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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 7. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 7.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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kämpfer einer Bande wie Riwlin, Goldschmidt und Eons o r t e n her, desto schlimmer für t h n. Er wird, nachdem er Habaz. Nr. 14 geles u, nicht nölhig gehabt haben, Roth aufzulegen. Er crröthek doch hoffentlich noch! (Schluß folgt.) Eilt». ü)aS Eentralcomite der Alliance JSr Univ. hat aus Anlaß d.S Ablebens des fel. Dr. Schwarz folgendes Schreibe» an den Borstand der Synagogengemeinde gerichtet: »Meine Herren! Die traurige Nachricht, die Sie uns gemeldet habe«., hat das Eentralcomite auf das Tiefste und Schmerzlichste ergriffen. Wir haben, außer den« Localcoini:e Ihrer Stadt, auch unirren College» H. Astxuc, Oberrabdiner von Belgien, und Herr Rabbiner vr. Wolfsjohu, Prästdent uufere» Somit:'s von Aachen, beauftragt, an der «norgigen Trauerfeierlichkeit im Nanien der Alliance theilzunehmen, und diese Herren loerde» Ihnen sagen, wie sehr «oir trauern An gestchtS eine« so frühen und unerwarteten Todes. Nicht blos «ine auSgezeich nete Familie wird von diesem Tode betroffen, uud nicht blos eine schone Gemeinde, die vr. Schwarz mit seinem Glauben befeelte und mit seinem Wort befruchtete, der er sich mir seiner ganzen Hingebung angeschloffen und J^eweihel hatte; auch die jüdische Wissenschaft, die bereits in einer Familie hervorragende Vertreter zählte, wird in ihm einen derjenigen Rabbine» beklagen, deren Unlersuchnngen und Arbeiten unserer Zeit Ehre machen; die Religion wird eins chrer durch Charakter uird lie,e Frömmigkeit geachlelstcu Häupter beweine». »Auch st.r die Alliance ist der Berlust groß; «vir hallen in Horrn vr. Schwarz eine» unerniüdlichen Mitarbeiter, einen ergebenen College» und Freund. Seit Jahren arbeitete er daran, vi« Alliance bekannt zu machen und zu verbreiten, und bestrebte sich auf'» Eifrigste, sie in ihrer schönen Einheit zu erhalte». Unsere Mitglieder dankten ihm seinen Eifer, indem sie ihn in das Eeutralcomit« beriefen. Und was hat er nicht vollends für die polnische» Waisenkinder gelhau! Sie wiffen dies besser als wir, meine Herren, die Sie seine Brmühuiigen täglich unterstützt haben. Sie, bereu edle Mitwirkung ihm niemals gefehlt hat; Sie wiffen, wie Biele dieser Rinder er angeistigem und leiblicher» Elend geriffeu und zu einrnl anständigen Lebe» vorbereitet hal, weiche Geduld er brauchte und welche Schwierigkeiten er zu überwinden hatte, um in einer so heiligen Angelegenheit erfolgreich zu wirken. Er hatte sich dieser, durch seine Fürsorge erzogenen Lehrlinge wie einer ihm angehörigen zweiten Familie angenommen, die jetzt in chni «inen herzlich geliebten Vater beweint. Alle seine Mitarbeiter, die Eomite'» von Aachen, Düsseldorf, Worin», all« Mitglieder der Alliance in allen Ländern haben einer solch wohlthäiigen Wirksamkeit ihre Ehrerbietung gezollt »So viel Liebe und Tugend lst nun verloren! Aber e» wird u»S welligsten« daS kostbare Andenken bleiben an einen Mann, dessen Leben von guten Werken erfüllt geivejen, dessen Gedanken und Thalen stet« auf Gott gerichtet waren und der UitS di« schiiisten nachähmenSwertheu Beispiele hinterlaffeu hat. Man viird von ihm, wie von allen frommen Männern in Israel sprechen: „Seche« Zaddik libracha,“ da» Äedächtniß de» Gerechten sei gesegnet." Der Präsident »Ad. Sremieux." (Monatsbericht Januar.) Psfe». (Or.-Eorr.) Schluß. — Aber auch da« Sch ö » e, die Kunst, soll in dem Vereine Förderung finde», besonders jene hehr« Kanst, die da» eigentliche Gebiet der Harmonier» ist, di« musikalische. Und da« Gute, rS werde gefördert durch Geselligkeit, die ja gewissermaßen di« zweite Säule de» Vereins bildet. Der Mensch sei, wie Aristoteles sagt, ein für die Geselligkeit geschaffene« Wese». Rur in geselligem Bereine mit Anderen »erde da« Leben erst lrbenSwerih, und durch genieinjameS Streben wer)« da« Gute am Bester» gefördert. Zua> Schluss« forderte der Redner dir Mitglieder auf, da« hohe Ziel, da« fich der Berit« gestellt, nach Kräfte» zu unterstütze« uud di« angeregte Jt«e mit wärm« und Begeisterung zu erfasse«. > ....... ... Herr Marlin Kornfeld wie« auf die Horaz'sch« Devise de« Verein«, da« »util« und dulce" zu verbinden, hin und führte dabei in witziger Weise au«, daß die scheinbar heterogenen Begriffe, Wissenschaft und Geselligkeit, sich bei« Studium der Geschichte al» durchaus homogener Natur erireisen. Ein eclatanteS Beispiel liefere un« König Salomo, der e« verstanden, ernst« Wissenschaft uiit heiterer Geselligkeit zü vereiilei», wobei die Damenwelt keineswegs auSgeschtoffen blieb. Auch der erste deutsche Bibelübersetzer habe diese Salomonische Weisheit in dem bekannten Spruch bestätigt. Nachdem der Redner uiit dem Wunsche geschloffen, daß in dem Vereine die Wissenschaft die Freund« der Geselligkeit belehren und die Geselligkeit die Freund« der Wissenschaft erheitern möge, brachte Herr vr. med. Pauly «inen schwungvollen Toast auf die Herren Ehrenmitglieder au», worauf Hr. Rabb. vr. F e i l ch e n il d etwa Folgendes erwidene: Hunger nach Geselligkeit und Durst nach Wiffen feien iuiiuer heroorleuchlende Eharakierznge unseres Slamines gewesen; das »Volk der Schrift" habe von jeher da» Forschen als Religionspflichl betrachtet und in zahlreichen Vereinen zum Wohithnn sich verbunden; in Israels Wohnungen sei es Licht gewesen, während noch anderswo Niemand den Bruder sah und Keiner von seinem Platze sich erhob (Exod. 10,23). Er beglüdwünsche den Vorstand, der e« verstanden die Geselligkeit zu begründen, die aus denr Durste nach Wiffen ihre Nahrung ziehe: diese werbe nicht dazu dienen, die Zeit zu tödten oder zu vertreiben, souvern die fiüchtige zu fesseln und dauernd für daS Leben nutzbar zu machen. Sie fei auch geeignet, die Gemüther dauernd einander näher zu bringen, weil die Seele, während sie dem Lichte der Erkenutniß sich erschließe, auch sür den idealen Zug der Bruderliebe empfänglicher sei Die heilige Sprache habe eine und dieselbe Bezeichnung für »kennen" und »lieben." Der Satz des Aristoteles : »Alles, was werth ist zu bestehen, ist auch werth, das, eS erkannt werde", könne leicht umgekehrt werden, indem man zu der Ueberzeugung gelange, viel« Menschen, GeifteSrichtungen, Verhältnisse, dl« man nur wenh gehalten, sie kennen zu lernen, seien auch werth zu existiren, indem in ihnen eine aiider« und ilicht ulinder berechtigte Seite de« mensch.icheu Wesens zur Erscheinung komme. Redner schloß mit der Mahnung, auch von berechtigten Gegensätzen zeitweilig adzuseheu und nur das Geoleinsame, Verbindende in« Auge zu fassen, mit einer Dankfagnng für die ihm ertheilte Eyrenmitgliedschafl und sür den in dieser Eigenschaft auch ihm von Herr, vr. tned. Pauly in freundlichste» und verbindlichsten Worte« auSgebrachl-n Toast, endlich mit einem Toast auf da» an der Spitze de« Verein« stehende Eomite! Herr vr. Bloch stellte an die Spitz« seine»Toaste» den Wein und die Liebe äi« Symbol« brr Geselligkeit uao d«r Wissenschaft. Beide fesseln den Menschen, erfreuen das Her.,, befeuern die Seele und verschönen da« Leben. Bon den vecschiedrnen Aehnlichkeiteit wolle er nur eine heroorheben, daß der Zahn, dem Alles zun« Opfer fiele, über Beide keine eigentlich« Macht habe. Wohl nehme dem Weine die Zeit da« Süß« uild da» Schäumende, aber wa« er mit den Jahren gewinne, das sei Feuer und Geist, ebenso verliere die Liet« da« Tändelnde und Schwärurend«, aber sie gewinne mit den Jahren an Festigkeit und Innigkeit, nur müßten beide rein und unverfälscht bleiben. Darüber zu wachen, baß in den Verein in Zukunft kein den Organismus untergrabender KrankheitSstoff eindringe, s-i ivohl ganz besonder; der Beruf der Aerzle, die mit an dir Spitze desselben ständen. Die Aerztc hätte» tm jüdischen Leben, in der jüdischen Literatur von jeher «ine hervorrageul»« Rolle gespielt uird so bringe er den beiden Aerzten un Criitit« rin besondere« Hoch! Nachdeul noch die Herren Adolf Kantorowitz uyd Manasse Werner toastet und di« Ingen auch die Tendenz der »Geselligkeit" durch Tanz zum »u»druck gebracht hart«, schliß da« schön« Fest t» bester Harmonie, Geist und Gemüth gleich auregend.

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