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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 7. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 7.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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schtnthum wecken werden. In diesen Predigten sind Töne angeschlagen, wie sie niemals vernommen worden sind, seitdem in deutscher Sprache zu Inden gepredigt worden ist. Und wie weil auch das geschriebene Wort hinter dem gesprochenen zurücksieht» mag, diese Predigten allein könnten Michael Sachs seine hoh» Stellung sichern in der Geschichte d«S JndenthumS und seine-' Literatur. Ader man würde irren, wollte man glauben, daß mit diesen S.hristen di« ProductionSkrast dieses reichen Geistes sich erichiipft hätte. Unter seiuen hinterlaffenen Papieren finden fick, noch eine säst drucksertige Uedersetzung und Erklärung i-er Prooerbien, der erste Theil eines neuen, auf umfassenden Studien beruhenden Wörterbuches der hebräischen Sprache, talmudische Diskussionen, eine Erweiterung seiner „Beiträge zur Sprach- und Al(erthumsfor>chung", eine große Zahl herrlicher Reden und Preolgien und endlich eine abermals gäi.zlich unigearbeitele — die dritte Uebersetzung zahlreicher Psalmen: so unbefangen stand Sachs seinen Werken gegenüber, so wenig thal ihm Genüge, waS Anderen als vollendete Meisterleistung erschien. In der Blüthe der Jahre, in der Fülle geistigen Schaffen» und Wirkens, erfüllt von ueuen großen Gedanken und Zielen, isi er von uns gegangen, ohne Spur der Erschlaffung oder Ermattung, dem Jdc,l seiner Jugend treu, dessen schönste Verkörperung er selber war. Seit Mendelssohn hat die jüdische Gem inde Berlins .Heine» den ihren genannt, der wie er M«tte.punkr de» religiösen und geistigen Lebens der Gesammtheil gewesen wäre Unvergessen und unvergänglich lebt sei» Andenken in uns fort. Möge einst die Zeit kommen, in der er nicht blos in unserer Liebe lebt, sondern auch in unserem Leben, in unserem Wirken Am 24. Schebat 5635. I. Freudenthal. Berichte und Correspoudeuze». Deutschland. Steift», 3. Februar. (Die Wahrheit kommt an den Tag.) Der Leitartikel der vorigen Nummer hat Montefiore'S Pläne für die Hebung der Lage unsrer Glaubensgenossen in Palästina besprochen. Die Schwierigkeiten sind nicht gering, aber der oorgeschlagene Weg ist der einzig«, der zum Ziele führen kann. S« gilt Arbeit und Erwerb, ErwerbSfähi gleit und dadurch Brod zu verschaffen. DaS vom Sonrä ct Deputies in London niedergesetzte Eomite zur Gründun; einer Montesiore-Stiftung für Palästina hat daher auch beschlossen, daß die zu sammelnden Gelder nur zur Unterstützung derjenigen, die arbeiten und sich selbst helfen wollen, verwendet werden sollen, kein Pfennig davon zu bloßen Almosen. (S. unter „London".) UrtlteilSfähigen Mensche» hierüber noch mehr zu sagen, ist überfchssig, wäre lächerlich. Wenn in diesen Blättern uirhrfach zur Vorsicht in Betreff der Palästina-Sammlungen, der Verwendung und Vertheiluug der Gelder gemahnt worden ist, so bedarf dies wieder Urtheilsfähigen gegenüber keiner Rechtfertigung; mit denjenigen aber, welche nur fortwährend Bettelgell»er sammeln und senden wollen, gleichviel ob und wie sie rertheilt oder unterschlagen oder zu Wuchergeschäften mit Armen oder zu eigenem Nutzen verwendet werden — mit Solchen ,|U streiten Halter, wir für Zeitvergeudung. In schone ndster und vorsichtigster Weise hat die „J«r. Wochenschrift" auf Mßbräuche hingewiesen, bat viele» verschwiegen, «aS and.e Blätter gebracht haben, und zwar solche, denen Uebelwollen gegen die Palästinenser gewiß nicht vorgeworfen rverden kann, z. B. „Hamagid" und da« in Jerusalem selbst erscheinende „Habazeleth". Rur in einem Falle gröbsten und schreiendsten Mßbräuche« hat di« Wochenschrift Anklage «rboben; dann aber auch nicht mit verblümten Wendungen u. dgl., ändern geradeaus mit dem vollen Ramen de« Bezichtigten Die zur Bertheidigung oder Gerrcht-Erklärung > de« Letzteren veröffentlichter Schriftstück« wurden hier alsbald vollständig mitgetheilt; wie c« vor Gott und Menschen Recht ist. Der Leser wolle sich also erinnern, daß in Rr. 27 vom 2. Juli v I. nach dem Briefe eines höchst vertrauenswürdigen Mannes aus Jerusalem milgeiheilt wurde, daß ein gewisser I M. Goloschmidt von dort mit 500 Napoleon- Arniengeloer durchgegangen sei. Gleich unter dem 6. Juli brachte der „Israelit" ein Telegramm und dann ein längeres Schreiben vom Eomite zu Amsterdam, worin jene Angabe de« „J-r. Wochenschrift" für Lug und Verleumdung erklärt wurde. Beides ist hier adgeoruckl, (in Rr 2S und 30) freilich mit dem Hinzufügen, d.iß derartige Erk.ärunge» nichts verschlagen, daß unser Gewährsmann für seine Angabe einstehen werde und ruhig adzuioarten sei, ob I M. G. etwa klagbar werde. Der Redakteur des „Israelit" ließ sich herbei, die Erwartung, daß I. M. G sich besser rechtfertige als durch „Koscherzettel,", ebenfalls auszujprechen. Doch war das wohl eine momentane Erregung. CS blieb dann alle« still; es schic», als wollte man die Sache todlschweigen. Aber „Habazeleth" nahm sie auf und klagte, freilich in hebräischen Wortspielen und Witzen, außer Golvichmibt auch dessen Schwager. Rrmlin, der Schurkerei an. Jetzt schien es wieder Zeit, Erklärungen, „Roscherzettel", zu >enüen, sie kaineu diesmal von Jerusalem selbst, veröffentlicht natürlich im „Israelit". (Homagild hat sich zu derartigen ... Diensten nie her gegeben!) Die „Wochenschrift" theilte wieder auch die Jerusalemer Erklärung niit, wie es Ehrlichkeit verlangt. Rur die Ausfälle gegen die Redaktion blieben weg, das war nicht nöthig. -. s. n>. p’cro jnBin ppoiir D’a^ip nnr D'aSwn Aber nicht jeder schweigt! Der Israelit hatte de» Ehacham Baschi und seine» College» sagen lassen: „Die „Wochenschrift" und „Habazeleth" erlauben sich Berlenmduuge» gegen hiesige Einwohner auSznsprechen rc. rc." Darauf erschien in letzterem Blatte eine: „Antwort an meinen Verlästerer." (Wir geben diese nur kurz, inhaltlich, weil sie in der späteren auSführltcheu recapitulirt wird.) Der „JSraelft" habe die Erklärung unvollständig gegeben und dagegen willkürlich« Zusätze eiugeschobe» Der Name „Habaz." sei in derselben nicht genannt, die „Erklärung" sei von Amsterdam hierher gesandt, und die Rabbiner, die nicht deutsch lesen resp. verstehen können, (der Ehach. Baschi ist ein Sefardi) habe» Unterzeichner, ohne zu wissen, wa» sie unterjchrieben; daß I M. Goloschmidt Geld unrerschlagen hat, ist keine Lüge und Berleuindung, und der deutsche Eousul hat dem Gesandten in Stnttgardt (auf Anfrage dortiger Israeliten) berichtet, daß die Sache wahr sei Bon allem dem berührt vr. Lehmann in seiner Replik ge- ' gen „Habaz" kein Wort, er sagt nur: in der Erklärung steht: „Dain Jerusalem erscheinende Blatt" — da« sei kein andere« al« Habaz., also beschuldige man ihn mit Unrecht einer Fälschung. Da« ist richtig, ob bestimmte Andeutung oder Name gilt gleich. Aber bei diesem Streite tst nun die Wahrheit au den Tag gekommen, und wa« für Wahrheiten! E« hat mir nicht geschadet, daß ich zu den durch de» „JSraelit" verbreiteten Anschwärzungen gegen mich geschwiegen habe, ich bin jetzt mehr al« gerechtfertigt. Eh« ich den ausführliche» Artikel de- „Habaz." Nr. 14 vom 15. Januar gebe, zuvor die Erklärung, daß ich nicht» Anzügliches gegen den „Ersten in Zion", den Ehacham Baschi zu sagen habe. Der Mann hat sich etwa» vorleg«» lassen uud e» unterschrieben; wa» von Amsterbaur kommt, unterschreibt er wie Gotte- Wort oder doch de« Herrn Gebot; er traut seinen Schreibern und Verschreibet,' — wie sollte ich ihm zürnen? Ebensowenig gegen Hrn. Akiba Lehren, der Mann ist ehrlich —. Daß in seiner Umgebung, unter seinen Werkzeugen (ober verhält sich'« mit dem Werkzeug umgekehrt??) Leute sind, die man von Holland an« unS schon längst al« nxawn man betitelt hat — warum dar«, der dem Mann« zürnen? Gibt sich aber der „JSraelft" zu« Organ' und Bor-

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