Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 6.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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«hielt? uitb ist de» nicht durch dies« Wiedergenehmtg»»- Mc straft de»j«uig«» Artikel» aufgehoben worden, welcher di« Eomiiunalgesetze berührte? ünftre« Erachte«» nach ist e« unklug, Menschen solch« Siechte vorzueathalten, welche chnen vom Gesetz« bewilligt wurde«, anklng ebenfall», angrsicht» von ganz Europa zu erklären, daß ivir au» der Mitte «nserer Bürgerfamilie Leute autstoßen, deren einzig« Schuld ist, al» Israeliten geboren worden zu sein. Moral, Klugheit, Menschlichkeit und überhaupt die Freiheil, derr» wir un» erfreuen, fordern ein« andere Äsung, wie deuu auch eine richtigere Abschätzung unserer politische» Lage «» größere Bedachtsamkeit onferlogt. Heute vor zehn Jahren habe« wir von den J-raeliten »erlangt, chre rumänische Gesinnung zu bewahren, und seit der jjett schicken fi« ihre Kinder in unsere Schulen, wo sie rnmtnisch denken und fühlen leruen. Haben wir unsererseits da» rurch das Gesetz gegebene versprechen gehalten? E» sei un» noch eia Wort gestattet, bevor wir zu Ende komneu. Ist e» denn etwa nicht weiser, zu bewirken, daß un» rer JSraeltt al» Freund, al« Mitbürger betrachte, al« daß wir ihn au« de« verband« der Gesellschaft auSstoßen, ihm prüfend: „Sklave dieser Gesellschaft, hast du nur Pflichten; da« einzige Recht, da« dir bleibt, ist, dein Blut für diese Gesellschaft, für diese« Land zu verspritze«, welche« dich so stiefuüttrrlich behandelt und dich mit allen, kaum erschwingbarer Steuern drückt." Der hohe EaffationShof überlege r» sich deshalb wohl, bevor er sein Uriheil fällt, da sein verbiet eine heilsam« Mrkeag Hab«» kann und ei» nach Lieb« und Freihett lechzende« voll zu versittlichen im Staude ist, wie r» diese« im «utgegengesetztru Fall« i» den Helotenzustand versetzen kan« »ud bau» Wehe I Der Skla»e nährt nur Haß gegen seinen Herr», starr verschließt er sein Herz allen freundlichen Be- «ühuuge» «ud finut nur aus Rach« gegen seine» Peiniger. In der Hand de« hohen Eaffation«hofe« liegt e« also, dem Land« tteue Bürger zu geben, indem e« da« Gesetz höher al» Alle« achtet und den JSraeliten zurust: „Ihr seid gleichberechtigt!" Wir unsererseit« erwarten von der vehärd« die Wi-terbelebung der Livilifatiou und de« Fortschritte«. (Snin. d. Red. Der vorstehend mitgetheilte Artikel de» rumänischen Blatte« ist einer von denjenigen, welch« unser karrespondent au« Bertas in Rr. 4—5 erwähnt hat. Sicherlich hat unser Eorr Recht, wenn er sagt, daß solche sehr wohl gemeinte und geschrieben« Declamationen nicht« fruchten, wenn e» sich um die Definition von SefetzeSstellea handelt! — Außerdem müssen wir auf die frcudige Stimmung de« Vers. vorstehender Corresp. leider einen Wasserstrahl gießen. Wir erhalten gleichzeitig mit ihr Rr. 1 der neuen Falge der «ach Amsterdam übergefiedrlten „Echo de ('Orient" vom 81. Januar. Da heißt e«: „Wie e« scheint, steht di« rumintsche Regierung im Begriff, «ine neue Anleihe zu mache» oder in neu« Verhandlungen über Handelsverträge einzuttiten. Darauf läßt der Umstand schließen, daß die offikiösen Journal« von Bukarest fett einiger Zeit eine ander« Sprich« in Betreff der Inden führen.") Vermischte und ueueste Nachrichten. Magdeburg. Wir köuuen den geehrten Mügliedern de« neuen . i«raelitischen Literaturverein«" schon jetzt die Rittheilung machen, daß die Versendung der diesjährigen Schriften in zwei Serien erfolge« wird, und zwar die erste Serie Ende April, die zweite im Herbst d. I., so daß die RUglieder, dir ijhre Beiträge bereit« «i«gesandt haben, zu Ostern im Besitz de« neuen Theile« de« Srätz'schen Geschicht«- werle» sei« werden. Den später al« bi» zum IS. Februar beitteteuden Mitgliedern köuneu wir die Nachlieferung der Schifften der 1. Serie nicht garantiren. München. Nicht blo« in Berlin bekleidet, wie die Blätter melden, et» J»raeltt da» höchste communal« Amt (Dr. med. Straßmann, der jüngst gewählte Vorsitzende der Berliner Stadtverordnetenversammlung ist Jude), sonder» seit längerer Zett auch in unserer Stadt. Herr Gugenheimer ist am 9. Januar zum ersten Vorsitzenden de» hiesige» städtischen Gemeiadecollegium« einstimmig wieder gewählt worden. Selbst di« Ultramontanen stimmten für ihn, wa« ein um so glänzendere» Zeugniß für di« Tüchtigkeft und Unparteilichkeit de» Gewählten ablegt. Nürnberg, 17. Januar. Musikdirektor LewandowSki in Berlin hatte von Setten de» Vorstand«» der hiesigen iöraelt« tische« EultuSgemeiude de» Auftrag erhalten, die Lompofitt»- neu für die in der neue» Synagoge eiugeführte Ltturgie z» liefen». Mit Recht fanden die Eompofitionea di« Anerken« nung aller Sachverständigen, sowie auch den Beifall der Laie», so daß eine Anzahl Musikfteunde in hiesiger Stadt beschloß, Herrn LewandowSki auch rin äußere« Zeichen der Anerkeu» nung zu übersenden- Ein von dem Profeffor der hiesige» Kunstgewerbeschul« zurStraßen modellttter prachtvoller silberner Tafelaufsatz ging heute mit einer entsprechenden Widmung an Herrn LewandowSki ab. (Boff. Ztg.) Maiuz, S. Januar. Heute feiert einer unserer geachtet» steu Mitbürger, Herr Leo Reinach, da» Jubelfest einer glücklichen, mit Kindern und Enkeln reich gesegnete« Ehe. Zur dauernden Erinnerung an diesen frohen Tag hat Herr 9L, außer zahlreichen Spenden an die Armen, ein« Stiftung von 2000 fl. für eia Stipendium an unbemittelt« Studirenbe der Medizi» gestiftet. — Der ältest« Sohn de» Jubelpaare», Herr Hermaun Reinach, bekleidete fett einer Reche von Jahren da» Ehrenamt eine« ersten Bürgernreisterei-Adjunctea; settdem jedoch diese Stelle besoldet wird, hat Herr R. da« Amt de» zweiten Bürgermeisterei-Adjuucten übernommen. Herr Leo Stet» nach ivar viel« Jahre lang Vorsteher der israelitische« ReligionSgemeinde. (J»r.) (Herr H. Reinach ist Dr. jur., hat jedoch di« juristische Earriere unler den früheren Rechttverhältuissen der Jude» nicht betreten und bevient sich auch nicht de« Dt«l». — Leber eia Mitglied derselben Famtti« berichten soeben Franks. Blätter: Frankfnrt a. M. Herr Baron Adolf von Reinach hat dem Rechner-Amt die Schenkung eine« Betrag« von dre ißtgtausend Gulden Oefterr. SUberrent« mit der Zweckbestimmung augebote«, daß di« jeweillgea ZiaScoupou« dieser Obligatio»«» je z» einem Drtttel de« lutherischen Sladtpsarrer, dem katholischen Stadtpfarrer und dem Rabbiner der israelitischen Gemeinde dahier zur Unterstützung verschämter Armen an» der Frankfurter Bürgerschaft und ihrer resp. Eonfesflon unter Wegfall jeder Rrchenschaft-ablage über die Verwendung übergeben werden sollen. Der Magistrat hat sich beettt, unter dem AuSdruck de» gebührenden Danke« für diese dem hiesigen Geweinwesea gewährt« vervienstvoll« Widmung, da« Rech« »ei-Lmt zur Annahme der Schenkung zu ermächtigen, auch die erforderlichen Schritte zur Erlangung der königlichen Ge» nehmigung zu thun. Sulz (Elsaß). Bor einigen Tagen starb hier der Rabbiner Raphael LÄrmser in sehr hohem Alter. Der verstorbene y7 war eia trefflicher Talmudist und schrieb treffend die hebräisch« Sprach«. Ein Sohn de« verewigten ist Rabbiner in Thann. — Herr Jsaac Bloch von hier ist vom Eonfistortn« von Besoul al« Rabbiner von Remiremout berufen worden. DieseSRabbiuat ist erst kürzlich von derRegierung errichtet worden. Valtttnvre Seit dem 1. Januar erscheint hier «ine neue Wochenschrift „Jewish Ehrenicle" in englisch« und deutscher Sprache. Pari«. Der französische« Kammer ist von de» prvteftanlischeu Pfarrer» und Abgeordnete« Depreffente ei» Gesetz vorgeschlagen worden, da« Allen da» Recht giebt, frei« EultuSverrine zu bilden. Wenn dieser Vorschlag durchgeht, wird den iSraelittscheu Eoofiftorien rin Lheil ihrer Autorität auf die Gemeinden entzogen. Amerika. Ein zrhnjährigrr hochgelehrter Rabbi erregt