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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 6. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 6.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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«gnzwärlig in Oft«» d«r Union Aufsehen. In oerschftdenen Synagogen daselbst trat er al« Borleser, Vorbeter unb Bor» ftnger aus. Der ftnabc heißt F. Rauffmann, ist vor zwei Jahren mit seinen Eltern au« Mssisch-Püen in die vereinigten Staate» eingewandert und in Libany ansässig. Er fprHst nild schreibt Deutsch, Englisch und Hebräisch, unv zeichnet sich bei der Leitung de« Gottesdienste» durch Intelligenz, Renntniß aller Formen, Gewandtheit und Präzision und durch «ine schöne klare Stimcke au«. In einer amerikanischen Erziehungsanstalt will er sich noch weiter au»bild«n. Feuilleton. Dt« Stanrin. Ein« ErzLHUmg au« Spanien« Borzeit. (Fortsetzung.) »Edler Don Sasparo, begann der Jude auf Spanisch, ich danke Euch für die Freundschaft, welch« Ihr einem Herrn erwiesen habt, welchem wir beiden alten Männer so große Verbindlichkeiten schuldig find. Rennt die Summe, tvelche Don Lni» bedarf?" Don Gasparo berechnet« einen Augenblick, wie viel er fordern dürste, «rm nicht adgtwtesen zn werden und erwiderte: »Ihr tiabt fünftausend Doubtonen angeboten, und soviel Ünd keinen Real weniger soll ich dem Grafen bringen." »Sagt ihm, daß ich in einer halben Stunde kommen wollte, um ihn zu befriedigen. Ein Rachbar hat mir vor einer Stunt»« da« Geld zu höchster Roth entlehnt," sagte Jussuff Ben.Atzl. , . »Da« werde ich ihm nicht sagen, erwiederte Don Gasparo mit vßgestöküft«^ sondern ich werde ihn einfach verlachen, daß er sstnen gewinnsüchtigen Juden und einen geizigen Halb» türken Mtt für Spitzbuben, für ehrliche Menschen angesehen, di« ein Herz in der Brust tragen. Uebrigen« hütet Euch wohl, Don Lui« aufzusuchen; denn ich schwöre e«, thut Jhri», so sollst Du, Jusfuff, sammt Deinen Töchtern und der Maure sowohl wir da« getaufte Rädchen, die Ihr eine Fürstrntachter nennt, verloren sein." Er nxndete sich um und öffnete halb die Stubenchür. »Bleibe, edler Jüngling, rief der Jude, indeß er Don Gnspar»'« jzaud faßte; vergirb, daß ich Dich ans die Prob« zu stellen u«gte, aber die Rlügsten der Ringen find heust»- tage der Gefahr au«gesetzt, chren Meister zu finden nnd übervortheüt zu werden." Jnfiuff holte denselben reichverzietten Lederbentel, welchen er Don Lui« vergeben« angeboten hotte und sagte: »Hier, nehmt fünftausend wohlgezählte Doubtonen nnd dringt sie mit unfern Segenswünschen Eurem Frvundr Don LUi«. Beruhigt chu, daß wir chn durch keinen Schritt in Gefahr bringen werden, den un« unsere Liebe zu chm ein» geben Ifcuti«, um un«, so laug«-« noch hier in Madrid oder auf spanischem Boden weilt, über sein Ergehen Rund« zu verschaffen." Die büken Greise drückten dem Jüngling die Hand, und dieser ging mit ruhiger Miene hinter seinen Führer her, welcher chm die HauLchüre öffnete, schlug den alten Mantel über bin Schatz und klickte umher, wo der Jnfant mü seinen flfegfettnngeblieben sei. »In der Thal l sagt« Don Sasparo für sich hin. Ich hätte ui« geglaubt, daß mir meine Renntniß de« Arabischen je nur «iueu Real, vielweniger aber sÜnftaus«ld Doüblonen einzubriugm im Stande gewesen wäre." Raum erklang der Sporentrttt de« Don Sasparo, al« der Jnfant mit seinen Begleitern-citz« einer Schlupsgaffe hervortrat uni» mit gedämpfter Stiuuua fiagt«: »Ruü.Herr Ehnnoavalier? «ie stehk^ mieden fjtof ade, zchntenftnd DoN dl oue n f ntnt rrioMlst zu > »Hier trage ich da» Geld auf de« linken Ar«, und bei Sm» Jldephonso, daffrlbe ist schwer genug!" »Ihr werdet mir die.Gmvvw jMtew Ghuencava» Iler," sagte der Jnfant mit yernschem Lnoonme. „O, ich werde mich hüten. Euer Hoheit Gläubiger zu werden, um Eure Gunst auf ewig einzubüßen! ries Sasparo mit heiterm Lachen. Rein! ich halte mein Dort — die« Geld steht zu Eurer Verfügung, mein Prinz; aber nie werde ich zugeben, daß sich der Jnfant von Spanien mir ge» grnüber irgendwie verpflichtet. Spielt mtt mir um dies« fünftausend Doüblonen, und die Sache ist in Richtigkeit; denn Euch ein Geschenk damit machen zu wollen, würde einem Edel» manne meine« Range« nahezu al« ein« MajestätSbeleidiguuz angrrechnet werden müssen." »Nicht im Geringsten, lachte der Jnfant; Du hast ein überzarte« Gewissen, Freund Guzman. Uebrigen« müßte ich mit Dir heute Nacht auf mein Ehrenwort spielen... Erlaukt Dir'« Deine Ehrfurcht vor meiner Person, den Borschlag anzunehmen?" »Ich stehe Eurer Hoheit zu Befthl. Do wüschet Ihr. daß die Panie vor sich gehen soll?" Die Gesellschaft war jetzt auf der Plaza Mayor und an einer der unansehnlichen Rapellen angekommen, welche sich damal» an allen Ecken der auf den Platz führenden Straßeir befanden, jetzt aber schon seil lauge verschwunden sind. Der Prinz zeigte aus di« schmale und hohe Treppe der Rapelle der heiligen Urraca von Avila und sagte: »Dort auf den Stufen ist hinlänglich Platz, Don Sasparo." »Ich bin Euer Hoheit durchaus zur Berfügung." Don Gomez! wandte sich Don Felipe an einen der Save» liere, welche sämmtlich bisher ei« finstere« Schweige» brobachtet hatten. Seht Ihr deet de« Nachtwächter? Laust - und bringt ihn mit seiner Laterne hierher, damit wir bei unserin Geschäft sehen können." . .... Gomez nahm sein Rappier in die Höh« und lief eilig in dir Richtung de« Licht«, um einige Minuten später mit dem Rachl- Wächtergnrückzukommen. »Setze Deine. Laterne da auf die Stufe!" befahl dcr Prinz. „Die werde ich in der Hand behalten, genan so, wie«» der Sennor Lorregidore zu befehlen für gut befunden " »Sehr gut, dann fetze Dich selbst auf die Treppe und leuchte so grschitst «ie möglich." »Ohne Zweifel, hoher Herr!" Einen Augenblick später sah man von der Rapellr eine Scene, wie fie ein BelaSquez nicht kühner und charakteristischer hätte malen können. Oben auf der Thürschwelle, unter dem mit wunderlich geformte? in Stein gehauenen Ornamenten reich verziert«» fthmaien Portale der Rapell«, saß in seinen groben zeriffencn Mantel gehMt, den Hut über da« von zotfige«, schwarzem Haar umtzÄene Bronzegeficht herabgezogen, der Rachvoächter, die Laterne anf den nackten Rntern und seinen gewaltigen Spieß im Arme haltend. Eine Stuft niedriger saß Den Gasparo, welcher den Hut abgelegt hatte und seinen schönen Raps, der in seiner Form unwillkürlich an denjenigen ein,» Falken erinnerte, dem Lichte darbat. Sein schäbiger Mantel, seine zerkniterle, nicht eben saubere Halskrause, stand im schärfsten Gegensatz« zu dem glänzenden Mantel von violetten Atla«, welchen der Jnfant trug, dessen bleiche«, edelgeformti« Gesicht von schweren blonden Ringellocken umwallt wurde, auf denen sich ein kleine« Sammthütchen mit schneeweißen Federn befand. Der Prinze halt sich seinem »Ehveneavalter" geg««- übergrsrtzt und schlug den Mantel zurück, um au« .seine» glänzenden gelben Damm« mit weißseideneu Spitzen, «in Raytensplel hervorzuziehrn. Die Cavaliere standen recht« u»ch fink» an Üe. steinerne Balustrade der Trepp« gelehnt, bpen durchbrochene Zzerrathen sich mit grvße» Schärft anf de« Erdboden gleich eine» Schnttevtzildaizaichstn. i.. >. iw. > «M. f-lstt.)

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