdische» Blatt nicht gehalten wird, da» gehört leider nicht mehr zu den „geheimen Krankheiten" de» moderne« Gemeiudewesen». vermischte und ueueste Nachrichten. Perlt«. Die DD. And, Zung und Ludw. Geiger fordern zur Subskription auf „Adr. Geiger» Leben »nd hinter» ( lassen- Schriften" auf. In fünf Bänden sollen verschiedeu« kleinere und größere Aufsätze, Abhandlungen, Gutachten, Bor- J träge u. s. w., welche früher zerstreut in Zeitschriften oder * Brochüren erschienen, theilweise auch noch ungedruckt find, gesammelt und eine Biographie und Au»wahl von Briefen hm» * zugefügt werden. Der Prei» ist ans 25 R.-Mark festgesetzt. R. Breslau. Auf festem Grunde ruhend und nach erprobten Grundsätzen geleitet, hat da» jüdisch-theologische Seminar da» erste Jahr de» dritten Decennium« nunmehr zurückgelegt, und erfreut sich immer mehr der Theinahm« all' der Gemeinden, die nicht einem extremen Standpunkt« huldigen. Mögen die in neuerer Zeit erstandenen Anstalten di» sei« extremen Parteien Rechnung tragen, da« Breslauer Seminar zieht unbeirrt die goldene Mittelstraß«, e» wurzelt i» dem Sro» der Gemeinden, darin liegt sein« Kraft und Stärke. Mit erhebender Genuglhuung und Zuversicht konnte der greise und weise Seminardirector, Herr Oberrabbiner Dr. Z. Frankel, den Rückblick im 2 t. Jahresbericht mit den Worten eröffnen: „Die in diesem Zeiträume gemachten Erfahrungen bestätigen die Richtigkeit de» bei seiner Begründung er» faßten Ziele», und sind eine Mahnung, diesem Ziele auch in Zukunft zuzustredeir. Mit den» theologischen Wiffen soll sich allgemeine» Wiffen verbinden, der Glaubeneschatz von dem Geiste der Wissenschaft durchdrungen sein, Glaube und Forschung in friedlicher Bereinigung einander tragen. Und so lauge diese» der Leitfaden seiner Bestrebungen, ist da« Bestehe» de» Seminar» gesichert und wird ihm da» vertraue», deffen e» sich bisher zu erfreuen hatte, auch ferner freundlich entgegen kommen, werden die Gemeinden die in dieser Anstalt gebildeten Theologen willig zu ihren religiösen Führern und Leitern berufen." Biele angesehene Gemeinde» haben im abgelaufenen Jahre durch die Wahl solcher au» dem Seminar hervorgegangenen Rabbiner demselben schätzbare Beweise ihre« Vertrauens geliefert, so: Sohrau, Rakel, Kempen, Düffeldorf, vraunschweig, Lauendurg, Fünskirchen, Brüx (in Böhmen), Rew- Aort (Schaare-Tefilla-Synagoge). Da» Seminar zählt gegenwärtig 31 Hörer (au» Preußen, Baven, Oesterreich, Ungarn, Rumänien, Rußland, Däneniark, England, Amerika), von welchen 12 bereit« die Doctorwürde erlangt haben, und eben so viel die Universität besuchen. Nürnberg. Der „Nürnb. Courier" vom 19. Januar meldet: Ein heute Rachmütag zwischen mehreren i»raelitische« Viehhändler» am Biehmarkte ausgebrochener Streit eitdete damit, daß der Viehhändler Simon Weiman» mit schweren Kopfverletzungen, welche ihm nlittelst eine» sogen. Todtschläger» zugesügt wurden, in da« allgemeine Krankenhaugeschafft werden mußte. .QrPWö Hv^l 0112 121W11 London, 15 Januar. In einem Aller von 101 Jahren starb hier da» älteste Mitglied der jüdische« Gemeind«, nachdem e» bi» zum letzten Tag« körperlich sowohl wie geisÜg gesund sich erhalten hakte. Der überall bekannte und ehrenwürdige Mann, Namen» varnet Hy me, war im Jahre 1774 geboren, diente im Anfänge diese» Jahrhundert« unter König Georg III. al» Freiwilliger, und war dupchMn arerk» würdige» Gedächtniß stet« bewundernswerth; er Äsuchte die Synagoge regelmäßig bi» zu den vergangene» H«Ä» Festtagen, und hatte da» Glück, die Enkel seiner Enkel zu sehen. Seine Gemahlin hatte dersrlb« in einem Alter von 80 Jahren erst vor einigen Jahren verloren. (Je». Ehron.) Laudon. Der Board hat in da» Eomitä für dt« Mon» tesiors Stiftung auch ein Drittel Richtmitglieder gewählt.